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Johannot bis Johnson (Bd. 6, Sp. 291 bis 292)
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Artikelverweis Johannot (spr. scho-annó), 1) Charles, Kupferstecher und Maler, geb. 1793 in Frankfurt a. M., lieferte Umrisse zum Leben der heil. Genoveva von Brabant (12 Blätter, Par. 1813), Vignetten für die Werke von Bouilly und starb 1825 in Paris.
   2) Alfred, Kupferstecher und Maler, Bruder des vorigen, geb. 21. März 1800 in Offenbach, gest. 7. Dez. 1837 in Paris, erlernte die Kupferstecherkunst bei seinem Bruder und verfertigte die Kupfer und Vignetten zu den Ausgaben der französischen Übersetzungen von Walter Scott, Cooper und Byron. Später widmete er sich der Malerei und übertrug auf sie die leichte, gefällige Weise. die seinen Kupferstichen eine günstige Aufnahme verschafft hatte. Unter seinen Bildern zeichnen sich aus: die Verhaftung des Jean de Crespierre unter Richelieu (1831), der Einzug der Mademoiselle de Montpensier während der Fronde in Paris (1833), der Besuch Karls V. bei Franz I. im Gefängnis zu Madrid (1834), Heinrich II, Katharina von Medici und ihre Kinder (1835), die Abreise der Maria Stuart aus Schottland (1836) und die Herzogin von Guise am Hofe Karls IX.
   3) Tony, Kupferstecher und Maler, Bruder der vorigen, geb. 9. Nov. 1803 in Offenbach, gest. 4. Aug. 1852 in Paris, half seinem Bruder Alfred zuerst bei Herstellung der Kupfer und Vignetten zu Walter Scott, Cooper und Byron und lieferte treffliche Illustrationen zu Molière und »Don Quichotte« sowie zu Goethes »Werther«. 1831 trat er ebenfalls als Maler mit romantischen Genrebildern in der Weise seines Bruders auf. Für den Herzog von Orléans malte er 1834 den Tod des Connetable Duguesclin und im Auftrag des Königs für das historische Museum in Versailles Darstellungen der Schlachten bei Rosbecque und bei Fontenay, der Erstürmung des Engpasses Méandre und des Besuchs der Königin Viktoria in En. Einen größern Ruf hat er aber als Illustrator durch zahllose Radierungen, Kupferstiche und Holzschnitte.
 
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Johansson, Johan, schwed. Politiker u. Schriftsteller, geb. 1. Nov. 1840 auf dem Gehöft Ringshyttan im Kirchspiel Nora (Nerike), gest. 2. Febr. 1905 in Stockholm, erwarb sich durch rationelle Bewirtschaftung des 1858 ererbten Bauerngutes bald ein bedeutendes Vermögen, das ihm die Vervollkommnung seiner lückenhaften Schulbildung ermöglichte. 18701902 Mitglied, zuletzt häufig auch Alterspräsident der Zweiten Reichstagskammer, schloß er sich anfangs der Landmannpartei, nach deren Spaltung (1888) der freihändlerischen »alten« Landmannpartei an und war 1895 an der Wiedervereinigung der beiden Flügel hervorragend beteiligt. Seit 1892 (vorher 188488) war er Bevollmächtigter im Reichsschuldenkontor. Seine historisch-topographischen Publikationen betreffen sämtlich seine Heimatsprovinz. Hervorzuheben sind: »Om Noraskog. Äldre och nyare anteckningar« (Stockh. 187587,4 Hefte); »Noraskogs arkiv. Bergshistoriska samlingar och anteckningar« (18891903, 10 Hefte); »Bidrag till Karlskoga krönika« (1895). Noch schrieb er: »Försvar och grundskatter« (1884); »Svenskt Porträttgalleri. Riksdagen 1896« (mit biographischen Angaben, 1896); »Sakregister till Rikets ständers protokoll 18091866« (188493, 2 Bde.); »Register till Riksdagens protokoll 18671899« (18931900).
 
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Johk (engl. Yoke), siamesisches Körpermaß für Tiekholz, amtlich auf 16 Wa Länge, 1 Sok Breite und 5 Kabiet Dicke = 31/3 Kubiksok oder 0,417 cbm festgesetzt.
 
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Jöhlingen, Dorf im bad. Kreis Karlsruhe, Amt Durlach, an der Staatsbahnlinie Grötzingen-Eppingen, hat eine kath. Kirche, Synagoge, Zementfabrik, Tabakbau und (1900) 2366 Einw. J. (ursprünglich Johanningen) gehörte 10241802 zum Bistum Speyer.
 
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John (spr. dschonn), engl. Vorname, soviel wie Johann oder Hans.
 
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John, 1) Franz, Freiherr von, österreich. General, geb. 20. Nov. 1815 in Bruck an der Leitha, gest. 25. Mai 1876 in Wien, trat 1835 in die Armee, ward 1845 Oberleutnant im Generalquartiermeisterstab, machte in Italien unter Radetzkys Leitung die hohe Schule seiner militärischen Bildung durch und

