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Jodnatrĭum bis Jodōsoverbindungen (Bd. 6, Sp. 263)
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Artikelverweis Jodnatrĭum, soviel wie Natriumjodid.
 
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Jodobenzōl, s. Jodosoverbindungen.
 
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Jodobromīt, Mineral, Chlorbromjodsilber, findet sich bei Dernbach in Nassau in kleinen gelben bis olivengrünen regulären Kristallen, die dem Miersit (s. Jodit) entsprechen.
 
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Jodōcus (griech., »Pfeilbehälter«, im Deutschen zusammengezogen zu Jobst oder Jost), männlicher Name. Bekannt ist: J. von Mähren, Sohn des Markgrafen Johann Heinrich von Mähren, zweiten Sohnes des Königs Johann von Böhmen aus dem Hause Luxemburg, ein gelehrter, aber habsüchtiger und gewissenloser Fürst, erhielt 1375 nach seines Vaters Tod Mähren. 1388 wurde ihm von Wenzel Luxemburg, von Kurfürst Siegmund die Mark Brandenburg verpfändet, die er zwar ausbeutete, sonst aber sich selbst überließ. J. suchte Wenzel zu stürzen, stellte sich an die Spitze des Herrenbundes, der 1394 den König gefangen nahm, und erzwang 1397 durch eine neue Empörung von Wenzel die Abtretung der Lausitz sowie die Belehnung mit Brandenburg. Am 1. Okt. 1410 in Frankfurt von fünf allerdings zweifelhaften Kurstimmen gegen Siegmund zum König erwählt, starb er 17. Jan. 1411. Vgl. Heidemann, Die Mark Brandenburg unter Jobst von Mähren (Berl. 1881).
 
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Jodofórm (Trijodmethān, Formyljodid, Methintrijodid) CHJ3, dem Chloroform entsprechende chemische Verbindung, wird erhalten, wenn man Jod und Kalilauge oder kohlensaure Alkalien auf Äthylalkohol, Aceton, Zucker, Dextrin, Gummi etc. einwirken läßt. Zur Darstellung erwärmt man Alkohol mit Sodalösung und setzt allmählich Jod hinzu. Sehr rein wird es durch Elektrolyse einer wässerigen Lösung von Jodkalium, kohlensaurem Natron u. Alkohol erhalten. J. bildet gelbliche Kristalle, riecht durchdringend jod- und safranartig, schmeckt süßlich aromatisch, löst sich in 50 Teilen kaltem, 10 Teilen siedendem Alkohol, in 5,2 Teilen Äther, auch in Chloroform, Petroleumäther, ätherischen und fetten Ölen, Glyzerin, leicht in Schwefelkohlenstoff, nicht in Wasser, verdampft bei mittlerer Temperatur, kann mit Wasserdämpfen destilliert werden, schmilzt bei 120° und zersetzt sich bei höherer Temperatur. Trocken ist es lichtbeständig, die Lösungen färben sich aber am Licht braun. Mit arseniger Säure und Natronlauge bildet es Methylenjodid CH2J2, mit alkoholischer Kalilauge ameisensaures Kali und Jodkalium. J. wird von der äußern Haut, von allen Schleimhäuten, besonders leicht von Wundflächen resorbiert und kann von letztern aus (allerdings selten) zu Vergiftungen führen. Die Resorption erfolgt unter allmählichem Freiwerden von Jod, das sich in Blut und Gehirn, weniger in Leber und Nieren an häuft. Im Harn erscheint das J. meist als Jodkalium, nach Anwendung größerer Mengen auch in andrer Form. Innerlich erzeugen größere Dosen Übelkeit und Erbrechen, Erniedrigung der Körpertemperatur, Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Halluzinationen und töten durch Lungenödem. Man benutzt es innerlich und äußerlich statt des Jods bei Skrofeln, Kropf, Rachitis, Syphilis, Krebs, Tuberkulose und namentlich bei der Wundbehandlung (als Pulver, Jodoformgaze), da es Fäulnis und profuse Eiterung verhindert. J. wurde 1822 von Serullas entdeckt und 1880 von Mosetig in Wien in die Wundbehandlung eingeführt.
 
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Jodoformīn, Verbindung von Jodoform mit Hexamethylentetramin, gelbes, in trocknem Zustand geruchloses Pulver, spaltet auf feuchten Wundflächen Jodoform ab und dient daher als Ersatz des letztern.
 
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Jodoigne (spr. schodūánnj', fläm. Geldenaken), Flecken in der belg. Provinz Brabant, Arrond. Nivelles, an der Großen Geete und an der Staatsbahnlinie Ramillies-Tirlemont und den Nebenbahnen Löwen-J., Mellery-J. und Wavre-J., mit Staats-Knabenmittelschule und (1903) 4188 Einw., die Wollspinnerei und Tapetenfabrikation betreiben. In der Nähe das Schlachtfeld von Meyers Ramillies (s. d.).
 
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Jodōl (Tetrajodpyrrol) C4J4NH entsteht bei Einwirkung von Jod auf Pyrrol C4H4. NH und wird aus ätherischem Tieröl (das Pyrrol enthält) mit Jodjodkaliumlösung dargestellt. Es bildet ein leichtes, sein kristallinisches, hellgelbes Pulver, ist geruch- und geschmacklos, löslich in Alkohol, Äther und fettem Ol, nicht in Wasser, ist lichtempfindlich, gibt, über 100° erhitzt, Joddämpfe aus und verkohlt bei höherer Temperatur. J. wird als Ersatzmittel für Jodoform angewendet, mit dem es in der Wirkung übereinstimmt, ohne durch Geruch zu belästigen und ohne so giftig zu sein wie jenes.
 
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Jodonĭumbase, s. Iodosoverbindungen.
 
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Jodopyrīn (Jodantipyrin) entsteht bei Einwirkung von Chlorjod auf Antipyrin, bildet farb- und geschmacklose, in heißem Wasser leicht, in kaltem und in Alkohol schwer lösliche Nadeln, vereinigt die Wirkungen des Jods (40 Proz.) und des Antipyrins ohne schädliche Nebenwirkungen und wird besonders bei Bronchialasthma und Influenza angewendet.
 
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Jodōsoverbindungen, chemische Verbindungen der aromatischen Reihe, welche die Jodosogruppe. JO enthalten. Jodosobenzol C6H5JO entsteht beim Behandeln von Phenyljodidchlorid C6H5JCl2, das aus Jodbenzol und Chlor erhalten wird, mit Natronlauge, ist amorph, gelblich, riecht eigentümlich, explodiert beim Erhitzen, bildet mit Säuren gut kristallisierende Salze und gibt bei Oxydation Jodobenzol C6H5. JO2, das in weißen Nadeln kristallisiert uno bei 230° explodiert. Ein Gemisch von Jodo- und Jodosobenzol gibt mit feuchtem Silberoxyd eine Jodoniumbase, das Diphenyljodoniumhydroxyd (C6H5)2JOH, in dem das J. eine ähnliche Stelle einnimmt wie der Stickstoff in den Ammoniumbasen. Die Salze dieser sind den Thalliumsalzen auffallend

[Bd. 6, Sp. 264]


ähnlich und giftig wie Blei- und Thalliumsalze und wirken wie die organischen Ammoniumsalze.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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