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Johnston bis Joinville (Bd. 6, Sp. 294 bis 295)
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Artikelverweis Johnston (spr. dschonnst'n), 1) James, Chemiker, geb. 1796 in Paisley, Schüler von Berzelius, war seit 1833 Professor in Durham, wo er 18. Sept. 1855 starb. Er schrieb: »Lectures on agricultural chemistry and geology« (1842, 2 Bde.; 17. Aufl. von Cameron und Aikman, 1894); »Contributions to scientific agriculture« (1849); »Treatise on experimental agriculture« (1849); »Notes on North America« (1851, 2 Bde.); »Chemistry of common life« (1854 u. ö.; mehrfach deutsch, zuletzt von Dornblüth, 2. Aufl., Stuttg. 1887).
   2) Albert Sidney, General der Konföderierten von Nordamerika, geb. 3. Febr. 1803 in Washington (Kentucky), gest. 6. April 1862 bei Pittsburg Landing, trat 1826 als Leutnant in das Heer, diente im mexikanischen Kriege, wurde 1849 Kriegszahlmeister und 1855 Oberst eines Reiterregiments, an dessen Spitze er 1857 gegen die Mormonen ausrückte und 1. April 1858 in die Stadt der Heiligen am Salzsee einzog. Beim Ausbruch des Bürgerkrieges ging er als Brigadegeneral zu den Südstaaten über. Nachdem er bei Bull-Run mitgefochten, wurde er nach Tennessee entsendet, um die dortigen Freischaren zu organisieren, ward aber bei Fort Donelson geschlagen und hinter den Tennessee zurückgeworfen. Nachdem ihm Beauregard zu Hilfe gekommen, erfolgte die Schlacht von Shiloh, in der J. getötet wurde. Vgl. W. Johnston, Life of general Albert Sidney J. (New York 1879).
   3) Alexander Keith, engl. Kartograph, geb. 28. Dez. 1804 in Kirkhill bei Edinburg, gest. 9. Juli 1871 zu Ben Rhyding in Schottland, besuchte, für das medizinische Fach bestimmt, die Edinburger Hochschule, wendete sich aber bald der Geographie zu, erlernte die Kupferstecherkunst und die modernen Hauptsprachen und bereiste fast alle Länder Europas sowie Ägypten und Palästina. Nach der Rückkehr begann er seine kartographischen Unternehmungen mit der Herausgabe seines »National atlas« (1843), der mehrere Auflagen erlebte. Seine Forschungen hauptsächlich auf Humboldt und Ritter gründend, gab er 1848 einen »Physical atlas of natural phenomena« heraus, von dem 1850 ein Auszug und 1856 eine erweiterte Ausgabe erschien. Es folgten sein vielverbreitetes »Dictionary of geography« (1855, mehrfach aufgelegt); »Atlas of the historical geography of Europe« und »Chart of the geographical distribution of health and disease« (1852); der vorzügliche »Royal Atlas of modern geography« (1855; neue Ausg. 1896, 56 Karten), sein zweites Hauptwerk; »Atlas of the United States of North America« (1857) und eine Reihe von Schulatlanten und Wandkarten, die zum Teil zahlreiche Auflagen erlebten.
   4) Joseph Eccleston, General der Konföderierten in Nordamerika, geb. 3. Febr. 1807 in Cherry Grove (Virginia), gest. 21. März 1891 in Washington, war General Scotts Adjutant im Seminolenkrieg, befehligte im mexikanischen Krieg ein Regiment freiwilliger Voltigeurs und avancierte 1860 zum Generalquartiermeister. Im April 1861 schloß er sich den Südstaaten an und ward 1862 zum Oberbefehlshaber der Truppen in Virginia ernannt, aber bei Seven Pines 31. Mai 1862 schwer verwundet. 1863 versuchte er vergebens Vicksburg zu entsetzen und ward 14. Mai bei Jackson zurückgeschlagen. 186364 führte er die Armee von Tennessee, wurde aber Schritt für Schritt durch halb Georgia gedrängt. Dieser dreimonatige Rückzug gilt als ein Meisterwerk der Feldherrenkunst. Als Sherman 1864 den kühnen Marsch durch Georgia antrat, stellte sich J. ihm bei Resaca, Allatoona Paß und Kenesaw entgegen, wurde aber überall zurückgedrängt und mußte sich nach Atlanta zurückziehen, wo er im Juli das Kommando an General Hood abgeben mußte. Erst im Februar 1865 wurde er wieder an die Spitze der Reste der konföderierten Truppen in Südcarolina gestellt und kämpfte geschickt und hartnäckig gegen Sherman. Nach Lees Übergabe streckte er 27. April bei Durham's Station mit 27,000 Mann die Waffen und erhielt für sich und seine Truppen eine ehrenvolle und vorteilhafte Kapitulation. Er lebte seitdem in Savannah und benutzte seinen Einfluß dazu, den Wiederanschluß an die Union zu fördern. J. schrieb: »Narrative of military operations conducted by him during the war between the States« (New York 1874). Vgl. Johnson, A memoir of life and public service of Joseph E. J. (Baltimore 1891).
   5) Alexander Keith, engl. Geograph und Reisender, Sohn von J. 3), geb. 24. Nov. 1844 in Edinburg, gest. 28. Juni 1879 in Afrika, unternahm 1874 bis 1875 eine Forschungsreise nach Paraguay und wurde 1878 von der Londoner Geographischen Gesellschaft mit einer Expedition nach dem Nyassa- und Tanganjikasee betraut. Von Sansibar aus besuchte er erst Usambara, brach dann 14. Mai 1879 von Dar es Salam auf, starb aber schon in Berobero, etwa 200 km landeinwärts, während sein Begleiter Joseph Meyers Thomson (s. d.) die Expedition zu Ende führte. J. schrieb: »The surface zones of the globe« (Edinb. 1870); den Band »Afrika« für Stanfords »Compendium of geography and travel« (Lond. 1878); »Physical, historical, political and descriptive geography« (5. Aufl. 1896). Seine Biographie befindet sich in Thomsons Reisewerk (1881).
   6) Sir Harry Hamilton, engl. Afrikareisender, geb. 12. Juni 1858 in Kennington bei London, unternahm

