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Intermedĭär bis Internationale Allianz der sozialistischen Demokratie (Bd. 6, Sp. 887 bis 888)
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Artikelverweis Intermedĭär (franz.), dazwischen befindlich.
 
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Intermedĭum (lat.), Zwischenzeit, Zeitraum zwischen zwei Terminen.
 
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Intermezzo (ital., auch Intermedio, »Zwischenspiel«), Name der zu Ende des 16. Jahrh. in Italien aufgekommenen musikalischen Zwischenaktsunterhaltungen bei Aufführungen von Tragödien, später auch bei denen ernster Opern. Anfänglich hingen die Intermezzi der verschiedenen Akte nicht miteinander zusammen, sondern jede behandelte einen andern mythologischen Gegenstand. Allmählich aber entwickelte sich aus ihnen eine im Gegensatz zur Handlung des Hauptstückes mehr oder weniger scherzhaft behandelte zweite Handlung, die sich abwechselnd mit jener stückweise abspielte. Ein solches I. war Pergolesis »Serva padrona«. Der nächste Schritt war die Lostrennung dieser allmählich erwachsenen scherzhaften kleinen Oper aus der unnatürlichen Verstrickung mit einer ernsten, und dadurch entstand die sogen. Opera buffa (komische Oper, Opernposse). Die ältesten Intermedien waren einfache Madrigale; auch wurden sie zeitweilig durch Instrumentalvorträge abgelöst; später trat das Ballettdivertissement an Stelle des I. Die einzige Form, in der Intermedien noch jetzt existieren (im Drama), ist die Zwischenaktsmusik. Allgemeiner gebraucht man I. für einen unerwarteten, komischen Zwischenfall. Vgl. Angeli, Notizie per la storia del teatro a Firenze nel secolo XVI, specialmente circa gli intermezzi (Modena 1891).
 
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In termĭno (lat.), am gesetzten Termin.
 
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Intermittierend (lat.), zeitweilig aussetzend, ausbleibend (z. B. von Quellen, Flüssen, Seen); intermittierendes Fieber (febris intermittens), soviel wie Meyers Wechselfieber (s. d.); intermittierender Puls (pulsus intermittens), charakterisiert durch das Ausbleiben einzelner Pulsschläge, ist eine Folge von gestörter Innervation oder von organischen Erkrankungen des Herzmuskels.
 
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Intermundĭen (lat., »Zwischenwelten«, griech. Metakosmien), diejenigen Räume zwischen den verschiedenen Welten, in denen nach der Lehre des Epikuros (s. d.) die unsterblichen Götter leben und von Weltangelegenheiten ungestört ein seliges Dasein führen.
 
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Intérn (lat.), inner, innerlich; inländisch, einheimisch; in der Anstalt etc. befindlich oder wohnend; Interna, die innern Angelegenheiten (s. Internum).
 
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Internāt (neulat., von internus, »inner«), im Erziehungswesen diejenige Einrichtung pädagogischer Anstalten, nach der die Schüler zugleich Zöglinge sind, d. h. in der Anstalt verpflegt und erzogen werden; demgemäß soviel wie Alumnat (Institut). Im Gegensatz dazu nennt man Anstalten, die nicht zugleich die Schüler verpflegen, Externate. Internate als Anstalten, die nicht die natürliche, sondern eine künstliche Lebensordnung darstellen, sollen nicht ohne Not eingerichtet werden; unter Umständen aber (für Waisenhäuser, Rettungshäuser, Berufsschulen, die eine größere Anzahl junger Leute an einem Punkt anhäufen) sind sie nötig. In solchen Fällen kann es nur darauf ankommen, zwischen straffer Ordnung und tunlichster Annäherung an die Familienerziehung das rechte Gleichgewicht herzustellen.
 
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Internationāl (neulat.), Bezeichnung für dasjenige, was »zwischen verschiedenen Nationen« stattfindet oder Geltung hat. So bildet der internationale Verkehr (Welthandel) den Gegensatz zum innern Handel in den einzelnen Ländern, das Meyers internationale Recht (s. d.) den Gegensatz zu dem auf rein interne Verhältnisse anzuwendenden Recht der einzelnen Staaten. Der internationale Verkehr gewinnt in unserer Zeit mehr und mehr an Bedeutung. Internationale Vereinigungen, wie z. B. der Weltpostverein, fördern die gemeinsamen Interessen der zivilisierten Nationen. Gemeinsame Bestrebungen im Interesse der Humanität, der Wissenschaft und der Rechtspflege werden auf internationalen Kongressen und in internationalen Vereinen gepflegt, und die internationalen Beziehungen der Staaten zueinander nehmen die Aufmerksamkeit und Tätigkeit der Regierungen ganz besonders in Anspruch. Über internationale Bureaus, internationale Gerichte und internationales Rechts. die besondern Artikel.
 
