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Interessen bis Interfektion (Bd. 6, Sp. 883 bis 884)
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Artikelverweis Interessen, im gewöhnlichen Leben Bezeichnung für die Zinsen eines Kapitals; daher Interessenrechnung. soviel wie Meyers Zinsrechnung (s. d.).
 
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Interessenharmonie, die Übereinstimmung zwischen dem Wohlergehen der einzelnen und demjenigen der Gesamtheit. Während Vertreter der englischen Schule der Nationalökonomie (Ricardo, Malthus) die wirtschaftlichen Zustände pessimistisch auffaßten und von Gesetzen sprachen, nach denen das Elend der Welt unausrottbar sei, haben, nachdem schon früher der Physiokrat Gournay u. a. die Ansicht ausgesprochen hatten, das vernünftige Interesse des einzelnen sei immer im Einklang mit dem allgemeinen, besonders Carey und Bastiat die I. zum Kernpunkt ihrer Lehren gemacht. Nach Bastiat besteht eine I. zwischen Moral und Volkswirtschaft; der einzelne fördert durch sein tugendhaftes Verhalten zugleich sein wirtschaftliches Interesse und das der Gesamtheit. Zwischen den richtig verstandenen Gesetzen der Moral und der Wirtschaftslehre findet kein Widerspruch statt. Es besteht aber auch ferner I. zwischen den einzelnen wirtschaftlichen Klassen, zwischen Grundbesitz, Handel und Industrie, zwischen Arbeitern und Arbeitgebern. Zins und Gewinn wachsen nicht auf Kosten des Arbeitslohnes, sondern zugleich mit dem letztern. Als Bedingung einer vollständigen I. nennt Bastiat die Freiheit des wirtschaftlichen Verkehrs, während sie nach Carey nicht ohne Mitwirkung des Staates zu verwirklichen ist. In Wirklichkeit kann die I. nur als ein Ideal betrachtet werden, das bei keiner gesellschaftlichen Verfassungsform vollständig zu erreichen ist.
 
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Interessenpolitik und Interessenvertretung. In der Politik ist das Meyers Interesse (s. d.) das bewegende Element, und sofern es sich bei der politischen Tätigkeit um die Vertretung der Interessen des Staates, der Dynastie, der Regierung, der Gemeinden oder um die Interessen des Volkswohlstandes, des Handels und Verkehrs, der Machtstellung und der Ehre des Volkes u. dgl. handelt, ist alle Politik Interessenpolitik. Man pflegt jedoch diesen Ausdruck regelmäßig anzuwenden, um eine einseitige Interessenpolitik, d. h. ein einseitiges Verfolgen besonderer Interessen ohne Rücksicht auf die Interessen der Gesamtheit, zu bezeichnen. Daß jemand für ein rechtlich erlaubtes und zulässiges Interesse eintritt, ist nichts Unrechtes, unter Umständen sogar verdienstlich. Darum ist es auch durchaus nicht tadelnswert, wenn zur Erreichung solcher Zwecke die einzelnen Interessentengruppen sich fester zusammenschließen, wenn sie eine planmäßige Interessenvertretung organisieren, und wenn sie für ihre Interessen eine Agitation unterhalten. Tadelnswert kann eine solche Interessenvertretung aber dann sein, wenn sie einseitig da vorherrscht, wo das allgemeine Interesse entscheiden sollte. Das moderne Staatsleben stellt das letztere in den Vordergrund. Die Frage, wie weit eine Interessenvertretung zulässig sei, wird viel erörtert. Vorab muß gefordert werden, daß die Wahrnehmung von Berufsinteressen sich innerhalb der Grenzen der strengsten Gesetzlichkeit halte. Die Bildung von Vereinen zu solchem Zweck ist an sich durchaus zulässig; allein die Übertragung irgend einer obrigkeitlichen Gewalt an sie ist nicht selten nachteilig, vielmehr sollten diese Vereine ihren Einfluß lediglich dem Gewichte der von ihnen beigebrachten Gründe verdanken.
 
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Interessenrechnung, s. Meyers Zinsrechnung.
 
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Interessensphäre (auch Hinterland), in der Sprache des modernen Kolonialwesens Bezeichnung für ein Gebiet, vorzüglich in den noch unzivilisierten Teilen Afrikas, das ein europäischer Staat, besonders mit Rücksicht auf die benachbarte Lage einer seiner Kolonien oder Schutzgebiete, aus handelspolitischen, strategischen, politischen und ähnlichen Gründen als für seine Kolonisationsbestrebungen wichtig erachtet, und bezüglich dessen er sich die Okkupationsbefugnis durch Verträge mit andern Staaten, die ähnliche Ziele verfolgen könnten, und durch Mitteilung dieser Verträge an die übrigen Mächte sichert. Derartige Verträge hat Deutschland abgeschlossen mit England: 10. April 1886 bezüglich des westlichen Stillen Ozeans, 1. Nov. 1886 und 1. Juli 1890 bezüglich Ostafrikas,

[Bd. 6, Sp. 884]


15. Nov. 1893 bezüglich Zentralafrikas, 14. Nov. 1899 bezüglich der Südsee und Togos; mit Portugal: 30. Dez. 1886 bezüglich Ostafrikas; mit Frankreich: 15. März 1894 bezüglich Kameruns und 25. Juli 1897 bezüglich Togos. Die Verwaltung und Rechtspflege in der deutschen I. Afrikas wurde durch Verordnung vom 2. Mai 1894 besonders geregelt. Verschieden hiervon ist die sogen. Einflußsphäre (s. Meyers Hinterland). Vgl. Zorn, Deutsche Kolonialgesetzgebung (Berl. 1901); v. Liszt, Das Völkerrecht (4. Aufl., das. 1904).
 
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Interessént (lat.), der an einer Sache ein (rechtliches) Interesse hat; Teilhaber, Beteiligter.
 
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Interessenvertretung, s. Meyers Interessenpolitik etc.
 
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Interessiert (lat.), beteiligt, eigen-, gewinnsüchtig.
 
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Interfaszikulārgewebe, s. Meyers Markverbindungen.
 
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Interfaszikulārkambĭum, s. Meyers Bildungsgewebe.
 
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Interfektion (lat.), Tötung, Totschlag.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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