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Johannes bis Johannes Saresberĭensis (Bd. 6, Sp. 282 bis 284)
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Artikelverweis Johannes, Kaiser von Byzanz: 1) J. I. Tzimiskes, geb. um 925 in Armenien, kämpfte siegreich gegen die Araber, ermordete 11. Dez. 969 den Kaiser Nikephoros Phokas auf Anstiften der Kaiserin Theophano, die er darauf nach der Insel Prote verbannte, und nahm selbst vom Thron Besitz. Er regierte mild,

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gerecht und kraftvoll, besiegte den russischen Fürsten Swätoslaw, der das zerrüttete Bulgarenreich zu erobern suchte, machte selbst die Bulgaren untertänig und setzte ebenso glücklich die Eroberungen seines Vorgängers in Syrien und Armenien fort. Mit dem deutschen Kaiser Otto I. schloß er Frieden und sandte die Prinzessin Theophano als Gattin für dessen Sohn, Otto II. (972). Er starb schon 976, angeblich vergiftet.
   2) J. II. Komnenos, genannt Kalojohannes, Sohn des Alexios I. Komnenos, regierte von 11181143. Er kämpfte mit Glück gegen die Feinde des Reiches, namentlich gegen den Sultan von Ikonion und gegen die Petschenegen, bestätigte 1126 den Venezianern, mit denen er vorher in Krieg geraten, die von seinem Vater verliehenen Freiheiten, unterwarf 1137 auch Kilikien, nötigte den Fürsten Raimund von Antiochia, ihm den Lehnseid zu leisten, und beteiligte sich darauf an den Kämpfen in Syrien gegen den Sultan Zenki. Er starb 8. April 1143.
   3) J. III. Dukas Vatatzes, Schwiegersohn und Nachfolger des Theodor I. Laskaris in Nicäa, 1222 bis 1254, eroberte den größten Teil von Thrakien und Mazedonien, namentlich 1246 Thessalonich, nötigte auch den Despoten Michael von Epirus zur Anerkennung seiner Oberhoheit und bereitete so die Wiederherstellung des byzantinischen Kaisertums vor.
   4) J. IV. Laskaris wurde nach seines Vaters Theodor II. Tode 1258 in unmündigem Alter zum Kaiser von Nicäa erhoben, kam aber 1:. 59 in die Gewalt des Michael Paläologos, der ihn 1261 beseitigte.
   5) J. V. Paläologos, Sohn des Andronikos III. Paläologos, geb. 1332, bestieg 1341 unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna den Thron, mußte 1347 Johannes Kantakuzenos zum Mitkaiser annehmen und kam erst nach dessen Sturz 1355 wirklich zur Regierung. Er suchte im Abendland vergeblich Hilfe gegen die Türken, wurde 1376 von seinem Sohn Andronikos gestürzt, erlangte aber 1379 mit Hilfe des türkischen Sultans Murad, dem er sich zur Tributzahlung verpflichten mußte, die Herrschaft wieder und regierte bis zu seinem Tode 1391.
   6) J. VI. Kantakuzenos, Feldherr und Staatsmann im Dienste der Kaiser Andronikos II. und Andronikos III., ließ sich nach des letztern Tod 1311 gegen dessen Sohn Johannes V. zum Kaiser ausrufen, gewann in dem darauf ausbrechenden Bürgerkriege schließlich mit Hilfe der Türken die Oberhand und nötigte 1347 den jungen Kaiser, den er mit seiner Tochter vermählte (eine zweite Tochter gab er dem türkischen Sultan Urchan zur Gemahlin), ihn zum Mitkaiser anzunehmen. Doch kam es bald zu einem neuen Bürgerkrieg, er zog sich 1355 in ein Kloster zurück und starb 1383. J. schrieb eine Geschichte seiner Zeit 132056 (hrsg. von Schopen in dem »Corpus scriptorum historiae byzantinae«, 3 Bde., Bonn 182832) und unter dem Namen Christodulos zahlreiche theologische Streitschriften. Vgl. Parisot, Cantacuzène, homme d'État et historien (Par. 1845), und die von Johannes Komnenos 1699 veröffentlichte Biographie (hrsg. von Loparev, St. Petersburg 1888).
   7) J. VII. Paläologos, Sohn Andronikos' IV., wurde von diesem, als er sich 1376 gegen seinen Vater Johannes V. empörte, zum Mitkaiser ernannt, entthronte dann 1390 seinen Großvater, wurde aber selbst noch in demselben Jahre von seinem Oheim Manuel gestürzt.
   8) J. VIII. Paläologos folgte 1425 seinem Vater Manuel bei dessen Abdankung. Gegen die Türken, die immer weiter vordrangen, suchte er Hilfe im Abendland und betrieb zu diesem Zweck die Vereinigung der morgen- und abendländischen Kirche. Er reiste selbst 1437 nach Italien und wohnte dem Konzil, das Papst Eugen IV. zuerst 1438 in Ferrara abhielt und 1439 nach Florenz verlegte, bei; dort wurde wirklich die Union abgeschlossen. J. kehrte 1440 nach Konstantinopel zurück, war aber bei dem Widerwillen des Volkes außerstande, die Union durchzuführen, und starb 1448.
 
