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Jomard bis Jonathan (Bd. 6, Sp. 298 bis 300)
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Artikelverweis Jomard (spr. schŏmār), Edme François, franz. Geograph und Archäolog, geb. 22. Nov. 1777 in Versailles, gest. 23. Sept. 1862 in Paris, nahm als Ingenieurgeograph teil am Feldzug nach Ägypten (1798 bis 1801), beteiligte sich dann 180314 an der Redaktion der »Description de l'Égypte«, ward 1815 Mitglied des Erziehungsausschusses und 1818 Mitglied der Akademie der Inschriften. Seit 1828 Kustos

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an der königlichen Bibliothek in Paris, ward er 1839 Oberbibliothekar und bekleidete diese Stellung auch unter Napoleon III. Seine Hauptschriften sind: »Notices sur les lignes numériques des anciens Égyptiens« (181619); »Parallèle entre les antiquités de l'Inde et de l'Égypte« (1819); »Sur les rapports de l'Éthiope avec l'Égypte« (1822); »Recueil d'observations et de mémoires sur l'Égypte ancienne et moderne« (1830, 4 Bde.) u. a. Auch gab er die »Monuments de la géographie« (Par. 1862), eine Sammlung alter, für die Geschichte der Geographie wichtiger Karten sowie Cailliauds »Voyage à l'oasis de Thèbes« (1820) und Drovettis »Voyage à l'oasis de Syouah« (1823) heraus. Die Pariser Geographische Gesellschaft hat einen ihrer Jahrespreise ihm zu Ehren benannt.
 
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Jomini (spr. scho-), Henri, Baron, franz. General und Militärschriftsteller, geb. 6. März 1779 in Payerne im Waadtland, gest. 24. März 1869 in Paris, trat in die Schweizergarde in Paris ein, diente auch in seiner Heimat, ergriff dann aber die kaufmännische Laufbahn. Allein durch seinen »Traité des grandes opérations militaires« (Par. 180410; 4. Aufl. 1851, 3 Bde.) erwarb er sich auch in weitern Kreisen einen Namen und wurde 1804 zum Bataillonschef und Adjutanten Neys ernannt. Er machte den Krieg von 1805 mit und begleitete Ney als Generalstabschef in den Krieg gegen Preußen 180607. Napoleon verlieh ihm zum Lohn für seine Verdienste den Baronstitel. 1808 folgte er Ney nach Spanien und wurde 1811 als Brigadegeneral und Historiograph von Frankreich angestellt. Nach Beginn des russischen Feldzugs 1812 wurde er Gouverneur von Wilna und später von Smolensk. 1813 trug er viel zum Siege bei Bautzen bei. Trotzdem ward er von Napoleon wegen angeblicher Nachlässigkeit im Dienst nach Frankreich zurückgeschickt, was ihn bewog, nach dem Waffenstillstand von Poischwitz zu den Alliierten überzutreten. Kaiser Alexander I. von Rußland erhob ihn zum Generalleutnant und Adjutanten; doch nahm er am Kriege gegen Frankreich keinen tätigen Anteil. 1828 leistete er im Feldzuge gegen die Türken besonders vor Warna wichtige Dienste. Verdient machte er sich auch um die Gründung der Militärakademie in Petersburg. Seit 1855 lebte er in Lausanne, dann in Brüssel. In der neuern Kriegsliteratur erwarb er sich einen Namen durch die »Histoire critique et militaire des campagnes de la Révolution« (Par. 1806, 5 Bde.; 3. Aufl., das. 181924, 15 Bde.), die »Vie politique et militaire de Napoléon« (das. 1827, 4 Bde.; deutsch von Batz, Tübing. 182829, 4 Bde.) und den »Précis de l'art de guerre« (Petersb. 1830; 6. Aufl., Par. 1855, 2 Bde.; hrsg. von Lecomte, das. 1894, 2 Bde.; deutsch mit Erläuterungen von v. Boguslawski, Berl. 1881). Seinen Austritt aus französischen Diensten suchte er in den beiden Publikationen: »Correspondance avec le général Sarrazin sur la campagne de 1813« (Par. 1815) und »Correspondance avec le baron Mounier« (das. 1821) zu rechtfertigen. Lecomte gab ferner von ihm heraus: »Précis politique et militaire des campagnes de 1812 à 1814. Extraits des souvenirs inédits du général J.« (Lauf. 1886, 2 Bde.). Vgl. Lecomte, Le général J., sa vie et ses écrits (3. Aufl., Par. 1888); Sainte-Beuve, Le général J. (neue Ausg. 1881).
 
