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Internationales Recht bis Inter pocŭla (Bd. 6, Sp. 890 bis 891)
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Artikelverweis Internationales Recht, in der neuern Zeit Bezeichnung für die Gesamtheit der Rechtsgrundsätze über das gegenseitige Verhalten und Verhältnis der verschiedenen Staaten der zivilisierten Welt sowie ihrer Rechtsordnungen, bez. Gesetzgebungen; den erstern Teil benennt man gewöhnlich als Meyers Völkerrecht (s. d.), den letztern als internationales Privat und Strafgesetz (hier auch je die Normen über das gerichtliche Verfahren mit umfassend). Beide Rechtsgebiete befinden sich zurzeit noch im Entwickelungsstadium. Durch die Vorarbeiten seitens des Vereins für die Reform und Kodifikation des Völkerrechts (Association for the reform and codification of the law of nations), besonders aber durch jene des »Instituts für internationales Meyers Recht« (s. d.), Institut de droit international, sowie die einschlägigen Zeitschriften und sonstigen Veröffentlichungen wurden bereits wertvolle Beiträge zur Klärung der Anschauungen über einen großen Teil dieser Fragen geliefert. Es steht zu hoffen, daß dieselben bald einer einheitlichen Regelung entgegengeführt werden durch Staatsverträge auf Grund der Beschlüsse, die Vertreter einer größern Anzahl von Regierungen bei den in den Jahren 1893, 1894, 1900 und 1904 von der niederländischen Regierung nach dem Haag berufenen Konferenzen gefaßt haben. Die großartige Entwickelung des internationalen Handels und Verkehrs drängt gebieterischer denn je auf eine umfassende und baldige Regelung des gesamten internationalen Rechts; an privaten und staatlichen Versuchen hierzu hat es allerdings bisher nicht gefehlt, leider stehen die Resultate in keinem Verhältnis zu der aufgewandten Mühe. Vgl. v. Bar, Theorie und Praxis des internationalen Privatrechts (2. Aufl., Hannov. 1889, 2 Bde.) und Lehrbuch des internationalen Privat- und Strafrechts (Stuttg. 1892); Jettel, Handbuch des internationalen Privat- und Strafrechts mit Rücksicht auf die Gesetzgebungen Österreichs, Ungarns, Kroatiens und Bosniens (Wien 1893); Zitelmann, Internationales Privatrecht (Leipz. 18971903, Bd. 1 u. 2); Leske u. Löwenfeld, Die Rechtsverfolgung im internationalen Verkehr (Berl. 1895--97, 2 Bde.); Meili, Das internationale Zivil- und Handelsrecht (Zür. 1902, 2 Bde.) und Das internationale Zivilprozeßrecht (das. 1904, Bd. 1); Kahn, Das internationale Privatrecht auf Grund der Haager Kodifikation (Leipz. 1904 ff.); Calvo, Le droit international (5. Aufl., Par. 188789, 5 Bde., Supplementband 1896); Surville u. Arthuys, Cours élémentaire de droit international privé (3. Aufl., das. 1900); Contuzzi, Diritto internazionale privato (Mail. 1890); Westlake, International law (Bd. 1, Lond. 1904); »Zeitschrift für internationales Privat- und Strafrecht« (begründet von Ferd. Böhm, 1890 ff., seit 1901 hrsg. von Niemeyer, Leipz.); »Journal du droit international privé« (hrsg. von Clunet, Par.); »Revue de droit international et de législation comparée« (begründet von Rolin-Jacquemyns u. a., Brüss. 1869 ff.).
 
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Internationale statistische Kongresse, s. Meyers Statistik.
 
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Internationale Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz, eine am 29. Juli 1900 zu Paris gegründete Gesellschaft von Angehörigen der verschiedenen Industrieländer, deren Zweck auf Ausbau und internationale Regelung des gesetzlichen Arbeiterschutzes gerichtet ist. Ihre erste konstituierende Versammlung hielt die Vereinigung im September 1901 in Basel ab. Ihren Zweck sucht sie durch Denkschriften und Abhaltung von Kongressen zu erreichen. Sie gliedert sich in Landessektionen (zurzeit in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Österreich, Ungarn, Belgien, den Niederlanden, Italien), die wieder in Ortsgruppen zerfallen. Die deutsche Sektion führt den Namen »Gesellschaft für soziale Meyers Reform« (s. d.). Das leitende Komitee wird aus Angehörigen der Landessektionen gebildet. Die Vereinigung hat ihren Sitz in Basel. Hier ist auch der Sitz des von der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz 1. Mai 1901 ins Leben gerufenen Internationalen Arbeitsamts, welches das gesamte auf die Arbeiterschutzgesetzgebung aller Länder bezügliche Material sammeln soll. Das Arbeitsamt wird von einer größern Anzahl von Staaten durch Geldbeiträge sowie durch Einsendung der amtlichen Veröffentlichungen und Erteilung von Auskünften unterstützt. Seit 1902 gibt es ein deutsch und französisch erscheinendes »Bulletin« heraus, das eine vollständige Übersicht über die auf den Arbeiterschutz bezüglichen Gesetze, Verordnungen etc. und die einschlägige Bibliographie enthält.
 
