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Jodute bis Joest (Bd. 6, Sp. 264 bis 265)
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Artikelverweis Jodute (Tiodute, Ziojodute), nordisches Göttersymbol, Heerzeichen und Schlachtruf, wahrscheinlich der schon von den Schriftstellern der Alten erwähnte Schwertpfahl der germanischen Stämme, in Gestalt eines mit dem Griff nach oben gekehrten Schwertes. Jodut und Jedut war Feldgeschrei der Bremer und Friesen, und im lübeckschen und wismarischen Stadtrecht wurden unbefugte nächtliche Joduterufe mit Strafe bedroht. Vgl. Petersen, Zioter (Zeter) und Tiodute, der Gott des Krieges und des Rechts bei den Deutschen (in den »Forschungen zur deutschen Geschichte«, Bd. 6, Götting. 1866).
 
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Jodvasogēn, s. Vasogen.
 
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Jodvergiftung (Jodismus), die Erscheinungen, die bei übermäßigem Gebrauch von Jod und Jodpräparaten, besonders in Fabriken bei der Beschäftigung mit Jodverbindungen, vorkommen. Bei der selten vorkommenden akuten J. entsteht Magen- und Darmentzündung, Harnverhaltung, Kopfschmerz und schneller Kräfteverfall, zuweilen Nierenentzündung. Bei der medizinischen Verwendung des Jods ist die chronische J. oft nicht zu vermeiden, ihre Hauptsymptome sind Schnupfen (Jodschnupfen), Kopfschmerz und Hautpusteln (Jodexanthem, Jodacne); nebenher kommen viele unbestimmte Erscheinungen vor; außerdem beobachtet man zuweilen Schwund der Schilddrüse, der weiblichen Brustdrüsen und der Hoden. Die Behandlung erheischt sofortige Unterbrechung der Jodzufuhr und allgemeine Kräftigung des Körpers; die Vergiftungserscheinungen pflegen sich dann rasch zu verlieren.
 
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Jodviolett, s. Meyers Hofmanns Violett.
 
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Jodwasser, s. Jod, S. 261.
 
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Jodwasserstoff HJ entsteht, wenn man Wasserstoff und Joddampf bei 300400° über Platinschwamm leitet, und vielfach bei Einwirkung von Jod auf wasserstoffhaltige Körper; auch Wasser wird am Lichte durch Jod unter Bildung von J. und Sauerstoff

[Bd. 6, Sp. 265]


zersetzt. Zur Darstellung von J. destilliert man Jodkalium mit Phosphorsäure. Der sich entwickelnde J. ist ein farbloses Gas, riecht wie Chlorwasserstoff, bildet an der Luft Nebel und kann leicht zu einer Flüssigkeit verdichtet werden. Bei 0° beträgt die Tension des flüssigen Jodwasserstoffes 4 Atmosphären, sein spez. Gew. bei 12° beträgt 2,27. In einer Kältemischung erstarrt der flüssige J. und schmilzt dann bei -51°. J. wird von Wasser reichlich (450 Volumen bei 10°) absorbiert. Eine solche Lösung (Jodwasserstoffsäure, Hydrojodsäure) erhält man auch durch Eintragen von Jod in eine Lösung von schwefligsaurem oder unterschwefligsaurem Natron (wobei schwefelsaures Natron gebildet wird), beim Übergießen von amorphem Phosphor mit Wasser und allmählichem Hinzufügen von Jod (wobei phosphorige Säure entsteht), ferner wenn man wenig Jod in Wasser suspendiert und Schwefelwasserstoff einleitet, bis das Jod verschwunden ist. In der gebildeten Jodwasserstoffsäure löst man dann Jod und verwandelt dies von neuem durch Schwefelwasserstoff in J. Die von dem ausgeschiedenen Schwefel abfiltrierte Lösung läßt sich durch Verdampfen auf einen Gehalt von 57 Proz. J. bringen. Wird in konzentrierte Jodwasserstoffsäure bei 0° J. geleitet, so erhält man rauchende Säure vom spez. Gew. 1,92,0. Bei der Destillation dieser Säure entweicht J., und dann geht eine Säure über, die bei 127° siedet und 57 Proz. J. enthält. Folgende Tabelle zeigt den Gehalt der Jodwasserstoffsäure bei verschiedenen spezifischen Gewichten und bei 13°:

Jodwasserstoffsäure verhält sich ganz wie Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure), bräunt sich aber an der Luft, besonders bei Einwirkung des Lichtes, und zersetzt sich zuletzt vollständig unter Ausscheidung von Jod; auch von Oxydationsmitteln wird sie leicht zersetzt. Sie dient zur Darstellung von Jodpräparaten und als kräftiges Reduktionsmittel.
 
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Jodzahl, s. Meyers Fette, S. 489.
 
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Jodzinnober, soviel wie Quecksilberjodid.
 
