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Johannes Chrysorrhoas bis Johannes von Ephesos (Bd. 6, Sp. 283 bis 284)
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Artikelverweis Johannes Chrysorrhoas, aus Damaskus, deshalb gewöhnlich J. Damascenus genannt, Sohn eines Beamten bei einem sarazenischen Fürsten, verteidigte im Bilderstreit die Bilderverehrung gegen Leo den Isaurier und Konstantin Kopronymos. Auch hat er zuerst in der morgenländischen Kirche die Dogmatik als ein Ganzes systematisch dargestellt, und diese seine Darlegung des orthodoxen Glaubens in vier Büchern (»Quellen der Gnosis«) hat in der griechischen Kirche ein klassisches Ansehen gewonnen. Er starb vor 754 als Mönch im Kloster des heiligen Sabas bei Jerusalem. Die beste Ausgabe seiner griechischen Werke ist von Lequien (Par. 1712, 2 Bde.). Vgl. Laugen, J. von Damaskus (Gotha 1879); Holl, Die Sacra parallela des Johannes Damascenus (Leipz. 1897); Ermoni, Saint Jean Damascéne (Par. 1904); K. Dyobuniotes, J. der Damascener (griech., Athen 1903).
 
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Johannes Chrysostomos, s. Chrysostomos 1).
 
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Johannes Damascenus, s. Meyers Johannes Chrysorrhoas.
 
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Johannes der Priester, nach der Legende christlicher Fürst eines Reiches im östlichen Asien im 12. Jahrh., auch Indorum rex genannt; von ihm werden durch mittelalterliche Chronisten Briefe, die wahrscheinlich apokryph sind, mitgeteilt. Doch wird er auch nach Ostafrika und Äthiopien versetzt, wo ihn später die Portugiesen aufsuchten. Endlich befestigte

[Bd. 6, Sp. 284]


sich die Ansicht, daß Abessinien das Reich J.' sei: noch im 17. Jahrh. hieß es Regnum Presbyteri Johannis. Die Sage, die zu vielen Entdeckungsfahrten Anlaß gab, bezieht sich (nach Oppert, Der Priester J. in Sage und Geschichte, 2. Aufl., Berl. 1870) auf das Reich Karakitai (der schwarzen Kitan), das kurz nach 1125 von dem aus Nordchina vertriebenen Stamm der Kitan unter Yiě lü Ta shi in der Großen Bocharei (Kaschgar) gegründet wurde. Der letzte Abkömmling Yiě lü Ta shis wurde 1201 von dem Naiman-Mongolen Kutschluk (Kushlek) gestürzt, der seinerseits Dschengis-Chan erlag. Die Karakitaier waren wahrscheinlich nestorianische Christen; den Titel ihres Fürsten, Kurchan (Volkschan), verwechselte man mit dem syrischen Juchan (»Johann«). Doch ist diese Deutung angefochten und die indische Heimat und die Echtheit der Briefe des priesterlichen Fürsten verteidigt worden. Vgl. Zarncke, Der Priester J. (Leipz. 187679, 2 Tle.).
 
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Johannes Faber (auch Fabri, eigentlich Heigerlin), Bischof von Wien, geb. 1478 zu Leutkirch im Algäu, gest. 21. Mai 1541 in Baden bei Wien. Aus einer armen Familie stammend, studierte er gleichwohl in Tübingen und Freiburg Theologie und die Rechte, trat in den Dominikanerorden, wurde durch seine Predigten bekannt und 1516 Generalvikar des Bischofs von Konstanz. Anfangs stand er mit den schwäbischen Humanisten, besonders mit Erasmus, in freundschaftlichen Beziehungen, trat aber dann als eifriger Gegner Luthers auf, gegen den er 1522 sein »Opus adversus nova quaedam dogmata Lutheri« richtete. Kaiser Ferdinand I. berief ihn später in seinen Rat, verwendete ihn bei Disputationen und Gesandtschaften und übergab ihm 1530 das Wiener Bistum. Während der ersten Belagerung Wiens durch die Türken (1529) wirkte er durch seine zahlreichen Predigten. Mit größtem Eifer kämpfte er in Wort und Schrift gegen die »Ketzer«, griff Luther heftig an, wurde aber von diesem keiner direkten Antwort gewürdigt. Für seine Diözese, die durch die Verwüstungen der Türken stark gelitten hatte, war er ungemein tätig, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, und gründete ein Alumnat nach dem Muster des Collegium trilingue in Löwen, das er zu einer Pflanzschule für tüchtige Seelsorger machte.
 