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Internieren (neulat.), ins Innere des Landes oder an einen bestimmten Ort, besonders in eine Festung, verweisen, eine gegen politische Flüchtlinge, auch gegen die auf neutrales Gebiet übergetretenen Truppenteile kriegführender Mächte angewendete Maßregel.
 
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Internodĭum (Stengelglied, Zwischenknotenstück), der zwischen zwei aufeinander folgenden Blättern befindliche Sproßabschnitt (s. Meyers Sproß).
 
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Intérnum (lat., »das Innere«), ein Gebiet, das einer bestimmten Person, Körperschaft, Behörde etc. vorbehalten und Dritten gegenüber abgeschlossen ist. So bezeichnet man eine Angelegenheit, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit im Schoß einer Gemeindevertretung behandelt wird, als deren I.; die Beilegung von Mißhelligkeiten unter den Mitgliedern eines Kollegiums, einer Gesellschaft ist ein I. derselben u. dgl.
 
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Internum Mare, d. h. inneres Meer, lateinische Bezeichnung des Mittelländischen Meeres, im Gegensatz zu dem Atlantischen Ozean.
 
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Internunzĭus (lat.), Botschafter, Geschäftsträger; besonders Geschäftsträger zweiten Ranges, der vom Papst in diejenigen Länder gesandt wurde, die ihm wegen ihrer Unbedeutendheit keinen Nunzius (s. d.) zu erfordern schienen; früher auch Titel des österreichischen Gesandten bei der Pforte, weil genau genommen früher zwischen beiden Ländern nicht Friede, sondern nur Waffenstillstand geschlossen wurde und deswegen kein bleibender Gesandter dort verweilte.
 
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Interpellation (lat.), Unterbrechung; dann Einrede, Einspruch, Mahnung des Gläubigers an den Schuldner (s. Meyers Verzug); parlamentarisch die förmliche Anfrage, die an die Staatsregierung um Auskunfterteilung oder um Rechenschaft über eine Angelegenheit gerichtet wird. Manche Verfassungen (z. B. die

[Bd. 6, Sp. 891]


preußische, Art. 81) räumen den Kammern das Recht, die Regierung zu interpellieren, ausdrücklich ein. Hier besteht für die Regierung die Verpflichtung zur Beantwortung, sei es, daß dieselbe materiell auf die Sache eingeht, sei es, daß sie ablehnend ausfällt. Aber auch da, wo die Verfassung ein Interpellationsrecht des Parlaments nicht ausdrücklich anerkennt, finden Interpellationen statt, so namentlich auch im deutschen Reichstag. Nach der Geschäftsordnung des Reichstags (§ 32 ff.) müssen Interpellationen an den Bundesrat von mindestens 30 Mitgliedern unterzeichnet sein und dem Präsidenten übergeben werden, der sie dem Reichskanzler abschriftlich mitteilt und diesen in der nächsten Sitzung zur Erklärung darüber auffordert, ob und wann er die I. beantworten werde. Im Bejahungsfall wird dann der Interpellant an dem bestimmten Tage zur Ausführung der I. zugelassen. Eine Verhandlung darf sich an die Beantwortung oder Ablehnung der I. anschließen, wenn mindestens 50 Mitglieder darauf antragen. Abgesehen von der förmlichen I. ist es auch den Abgeordneten unbenommen, Anfragen über einen Gegenstand an die Vertreter der Regierung zu richten, wie dies namentlich bei der Etatsberatung vielfach geschieht. Allerdings besteht keine Verpflichtung zur Beantwortung.
 
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Interpellieren (lat.), zwischenreden, ins Wort fallen; Einrede erheben; zu einer Erklärung auffordern, Ausschluß über etwas verlangen (s. Meyers Interpellation).
 
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Inter pocŭla (lat.), wörtlich: zwischen den Bechern, d. h. beim Wein etc., beim Trinken.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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