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Joël (d. h. »Jahve ist Gott«), Sohn Pethuels, jüdischer Prophet. Die unter seinem Namen gehenden Orakel wurden früher ins 9. Jahrh. gesetzt, sind aber, da sie die Zerstörung Jerusalems voraussetzten, wohl erst um 400 geschrieben. Sie zerfallen in die mit einer Verwüstung des Landes durch Heuschrecken begründete Bußpredigt (1,12,17) und eine Verheißungsrede (2,184,20). Vgl. die Kommentare zu den kleinen Propheten von Nowack (Götting. 1897), Wellhausen (3. Aufl., Berl. 1898), Marti (Tübing. 1904) und Merx, Die Prophetie des J. (Halle 1879).
 
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Joël, Manuel, jüd. Gelehrter, geb. 19. Okt. 1826 in Birnbaum (Posen), studierte in Berlin neben jüdischer Theologie klassische Philologie, wurde 1854 Lehrer am Rabbinerseminar in Breslau, 1863 Rabbiner daselbst und starb 3. Nov. 1890. Er veröffentlichte: »Die Religionsphilosophie des Maimonides« (Bresl. 1859); »Levi ben Gerson als Religionsphilosoph« (das. 1862); »Verhältnis Alberts d. Gr. zu Maimonides« (das. 1863); »Don Chasdai Creskas' religionsphilosophische Lehren« (das. 1866); »Spinozas theologisch-politischer Traktat« (das. 1870); »Zur Genesis der Lehre Spinozas« (das. 1871). Diese Schriften wurden mit verschiedenen Abhandlungen gesammelt als »Beiträge zur Geschichte der Philosophie« (Bresl. 1876, 2 Bde.) herausgegeben. Von spätern Schriften sind zu nennen: »Notizen zum Buch Daniel. Etwas über die Bücher Sifra und Sifre« (Bresl. 1873); »Religiös-philosophische Zeitfragen« (das. 1876); »Gutachten über den Talmud« (das. 1877); »Blicke in die Religionsgeschichte« (das. 1880 bis 1883, 2 Bde.). Seine Sabbat- und Festpredigten wurden aus seinem Nachlaß von Eckstein u. Ziemlich herausgegeben (Bd. 1 u. 2, Bresl. 189294; Bd. 3, Berl. 1898). Vgl. »Gedenkblätter zur Erinnerung an Manuel J.« (Bresl. 1890).
 
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Joest (spr. jōst), 1) Jan, niederländ. Maler, der Schöpfer des mit 20 Darstellungen aus der Heiligen Geschichte versehenen Hauptaltars in der Nikolaikirche zu Kalkar, der, zwischen 1505 und 1508 ausgeführt, ein wichtiges Denkmal der niederrheinischen Malerei ist (hrsg. und beschrieben von Beissel, M.-Gladbach 1900, 21 Tafeln). J., über dessen Persönlichkeit noch nichts ermittelt worden ist, stand unter dem Einfluß Memlings und der italienischen Renaissance.
   2) Wilhelm, Ethnolog und Reisender, geb. 15. März 1852 in Köln, gest. 25. Nov. 1897 auf den Santa Cruz-Inseln, studierte in Bonn, Heidelberg und Berlin Naturwissenschaften und Sprachen, bereiste 1874 die nordafrikanischen Küstenländer und 18761878 ganz Amerika. 1879 begab er sich nach Ceylon, durchreiste Indien bis zum Himalaja, begleitete die britische Armee im afghanischen Kriege, besuchte Birma und Siam, beschäftigte sich auf Borneo, Ceram und Celebes mit dem Studium der dortigen wilden Völkerschaften, wohnte dem Kriege der Holländer gegen Atschin bei, durchreiste Kambodscha und die Philippinen und lebte längere Zeit unter den wilden Stämmen Formosas. Von Peking unternahm er einen Ausflug in die Mongolei, ging darauf nach Japan, hielt sich auf Jeso unter den Aino auf und kehrte 1881 von Wladiwostok durch die Mandschurei, Mongolei und Sibirien nach Deutschland zurück. 1883 umschiffte er ganz Afrika, 1890 besuchte er Guayana, 1892 Oberägypten, 1895 Südamerika, 1897 trat er eine auf drei Jahre berechnete Forschungsreise in die Südsee an, starb aber gleich im Beginn derselben. Er veröffentlichte: »Aus Japan nach Deutschland durch Sibirien« (Köln 1883, 2. Aufl. 1887); »Das Holontalo, ein Beitrag zur Kenntnis der Sprachen von Celebes« (Berl. 1883); »Ein Besuch beim König von Birma« (Köln 1883); »Um Afrika« (das. 1885); »Tätowieren, Narbenzeichnen und Körperbemalen« (Berl. 1887); »Die außereuropäische deutsche Presse« (Köln 1888); »Spanische Tiergefechte« (Berl. 1889); »Ethnographisches und Verwandtes aus Guayana« (Supplement zum Internationalen Archiv für Ethnographie, Bd. 5, Leid. 1893) und »Weltfahrten« (Berl. 1895, 3 Bde.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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