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Johannes Magnus, schwed. Geschichtschreiber, s. Meyers Magni.
 
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Johannes Saresberĭensis, s. Meyers Johann von Salisbury (S. 279 dieses Bandes).
 
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Johannes Secundus (eigentlich Jan Nicolai Everaerts), neulat. Dichter, geb. 14. Nov. 1511 im Haag, gest. 24. Sept. 1536 in Doornyk, studierte in Bourges die Rechte, wandte sich dann der Dichtkunst zu, bereiste Italien und Spanien und ward Sekretär des Kardinals Tavera, Erzbischofs von Toledo. Seine Dichtungen sind gleich ausgezeichnet durch zartes Gefühl wie durch klassische Sprache und gewählte Bilder. Am bekanntesten sind die »Basia« (Utr. 1539; zuletzt von Ellinger in den »Lateinischen Literaturdenkmälern des 15. und 16. Jahrhunderts«, Bd. 14, Berl. 1899; deutsch: »Die Küsse«, von Passow, Leipz. 1807 u. 1877). Eine Gesamtausgabe seiner »Opera poetica« veranstalteten seine Brüder Nicolai Gaudius und Andr. Marius (Par. 1541 u. ö.; zuletzt von Bosscha, Leiden 1821, 2 Bde.).
 
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Johannes vom Laterān, Orden des heiligen, päpstlicher Zivilorden, von Pius IV. 1560 zur Belohnung bürgerlicher Tugend gestiftet, hatte nur eine Klasse, doch konnte man bei der Aufnahme wählen, ob man päpstlicher Pfalzgraf werden wollte oder nicht; der erstere Fall veranlaßte größere Aufnahmegebühren. Die Dekoration besteht in einem rot emaillierten, achtspitzigen, goldeingefaßten Kreuz mit Kugeln und goldenen Lilien in den Winkeln. Der blaue Mittelschild zeigt im Avers den heil. Johannes mit der Ordensdevise: »Praemium virtuti et pietati« (»Lohn für Tugend und Frömmigkeit«), im Revers die Schlüssel Petri mit der Tiara und als Umschrift: »Ordinis institutio 1560«. Der Orden wurde am schwarzen Band getragen. Da er seit Anfang des 19. Jahrh. nicht mehr verliehen worden, ist er als erloschen zu betrachten.
 
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Johannes von Asien, s. Meyers Johannes von Ephesos.
 
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Johannes von Ephesos, auch Johannes von Asien genannt, monophysitischer Geistlicher, gest. nach 585, wirkte als Vertrauter Justinians seit 546 für die Bekämpfung des Heidentums in Kleinasien und in der Reichshauptstadt und schrieb nach dem Tode seines Gönners, durch die über die Monophysiten ergehende Verfolgung selbst bedrängt, eine »Kirchengeschichte«, deren dritter, die jüngste Gegenwart behandelnder Teil von Cureten (Oxf. 1853; deutsch von Schönfelder, Münch. 1862) herausgegeben wurde. Der zweite Teil ist in der Chronik des Dionysius von Tell Mahre (gest. 845) überarbeitet erhalten. Vgl. Land, J. von Ephesus, der erste syrische Kirchenhistoriker (Leiden 1856); Nau, Analyse de la seconde partie inédite de l'histoire ecclésiastique de Jean d'Asie, in der »Revue de l'Orient Chrétien«, Bd. 2 (Par. 1897).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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