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Johann von Goch bis Johanna (Bd. 6, Sp. 279 bis 280)
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Artikelverweis Johann von Goch, eigentlich Johann Pupper aus Goch, Vorläufer der Reformation, gründete bei Mecheln das Priorat Thabor der Kanonissen des heil. Augustin, dem er dann als Rektor vorstand, und starb 28. März 1475. Im Gegensatz zur Kirche seiner Zeit drang er in seinen Schriften (besonders »De libertate christiana« und »De quatuor erroribus circa legem evangelicam«) auf eine mehr Augustinische Auffassung des Heils und auf biblische Studien. Vgl. Ullmann, Reformatoren vor der Reformation, Bd. 1 (Hamb. 1842); Knaake in den »Theologischen Studien und Kritiken«, 1891; O. Clemen, Johann Pupper von Goch (Leipz. 1896).
 
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Johann von Gott, s. Meyers Barmherzige Brüder.
 
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Johann von Leiden (Jan van Leyden), eigentlich Jan Beuckelszoon (Bockelson) oder Beuckels (Bockold), geb. 1509, gest. 22. Jan. 1536, Schneider, später Kaufmann und Schenkwirt in Leiden, wo er sich als Mitglied der Rederijker- (Rhetoriker-) Zunft hervortat, kam als Wanderprophet der Meyers Wiedertäufer (s. d.) mit Jan Matthys Anfang 1534 nach Münster und folgte diesem als Prophet. Schön, beredt und schwärmerisch, gewann er das Volk für sich, setzte trotz des Widerstandes der Prediger die Einführung einer neuen Staats- und Sittenordnung durch, errichtete als Vorbereitung für die Herrschaft Christi selbst ein Königreich Zion, kündigte sich als den apokalyptischen König des neuen Israel an, führte die Vielweiberei und Gütergemeinschaft ein, schwelgte in Üppigkeit und königlicher Pracht und regierte mit grausamer Willkür. Sein Scharfrichter Meyers Knipperdolling (s. d.) war stets in seiner Begleitung; einer seiner Frauen schlug er selbst das Haupt ab. Er ward nach Eroberung der Stadt (24. Juni 1535) durch den Bischof gefangen genommen und grausam hingerichtet. Vgl. Detmer, J. von Leiden, seine Persönlichkeit und seine Stellung im münsterschen Reiche (Münster 1903).
 
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Johann von Meung (Jean de Meung), Fortsetzer des »Rosenromans«, s. Meyers Französische Literatur, S. 6.
 
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Johann von Nepomuk, s. Nepomuk.
 
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Johann von Paris, eigentlich »Jean de Paris«, Oper von Meyers Boieldieu (s. d.), beruht inhaltlich auf einem französischen Roman des 15. Jahrh. (»Le Romant de Jehan de Paris«, hrsg. von A. de Montaiglon, Par. 1867), der eine freie Bearbeitung von Beaumanoirs Versroman »Jehan et Blonde« (hrsg. von Suchier in den »Œuvres poétiques de Beaumanoir«, Bd. 2, Par. 1885) ist. Dieser letztere weist durch Vermittelung des französischen Romans »Horn et Rimenhild« (hrsg. von Stengel, Marburg 1883) schließlich auf eine angelsächsische Erzählung zurück.
 
