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Johannisbad bis Johannisbrotbaum (Bd. 6, Sp. 285 bis 286)
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Artikelverweis Johannisbad, s. Meyers Johannisfest.
 
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Johannisbad, Marktflecken in Böhmen, Bezirksh. Trautenau, beliebter Kurort, 651 m ü. M. in einem anmutigen Tale des Riesengebirges am Südostabhang des Schwarzenbergs (1299 m), an der Linie Trautenau-Freiheit-J. der Österreichischen Nordwestbahn gelegen, von ausgedehnten Nadelwäldern umgeben, hat eine indifferente Therme (29°), die zu Bädern, besonders bei Nervenleiden und Frauenkrankheiten, benutzt wird, ferner einen zur Trinkkur verwendeten schwachen alkalisch-salinischen Eisensäuerling (8°), ein Bade-, ein Kurhaus, eine Wandelbahn, elektrische Beleuchtung, eine katholische und eine prot. Kirche und (1900) 262 deutsche Einwohner. J. wird auch als klimatischer Kurort benutzt, die Jahrestemperatur beträgt 810°, die Sommertemperatur 2022°; es wurde 1900 von 3100 Kurgästen besucht. J. ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge in das Riesengebirge. Vgl. Pauer, Johannisbad (Wien 1880); Knaur, J. im Riesengebirge (das. 1897); Schreier, J., das deutsch-böhmische Gastein (3. Aufl., Prag 1904).
 
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Johannisbeerblattbräune, eine ungemein verderbliche Blattfleckenkrankheit der roten Johannisbeere, die bereits Ende Juli die Johannisbeersträucher entblättert, wird durch einen Pilz, Gloiosporium Ribis Montg. et Desm., verursacht. Die Blätter zeigen zuerst zahlreiche rotbraune Pusteln, die später graubraune Flecke bilden und, befeuchtet, sich schlüpfrig anfühlen. Sie enthalten eine große Menge schwach gekrümmter einzelliger Sporen. Auch Stachelbeersträucher sowie die als Unterlage für hochstämmige Stachelbeersträucher dienende gelbe Johannisbeere (Ribes aureum) werden befallen. Manche Johannisbeersorten leiden stärker, wie die Kirschjohannisbeere, andre schwächer; die rote holländische Johannisbeere wird nicht befallen. Eine energische Behandlung mit neutraler Kupfersodabrühe wurde mit Vorteil angewendet.
 
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Johannisbeerstrauch (Ribes Mill.), Untergattung der Gattung Ribes L. (Familie der Saxifragazeen), unbewehrte Sträucher mit mehr oder weniger verlängerten Blütenzweigen, an deren Basis stehenden, verlängerten Blütentrauben und nicht büschelförmig stehenden Blättern. Der echte Johannisbeerstrauch (Ribisel, R. rubrum L.), ein 11,6 m hoher Strauch mit meist fünflappigen und doppelt gesägten, wenig behaarten Blättern, schließlich überhängenden Blütentrauben und roten Früchten, ist in Skandinavien, Nordrußland, Sibirien und Nordamerika, auch in der Türkei, im Orient und auf dem Himalaja heimisch; er kam angeblich durch die Normannen nach Frankreich, von dort nach Spanien und der Schweiz, vielleicht auch nach Deutschland, wo er im 16. Jahrh. schon ziemlich allgemein bekannt war und die Beere medizinisch benutzt wurde. Es wird auch angenommen, daß die Gartenformen durch Kreuzung mehrerer Arten entstanden seien, und daß das in Westeuropa heimische R. domesticum mehr Anteil an der Bildung habe als R. rubrum. Er gedeiht am besten in leichtem Lehmboden in freier, sonniger Lage, man pflanzt ihn gewöhnlich auf Rabatten in 11,5 m Abstand, beseitigt an ältern Büschen das abgetragene Holz, um es durch junge, kräftige Zweige zu ersetzen, und entfernt zu dicht stehende Zweige. Sehr beliebt sind hochstämmige Kronenbäumchen, die durch Veredelung auf Ribes aureum gewonnen werden. Auch zieht man den J. am Spalier und als Kordon. Für die Tafel eignen sich von rotem: *holländische große rote, *rote Versailler, kaukasische, langtraubige, ferner holländische rosa, *holländische große weiße, weiße Versailler. Zum Massenanbau für den Markt, zur Weinbereitung, zum Einkochen eignen sich von den genannten die mit *bezeichneten. Zur Färbung des Weines wird die schwarze neapolitanische Johannisbeere benutzt. s. Tafel Meyers »Beerenobst«, Fig. 13. Über Zusammensetzung der Beeren s. Meyers Obst. Der Ahlbeerstrauch (Gichtbeere, schwarze Johannisbeere, Wanzenbeere, R. nigrum L., s. Tafel Meyers »Beerenobst«, Fig. 4), dem J. ähnlich, 12 m hoch, mit gelben Drüsen auf der Unterseite der drei- bis fünflappigen, doppelt gesägten, gerieben ziemlich stark riechenden Blätter, grünlichen, weichhaarigen, drüsig punktierten Blüten mit zurückgeschlagenen, rötlichen Abschnitten und aromatisch schmeckenden, stark riechenden schwarzen Beeren, wächst in feuchten Wäldern des europäisch-asiatischen Waldgebietes bis zur Mandschurei und Nordchina, war im 16. Jahrh. in Deutschland bekannt und wurde, wie noch jetzt, von Landleuten gegen Gicht benutzt. Man kultiviert mehrere Varietäten als beliebtes Obst und zur Bereitung von allerlei Getränken. Am empfehlenswertesten ist Lees Schwarze.
 
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Johannisbeerwein, s. Meyers Obstwein.
 
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Johannisberg, ein Gipfel der Hohen Tauern, zur Glocknergruppe gehörig (s. Meyers Großglockner).
 
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Johannisberg (früher Bischofsberg), Dorf im preuß. Regbez. Wiesbaden, Rheingaukreis, mit Station Geisenheim-J. an der Staatsbahnlinie Höchst-Horchheim, hat Bau- und Möbeltischlerei, Weinbau (49 Hektar) und (1900) 1460 Einw. Im Ort und in der Nähe desselben liegen mehrere schöne Schlösser und Villen, darunter Schwarzenstein, Johannisburg, vor allen aber auf einem 185 m hohen Hügel das prächtige Schloß J. mit Schloßkapelle und Weingärten (etwa 16 Hektar am Schloßberg), die den weltberühmten Johannisberger liefern. Das Schloß ward 175759 auf den Ruinen eines 1090 gegründeten und 1563 aufgehobenen Benediktinerklosters erbaut, gehörte ursprünglich zum Bistum Fulda, wurde 1807 von Napoleon I. dem Marschall Kellermann geschenkt, 1814 aber vom Kaiser Franz dem Fürsten Metternich zu Lehen gegeben.
 
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Johannisblume (Arnica montana), s. Tafel Meyers »Arzneipflanzen I«, Fig. 4; auch soviel wie Chrysanthemum Leucanthemum.
 
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Johannisblut, s. Meyers Cochenille, S. 206.

[Bd. 6, Sp. 286]



 
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Johannisblut, Pflanze, s. Hypericum.
 
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Johannisbrotbaum, s. Ceratonia; falsches Johannisbrot, s. Meyers Cercis.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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