[Bd. 6, Sp. 295]


1876 aus Gesundheitsrücksichten eine Reise nach Spanien, Portugal und den Balearen, auf der er neben der Malerei sprachliche und zoologische Studien trieb. 1879 bereiste er Nordafrika, 1882 begleitete er Lord Mayo nach Mossamedes und in das Ovamboland und ging dann den Kongo bis Bolobo aufwärts. 1884 besuchte er den Kilimandscharo. 188588 machte er als englischer Vizekonsul Forschungen im Kamerungebiet, bestieg zweimal den Kamerunberg und befuhr den Rio del Rey. 1889 zum Konsul für das portugiesische Ostafrika ernannt, machte er eine Reise nach dem Nyassa-, Rikwa- und Tanganjikasee. 1891 ging er als Generalkonsul nach Britisch-Zentralafrika, wo er die Sklavenjäger am Nyassasee bekämpfte. 1897 wurde er Generalkonsul in Tunis, und 18991901 war er Gouverneur von Uganda. Er schrieb: »The River Congo from its mouth to Bolobo« (1884, neue Ausg. 1895); »The Kilima-Njaro expedition« (1886; deutsch, Leipz. 1886); »Livingstone and the exploration of Central Africa« (1891); »British Central Africa« (1897, 2. Aufl. 1899); »History of the colonisation of Africa by allen races« (1899; deutsch, Heidelb. 1902); »The Uganda Protectorate« (1903, 2 Bde.; neue Ausg. 1904); »The Nile quest: Record of the exploration of the Nile« (1903). Nach seinen eignen Zeichnungen veröffentlichte er das Bilderwerk »British mammals« (1903, 16 Tafeln).
   7) Georg, Naturforscher, s. Johnst.
 
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Johnstone (spr. dschonnst'n), Fabrikstadt in Renfrewshire (Schottland), am Cart, 5 km südwestlich von Paisley, mit Flachs- und Baumwollindustrie, Maschinenbau und (1901) 10,502 Einw. Dabei Kohlengruben.
 
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Johnstonpresse, eine in ihrem Bau den Münzpressen ähnliche, von dem Engländer Johnston erfundene Presse zum Druck von Tiefgravierungen in Kupfer und Stahl, angeblich mit einer Leistungsfähigkeit von 810,000 Drucken im Tage, bei einem Druckformat von 85: 112 mm. Sie wird von der Maschinenbaugesellschaft Örlikon bei Zürich gebaut.
 
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Johnstown (spr. dschónnstaun), 1) Stadt in der Grafschaft Cambria des nordamerikan. Staates Pennsylvanien, 90 km östlich von Pittsburg, zwischen steilen Uferhöhen am Conemaugh und Stony Creek und an der Pennsylvania- und der Baltimore-Ohiobahn, hat ein großes Hospital, Eisen- und Kohlengruben und im Vororte Cambria großartige Stahlwerke. Die Stadt wurde 31. Mai 1889 durch den Durchbruch des 300 m langen und 33 m hohen Dammes, der den 16 km entfernten Conemaugh Lake einfaßte, vollständig zerstört; die von den Fluten fortgerissenen Trümmer stauten sich an einer Eisenbahnbrücke unterhalb J. und singen Feuer, wobei Hunderte von Menschen umkamen. 2) Hauptort der Grafschaft Fulton im Staate New York, am Cayadulla Creek, mit (1900) 10,130 Einw., die namentlich starke Handschuh- und Wirkwarenfabrikation treiben.
 