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Johann von Salisbury (spr. ßaolsbörī, Johannes Saresberiensis), engl. Geschichtschreiber des Mittelalters, geb. um 1120 in Salisbury (oder dort erzogen), gest. 25. Okt. wahrscheinlich 1180, studierte in Paris und Chartres unter Abälard und Gilbert und begleitete 1148 Papst Eugen III. nach Italien. 1153 oder 1154 nach England zurückgekehrt, trat er in den Dienst des Erzbischofs von Canterbury. Nach dem Zerwürfnis des Erzbischofs Thomas Becket, dem er sehr nahe stand, mit Heinrich II. flüchtete er nach Frankreich, kehrte erst 1170 mit Becket zurück und beschrieb nach dessen Ermordung sein Leben. Er wurde um 1174 Thesaurar des Kapitels in Exeter, 1176 aber zum Bischof von Chartres erwählt. J. war ein liebenswürdiger, sein gebildeter Prälat, kenntnisreich und aufgeklärt, als Philosoph und Theolog, als Jurist und Historiker von den Zeitgenossen gefeiert. Sein »Metalogicus«, in dem er den toten Formalismus der Scholastik scharf rügt, und sein »Polycraticus«, eine kirchlich-politische Ethik, bezeugen seine auf dem Studium des Altertums begründete Geistesbildung (Auszüge aus beiden hrsg. von R. Pauli in »Monumenta Germaniae historica«, Bd. 27). Seine Briefe sind eine wichtige Quelle für die Geschichte seiner Zeit. Auch die neuerdings aufgefundene »Historia pontificalis« (hrsg. von W. Arndt in »Monumenta Germaniae historica«, Bd. 20), eine Geschichte Papst Eugens III. bis 1152, 1164 abgefaßt, wird ihm mit größter Wahrscheinlichkeit zugeschrieben. Seine Werke sind herausgegeben von Giles (Oxf. 184748, 5 Bde.). Vgl. Reuter, Johannes von S. (Berl. 1842); Schaarschmidt, Joh. Saresberiensis (Leipz. 1862); Demimuid, Jean de Salisbury (Par. 1873); Gennrich, Die Staats- und Kirchenlehre Johanns von Salisbury (Gotha 1894).
 
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Johann von Soest, Dichter, geb. 1448 zu Unna in Westfalen, gest. 1506 in Frankfurt a. M., hieß eigentlich Johann Grumelkut, nannte sich aber nach der Stadt Soest, wo er seine Jugend verbracht hatte. 1471 wurde er Singmeister am kurfürstlichen Hof in Heidelberg. Später praktizierte er als Arzt. Außer kleinern Sachen, namentlich geistlichen Dichtungen, z. B. einem poetischen Beichtspiegel und einer in Reimen abgefaßten Autobiographie, haben wir von ihm eine Bearbeitung des niederländischen, von Heinrich van Aken verfaßten poetischen Romans »Die Kinder von Limburg«, die er für den Kurfürsten Philipp von der Pfalz 1480 verfaßte. Vgl. Pfaff in der »Allgemeinen konservativen Monatsschrift für das christliche Deutschland«, 1887 (Leipz.).
 
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Johann von Viktring (Johannes Victoriensis), mittelalterlicher Geschichtschreiber, Abt des Cistercienserklosters Viktring bei Klagenfurt 13151348, vertrauter Kaplan des Herzogs Heinrich von Kärnten und von dessen Tochter, Margarete Maultasch, dann des Herzogs Albrecht II. von Österreich, verfaßte eine wertvolle Chronik in 6 Büchern: »Liber

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certarum historiarum«, die, Herzog Albrecht II. gewidmet, auf Grund guter Quellen und in einer wohlüberlegten Anordnung die Zeit 12171344 behandelt. Herausgegeben ist sie in Böhmers »Fontes rerum germanicarum«, Bd. 1 (Stuttg. 1843), übersetzt von Friedensburg (Leipz. 1899). Vgl. Fournier, Abt J. (Berl. 1875); Mahrenholtz in den »Forschungen zur deutschen Geschichte«, Bd. 13 (Göttingen 1873) und Zur Kritik von J. von Viktrings »Liber certarum historiarum« (Halle 1878).
 
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Johann von Wesel (eigentlich Johann Ruchrath aus Oberwesel), Theolog, ward 1445 Magister in Erfurt, wo er 145657 Rektor der Universität war. Um 1460 ging er als Prediger nach Mainz, bald darauf nach Worms. Seine noch in Erfurt geschriebene »Disputatio adversus indulgentias« brachte ihn 1479 vor das Ketzergericht in Mainz. Nach einem ihm abgenötigten Widerruf starb J. 1481 im Kerker. Gegen die Abfassung des »Opusculum de auctoritate, officio et potestate pastorum« durch J. werden gute Gründe geltend gemacht. Vgl. O. Clemen, Über Leben und Schriften Johanns von Wesel, in der »Deutschen Zeitschrift für Geschichtswissenschaft« (1897).
 
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Johanna, Insel, s. Meyers Komoren.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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