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Jomsburg bis Jonckbloet (Bd. 6, Sp. 299 bis 300)
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Artikelverweis Jomsburg, zur Wikingerzeit Feste der Normannen an der pommerschen Ostseeküste, in der Nähe des jetzigen Wollin gelegen, der Sage nach von Meyers Palnotoke (s. d.) gegründet, vom Dänenkönig Magnus zerstört.
 
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Jomuden, Stamm der Turkmenen (s. d.).
 
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Jonas (Jona, d. h. »Taube«), hebr. Prophet aus dem Stamm Sebulon, weissagte um 780 die siegreiche Erweiterung des Reiches Israel unter Jerobeam II. In dem seinen Namen tragenden, um 400 entstandenen Buch wird erzählt, er habe von Gott den Befehl erhalten, den Niniviten den nahe bevorstehenden Untergang ihrer Stadt zu verkündigen, diesen Auftrag auch, nachdem er zuvor das Abenteuer mit dem großen Fisch erlebt, ausgeführt, worauf aber die Stadt Buße getan, so daß Gott sie diesmal noch verschont habe. Diese Erzählung hat offenbar rein lehrhafte Tendenz, und sicherer als jede Ausscheidung des historischen oder mythischen Stoffes ist die Annahme, daß der Verfasser des Buches die Nichterfüllung prophetischer Strafandrohungen, die man oft genug erlebt hatte, begründen wollte. Das angebliche Grab des Propheten J. wird noch heutzutage in der Gegend des alten Ninive gezeigt. Vgl. die beim Art. »Joel« aufgeführten Kommentare; außerdem Mitius, J. auf den Denkmälern des christlichen Altertums (Freiburg 1897).
 
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Jonas, 1) Justus, Freund und Gehilfe Luthers bei der Reformation und Bibelübersetzung, geb. 5. Juni 1493 in Nordhausen, gest. 9. Okt. 1555, studierte die Rechte und später Theologie in Erfurt und ging 1521 als Professor und Propst der Schloßkirche nach Wittenberg. An dem Fortgang der Reformation den regsten Anteil nehmend, begleitete er Luther nach Worms, unterstützte ihn bei der Schulvisitation (1529), wohnte dem Religionsgespräch in Marburg und dem Reichstag in Augsburg bei. 1546 von Halle, wo er seit 1541 als Pastor gelebt, vertrieben, begleitete er Luther auf seiner letzten Reise nach Eisleben, wurde 1550 Hofprediger in Koburg, 1552 Pfarrer in Regensburg, 1553 Superintendent in Eisfeld. Er übersetzte mehrere Schriften Luthers und Melanchthons und schrieb außer Anmerkungen zur Apostelgeschichte: »Discussio pro conjugio sacerdotali« (1523). Sein Briefwechsel wurde herausgegeben von G. Kawerau (Halle 18841885, 2 Bde.). Vgl. Pressel, Justus J. (Elberf.

[Bd. 6, Sp. 300]


1863); K. Meyer, Festschrift zur Jubelfeier des 400jährigen Geburtstags des Dr. J. J. (Nordh. 1893).
   2) Friedrich, Schulmann, geb. 24. Juni 1845 in Berlin, studierte in Zürich und Berlin, wurde 1875 am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin angestellt und trat 1882 als Schulinspektor bei der hauptstädtischen Schulverwaltung ein. Von seinen Veröffentlichungen sind zu nennen: »W. v. Humboldts Ansichten über Ästhetik und Literatur, seine Briefe an Christ. Gottfr. Körner« (Berl. 1880); »Literarische Korrespondenz des Pädagogen F. E. v. Rochow mit seinen Freunden« (das. 1884); »Christ. Gottfr. Körner, biographische Nachrichten über ihn und sein Haus« (das. 1882); »Friedr. Eberh. v. Rochow«, Rede (das. 1884); »Erläuterungen der Jugendgedichte Schillers« (das. 1900); »Zweihundert Jahre preußischer Geschichte« (das. 1901). J. gibt eine Sammlung älterer Volksschriften (Berl., seit 1886) zum Gebrauch in Fortbildungsschulen heraus sowie mit Bellermann, Imelmann und Suphan ein »Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten« (das., seit 1882). Auch veranstaltete er eine Gesamtausgabe von Schillers Briefen (Stuttg. 189296, 7 Bde.).
 
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Jonashai, s. Meyers Haifische, S. 630.
 
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Jonăthan (hebr., »Gottesgabe«, Theodor), ältester Sohn des Königs Saul, führte erfolgreich Krieg gegen die Philistäer, bis er in der Schlacht bei Gilboa unterlag und fiel (1. Sam. 31). Seine treue, uneigennützige Freundschaft zu David bildet eine der schönsten Episoden der alttestamentlichen Geschichte.
 
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Jonathan (Bruder J., engl. Brother J., spr. dschónnäthän), Spitzname der Unions-Nordamerikaner, dem John Bull der Engländer nachgebildet, angeblich nach Jonathan Trumbull, Gouverneur von Connecticut, zur Zeit des nordamerikanischen Freiheitskrieges, der sich der Achtung und Freundschaft Washingtons in dem Grad erfreute, daß dieser nach einem resultatlosen Kriegsrat ausgerufen haben soll: »Wir müssen Bruder J. zu Rate ziehen«, wahrscheinlicher aber wegen des häufigen Vorkommens dieses und andrer alttestamentlicher Vornamen in Neuengland.
 
