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Johann Orth bis Johann von Salisbury (Bd. 6, Sp. 278 bis 279)
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Artikelverweis Johann Orth, s. Meyers Johann 20).
 
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Johann von Brabant, Herzog, als Minnesinger bekannt, brachte durch den Sieg bei Woringen 1288 das Herzogtum Limburg an Brabant und starb 1294 an einer im Turnier empfangenen Wunde. Er galt für den besten Lanzenbrecher seiner Zeit und hatte an mehr als 70 großen Turnieren in Frankreich, Deutschland und England teilgenommen. Lieder von ihm sind inv. d. Hagens »Minnesingern« und in Bartsch' »Deutschen Liederdichtern« abgedruckt.
 
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Johann von Brienne (Jean de Brienne le Châtelet), geb. 1149, gest. 23. März 1237, ward als Gemahl Marias, Tochter Konrads von Montserrat und der Prinzessin Isabella, nach dem Tode Amalrichs II. (1. April 1205) König von Jerusalem (3. Okt. 1210), war aber ohnmächtig und führte seit 1229, wo Kaiser Friedrich II. sich die Krone von Jerusalem aufsetzte, bloß noch den Titel, wurde 1229 zum Kaiser des lat. inischen Reiches in Konstantinopel gewählt und schlug 1235 die Bulgaren zurück. Vgl. Winkelmann, Kaiser Friedrich II. (Bd 1 u. 2, Leipz. 1889 u. 1897); Röhricht, Geschichte des Königreichs Jerusalem (Innsbr. 1897).
 
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Johann von Gaunt (spr. gaont, d. h. Gent), dritter Sohn König Eduards 1 II. von England, geb. 24. Juni 1340 in Gent, als sein Vater in Flandern weilte, gest. 3. Febr. 1399, heiratete 1359 Blanche, die Erbin des Herzogtums Lancaster (gest. 1369), und ward 1362 selbst zum Herzog von Lancaster ernannt. Aus dieser Ehe stammt Heinrich Bolingbroke, der 1399 als Heinrich IV., der Erste aus dem Hause Lancaster, den englischen Thron bestieg. In zweiter Ehe vermählte sich J. 1372 mit Konstanze, Tochter des 1369 getöteten Pedro des Grausamen von Kastilien,

[Bd. 6, Sp. 279]


und legte sich den Titel eines Königs von Kastilien zu, unterlag aber Heinrich II. von Trastamare, dem Halbbruder Peters. Gegen das Ende der Regierung seines Vaters Eduard (gest. 1377) wurde J. die einflußreichste Persönlichkeit im Lande; seine Opposition richtete sich vornehmlich gegen seinen ältesten Bruder, Eduard (gest. 1376), den »Schwarzen Prinzen«, und gegen die hohe Geistlichkeit. Aber obwohl er es mit Wiclif und seinen Anhängern hielt, blieb er doch so unpopulär, daß gelegentlich des Aufstandes von Wat Tyler sein Londoner Palast 12. Juni 1381 verbrannt ward. Des Schwarzen Prinzen Sohn Richard II., seit 1377 Nachfolger seines Großvaters, sandte den ehrgeizigen Oheim ein zweites Mal nach Kastilien; dort vertrug sich J. 1387 mit dem Sohne seines siegreichen Gegners auf Grund der Anerkennung der künftigen Erbfolge von Johanns Tochter Katharina, die später Heinrich III. von Kastilien heiratete. Von Richard II. wieder mit mehr Vertrauen bedacht und zum Herzog von Aquitanien ernannt, wurde er mehrmals als Gesandter nach Frankreich geschickt. 1396 nahm er in dritter Ehe seine Haushälterin Katharina Swynford zur Frau, mit der er schon vorher 3 Söhne und 1 Tochter erzeugt hatte, die 1397 legitimiert wurden. Ein Nachkomme des ältesten dieser Söhne war der spätere König Heinrich VII. Vgl. S. Armitage-Smith, John of Gaunt, King of Castile and Leon (Lond. 1904).
 
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Johann von Goch, eigentlich Johann Pupper aus Goch, Vorläufer der Reformation, gründete bei Mecheln das Priorat Thabor der Kanonissen des heil. Augustin, dem er dann als Rektor vorstand, und starb 28. März 1475. Im Gegensatz zur Kirche seiner Zeit drang er in seinen Schriften (besonders »De libertate christiana« und »De quatuor erroribus circa legem evangelicam«) auf eine mehr Augustinische Auffassung des Heils und auf biblische Studien. Vgl. Ullmann, Reformatoren vor der Reformation, Bd. 1 (Hamb. 1842); Knaake in den »Theologischen Studien und Kritiken«, 1891; O. Clemen, Johann Pupper von Goch (Leipz. 1896).
 