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Internationale (Internationale Arbeiterassoziation, International working men's association), eine sozialdemokratische Arbeiterverbindung, deren Gründung im Anschluß an die gelegentlich der Londoner Weltausstellung 1862 vollzogene Verbrüderung englischer und französischer Arbeiter 28. Sept. 1864 auf einem Meeting in St. Martin's Hall zu London von Sozialisten und radikalen Republikanern aller Länder beschlossen wurde. Schon in den 1840er Jahren war im »Bund der Gerechten« eine geheime Verbindung deutscher Sozialisten im Ausland mit dem Sitz in London entstanden. Bereits vorher (1836) war der »Bund der Kommunisten« als internationale Arbeitervereinigung gegründet worden, für den Marx und Engels das berühmte »Kommunistische Manifest« verfaßten, das 1848 zuerst in deutscher

[Bd. 6, Sp. 888]


Sprache erschien und in zahlreichen Übersetzungen die Arbeiter Europas zu einer internationalen Aktion gegen die bestehende Gesellschaft aufforderte. Dieser Bund ging zwar 1850 wieder ein, aber die Ideen des »Kommunistischen Manifests« wirkten weiter und fanden in der I. Verbreitung. Die Verbindung von 1864 war der erste Versuch, die Sozialdemokratie zu einer einheitlichen internationalen Partei zu machen, um als revolutionäre Agitationspartei gleichzeitig in allen Ländern für die Verwirklichung des Marxschen sozialdemokratischen Programms (s. Meyers Sozialismus) zu agitieren und die soziale Revolution vorzubereiten. Auf jenem Meeting wurde ein Ausschuß von 50 Personen eingesetzt, um Programm und Statut der Verbindung vorzubereiten; ein späterer internationaler Kongreß sollte darüber beraten und entscheiden. K. Marx, die Seele der Bewegung, entwarf beides und fand die Zustimmung sowohl des Ausschusses als des ersten, die I. konstituierenden internationalen Kongresses zu Genf im I. 1866. Das Programm lautet: »In Erwägung, daß die Emanzipation der arbeitenden Klassen durch die arbeitenden Klassen selbst erobert werden muß; daß der Kampf für die Emanzipation der arbeitenden Klassen nicht einen Kampf für die Klassenprivilegien und Monopole, sondern für gleiche Rechte und Pflichten und für die Vernichtung aller Klassenherrschaft bedeutet; daß die ökonomische Abhängigkeit des Mannes der Arbeit vom Monopolisten der Werkzeuge, der Quellen des Lebens, die Grundlage der Knechtschaft in jeder Form, des sozialen Elends, der geistigen Herabwürdigung und politischen Abhängigkeit bildet; daß deshalb die ökonomische Emanzipation der arbeitenden Klassen das große Ziel ist, dem jede politische Bewegung als bloßes Hilfsmittel sich unterordnen sollte, daß alle auf dieses große Ziel gerichteten Anstrengungen bisher an dem Mangel der Solidarität zwischen den vielfachen Zweigen der Arbeit jedes Landes und an dem Nichtvorhandensein eines brüderlichen Bandes der Einheit zwischen den arbeitenden Klassen der verschiedenen Länder gescheitert sind; daß die Emanzipation der Arbeit weder ein lokales noch ein nationales, sondern ein soziales Problem ist, das alle Länder umfaßt, in denen moderne Gesellschaft existiert, und dessen Lösung von der praktischen und theoretischen Mitwirkung der vorgeschrittensten Länder abhängt; daß das gegenwärtige Wiederaufleben der arbeitenden Klassen in den gewerktätigen Ländern Europas, während es neue Hoffnungen rege macht, eine feierliche Warnung vor einem Rückfall in alte Irrtümer enthält und ein unmittelbares Bündnis der noch getrennten Bewegungen erfordert: aus diesen Gründen erklärt der erste internationale Arbeiterkongreß, die internationale Arbeiterassoziation und alle ihr angehörigen Gesellschaften und Individuen, Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlage ihres Betragens untereinander und gegen alle ihre Mitmenschen ohne Rücksicht auf Farbe, Bekenntnis oder Nationalität anzuerkennen. Der Kongreß betrachtet es als Pflicht des Mannes, die Rechte eines Mannes oder Bürgers nicht bloß für sich selbst, sondern für jedermann, der seine Pflicht tut, zu fordern. Keine Rechte ohne Pflichten, keine Pflichten ohne Rechte.«
