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Joch bis Jochmus (Bd. 6, Sp. 259 bis 260)
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Artikelverweis Joch, der mittlere, die Schenkel eines Hufeisenmagnets verbindende Teil. Gebirgsjoch heißt ein Bergrücken, der sich zwischen zwei größern Tälern hinzieht; die einzelnen Joche laufen in einem größern J. (Mitteljoch) zusammen. In der Botanik bezeichnet man mit J. (jugum) die einzelnen Blättchenpaare fiederförmig zusammengesetzter Blätter, auch die vorspringenden Riesen auf dem Rücken der beiden Teilfrüchtchen der Umbelliferen (s. d.). Im Wasserbau heißt J. eine Reihe eingerammter, oberwärts mittels horizontal liegender Balken (Jochträger) verbundener Pfähle, z. B. Brückenjoch, Schleusenjoch; auch der Raum zwischen zwei Brückenjochen. Über J. im Bergbau s. d. (S. 666: Grubenausbau). In der Landwirtschaft heißt J. ein hölzernes Geschirr zum Anspannen der Zugochsen; daher ein J. Ochsen, soviel wie ein Paar Ochsen; s. Meyers Anschirrung. Im Seewesen (Ruderjoch) versteht man unter J. eine kurze, nach beiden Seiten vom Steuerruder abstehende Ruderpinne (bei Gigs gebräuchlich), an deren Enden kurze Taue befestigt sind, von denen der Bootssteurer je eins in jeder Hand hält. Auch bezeichnete das Wort eine Fläche Landes (s. Meyers Jochacker, Meyers Juchart, Jück). Vgl. Jugum.
 
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Jochacker (Joch Landes), ein Feldstück von ursprünglich solcher Größe, daß es mit einem Ochsengespann binnen einem Tag umgepflügt werden kann. In Österreich war das Wiener Joch bis Ende 1875 auf 1600 QKlaster = 57,5464 Ar festgesetzt, in Ungarn 11001300 QKlaster, seit 1874 = 43,16 Ar.
 
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Jochalgen (Conjugatae), Ordnung der Meyers Algen (s. d., S. 316).
 
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Jochanan (hebr., »der Gottbegnadete«), Eigenname, in seiner griechischen Form: Joannes, Johannes.
 
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Jochanan ben Sakkai, der bedeutendste jüdische Gesetzeslehrer aus dem 1. Jahrh. n. Chr., Schüler Meyers Hillels (s. d. 1), zur Zeit der Belagerung Jerusalems (70 n. Chr.) der Friedenspartei angehörend, gelang es ihm, in das Lager Vespasians zu kommen. Dieser gewährte ihm unter anderm die Gründung eines Lehrhauses in Jamnia (althebr. Jabne) am Mittelländischen Meer. Hierher ward auch das Synedrion (s. d.) verlegt und z. T. mit den Rechten ausgestattet, die früher Jerusalem gebührten. J. lehrte die Juden auf jede politische Tätigkeit verzichten, führte sie durch verschiedene Verordnungen in die neuen Zustände ein und erhielt das Judentum durch das von ihm inaugurierte Gesetzesstudium. J. hatte zahlreiche Schüler von Bedeutung. Er soll ein Alter von 120 Jahren erreicht haben.
 
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Jochbaum, soviel wie Meyers Hainbuche (s. d.).
 
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Jochbein, Jochbeinpunkt, s. Meyers Schädel.
 
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Jochbrücke, s. Brücken (S. 481: Hölzerne B.).
 
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Jöcheln, s. Meyers Viehzucht.
 
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Jöcher, Christian Gottlieb, Gelehrter, geb. 20. Juli 1694 in Leipzig, gest. 10. Mai 1758, studierte seit 1712 in seiner Vaterstadt erst Medizin, dann Philosophie, wurde 1730 ordentlicher Professor an der philosophischen Fakultät und 1742 Universitätsbibliothekar. Seine Schriften sind teils philosophische, teils Sammelwerke. Unter letztern nimmt den ersten Rang ein das »Allgemeine Gelehrten lexikon«, das in Ermangelung eines dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft entsprechenden derartigen Werkes immer noch einen gewissen Wert hat (Leipz. 1750 u. 1751, 4 Bde.), vermehrt von Adelung (178487), neu herausgegeben und fortgesetzt von Rotermund (Brem. 181022, 6 Bde.; Bd. 7, hrsg. von O. Günther,

[Bd. 6, Sp. 260]


Leipz. 1897). Früher hatte J. das Menckensche »Kompendiöse Gelehrenlexikon« in 2. und 3. Auflage (1725 und 1733) herausgegeben. J. war auch langjähriger Redakteur der Leipziger »Acta eruditorum«.
 
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Jochmus, August Giacomo J., Freiherr von Cotignola, deutscher Reichsminister, geb. 27. Febr. 1808 in Hamburg, gest. 14. Sept. 1881 in Bamberg, widmete sich anfangs dem Handelsstand und, da ihm dieser nicht zusagte, sodann in Paris den militärischen Fachwissenschaften. 1827 ging er nach Griechenland, wurde Adjutant des Generals Church, sodann nach König Ottos Ankunft 1832 im Kriegsministerium angestellt. Durch die Ränke der nationalen Partei gegen die Deutschen vertrieben, begab er sich 1835 nach England, wo er sich der Fremdenlegion, die der Königin Isabella zu Hilfe gesandt wurde, anschloß. In Spanien aber trat er bald definitiv in die Dienste der Cristinos über und stieg in deren Reihen 1837 zum Generalstabschef der sogen. Nordarmee. Ende 1838 nach England zurückgekehrt, wurde er von Palmerston nach Konstantinopel gesandt, um im Einvernehmen mit Lord Ponsonby den Feldzugsplan für den Krieg in Syrien zu entwerfen. Im Juli 1840 begab er sich nach Syrien, wurde Chef des Generalstabs der vereinigten türkisch-englisch-österreichischen Streitkräfte, war im November 1840 bei der Einnahme von Akka tätig und übernahm im Dezember d. J. den Oberbefehl über das türkische Operationsheer, den er bis Ende des Feldzugs (im Februar 1841) führte. Er war darauf im Kriegsministerium zu Konstantinopel beschäftigt, bis ihn die Märzbewegungen von 1848 zur Rückkehr nach Deutschland veranlaßten. Der Reichsverweser Erzherzog Johann verlieh ihm 17. März 1849 nach Gagerns Rücktritt aus dem Reichsministerium das Portefeuille des Auswärtigen und der Marine. Nach dem Rücktritt des Erzherzogs (im Dezember 1849) zog auch er sich in das Privatleben zurück. Kaiser Franz Joseph erhob ihn in den Freiherrenstand, später zum Feldmarschalleutnant. 1853 bis 1855 und 187071 machte J. Reisen um die Welt und lebte zuletzt in Bamberg. Außer einigen Denkschriften geographisch-politischen Inhalts veröffentlichte er: »Der syrische Krieg und der Verfall des Osmanenreichs seit 1840« (Frankf. 1856). Seine »Gesammelten Schriften« (darunter die englische Bearbeitung der erwähnten Schrift, 2 Bde., und der Briefwechsel des Erzherzogs Johann von Österreich) gab Thomas heraus (Berl. 188384, 4 Bde.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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