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Jommelli, Nicola, Komponist, geb. 10. Sept. 1714 in Aversa im Neapolitanischen, gest. 25. Aug. 1774 in Neapel, erhielt seine Ausbildung in Neapel durch Durante, Leo und Feo, brachte seit 1737 eine lange Reihe Opern zur Ausführung, die ihn später berühmt machten, so daß er 1747 Direktor des Konservatoriums degli Incurabili in Venedig und 1749 zweiter Kapellmeister der Peterskirche in Rom wurde. 1753 berief ihn Herzog Karl als Hofkapellmeister nach Stuttgart, wo er bis 1769 blieb. Als er dann nach Italien zurückkehrte, war er seinen Landsleuten ein Fremdling geworden und vermochte die frühern Erfolge nicht zu erneuern. Die 57 Opern Jommellis tragen durchweg die altbekannten Titel der Lieblingsstoffe der Opera seriaSemiramide«, »Didone abbandonata«, »Armida«, »Demofoonte«, »Ifigenia in Tauride« etc.), in gelegentlicher Abwechselung mit Pastorales, und obwohl sein Tonsatz sorgfältig ist und besonders in Deutschland sich inhaltlich vertiefte, so ist doch J. ein Hauptrepräsentant der Schabloneoper, die durch die Reformen Glucks überwunden wurde. Außer den Opern schrieb J. eine Anzahl Oratorien opernmäßiger Faktur, aber auch Messen, Psalmen und andre Kirchenstücke gediegener Haltung, darunter ein achtstimmiges »Miserere« und ein desgleichen für zwei Soprane mit Orchester. Ein Teil der in Stuttgart aufbewahrten Partituren Jommellis ging bei einem Brande des Hoftheaters 1802 zugrunde.
 
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Jomsburg, zur Wikingerzeit Feste der Normannen an der pommerschen Ostseeküste, in der Nähe des jetzigen Wollin gelegen, der Sage nach von Meyers Palnotoke (s. d.) gegründet, vom Dänenkönig Magnus zerstört.
 
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Jomuden, Stamm der Turkmenen (s. d.).
 
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Jonas (Jona, d. h. »Taube«), hebr. Prophet aus dem Stamm Sebulon, weissagte um 780 die siegreiche Erweiterung des Reiches Israel unter Jerobeam II. In dem seinen Namen tragenden, um 400 entstandenen Buch wird erzählt, er habe von Gott den Befehl erhalten, den Niniviten den nahe bevorstehenden Untergang ihrer Stadt zu verkündigen, diesen Auftrag auch, nachdem er zuvor das Abenteuer mit dem großen Fisch erlebt, ausgeführt, worauf aber die Stadt Buße getan, so daß Gott sie diesmal noch verschont habe. Diese Erzählung hat offenbar rein lehrhafte Tendenz, und sicherer als jede Ausscheidung des historischen oder mythischen Stoffes ist die Annahme, daß der Verfasser des Buches die Nichterfüllung prophetischer Strafandrohungen, die man oft genug erlebt hatte, begründen wollte. Das angebliche Grab des Propheten J. wird noch heutzutage in der Gegend des alten Ninive gezeigt. Vgl. die beim Art. »Joel« aufgeführten Kommentare; außerdem Mitius, J. auf den Denkmälern des christlichen Altertums (Freiburg 1897).
 