   Die Organisation der I. war folgende: Von den Lokalsektionen (den Mitgliedern der I. an einem Ort) wurden Delegierte gewählt; diese bildeten die Föderationen; die Delegierten der Föderationen bildeten den Kongreß, der jährlich zusammentreten sollte, um die entscheidenden Beschlüsse zu fassen, die leitenden Grundsätze für die ganze Bewegung zu geben und die Mitglieder des Vorstandes (Generalrats) zu ernennen. Dieser, mit dem Sitz in London, korrespondierte über alle sozialen und politischen Fragen mit den einzelnen Vereinen. Für die einzelnen Länder waren Generalsekretäre (Marx für Deutschland) bestellt. Die Vereine konnten sich national zu Zentralverbänden organisieren. Der erste, 1865 nach Brüssel berufene Kongreß kam, weil ihn die belgische Regierung verbot, nicht zustande. Hierauf fanden Kongresse nacheinander statt in Genf (1866), Lausanne (1867), Brüssel (1868), Basel (1869). Durch die Beschlüsse derselben, namentlich in Brüssel und Basel, wurde das Programm im einzelnen festgestellt (s. Meyers Sozialismus). Die I. gewann schnell in allen industriellen Ländern (außer in England) Boden, doch zählte sie nie viele steuernde Mitglieder, auch wurde ihre Macht vielfach überschätzt. 1870 wurde wegen des deutsch-französischen Krieges kein Kongreß berufen, sondern nur 1871 eine Konferenz von Delegierten in London abgehalten. Bald darauf trat in der Partei unter den Führern immer schärfer ein Gegensatz hervor, der schließlich zum offenen Bruch und damit zur Auflösung der I. führte. Bakunin hatte 1868 in Bern eine internationale Allianz der sozialistischen Demokratie begründet, deren Sektionen in die I. eintraten. Diese waren Gegner der Zentralisation, die Sektionen sollten autonom sein, der Generalrat sollte nur zwischen ihnen vermitteln. Hierfür war die Mehrzahl der französischen, italienischen, belgischen und spanischen Delegierten. Die Gegner aber wollten gerade eine Machterweiterung für den Generalrat. Auf dem Kongreß im Haag (1872) siegten die Zentralisten über die Föderalisten mit 26 gegen 23 Stimmen. Die Majorität verlegte den Sitz des Generalrats nach New York, die Minorität schied aus, um eine neue I. zu gründen. Beide Parteien tagten 1873 in Genf gleichzeitig, aber gesondert, und befehdeten sich auf das heftigste. Alle Versuche, die Einigkeit wieder herbeizuführen, namentlich auf dem Kongreß in Genf 1877, mißlangen, ebenso der Versuch Mosts auf einem Kongreß in London 1881, eine neue I. der anarchistischen Partei zu begründen. Im gleichen Jahre fand ein internationaler Kongreß der gemäßigten Richtung in Chur statt, und seitdem haben noch mehrere andre Zusammenkünfte von Vertretern der extremen, anarchistischen wie der sozialdemokratischen Richtung stattgefunden. S. Meyers Internationale Arbeiterkongresse. Vgl. Eichhoff, Die internationale Arbeiterassoziation (Berl. 1868); Testut, L'Internationale (Par. 1871; deutsch, Leipz. 1872); Villetard, Histoire de l'I. (Par. 1871); Pachtler, Die internationale Arbeiterverbindung (Essen 1871); Yorke, Geheime Geschichte der internationalen Arbeiterverbindung (Stuttg. 1872); »Zur Geschichte der I.« (von M. Busch, Leipz. 1872); E. Jäger, Der moderne Sozialismus etc. (Berl. 1873); L. Favre, Histoire de l'I. et du socialisme (Niort 1879, 2 Bde.); Zacher, Die rote I. (3. Aufl., Berl. 1884); Jaeckh, Die I. (Leipz. 1904).
   Schwarze I. ist ein vom Reichstagsabgeordneten v. Kleist-Retzow 14. Okt. 1878 geprägtes Schlagwort zur Bezeichnung der ultramontan-jesuitischen Bestrebungen unter allen Völkern. Danach wurden auch gebildet die Ausdrücke rote I. zur Bezeichnung der internationalen Sozialdemokratie (s. den voranstehenden Artikel), die goldene I. zur Bezeichnung der (jüdischen) haute-finance u. a.
 
Artikelverweis 
Internationale Allianz der sozialistischen Demokratie, s. Meyers Internationale.

[Bd. 6, Sp. 889]


 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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