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Joinville bis Jokōs (Bd. 6, Sp. 296 bis 297)
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Artikelverweis Joinville (spr. schŭängwil'), 1) Jean, Sire de, der erste bedeutende Historiker der Franzosen, geb. 1224 als Sprößling einer alten Familie in der Champagne, gest. 1318, nahm als Seneschall des Grafen von Champagne, Königs Thibaut IV. von Navarra, teil an dem Kreuzzug König Ludwigs IX. (1248). Mit Ludwig IX., dessen Freund er geworden, kehrte er erst 1254 nach Frankreich zurück und lebte seitdem teils am Hofe, teils auf seinen Gütern. Seine durch Anschaulichkeit, Wahrheit und Treue der Schilderungen ausgezeichnete »Histoire de saint Louis« ward herausgegeben von Ducange (Par. 1668); neue Ausgaben besorgten Michel (1858) und de Wailly (1866, illustrierte Ausg. 1874); deutsche Übersetzung von Driesch (Trier 1853). Vgl. Didot, Études sur la vie et les travaux de Jean de J. (Par. 1870); Delaborde, Jean de J. et les seigneurs de J. (das. 1895); G. Paris, Jean, sire de J. (das. 1897).
   2) Franz Ferdinand Philipp Ludwig Maria von Orléans, Prinz von J., geb. 14. Aug. 1818 in Neuilly, gest. 16. Juni 1900 in Paris, war der dritte Sohn des Königs Ludwig Philipp von Frankreich und der Prinzessin Marie Amalie von Sizilien, trat 1834 in die Marine ein, in der er viele Seeexpeditionen, z. B. 1838 nach Mexiko, mitmachte. 1840 befehligte er die Fregatte La belle Poule, welche die Asche Napoleons von St. Helena nach Frankreich führte. 1845 war er Befehlshaber der Expedition gegen Marokko und wurde 1846 Vizeadmiral. Beim Ausbruch der Revolution 1848 begab er sich nach England. 1862 machte er mit seinem Sohne, dem Herzog von Penthièvre, und seinen Neffen, dem Grafen von Paris und dem Herzog von Chartres, im Unionsheer im Stabe Mac Clellans den Feldzug mit. Während des Krieges 1870/71 bemühte er sich vergeblich, im französischen Heer eine Stelle zu finden. 187176 war er Mitglied der Nationalversammlung; doch seine Taubheit ließ ihn auf das politische Leben verzichten. 1886 wurde er infolge des Prätendentengesetzes, das allen Mitgliedern der ehemaligen Herrscherfamilien Ämter und Würden entzog, aus den Kadres der Marinereserve gestrichen. Mehrere Aufsätze in der »Revue des Deux Mondes« erschienen gesammelt als »Essais sur la marine française. L'Escadre de la Méditerranée« (Par. 1853) und »Études sur la marine et récits de guerre« (1859; 2. Aufl. 1870, 2 Bde.); 1894 veröffentlichte er in den illustrierten »Vieux souvenirs, 1818 à 1848« interessante Erinnerungen aus dem Jahre 1848. Ferner schrieb er: »La guerre d'Amérique, campagne du Potomac« (2. Aufl. 1872), und »Encore un mot sur Sadowa« (Brüssel 1868). Er war seit 1. Mai 1843 vermählt mit einer Tochter des Kaisers Pedro I. von Brasilien, Franziska (geb. 2. Aug. 1824, gest. 27. März 1898), die ihm die (mit dem Herzog von Chartres vermählte) Prinzessin Franziska und den Herzog Peter von Penthièvre (geb. 4. Nov. 1845) gebar.
 
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Joinvilleinsel (spr. dschennwill-), nördlichste Insel des antarktischen Meyers Dirk Gerrits-Archipel (s. d.), östlich von Louis Philippe-Land, unter 63° südl. Br. und 5557° westl. L., von Dumont d'Urville 1838 entdeckt, bergig, ganz von Schnee und Eis bedeckt, von zahlreichen Inseln und Klippen umgeben.
 
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Jojachin (Jechonja), König von Juda, Sohn Jojakims, bestieg den Thron nach des Vaters Tode 598 v. Chr., im 18. Lebensjahr, regierte aber nur drei Monate und ward von Nebukadnezar nach der Eroberung des Reiches Juda mit seiner Familie, seinem Heere (8000 Mann), seinen Schätzen und den kostbaren Tempelgeräten ins babylonische Exil geführt. Doch erhielt J., der 37 Jahre in Ketten ge schmachtet hatte, von Nebukadnezars Nachfolger Evilmerodach seine Freiheit wieder. Vgl. Rothstein, Die Genealogie des Königs I. und seiner Nachkommen (Berl. 1902).
 
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Jojakim, König von Juda 609598 v. Chr., hieß vor der Thronbesteigung Eljakim. Als älterer Sohn Josias ward er erst nach der Absetzung seines jüngern Bruders, Joahas, durch Necho als ägyptischer Vasallenfürst auf den Thron erhoben. Um den Tribut an Ägypten zahlen und seiner Prachtliebe und Bau lust frönen zu können, bedrückte er das Volk mit Steuern. Sein Leichtsinn und seine Gewalttätigkeit gegen das Volk, das er auch mit Frondiensten belastete, und gegen Jeremias und die von ihm vertretene prophetische Richtung, beschleunigten die bald über Juda hereinbrechende Krisis. Nach der Niederlage Nechos bei Karkemisch (604) unterwarf sich J. 600 dem siegreichen Nebukadnezar von Babylonien, versuchte aber 598, auf ägyptische Hilfe bauend, eine Empörung. Noch ehe Nebukadnezar Jerusalem selbst bezwungen und die Abtrünnigkeit Jojakims geahndet hatte, starb dieser 598.
 