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Johann von Gott, s. Meyers Barmherzige Brüder.
 
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Johann von Leiden (Jan van Leyden), eigentlich Jan Beuckelszoon (Bockelson) oder Beuckels (Bockold), geb. 1509, gest. 22. Jan. 1536, Schneider, später Kaufmann und Schenkwirt in Leiden, wo er sich als Mitglied der Rederijker- (Rhetoriker-) Zunft hervortat, kam als Wanderprophet der Meyers Wiedertäufer (s. d.) mit Jan Matthys Anfang 1534 nach Münster und folgte diesem als Prophet. Schön, beredt und schwärmerisch, gewann er das Volk für sich, setzte trotz des Widerstandes der Prediger die Einführung einer neuen Staats- und Sittenordnung durch, errichtete als Vorbereitung für die Herrschaft Christi selbst ein Königreich Zion, kündigte sich als den apokalyptischen König des neuen Israel an, führte die Vielweiberei und Gütergemeinschaft ein, schwelgte in Üppigkeit und königlicher Pracht und regierte mit grausamer Willkür. Sein Scharfrichter Meyers Knipperdolling (s. d.) war stets in seiner Begleitung; einer seiner Frauen schlug er selbst das Haupt ab. Er ward nach Eroberung der Stadt (24. Juni 1535) durch den Bischof gefangen genommen und grausam hingerichtet. Vgl. Detmer, J. von Leiden, seine Persönlichkeit und seine Stellung im münsterschen Reiche (Münster 1903).
 
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Johann von Meung (Jean de Meung), Fortsetzer des »Rosenromans«, s. Meyers Französische Literatur, S. 6.
 
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Johann von Nepomuk, s. Nepomuk.
 
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Johann von Paris, eigentlich »Jean de Paris«, Oper von Meyers Boieldieu (s. d.), beruht inhaltlich auf einem französischen Roman des 15. Jahrh. (»Le Romant de Jehan de Paris«, hrsg. von A. de Montaiglon, Par. 1867), der eine freie Bearbeitung von Beaumanoirs Versroman »Jehan et Blonde« (hrsg. von Suchier in den »Œuvres poétiques de Beaumanoir«, Bd. 2, Par. 1885) ist. Dieser letztere weist durch Vermittelung des französischen Romans »Horn et Rimenhild« (hrsg. von Stengel, Marburg 1883) schließlich auf eine angelsächsische Erzählung zurück.
 
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Johann von Salisbury (spr. ßaolsbörī, Johannes Saresberiensis), engl. Geschichtschreiber des Mittelalters, geb. um 1120 in Salisbury (oder dort erzogen), gest. 25. Okt. wahrscheinlich 1180, studierte in Paris und Chartres unter Abälard und Gilbert und begleitete 1148 Papst Eugen III. nach Italien. 1153 oder 1154 nach England zurückgekehrt, trat er in den Dienst des Erzbischofs von Canterbury. Nach dem Zerwürfnis des Erzbischofs Thomas Becket, dem er sehr nahe stand, mit Heinrich II. flüchtete er nach Frankreich, kehrte erst 1170 mit Becket zurück und beschrieb nach dessen Ermordung sein Leben. Er wurde um 1174 Thesaurar des Kapitels in Exeter, 1176 aber zum Bischof von Chartres erwählt. J. war ein liebenswürdiger, sein gebildeter Prälat, kenntnisreich und aufgeklärt, als Philosoph und Theolog, als Jurist und Historiker von den Zeitgenossen gefeiert. Sein »Metalogicus«, in dem er den toten Formalismus der Scholastik scharf rügt, und sein »Polycraticus«, eine kirchlich-politische Ethik, bezeugen seine auf dem Studium des Altertums begründete Geistesbildung (Auszüge aus beiden hrsg. von R. Pauli in »Monumenta Germaniae historica«, Bd. 27). Seine Briefe sind eine wichtige Quelle für die Geschichte seiner Zeit. Auch die neuerdings aufgefundene »Historia pontificalis« (hrsg. von W. Arndt in »Monumenta Germaniae historica«, Bd. 20), eine Geschichte Papst Eugens III. bis 1152, 1164 abgefaßt, wird ihm mit größter Wahrscheinlichkeit zugeschrieben. Seine Werke sind herausgegeben von Giles (Oxf. 184748, 5 Bde.). Vgl. Reuter, Johannes von S. (Berl. 1842); Schaarschmidt, Joh. Saresberiensis (Leipz. 1862); Demimuid, Jean de Salisbury (Par. 1873); Gennrich, Die Staats- und Kirchenlehre Johanns von Salisbury (Gotha 1894).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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