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Johor (Djohor, Dschohor), malaiisches Sultanat, (seit 1887) unter britischem Schutz, auf der Südspitze der Malaiischen Halbinsel, südlich von der britischen Kolonie Malakka, 24,850 qkm mit etwa 200,000 Einw. (mehr als die Hälfte Chinesen). Erzeugnisse für die Ausfuhr sind Pfeffer, Gambir, Sago, Tee, Kaffee, Guttapercha. Hauptort ist J. Bahru. Das Reich J. umfaßte früher sämtliche kleinen Inseln östlich von Sumatra bis Banka, die aber seit 1641, als die Holländer den Portugiesen Malakka entrissen, an jene verloren gingen; 1824 wurde Singapur an England abgetreten. 1887 überließ das Sultanat J. die Vertretung seiner auswärtigen Beziehungen der britischen Regierung. Die alte Hauptstadt J., 32 km von der Südküste, ist jetzt ein ärmliches Fischerdorf.
 
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Johow, Reinhold, Jurist, geb. 30. Mai 1823 in Berlin, gest. daselbst 12. Jan. 1904, studierte daselbst zuerst Theologie und Philosophie, dann Rechtswissenschaft, ward Kreisrichter in Kyritz, dann in Sigmaringen, 1857 Staatsanwalt in Hechingen, 1860 Appellationsgerichtsrat in Posen, 1867 Hilfsarbeiter im Finanz- und Justizministerium, 1869 Obertribunalrat und seit 1874 Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches, seit 1888 Vorsitzender derselben bis zu ihrer 21. März 1889 erfolgten Auflösung. Hier hat J. unter Mitwirkung von Achilles, Martini und v. Liebe den das Sachenrecht enthaltenden Teil des Entwurfs zum Gesetzbuch sowie die sachenrechtlichen Vorschriften im Entwurf des Einführungsgesetzes, den Entwurf der Grundbuchordnung und des Gesetzes, betreffend die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen, nebst den dazugehörigen umfangreichen Motiven bearbeitet. Er gab das »Jahrbuch für endgültige Entscheidungen der preußischen Appellationsgerichte« (Berl. 187279) und das »Jahrbuch für Entscheidungen des Kammergerichts in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit und in Strafsachen« (das. 1881 ff.) heraus.
 
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Jöhstadt, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Annaberg, im Erzgebirge, am Schwarzwasser und an der Staatsbahnlinie Wolkenstein-J., 749 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Bismarckdenkmal, eine Klöppel- und eine Musikschule, Amtsgericht, Oberförsterei, Fabrikation von Spritzen, Pumpen, Metallgußwaren, Weiß- und Strumpfwaren und Posamenten, Kunsttischlerei, Spitzenklöppelei und (1900) 2296 Einw. J. wird als Sommerfrische besucht. In der Nähe liegt die Jöhstadter Höhe (820 m) mit Aussichtsturm. J. erhielt 1655 Stadtrecht.
 
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Joigny (spr. schŭanji), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Yonne, an der Yonne und der Lyoner Eisenbahn, hat drei Kirchen aus der Renaissancezeit, Reste eines alten Schlosses, ein Handelsgericht, ein Collège, eine Bibliothek, ein Theater, Weinbau, Fabrikation von Zement, Schuhwerk, Korbwaren, Ziegeleien, ansehnlichen Handel und (1901) 6045 Einw. J. war im Mittelalter befestigt und hielt mehrere Belagerungen, so 1429, erfolgreich gegen die Engländer aus.
 
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Joint-stock banks (spr. dscheunt-stock bänks), in England solche Banken, die mit einem von vielen Personen zusammengeschossenen Kapital betrieben und daher auch nur von einem Ausschuß der Anteilseigner geleitet werden. Sie sind in vielen Fällen unsern Aktienbanken gleich, wenn sie nämlich mit beschränkter Haftbarkeit (limited liability) ihrer Mitglieder errichtet sind. In neuester Zeit vermehrt sich diese Art Banken, u. die mit unbeschränkter Haftbarkeit verschwinden allmählich. Näheres s. Meyers Banken, S. 347.
 
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Joint-stock company (engl.), soviel wie Aktiengesellschaft (s. d., S. 241).
 
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Joinville, ein grauer Marmor von Joinville im Depart. Pas-de-Calais.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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