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Jonathan, Pseudonym, s. Meyers Hasebroek.
 
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Jonathan Apphus, der Makkabäer, Sohn des Priesters Mattathias, ward nach dem Tode seines Bruders Judas (161 v. Chr.) Hauptanführer der jüdischen Patrioten gegen die Syrer und hielt sich mit geringen Streitkräften an der Ostgrenze des Landes. Bei den Thronstreitigkeiten zwischen den syrischen Königen Demetrius und Alexander Balas (152) ergriff er des letztern Partei und ward dafür erst zum Hohenpriester, dann zum Statthalter des Königs ernannt. Als Demetrius II. gegen Alexander Balas auftrat (147), mußte sich J. 145 ersterm anschließen, der ihn in seinem hohenpriesterlichen Amt bestätigte. Da aber Demetrius seine Versprechungen nicht hielt, ergriff J. die Partei des unmündigen Antiochus VI., der von Diodotos Trypho, einem Feldherrn Alexanders, als Gegenkönig gegen Demetrius aufgestellt war, und schlug in Galiläa ein Heer des Demetrius. Nachdem er einen Angriff des letztern abgeschlagen, befestigte er Jerusalem stärker, ließ sich aber von Trypho, der sich der Krone des Antiochus bemächtigt hatte, überlisten, fiel in dessen Gefangenschaft und ward kurze Zeit darauf in Baskama ermordet (143). Sein Bruder Simon ließ ihn in der prachtvollen Familiengruft in Modeïn beisetzen.
 
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Joncières (spr. schongßĭǟr'), Victorin de, franz. Komponist, geb. 12. April 1839 in Paris, gest. daselbst 26. Okt. 1903, war auf dem Konservatorium Schüler von Elwart und Leborne, verließ aber das Institut infolge eines Streites mit Leborne über Richard Wagner, dessen Sache er auch als Musikreferent (für die »Liberté«) vertrat. Von seinen Kompositionen sind zu nennen: die Musik zu »Hamlet«, die Opern: »Sardanapal« (1867), »Pompejis letzter Tag« (1869), »Dimitri« (1876, alle drei im Théâtre Lyrique ausgeführt), »Königin Berta« (1878 in der Großen Oper ausgeführt), »Chevalier Jean« (1885, als »Johann von Lothringen« auch in Köln) und »Lancelot« (1900); ferner eine Symphonie romantique, eine Chorsymphonie: »La Mer«, eine ungarische Serenade, ein Violinkonzert, eine Suite: »Les Nubiennes«, eine Konzertouvertüre etc. Seinen Werken fehlt Reinheit des Stiles.
 
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Jonckbloet (spr. -blut), Willem Jozef Andreas, niederländ. Literarhistoriker, geb. 6. Juli 1817 im Haag, gest. 19. Okt. 1885 in Wiesbaden, studierte seit 1835 in Leiden zuerst Medizin, dann Rechtswissenschaft, um sich schließlich dem Studium der niederländischen Literatur zuzuwenden. Nachdem er bereits 1840 für eine Abhandlung über Ludwig van Velthem in Leiden zum Ehrendoktor ernannt worden war, erhielt er 1847 eine Professur am Athenäum zu Deventer, 1854 an der Akademie zu Groningen, die er bis 1864 bekleidete. Von 186477 war er Mitglied der Zweiten Kammer der Generalstaaten und von 187783 Professor an der Universität zu Leiden. Seine Hauptwerke sind: »Over den middennederlandschen epischen versbouw« (1849); »Geschiedenis der middennederlandsche dichtkunst« (Amsterdam 185154, 3 Bde.); »Étude sur le roman de Renart« (Groning. 1863); »Gedenkboek der hoogeschool te Groningen« (das. 1864) und »Geschiedenis der nederlandsche letterkunde« (das. 186870, 3 Bde.; 3. sehr erweiterte Aufl. 188186, 6 Bde.; 4. Aufl. 1895; deutsch von W. Berg [Lina Schneider], Leipz. 187072). Den höchsten wissenschaftlichen Wert haben seine Ausgaben mittelniederländischer Dichtungen: »Beatrijs« (Haag 1841, und 1859 zusammen mit »Carel ende Elegast«), »Dietsche Doctrinale« (das. 1842), »Karel de Grooteen zijne 12 Pairs« (Leiden 1844: Fragmente des Romans der Lorreinen), »Dietsche Catoen« (das. 1845), »Lancelot« (Haag 184649, 2 Bde.), »Walewein« (Leiden 184648, 2 Bde.), »Reinaert« (Groning. 1856). Seine mittelfranzösischen Ausgaben sind: »Li romans de la charrette« (Haag 1849) und »Guillaume d'Orange, chanson de geste« (das. 1854, 2 Bde.). Später erschien von ihm »Guillaume d'Orange, chanson de geste du XII. siècle miseen nouveau langage« (Amsterd. 1864). Viel Aufsehen erregte seine satirische, anonym erschienene Jugendschrift: »Physiologie van den Haag« (1843). Sein Leben beschrieb H. E. Moltzer (1887).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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