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Jonas, 1) Justus, Freund und Gehilfe Luthers bei der Reformation und Bibelübersetzung, geb. 5. Juni 1493 in Nordhausen, gest. 9. Okt. 1555, studierte die Rechte und später Theologie in Erfurt und ging 1521 als Professor und Propst der Schloßkirche nach Wittenberg. An dem Fortgang der Reformation den regsten Anteil nehmend, begleitete er Luther nach Worms, unterstützte ihn bei der Schulvisitation (1529), wohnte dem Religionsgespräch in Marburg und dem Reichstag in Augsburg bei. 1546 von Halle, wo er seit 1541 als Pastor gelebt, vertrieben, begleitete er Luther auf seiner letzten Reise nach Eisleben, wurde 1550 Hofprediger in Koburg, 1552 Pfarrer in Regensburg, 1553 Superintendent in Eisfeld. Er übersetzte mehrere Schriften Luthers und Melanchthons und schrieb außer Anmerkungen zur Apostelgeschichte: »Discussio pro conjugio sacerdotali« (1523). Sein Briefwechsel wurde herausgegeben von G. Kawerau (Halle 18841885, 2 Bde.). Vgl. Pressel, Justus J. (Elberf.

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1863); K. Meyer, Festschrift zur Jubelfeier des 400jährigen Geburtstags des Dr. J. J. (Nordh. 1893).
   2) Friedrich, Schulmann, geb. 24. Juni 1845 in Berlin, studierte in Zürich und Berlin, wurde 1875 am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin angestellt und trat 1882 als Schulinspektor bei der hauptstädtischen Schulverwaltung ein. Von seinen Veröffentlichungen sind zu nennen: »W. v. Humboldts Ansichten über Ästhetik und Literatur, seine Briefe an Christ. Gottfr. Körner« (Berl. 1880); »Literarische Korrespondenz des Pädagogen F. E. v. Rochow mit seinen Freunden« (das. 1884); »Christ. Gottfr. Körner, biographische Nachrichten über ihn und sein Haus« (das. 1882); »Friedr. Eberh. v. Rochow«, Rede (das. 1884); »Erläuterungen der Jugendgedichte Schillers« (das. 1900); »Zweihundert Jahre preußischer Geschichte« (das. 1901). J. gibt eine Sammlung älterer Volksschriften (Berl., seit 1886) zum Gebrauch in Fortbildungsschulen heraus sowie mit Bellermann, Imelmann und Suphan ein »Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten« (das., seit 1882). Auch veranstaltete er eine Gesamtausgabe von Schillers Briefen (Stuttg. 189296, 7 Bde.).
 
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Jonashai, s. Meyers Haifische, S. 630.
 
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Jonăthan (hebr., »Gottesgabe«, Theodor), ältester Sohn des Königs Saul, führte erfolgreich Krieg gegen die Philistäer, bis er in der Schlacht bei Gilboa unterlag und fiel (1. Sam. 31). Seine treue, uneigennützige Freundschaft zu David bildet eine der schönsten Episoden der alttestamentlichen Geschichte.
 
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Jonathan (Bruder J., engl. Brother J., spr. dschónnäthän), Spitzname der Unions-Nordamerikaner, dem John Bull der Engländer nachgebildet, angeblich nach Jonathan Trumbull, Gouverneur von Connecticut, zur Zeit des nordamerikanischen Freiheitskrieges, der sich der Achtung und Freundschaft Washingtons in dem Grad erfreute, daß dieser nach einem resultatlosen Kriegsrat ausgerufen haben soll: »Wir müssen Bruder J. zu Rate ziehen«, wahrscheinlicher aber wegen des häufigen Vorkommens dieses und andrer alttestamentlicher Vornamen in Neuengland.
 
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Jonathan, Pseudonym, s. Meyers Hasebroek.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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