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Johannes, Kaiser von Abessinien, geb. um 1832, gest. 9. März 1889, hieß eigentlich Kasai (Kassai) und ward vom Fürsten Gobesié von Lasta und Godscham zum Gouverneur von Tigré ernannt; 1867 aber erklärte er sich zum unabhängigen Fürsten von Tigré. Als 1868 die Engländer ihre Expedition gegen Meyers Theodor (s. d.) von Abessinien unternahmen, knüpfte Kasai Unterhandlungen mit Napier an; dieser beschenkte ihn bei seinem Abzug aus Abessinien (1. Juni 1868) mit Geschützen, Gewehren und Munition. Nachdem Kasai 14. Juli 1871 Gobesié, den Herrn über Südabessinien. bei Adua besiegt hatte, ließ er sich 21. Jan. 1872 in Axum zum Kaiser (Negus Negesti, »König der Könige«) von Äthiopien krönen und nahm dabei den Namen J. an. Nachdem er 187576 die Angriffe der Ägypter zurückgeschlagen hatte, unterwarf er 1879 auch Menelik von Schoa und 1880 Ras Adal von Godscham. Seitdem herrschte er über ganz Abessinien. Den Italienern brachte sein Feldherr Ras Alula 26. Jan. 1887 bei Dogali (Saati) eine Niederlage bei. Dann zog er gegen die Mahdisten in Galabat und fiel in der Schlacht bei Metemmeh. Sein von ihm zum Nachfolger ernannter Neffe Mangascha wurde von Meyers Menelik (s. d.) verdrängt.
 
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Johannes a Lasko, s. Meyers Laski.
 
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Johannes Bekkos, Patriarch von Konstantinopel, trat auf dem 14. allgemeinen Konzil zu Lyon 1274 für die Union zwischen Griechen und Lateinern ein, die er als Patriarch von 127582 in Wort und Schrift eifrig gefördert hat. 1283 abgesetzt, starb er 1293 im Kerker.
 
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Johannes Chrysorrhoas, aus Damaskus, deshalb gewöhnlich J. Damascenus genannt, Sohn eines Beamten bei einem sarazenischen Fürsten, verteidigte im Bilderstreit die Bilderverehrung gegen Leo den Isaurier und Konstantin Kopronymos. Auch hat er zuerst in der morgenländischen Kirche die Dogmatik als ein Ganzes systematisch dargestellt, und diese seine Darlegung des orthodoxen Glaubens in vier Büchern (»Quellen der Gnosis«) hat in der griechischen Kirche ein klassisches Ansehen gewonnen. Er starb vor 754 als Mönch im Kloster des heiligen Sabas bei Jerusalem. Die beste Ausgabe seiner griechischen Werke ist von Lequien (Par. 1712, 2 Bde.). Vgl. Laugen, J. von Damaskus (Gotha 1879); Holl, Die Sacra parallela des Johannes Damascenus (Leipz. 1897); Ermoni, Saint Jean Damascéne (Par. 1904); K. Dyobuniotes, J. der Damascener (griech., Athen 1903).
 
