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Johor bis Jojachin (Bd. 6, Sp. 295 bis 296)
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Artikelverweis Johor (Djohor, Dschohor), malaiisches Sultanat, (seit 1887) unter britischem Schutz, auf der Südspitze der Malaiischen Halbinsel, südlich von der britischen Kolonie Malakka, 24,850 qkm mit etwa 200,000 Einw. (mehr als die Hälfte Chinesen). Erzeugnisse für die Ausfuhr sind Pfeffer, Gambir, Sago, Tee, Kaffee, Guttapercha. Hauptort ist J. Bahru. Das Reich J. umfaßte früher sämtliche kleinen Inseln östlich von Sumatra bis Banka, die aber seit 1641, als die Holländer den Portugiesen Malakka entrissen, an jene verloren gingen; 1824 wurde Singapur an England abgetreten. 1887 überließ das Sultanat J. die Vertretung seiner auswärtigen Beziehungen der britischen Regierung. Die alte Hauptstadt J., 32 km von der Südküste, ist jetzt ein ärmliches Fischerdorf.
 
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Johow, Reinhold, Jurist, geb. 30. Mai 1823 in Berlin, gest. daselbst 12. Jan. 1904, studierte daselbst zuerst Theologie und Philosophie, dann Rechtswissenschaft, ward Kreisrichter in Kyritz, dann in Sigmaringen, 1857 Staatsanwalt in Hechingen, 1860 Appellationsgerichtsrat in Posen, 1867 Hilfsarbeiter im Finanz- und Justizministerium, 1869 Obertribunalrat und seit 1874 Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches, seit 1888 Vorsitzender derselben bis zu ihrer 21. März 1889 erfolgten Auflösung. Hier hat J. unter Mitwirkung von Achilles, Martini und v. Liebe den das Sachenrecht enthaltenden Teil des Entwurfs zum Gesetzbuch sowie die sachenrechtlichen Vorschriften im Entwurf des Einführungsgesetzes, den Entwurf der Grundbuchordnung und des Gesetzes, betreffend die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen, nebst den dazugehörigen umfangreichen Motiven bearbeitet. Er gab das »Jahrbuch für endgültige Entscheidungen der preußischen Appellationsgerichte« (Berl. 187279) und das »Jahrbuch für Entscheidungen des Kammergerichts in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit und in Strafsachen« (das. 1881 ff.) heraus.
 
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Jöhstadt, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Annaberg, im Erzgebirge, am Schwarzwasser und an der Staatsbahnlinie Wolkenstein-J., 749 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Bismarckdenkmal, eine Klöppel- und eine Musikschule, Amtsgericht, Oberförsterei, Fabrikation von Spritzen, Pumpen, Metallgußwaren, Weiß- und Strumpfwaren und Posamenten, Kunsttischlerei, Spitzenklöppelei und (1900) 2296 Einw. J. wird als Sommerfrische besucht. In der Nähe liegt die Jöhstadter Höhe (820 m) mit Aussichtsturm. J. erhielt 1655 Stadtrecht.
 
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Joigny (spr. schŭanji), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Yonne, an der Yonne und der Lyoner Eisenbahn, hat drei Kirchen aus der Renaissancezeit, Reste eines alten Schlosses, ein Handelsgericht, ein Collège, eine Bibliothek, ein Theater, Weinbau, Fabrikation von Zement, Schuhwerk, Korbwaren, Ziegeleien, ansehnlichen Handel und (1901) 6045 Einw. J. war im Mittelalter befestigt und hielt mehrere Belagerungen, so 1429, erfolgreich gegen die Engländer aus.
 
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Joint-stock banks (spr. dscheunt-stock bänks), in England solche Banken, die mit einem von vielen Personen zusammengeschossenen Kapital betrieben und daher auch nur von einem Ausschuß der Anteilseigner geleitet werden. Sie sind in vielen Fällen unsern Aktienbanken gleich, wenn sie nämlich mit beschränkter Haftbarkeit (limited liability) ihrer Mitglieder errichtet sind. In neuester Zeit vermehrt sich diese Art Banken, u. die mit unbeschränkter Haftbarkeit verschwinden allmählich. Näheres s. Meyers Banken, S. 347.
 
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Joint-stock company (engl.), soviel wie Aktiengesellschaft (s. d., S. 241).
 
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Joinville, ein grauer Marmor von Joinville im Depart. Pas-de-Calais.
 
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Joinville (spr. schŭängwil'), 1) Stadt im franz. Depart. Obermarne, Arrond. Wassy, in reizender Gegend an der Marne und an der Ostbahn gelegen, hat eine Kirche aus dem 12.16. Jahrh., ein ehemaliges Lustschloß der Herzoge von Guise, ein von Ludwig Philipp errichtetes Grabdenkmal mit den Gebeinen der Herren von Joinville, eine Statue des Chronisten Jean Sire