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Jókai (spr. jōkaï), Moritz, berühmter ungar. Schriftsteller, geb. 19. Febr. 1825 in Komorn, gest. 5. Mai 1904 in Budapest, erlangte 1846 das Advokatendiplom, beschäftigte sich jedoch ausschließlich mit Literatur und veröffentlichte 1846 seinen ersten Roman: »Hétköznapok« (»Werktage«), der bereits das bedeutende humoristische Talent des Dichters verriet. 1847 übernahm er die Redaktion der Wochenschrift »Életképek« (»Lebensbilder«) und war seit 15. März 1848 einer der literarischen Stimmführer der Freiheitsbewegung. Anfang 1849 floh er zugleich mit der ungarischen Regierung und den Abgeordneten nach Debreczin und redigierte daselbst die »Esti lapok« (»Abendblätter«). Seit 1849 mit der damaligen ersten tragischen Schauspielerin Ungarns, Rosa Laborfalvi (geb. 1820 in Miskolcz, gest. 20. Nov. 1886), verheiratet, lebte er teils in Budapest, teils in seinen Villen im Ofener Gebirge und in Füred am Plattensee, unausgesetzt eine staunenswerte literarische Tätigkeit entfaltend. J. hatte bis zu seinem 50. Geburtstag

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bereits nahe an 200 Bände veröffentlicht, darunter 29 Romane, zusammen 100 Bände stark, 2 Bände Gedichte, 2 Bände dramatische Dichtungen, 6 Bände Sammlungen humoristischer Aufsätze, 48 Bände Novellen etc. Dabei war er seit 1858 ununterbrochen als Redakteur tätig; er redigierte 185881 die humoristische Wochenschrift: »Üstökös« (»Komet«), zuletzt war er Chefredakteur des Regierungsblattes »Nemzet« (»Nation«) und auch im Feuilletonteil andrer Blätter tätig. Als Abgeordneter gehörte er der liberalen Regierungspartei an; 1897 wurde er ins Magnatenhaus berufen. 1899 heiratete er zum zweitenmal, und zwar die jugendliche Schauspielerin Bella Nagy. Seinen literarischen Ruhm begründete er hauptsächlich mit seinen Romanen, in denen zuerst der Einfluß Victor Hugos, dann der Jules Vernes, später der der französischen Realisten erkennbar ist, und von denen viele zuerst ins Deutsche und dann aus dieser Sprache in zahlreiche andre europäische Sprachen übersetzt wurden. Sie zeichnen sich insgesamt durch lebhafte Phantasie, spannende Fabel, durch gesunden Humor und Glanz und Farbe der Sprache aus. Die bedeutendern sind: »Die weiße Rose« (1854); »Die Türkenwelt in Ungarn« (1855); »Ein ungarischer Nabob« (1856); »Schwarze Diamanten« (1870); »Wie man grau wird« (1872); »Die Narren der Liebe« (1873); »Ein Goldmensch« (1873); »Der Mann mit dem steinernen Herzen« (1874); »Der Roman des künftigen Jahrhunderts« (1876); »Mein, Dein, Sein« (1876); »Komödianten des Lebens« (1877); »Rab Ráby« (1880); »Pater Peter« (1881); »Die armen Reichen« (1881); »Ein Frauenhaar« (1883); »Ein Spieler, der gewinnt« (1883); »Durch alle Höllen« (1884); »Die weiße Frau von Leutschau« (1884); »Nach zehn Jahren« (1885); »Der Zigeunerbaron« (1885); »Kleine Könige« (1886); »Die Dame mit den Meeraugen« (1889); »Reiche Arme« (1891); »Die beiden Trenk« (1894); »Wie schade, altern zu müssen!« (1896); »1848« (1897); »Ein bejahrter Mann ist kein alter Mann« (1898); »Kathlannet« (1899). Geringern Erfolg erzielte J. mit seinen dramatischen Werken. Seine politischen Gedichte erschienen 1880 (2 Bde.), »Ausgewählte Schriften« von ihm erschienen deutsch Budapest 188183 (120 Lfgn.). Eine Prachtausgabe seiner Werke in 100 Bänden erschien 1898. Er war seit 1858 Mitglied der ungarischen Akademie, seit 1860 Mitglied der Kisfaludy-Gesellschaft, seit 1878 Präsident der Petöfi-Gesellschaft. Vgl. L. Névy, Moritz I., Festschrift zu seinem 50jährigen Schriftstellerjubiläum (ungar., Pest 1894).
 
Artikelverweis 
Joke (engl., spr. dschōk), Scherz, Spaß.
 
Artikelverweis 
Joki, das finnische Wort für Fluß.
 
Artikelverweis 
Jokkaichi, japan. Hafen, s. Meyers Yokkaichi.
 
Artikelverweis 
Jokohāma, japan. Hafen, s. Meyers Yokohama.
 
Artikelverweis 
Jokohāmahuhn, s. Meyers Huhn, S. 616.
 
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Jokōs (lat. jocosus; vgl. Jokus), scherzhaft, launig.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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