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Internum Mare bis Interpretation (Bd. 6, Sp. 890 bis 891)
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Artikelverweis Internum Mare, d. h. inneres Meer, lateinische Bezeichnung des Mittelländischen Meeres, im Gegensatz zu dem Atlantischen Ozean.
 
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Internunzĭus (lat.), Botschafter, Geschäftsträger; besonders Geschäftsträger zweiten Ranges, der vom Papst in diejenigen Länder gesandt wurde, die ihm wegen ihrer Unbedeutendheit keinen Nunzius (s. d.) zu erfordern schienen; früher auch Titel des österreichischen Gesandten bei der Pforte, weil genau genommen früher zwischen beiden Ländern nicht Friede, sondern nur Waffenstillstand geschlossen wurde und deswegen kein bleibender Gesandter dort verweilte.
 
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Interpellation (lat.), Unterbrechung; dann Einrede, Einspruch, Mahnung des Gläubigers an den Schuldner (s. Meyers Verzug); parlamentarisch die förmliche Anfrage, die an die Staatsregierung um Auskunfterteilung oder um Rechenschaft über eine Angelegenheit gerichtet wird. Manche Verfassungen (z. B. die

[Bd. 6, Sp. 891]


preußische, Art. 81) räumen den Kammern das Recht, die Regierung zu interpellieren, ausdrücklich ein. Hier besteht für die Regierung die Verpflichtung zur Beantwortung, sei es, daß dieselbe materiell auf die Sache eingeht, sei es, daß sie ablehnend ausfällt. Aber auch da, wo die Verfassung ein Interpellationsrecht des Parlaments nicht ausdrücklich anerkennt, finden Interpellationen statt, so namentlich auch im deutschen Reichstag. Nach der Geschäftsordnung des Reichstags (§ 32 ff.) müssen Interpellationen an den Bundesrat von mindestens 30 Mitgliedern unterzeichnet sein und dem Präsidenten übergeben werden, der sie dem Reichskanzler abschriftlich mitteilt und diesen in der nächsten Sitzung zur Erklärung darüber auffordert, ob und wann er die I. beantworten werde. Im Bejahungsfall wird dann der Interpellant an dem bestimmten Tage zur Ausführung der I. zugelassen. Eine Verhandlung darf sich an die Beantwortung oder Ablehnung der I. anschließen, wenn mindestens 50 Mitglieder darauf antragen. Abgesehen von der förmlichen I. ist es auch den Abgeordneten unbenommen, Anfragen über einen Gegenstand an die Vertreter der Regierung zu richten, wie dies namentlich bei der Etatsberatung vielfach geschieht. Allerdings besteht keine Verpflichtung zur Beantwortung.
 
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Interpellieren (lat.), zwischenreden, ins Wort fallen; Einrede erheben; zu einer Erklärung auffordern, Ausschluß über etwas verlangen (s. Meyers Interpellation).
 
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Inter pocŭla (lat.), wörtlich: zwischen den Bechern, d. h. beim Wein etc., beim Trinken.
 
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Interpolation (lat., »Einschaltung«), in der Mathematik bezeichnet I. ein Verfahren, durch das man zwischen zwei Gliedern einer nach einem bestimmten Gesetz fortschreitenden Reihe von Größen neue Größen derart einschaltet, daß sie sich an dieses Gesetz entweder völlig oder doch möglichst nahe anschließen. Die I. spielt namentlich in der Astronomie eine große Rolle, denn man ist da oft in derLage, aus den zu bestimmten Zeiten beobachteten Örtern eines Himmelskörpers dessen Ort für eine dazwischenliegende Zeit berechnen zu müssen. Einfache Interpolationen hat man aber auch fortwährend bei Benutzung der Logarithmentafeln auszuführen. Eine Darstellung der verschiedenen Methoden zur I. findet man bei Markoff, Differenzenrechnung (deutsch von Friesendorff u. Prümm, Leipz. 1896), und bei Seliwanoff, Differenzenrechnung (das. 1904). Interpolationen als Kunstausdruck der Wissenschaft des römischen Rechts soviel wie Emblemata Triboniani (s. d.). In der Handschriftenkunde und philologischen Kritik die Verfälschung des ursprünglichen Textes einer Schrift durch Einschaltung einzelner Wörter, Sätze oder ganzer Abschnitte. Dergleichen Stellen und Schriften heißen daher interpolierte, die Handlung selbst I. und deren Urheber Interpolator. Solche Interpolationen reichen in griechischen und römischen Schriftdenkmälern in sehr alte Zeit zurück; schon Solon schob einen Vers in Homers »Ilias« ein. Später waren es besonders jüdische und christliche Gelehrte, die sich dergleichen Fälschungen erlaubten, um dadurch ihren eignen Lehrmeinungen den Schein höhern Alters und dadurch größeres Ansehen zu verschaffen. Namentlich haben oft auch Grammatiker seltene und ungewöhnliche Ausdrücke in ältern Schriftstellern durch bekannte zu ersetzen gesucht. Sache der Kritik ist es, solche von fremder Hand gemachten Zusätze ausfindig zu machen und auszuscheiden.
 
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Interpolationsmaßstab (Interpolationsquadrant, -Schere, -Zirkel, -Dreieck), s. Meyers Schichtensucher.
 
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Interpolieren (lat.), einschalten, zustutzen, einrichten, verfälschen (s. Meyers Interpolation).
 
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Interponieren (lat.), sich ins Mittel legen; ein Rechtsmittel einlegen.
 
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Interprēt (lat.), Dolmetsch, Erklärer.
 
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Interpretation (lat.), soviel wie Meyers Auslegung (s. d.); I. des Rechts, s. Meyers Gesetzesauslegung.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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