[Bd. 6, Sp. 296]


de J. (s. unten), eine Gewerbekammer, Eisenwerke, Fabrikation von Wirkwaren und (1901) 3757 Einw. J. war ehedem Sitz der Baronie J., die 1551 durch König Heinrich II. zugunsten des Herzogs Franz von Guise in ein Fürstentum umgewandelt wurde. Hiernach führte der dritte Sohn Ludwig Philipps, Franz, den Titel eines »Prinzen von J.« Vgl. Pernot, Notice historique sur le château de J. (Par. 1857). 2) (J.-le-Pont) Flecken im franz. Depart. Seine, Arrond. Sceaux, an der Marne und der Ostbahn, hat eine militärische Turn- und Fechtschule, eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt (La Faisanderie), Eisenwerke, Schiffbau, Schmuckfedernerzeugung und (1901) 5933 Einw. Der Bogen, welchen die Marne unterhalb J. bildet, wird durch den unterirdisch geführten Kanal von Meyers Saint-Maur (s. d.) abgeschnitten. Nördlich von J. befinden sich die Redouten von Gravelle und La Faisanderie der äußern Pariser Befestigungslinie. 3) Hauptort der Kolonie Meyers Dona Francisca (s. d.) im brasil. Staat Santa Catharina, am Rio Cachoeira, hat regelmäßige, breite Straßen, eine protestantische und eine kath. Kirche, 6 Fabriken für Paraguaytee, 5 Zucker- und 7 Tapioka- und Arrowrootmühlen, ferner Ol-, Säge- und Reismühlen und 3000 Einw. J. ist fast ganz deutsch und Sitz eines deutschen Konsuls.
 
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Joinville (spr. schŭängwil'), 1) Jean, Sire de, der erste bedeutende Historiker der Franzosen, geb. 1224 als Sprößling einer alten Familie in der Champagne, gest. 1318, nahm als Seneschall des Grafen von Champagne, Königs Thibaut IV. von Navarra, teil an dem Kreuzzug König Ludwigs IX. (1248). Mit Ludwig IX., dessen Freund er geworden, kehrte er erst 1254 nach Frankreich zurück und lebte seitdem teils am Hofe, teils auf seinen Gütern. Seine durch Anschaulichkeit, Wahrheit und Treue der Schilderungen ausgezeichnete »Histoire de saint Louis« ward herausgegeben von Ducange (Par. 1668); neue Ausgaben besorgten Michel (1858) und de Wailly (1866, illustrierte Ausg. 1874); deutsche Übersetzung von Driesch (Trier 1853). Vgl. Didot, Études sur la vie et les travaux de Jean de J. (Par. 1870); Delaborde, Jean de J. et les seigneurs de J. (das. 1895); G. Paris, Jean, sire de J. (das. 1897).
   2) Franz Ferdinand Philipp Ludwig Maria von Orléans, Prinz von J., geb. 14. Aug. 1818 in Neuilly, gest. 16. Juni 1900 in Paris, war der dritte Sohn des Königs Ludwig Philipp von Frankreich und der Prinzessin Marie Amalie von Sizilien, trat 1834 in die Marine ein, in der er viele Seeexpeditionen, z. B. 1838 nach Mexiko, mitmachte. 1840 befehligte er die Fregatte La belle Poule, welche die Asche Napoleons von St. Helena nach Frankreich führte. 1845 war er Befehlshaber der Expedition gegen Marokko und wurde 1846 Vizeadmiral. Beim Ausbruch der Revolution 1848 begab er sich nach England. 1862 machte er mit seinem Sohne, dem Herzog von Penthièvre, und seinen Neffen, dem Grafen von Paris und dem Herzog von Chartres, im Unionsheer im Stabe Mac Clellans den Feldzug mit. Während des Krieges 1870/71 bemühte er sich vergeblich, im französischen Heer eine Stelle zu finden. 187176 war er Mitglied der Nationalversammlung; doch seine Taubheit ließ ihn auf das politische Leben verzichten. 1886 wurde er infolge des Prätendentengesetzes, das allen Mitgliedern der ehemaligen Herrscherfamilien Ämter und Würden entzog, aus den Kadres der Marinereserve gestrichen. Mehrere Aufsätze in der »Revue des Deux Mondes« erschienen gesammelt als »Essais sur la marine française. L'Escadre de la Méditerranée« (Par. 1853) und »Études sur la marine et récits de guerre« (1859; 2. Aufl. 1870, 2 Bde.); 1894 veröffentlichte er in den illustrierten »Vieux souvenirs, 1818 à 1848« interessante Erinnerungen aus dem Jahre 1848. Ferner schrieb er: »La guerre d'Amérique, campagne du Potomac« (2. Aufl. 1872), und »Encore un mot sur Sadowa« (Brüssel 1868). Er war seit 1. Mai 1843 vermählt mit einer Tochter des Kaisers Pedro I. von Brasilien, Franziska (geb. 2. Aug. 1824, gest. 27. März 1898), die ihm die (mit dem Herzog von Chartres vermählte) Prinzessin Franziska und den Herzog Peter von Penthièvre (geb. 4. Nov. 1845) gebar.
 
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Joinvilleinsel (spr. dschennwill-), nördlichste Insel des antarktischen Meyers Dirk Gerrits-Archipel (s. d.), östlich von Louis Philippe-Land, unter 63° südl. Br. und 5557° westl. L., von Dumont d'Urville 1838 entdeckt, bergig, ganz von Schnee und Eis bedeckt, von zahlreichen Inseln und Klippen umgeben.
 
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Jojachin (Jechonja), König von Juda, Sohn Jojakims, bestieg den Thron nach des Vaters Tode 598 v. Chr., im 18. Lebensjahr, regierte aber nur drei Monate und ward von Nebukadnezar nach der Eroberung des Reiches Juda mit seiner Familie, seinem Heere (8000 Mann), seinen Schätzen und den kostbaren Tempelgeräten ins babylonische Exil geführt. Doch erhielt J., der 37 Jahre in Ketten ge schmachtet hatte, von Nebukadnezars Nachfolger Evilmerodach seine Freiheit wieder. Vgl. Rothstein, Die Genealogie des Königs I. und seiner Nachkommen (Berl. 1902).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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