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Interprēt bis Interrogieren (Bd. 6, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Interprēt (lat.), Dolmetsch, Erklärer.
 
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Interpretation (lat.), soviel wie Meyers Auslegung (s. d.); I. des Rechts, s. Meyers Gesetzesauslegung.
 
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Interpungieren (interpunktieren, lat.), Interpunktionszeichen setzen (s. Meyers Interpunktion).
 
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Interpunktion (lat.), die geregelte Anwendung gewisser Schriftzeichen, wodurch die Verbindung und Trennung der Wörter und Sätze sowie die Modulation der Stimme, beides unerläßliche Bedingungen eines logisch richtigen und schönen (euphonischen) mündlichen Ausdrucks, bezeichnet wird. Der Name I. stammt zwar von den Römern, doch verbanden diese einen andern Begriff damit, insofern sie nämlich, wie auch die Griechen, nur nach Maßgabe oratorischer, also den Vortrag und die Deklamation betreffender Prinzipien und zwar lediglich mittels bloßer Punkte am Ende der Sätze oder durch Absätze (versus, griech. stichoi) interpungierten. Die neuere, mehr an die Regeln der Grammatik sich anschließende I. ist von dem alexandrinischen Grammatiker Aristophanes erfunden und von spätern Grammatikern weiter ausgebildet worden. Zu Karls d. Gr. Zeiten war sie aber wieder so sehr in Vergessenheit geraten, daß Warnefried und Alkuin sie so gut wie ganz von neuem einführen mußten. Anfangs bediente man sich dabei nur eines auf dreifache Art angebrachten Punktes oder Stigmas und bisweilen noch eines Striches; da man aber dabei keine bestimmten Regeln befolgte, so blieb die I. lange Zeit sehr schwankend, bis zu Ende des 15. Jahrh. die gelehrten venezianischen Buchdrucker Manutius die Interpunktionszeichen vermehrten und über ihren Gebrauch festere Regeln aufstellten. Sie sind daher als die eigentlichen Urheber der gegenwärtigen Interpunktionsmethode zu betrachten, und es ist außer einzelnen genauern Bestimmungen nichts Wesentliches mehr hinzugekommen. Doch weichen im einzelnen die verschiedenen europäischen Völker betreffs ihrer Methode der I. vielfach voneinander ab, wie z. B. im Englischen vor and (und) sehr häufig ein Komma oder Semikolon gesetzt, dagegen bei Relativsätzen meist kein Interpunktionszeichen angewendet wird, u. dgl. m. Auch in der Handhabung der deutschen I. bestehen manche Differenzen und Schwankungen. Vgl. Bieling, Das Prinzip der deutschen I. (Berl. 1880); Wustmann, Allerhand Sprachdummheiten (3. Ausg., Leipz. 1903). Die jetzt allgemein gebräuchlichen Interpunktionszeichen sind: Komma, Semikolon, Kolon, Punkt und Fragezeichen, ferner das Ausrufungszeichen, das Teilungszeichen, die Parenthese, der Gedankenstrich, das Anführungszeichen (s. diese Artikel).
 
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Interradĭus (bei Tieren), s. Meyers Radiär.
 
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Interrégnum (lat., »Zwischenregierung«, s. d.), in Rom die Regierung des Meyers Interrex (s. d.); in der Geschichte Deutschlands vorzugsweise die Zeit nach Kaiser Konrads IV. Tod bis zur Thronbesteigung Rudolfs von Habsburg (125473), wo Wilhelm von Holland, Alfons von Kastilien und Richard von Cornwallis zwar zu Königen gewählt waren, aber keine Herrschergewalt auszuüben vermochten (s. Meyers Deutschland, S. 804). Vgl. Kempf, Geschichte des Deutschen Reichs während des Interregnums (Würzb. 1893).

[Bd. 6, Sp. 892]



 
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Interrex (lat., »Zwischenkönig«), der Zwischenmagistratus, der in der Königszeit von den Patriziern aus ihrer Mitte ernannt wurde, um nach dem Tod eines Königs die Neuwahl vorzunehmen, aber nach fünf Tagen immer einem Nachfolger weichen mußte, bis die Wahl zustande gekommen war. Die Einrichtung der Zwischenregierung (Interregnum) wurde in der Republik, in der sonst die obersten Magistrate ihre Nachfolger selbst wählen ließen, beibehalten, wenn jene während ihrer Amtsführung gestorben waren oder das Amt niedergelegt hatten oder die Neuwahl beim Ablauf des Amtsjahres noch nicht hatte stattfinden können. In dem Prinzipat hatte der I. natürlich keinen Platz mehr.
 
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Interrogationes in jure (lat.), Fragen, welche die Parteien im römischen Zivilprozeß einander zur Aufklärung und Feststellung der Streitpunkte vorlegen konnten.
 
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Interrogatīvum (lat.), fragendes Fürwort, s. Pronomen.
 
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Interrogatorĭa, s. Meyers Fragestücke.
 
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Interrogieren (lat.), fragen, ins Verhör nehmen.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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