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Johannes Chrysostomos, s. Chrysostomos 1).
 
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Johannes Damascenus, s. Meyers Johannes Chrysorrhoas.
 
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Johannes der Priester, nach der Legende christlicher Fürst eines Reiches im östlichen Asien im 12. Jahrh., auch Indorum rex genannt; von ihm werden durch mittelalterliche Chronisten Briefe, die wahrscheinlich apokryph sind, mitgeteilt. Doch wird er auch nach Ostafrika und Äthiopien versetzt, wo ihn später die Portugiesen aufsuchten. Endlich befestigte

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sich die Ansicht, daß Abessinien das Reich J.' sei: noch im 17. Jahrh. hieß es Regnum Presbyteri Johannis. Die Sage, die zu vielen Entdeckungsfahrten Anlaß gab, bezieht sich (nach Oppert, Der Priester J. in Sage und Geschichte, 2. Aufl., Berl. 1870) auf das Reich Karakitai (der schwarzen Kitan), das kurz nach 1125 von dem aus Nordchina vertriebenen Stamm der Kitan unter Yiě lü Ta shi in der Großen Bocharei (Kaschgar) gegründet wurde. Der letzte Abkömmling Yiě lü Ta shis wurde 1201 von dem Naiman-Mongolen Kutschluk (Kushlek) gestürzt, der seinerseits Dschengis-Chan erlag. Die Karakitaier waren wahrscheinlich nestorianische Christen; den Titel ihres Fürsten, Kurchan (Volkschan), verwechselte man mit dem syrischen Juchan (»Johann«). Doch ist diese Deutung angefochten und die indische Heimat und die Echtheit der Briefe des priesterlichen Fürsten verteidigt worden. Vgl. Zarncke, Der Priester J. (Leipz. 187679, 2 Tle.).
 
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Johannes Faber (auch Fabri, eigentlich Heigerlin), Bischof von Wien, geb. 1478 zu Leutkirch im Algäu, gest. 21. Mai 1541 in Baden bei Wien. Aus einer armen Familie stammend, studierte er gleichwohl in Tübingen und Freiburg Theologie und die Rechte, trat in den Dominikanerorden, wurde durch seine Predigten bekannt und 1516 Generalvikar des Bischofs von Konstanz. Anfangs stand er mit den schwäbischen Humanisten, besonders mit Erasmus, in freundschaftlichen Beziehungen, trat aber dann als eifriger Gegner Luthers auf, gegen den er 1522 sein »Opus adversus nova quaedam dogmata Lutheri« richtete. Kaiser Ferdinand I. berief ihn später in seinen Rat, verwendete ihn bei Disputationen und Gesandtschaften und übergab ihm 1530 das Wiener Bistum. Während der ersten Belagerung Wiens durch die Türken (1529) wirkte er durch seine zahlreichen Predigten. Mit größtem Eifer kämpfte er in Wort und Schrift gegen die »Ketzer«, griff Luther heftig an, wurde aber von diesem keiner direkten Antwort gewürdigt. Für seine Diözese, die durch die Verwüstungen der Türken stark gelitten hatte, war er ungemein tätig, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, und gründete ein Alumnat nach dem Muster des Collegium trilingue in Löwen, das er zu einer Pflanzschule für tüchtige Seelsorger machte.
 
Artikelverweis 
Johannes Magnus, schwed. Geschichtschreiber, s. Meyers Magni.
 
Artikelverweis 
Johannes Saresberĭensis, s. Meyers Johann von Salisbury (S. 279 dieses Bandes).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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