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Jibara bis Jilgarn (Bd. 6, Sp. 255)
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Artikelverweis Jibara (oder Gibara), Stadt an weit geöffneter Bucht der Nordostküste der Insel Cuba, 30 km nordnordöstlich von Meyers Holguin (s. d.), dessen Hafen es ist, mit (1899) 6841 Einw. Ausfuhr (1902: 2,577,235 Doll.) von Zucker, Tabak etc. 1902 liefen im überseeischen Verkehr 226 Schiffe von 190,102 Ton. ein.
 
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Jičín (spr. jitschīn, in deutscher Schreibart Gitschin), Stadt in Böhmen, 276 m ü. M., an der Cidlina und den Linien Wostroměř-J. der Österreichischen Nordwestbahn, Nimburg-J. der böhmischen Kommerzialbahnen und J.-Turnau der Staatsbahnen gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und einer Finanzbezirksdirektion, besteht aus der Alt- und Neustadt und drei Vorstädten, hat eine schöne Dechanteikirche aus dem 17. Jahrh., ein von Wallenstein 1630 erbautes, jetzt fürstlich Trauttmansdorffsches Schloß, ein ehemaliges Jesuitenkollegium (jetzt Amtsgebäude und Kaserne), ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrerbildungsanstalt, eine Zuckerfabrik, Maschinenschlosserei, Getreidehandel und (1900) 9759 meist tschech. Einwohner. Es war einst die Residenz des Herzogs von Friedland. Von der ehemaligen Befestigung ist nur das Walditzer Tor übriggeblieben. Bemerkenswerte Punkte in der romantischen Umgebung von J. sind der einst befestigte Basaltberg Welisch, die Prachower Sandsteinfelsen, die Ruinen Bradletz und Kumburg und das ehemalige Kartäuserkloster (jetzt Strafanstalt) in Karthaus-Walditz (981 Einw.), das früher die Grabstätte Wallensteins war (seit 1785 in Münchengrätz). Hier fand 29. Juni 1866 ein wichtiges Gefecht zwischen den Österreichern und Preußen statt. Am Vortage hatten der Kronprinz von Sachsen und der General Clam-Gallas eine vorteilhafte Höhenstellung bei J. eingenommen, in der Erwartung, daß das Hauptheer unter Benedek am 30. hierher nachrücken werde, um eine Schlacht zu schlagen. Am 29. Juni früh erließ auf eine Mahnung Moltkes hin, der das Plateau von J. von Anbeginn des Krieges als Vereinigungspunkt für die preußische Armee ins Auge gefaßt hatte, Prinz Friedrich Karl den Befehl, wonach auf der von Turnau nach J. ziehenden Straße zwei Divisionen des 3. Korps unter General Tümpling und Herwarth, auf der von Podol nach J. die Divisionen Werder und Fransecky vorrücken und J. nehmen sollten. Die letztere Straße hatte die Brigade Ringelsheim zu verteidigen, und hier kam es bei Unterlochow zum Kampfe, der nach tapferm Angriff von seiten der Österreicher schließlich infolge der Befehle aus J. mit einem Verlust von 600 Toten aufgegeben wurde. Auf der Turnauer Straße entwickelte sich der Hauptkampf, und bis 7 Uhr abends hielten sich die Österreicher tapfer. Da erhielt der Kronprinz eine verspätete Botschaft Benedeks, daß der Vormarsch des Hauptheers gegen J. aufgegeben sei und der Kronprinz unter Vermeidung jeden Gefechts die Vereinigung mit der Hauptarmee beschleunigen solle. Das veranlaßte die Feldherren, den Kampf abbrechen zu lassen; doch verwandelte sich der Rückzug alsbald in eine schwere Niederlage, besonders als die Division Werder gegen 10 Uhr nachts auch in J. eindrang und die Austrosachsen noch in der Nacht aus J. sich zurückziehen mußten. Das Gefecht kostete den Österreichern und Sachsen 5500 Mann, darunter 2000 Gefangene; die Preußen verloren 1550 Mann Tote und Verwundete. Der Sieg sicherte die Vereinigung der ersten Armee unter Prinz Friedrich Karl mit der zweiten Armee unter dem Kronprinzen; die Truppen von Clam-Gallas waren nach dieser Niederlage völlig unfähig zu weiterm Widerstand. Am 2. Juli nahm König Wilhelm von Preußen sein Hauptquartier in J. und übernahm den Oberbefehl über sämtliche Truppen. Hier wurde um Mitternacht, auf die Meldung des Prinzen Friedrich Karl hin, Kriegsrat gehalten und der Plan zur Schlacht bei Königgrätz (3. Juli) entworfen. Vgl. Friedjung, Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland 18591866, Bd. 1 (6. Aufl., Stuttg. 1904); Regensberg, Gitschin (das. 1905).
 
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Jiemönnpassage, s. Meyers Karawanenhandel.
 
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Jig (engl., spr. dschigg), irischer Nationaltanz, nur von einem Paar ausgeführt. Vgl. Gigue 2).
 
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Jigger (engl., spr. dschigger), eine Meyers Kohlenwippe (s. d.) auf Schiffen; auch eine in der Meyers Färberei (s. d., S. 32 1) benutzte Maschine.
 
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Jiggermast (spr. dsch-, Hagermast), der hinterste Mast auf Viermastschiffen (vgl. Takelung).
 
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Jihlava, tschech. Name von Meyers Iglau (s. d.).
 
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Jijōna (spr. chichōna), Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Alicante, am Südfuß der Sierra Carrasqueta, hat einen alten Turm, Honigkuchenbäckerei, Gerberei, Schuhwarenfabrikation u. (1900) 6901 Einw.
 
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Jildis-Kjöschk, Palast, s. Meyers Beschiktasch.
 
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Jilemnice, Stadt, s. Meyers Starkenbach.
 
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Jilgarn (Yilgarn), Distrikt in Westaustralien, s. Meyers Coolgardie.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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