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nahm 1848 als Hauptmann an den Kämpfen in Oberitalien einen so hervorragenden Anteil, namentlich bei Goito und Volta, daß er in einem Jahre die Eiserne Krone, den Maria Theresien-Orden und das Militärverdienstkreuz erwarb und Generalstabschef der Truppen in Toskana wurde. 1857 wurde er Oberst und Regimentskommandeur und in den Freiherrenstand erhoben, 1859 war er Generalstabschef des 6. Armeekorps in Südtirol, und seit 1860 stand er als Generalmajor an der Spitze des Generalstabs der von Benedek befehligten italienischen Armee. Er blieb Generalstabschef der italienischen Südarmee auch 1866 unter Erzherzog Albrecht und zeichnete sich als dessen genialer Ratgeber bei Custoza (24. Juni) so sehr aus, daß er zum Feldmarschalleutnant ernannt wurde. Er begleitete auch den Erzherzog nach dem nördlichen Kriegsschauplatz, übernahm im September 1866 das Kriegsministerium, wurde im Mai 1867 ins Herrenhaus berufen und im Dezember d. J. Reichskriegsminister. Er entwarf den Plan zur Heeresreform, die auf der allgemeinen Wehrpflicht basierte, trat aber schon im Januar 1868 wegen Reibungen mit den Ungarn bezüglich des neuen Wehrgesetzes und Differenzen mit den beiderseitigen Ministerien über den Kriegsetat ab. Im März 1869 ward er Landeskommandierender in Graz, 1873 Feldzeugmeister und 1874 wieder Chef des Generalstabs der Armee.
   2) Eugenie, unter dem Namen E. Marlitt bekannte Romanschriftstellerin, geb. 5. Dez. 1825 zu Arnstadt in Thüringen, gest. daselbst 22. Juni 1887, Tochter eines Kaufmanns, erregte durch ihr musikalisches Talent und ihre schöne Stimme die Aufmerksamkeit der regierenden Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen und wurde von dieser in ihrem 17. Jahre als Pflegetochter angenommen. Nach dreijähriger musikalischer Ausbildung in Wien betrat sie mit Erfolg die Bühne, sah sich aber durch ein plötzlich auftretendes Gehörleiden gezwungen, die theatralische Laufbahn zu verlassen und kam nun als Vorleserin in die Umgebung der Fürstin. Hier am Hofe wie auf den mannigfachen Reisen, bei denen sie die Fürstin begleitete, hatte sie Gelegenheit, die Welt zu studieren und Erfahrungen zu sammeln, aus denen sich die Mannigfaltigkeit ihrer Charakterzeichnungen erklären läßt. 1863 aus ihrer Stellung scheidend, wandte sie sich wieder nach Arnstadt, wo sie dauernd verblieb. Erst aus dieser Zeit stammen jene spannenden Romane und Erzählungen, die, zuerst in der »Gartenlaube« veröffentlicht, ihren Namen rasch in allen Weltteilen bekannt und beliebt machten und vielfach aufgelegt wurden. Es sind: »Die zwölf Apostel« (Leipz. 1865); »Goldelse« (1866); »Blaubart« (1866); »Das Geheimnis der alten Mamsell« (1867, 2 Bde.); »Thüringer Erzählungen« (1869); »Reichsgräfin Gisela« (1869); »Das Heideprinzeßchen« (1871); »Die zweite Frau« (1873); »Im Hause des Kommerzienrats« (1877); »Im Schillingshof« (1880); »Amtmanns Magd« (1881); »Die Frau mit den Karfunkelsteinen« (1885, 2 Bde.). Ihren unvollendet hinterlassenen Roman »Das Eulenhaus« führte W. Heimburg zu Ende (Leipz. 1888). Alle diese Werke sind ihrer Tendenz nach gegen soziale Vorurteile gerichtet und entbehren nicht der Vorzüge lebendiger Erzählung und Schilderung, wohl aber vielfach der innern Wahrheit. Eine illustrierte Ausgabe ihrer »Gesammelten Romane und Novellen« erschien Leipzig 188890 in 10 Bänden.
   3) Richard Eduard, Kriminalist, geb. 17. Juli 1827 in Marienwerder, gest. 7. Aug. 1889 in Göttingen, ward 1856 in Königsberg außerordentlicher, 1859 ordentlicher Professor der Rechte. 186267 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, gehörte er hier der Fortschrittspartei und nach Begründung der nationalliberalen Fraktion der letztern an. 1868 ging er als ordentlicher Professor nach Kiel, 1869 nach Göttingen, 1870 aber als Rat des Oberappellationsgerichts nach Lübeck, 1876 wieder als Professor des Kriminalrechts nach Göttingen. Von seinen Schriften nennen wir: »Das Strafrecht in Norddeutschland zur Zeit der Rechtsbücher« (Leipz. 1858, Bd. 1); »Die Lehre vom fortgesetzten Verbrechen und von der Verbrechenskonkurrenz« (Berl. 1860); »Über Strafanstalten« (das. 1865); »Über die Todesstrafe« (das. 1867, 2. Aufl. 1871); »Das Strafrecht in Norddeutschland, Beurteilung des Entwurfs eines Strafgesetzbuchs für den Norddeutschen Bund« (Götting. 1870); »Über Geschwornengerichte u. Schöffengerichte« (Berl. 1872); »Das deutsche Strafprozeßrecht« (Leipz. 1880).
 
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John Bull, s. Meyers Bull.
 
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John Halifax Gentleman, Verfasserin des, s. Meyers Craik 2).
 
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John o' Groats House (spr. dschonn o grōts haus, eigentlich Johnny Groat's House), ehemaliges Fährhaus am äußersten Ende von Schottland, 2,4 km westlich von Duncansby Head, im 15. Jahrh. gebaut, jetzt verschwunden, aber noch immer sprichwörtlich genannt als nördlichster Punkt Schottlands.
 
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Johnsdorf, Dorf in Mähren, s. Meyers Janowitz 3).
 
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Johnson (spr. dschónnß'n), Stadt im nordöstlichsten Teil des nordamerikan. Staates Tennessee, Grafschaft Washington, Bahnknotenpunkt, mit (1900) 4645 Einw.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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