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Jodchloride bis Jodhpur (Bd. 6, Sp. 261 bis 262)
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Artikelverweis Jodchloride. Bei Einwirkung von Chlor auf überschüssiges Jod und beim Lösen von Jod in Königswasser entsteht Jodmonochlorid (Einfach Chlorjod) JCl. Dies bildet schwarzrote Kristalle, riecht stechend, reizt die Augen heftig, schmeckt beißend, löst sich in Alkohol und Äther, ist sehr flüchtig, schmilzt bei 14 oder 27° und siedet bei 101° unter teilweisem Zerfall in Jod und Jodtrichlorid (Dreifach Chlorjod) JCl3. Dies entsteht auch aus Jod und überschüssigem Chlor, aus Jodsäure und Chlorwasserstoff, bildet gelbe Kristalle, riecht durchdringend, reizt zu Tränen und Husten, ist sehr flüchtig, schmilzt bei 25° unter Zersetzung, löst sich unzersetzt in wenig Wasser, zerfällt aber mit mehr Wasser in Chlorwasserstoff, Jodsäure und Jodmonochlorid; die alkoholische Lösung zersetzt sich bald unter Bildung von Chloral und Essigäther. Mit Ammoniak bildet es schwarzen

[Bd. 6, Sp. 262]


Jodstickstoff. Das Trichlorid wurde als desinfizierendes und antiseptisches Mittel empfohlen und soll in seiner Wirkung dem Sublimat am nächsten stehen. Vergiftungsgefahren sind nicht zu fürchten. Innerlich benutzt man es bei Dyspepsie, die auf Vorhandensein von Bakterien beruht. In der Chemie wird es als Chlorüberträger bei der Chlorierung organischer Substanzen angewendet.
 
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Jode, 1) Pieter de, der Ältere, niederländ. Kupferstecher, geb. 1570 in Antwerpen, gest. daselbst 1634, bildete sich nach seinem Vater Gerrit de J. (gest. 1599) und nach Goltzius und ging dann nach Italien, von wo er um 1601 zurückkehrte. Er stach nach Tizian (Verlobung der heil. Katharina), Cousin (das Jüngste Gericht), Rubens (Übergabe der Schlüssel an Petrus), F. Vanni, van Dyck, der ihn in seine Ikonographie aufnahm, u. a. Kurze Zeit war er auch mit seinem Sohn in Paris tätig.
   2) Pieter de, der Jüngere, Kupferstecher, Sohn und Schüler des vorigen, geb. 22. Nov. 1606 in Antwerpen, gest. daselbst nach 1674, bildete sich nach den Stechern der Rubensschen Schule und war 1631 und 1632 in Paris tätig. Seine besten Stiche sind die nach Gemälden von Rubens (Mariä Heimsuchung, Krönung der heil. Katharina, die drei Grazien), Jordaens und van Dyck, zu dessen Ikonographie er zwölf Bildnisse beisteuerte. Sein Hauptwerk ist Rinaldo und Armida nach van Dyck. 1651 gab er die von seinem Vater begonnene Porträtsammlung »Theatrum pontificum, imperatorum, regum, etc.« heraus.
 
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Jodeisen, soviel wie Eisenjodür.
 
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Jodeisensirup (Eisenjodürsirup), s. Meyers Eisenpräparate.
 
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Jodelle (spr. schŏdäl'), Etienne, franz. Dramatiker, Mitglied der »Plejade« (s. d.), geb. 1532 in Paris, gest. 1573, versuchte es zuerst, die bisher beliebten Mysterien, Moralitäten und Farcen durch das sogen. klassische, wesentlich Seneca nachgebildete Schauspiel in Frankreich zu verdrängen. 1552 wurde seine Tragödie »Cléopâtre captive« und die Komödie »Eugène, ou la rencontre« (nach Machiavellis Stück »Il Frate« gedichtet) vor Heinrich II. ausgeführt; beide hatten viel Erfolg, während seine zweite Tragödie: »Didon se sacrifiant«. wahrscheinlich gar nicht ausgeführt worden ist. Von dramatischer Verknüpfung findet sich bei ihm kaum eine Spur, während ihm die lyrischen Partien besser gelingen, ebenso wie seine kleinern Gedichte. Von den fünf Akten der »Cléopâtre« sind drei in Zehnsilblern gedichtet. »Didon« hat schon die Form der klassischen Tragödie: Alexandriner mit (freilich nicht streng durchgeführter) Abwechselung männlicher und weiblicher Reime. In beiden Stücken treten Chöre auf. Seine »Œuvres« erschienen Paris 1574 und 1583, eine neue Ausgabe von Marty-Laveaux 186870.
 
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Jodeln, eigentümliche Singmanier der Schweizer und Tiroler, bestehend in wortlosem Jauchzen mit häufigem Überschlagen aus dem Brustregister in das Kopfregister; ein Lied, dem als Refrain eine solche Vokalise angehängt ist, heißt ein Jodler (in Ober österreich auch Almer, in Niederösterreich Dudler, in Steiermark Wullazer oder Hullazer). Vgl. Pommer, Jodler und Juchzer (Wien 1889, neue Folge 1893) und Volksmusik der deutschen Steiermark (Bd. 1, das. 1902). Das Wort ist wahrscheinlich onomatopoetisch gebildet.
 
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Jodexanthēm, der Hautausschlag bei chronischer Meyers Jodvergiftung (s. d.).
 
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Jodfluoreszeïn, s. Meyers Fluoreszeïn.
 
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Jodformyl, soviel wie Jodoform.
 
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Jodgrün (Nachtgrün, Metternichsgrün, Vert lumière), Pentamethylrosanilinjodid C20H17(CH3)4N3JCH3J+H2O, entsteht aus Rosanilin bei Einwirkung von Jodmethyl und Methylalkohol bei 100° und kam als Zinkchloriddoppelsalz in den Handel. Es fand vor Entdeckung des Methylgrüns starke Verwendung als Farbstoff. Bei 120° gibt es Jodmethyl ab und verwandelt sich in das violette Tetramethylrosanilin.
 
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Jodhpur, ind. Staat und Stadt, s. Meyers Dschodhpur.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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