Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Interimistĭkum bis Interkalār (Bd. 6, Sp. 885 bis 886)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Interimistĭkum (neulat., auch Provisorium, s. d.), vorläufige amtliche Anordnung, vorläufige Verwaltung eines Amtes; gerichtliche Verfügung, durch die ein Verhältnis vorläufig geregelt wird (s. Meyers Einstweilige Anordnungen u. Einstweilige Verfügungen).
 
Artikelverweis 
Interimistisch (lat.), einstweilig, vorläufig, bis zur definitiven Regelung.
 
Artikelverweis 
Interimskurator, eine noch manchmal gebrauchte Bezeichnung für den besondern Vertreter, der einer prozeßunfähigen Person, weil sie einen gesetzlichen Vertreter nicht hat, nach der Deutschen Zivilprozeßordnung (§ 57) bestellt werden darf, damit gegen sie

[Bd. 6, Sp. 886]


Klage erhoben werden kann. Der I. hat die prozeßunfähige Partei im Prozeß zu vertreten, bis der gesetzliche Vertreter in diesen eintritt.
 
Artikelverweis 
Interimsnote, im Handelswesen, s. Meyers Beinote.
 
Artikelverweis 
Interimsrock (Überrock), in der deutschen Armee langschößiger Rock der Offiziere (außer Husaren) mit zwei Reihen Knöpfen von der Farbe der Knöpfe des Waffenrockes. Der I. der Offiziere berittener Truppen ist blau, bei allen andern Offizieren schwarz (eine blaue Farbe ist in Einführung begriffen), die Ärmel haben breite Aufschläge ohne Knöpfe, der Kragen hat keine Stickerei oder Litzen, auf den Schultern sind keine Epauletthalter.
 
Artikelverweis 
Interimsschein (Interimsquittung), im allgemeinen eine vorläufige Bescheinigung über eine Leistung, die bis zur Ausstellung einer endgültigen Urkunde Geltung haben und gegen diese zurückgegeben werden soll. Im Aktienverkehr sind Interimsscheine (Aktienzertifikate, Promessen) Anteilscheine, die den Aktionären vor der Ausgabe der Aktien ausgestellt werden, in denen also der Bezug der Aktien und damit das Mitgliedsrecht bestätigt wird. Sie sollen die Aktien vorläufig ersetzen und später gegen sie eingetauscht werden, dürfen aber nicht auf den Inhaber lauten (§ 209, Abs. 2, des Handelsgesetzbuches; vgl. Inhaberpapiere). Im Wechselverkehr kommen Interimsscheine insbes. dann vor, wenn die Erfüllung der aus dem Wechselschluß einer Partei obliegenden Verbindlichkeiten einstweilen ausgesetzt bleibt, also entweder die Valuta nicht gleich bei Ausstellung oder Begebung des Wechsels berichtigt (etwa weil abgewartet werden soll, ob der Wechsel vom Bezogenen eingelöst wird) oder aber der Wechsel nicht gleich bei Bezahlung der Valuta ausgestellt oder begeben wird (z. B. wenn ein Wechsel verkauft wird, den der Verkäufer noch nicht hat). Ersternfalls läßt sich der Geber des Wechsels einen I. über die geschuldete Valuta geben, der bei Zahlung der Valuta zurückzugeben ist; der Schuldner der Valuta kann über diese auch einen wirklichen Wechsel ausstellen (Interimswechsel). Letzternfalls läßt sich der Geber der Valuta über den Empfang der Valuta und die Zusage des Wechsels einen I. geben; auch ein solcher I. wird mitunter Interimswechsel genannt, ist aber kein Wechsel, da Gegenstand eines solchen nur die Verpflichtung zur Zahlung einer Geldsumme und nicht zur Anschaffung eines Papiers sein kann.
 
Artikelverweis 
Interimswechsel, s. Meyers Interimsschein.
 
Artikelverweis 
Interimswirtschaft (Setzwirtschaft), die Bewirtschaftung eines Bauerngutes während der Minderjährigkeit des Anerben (s. Meyers Anerbenrecht) durch einen hierzu bestellten Dritten (Interimswirt) auf dessen eigne Rechnung und auf eine bestimmte Zeit (Mahljahre, Wohnjahre), die regelmäßig mit der Volljährigkeit des Anerben endigt. Für seine Aufwendungen hat der Interimswirt, gewöhnlich zugleich Vormund und Stiefvater des Minderjährigen, wenn er auch kein Vermögen in das Gut einbrachte, Anspruch auf Entschädigung (Zusicherung einer Leibzucht, einer Abfindung für seine Kinder, auch für die zugebrachten, und selbst ein bedingtes Erbrecht an dem Gute), wie er während der Mahljahre auch verpflichtet ist, das Gut in Bau und Besserung zu erhalten, die Lasten desselben zu tragen und Ersatz für den von ihm etwa verschuldeten Schaden zu leisten. Die I. kommt in Deutschland nur noch vereinzelt (in Waldeck, Braunschweig etc.) vor. Vgl. Runde, Abhandlungen der Rechtslehre von der I. (2. Aufl., Götting. 1832).
 
Artikelverweis 
Interjektion (lat.), Gefühlswort, ein Laut oder eine Lautgruppe, welche die Gefühle des Schmerzes, der Freude, der Überraschung, der Furcht, der Entschlossenheit etc. ausdrückt, wie ach! a u! Sie gehören zu den ursprünglichsten Bestandteilen aller Sprachen.
 
Artikelverweis 
Inter jocos et serĭa (lat.), zwischen Scherz und Ernst.
 
Artikelverweis 
Interkalār (lat.), eingeschaltet; intercalaris annus, Schaltjahr; intercalaris dies, Schalttag.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer