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Inter arma silent leges bis Interessenharmonie (Bd. 6, Sp. 882 bis 883)
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Artikelverweis Inter arma silent leges (lat.), »im Waffenlärm (während des Krieges) schweigen die Gesetze«, Zitat aus Ciceros »Rede für Milo« (4,10).
 
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Intercedendo (lat.), durch Verwendung, durch Fürsprache (vgl. Interzedieren).
 
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Intercessio Christi (lat.), s. Meyers Fürbitte.
 
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Intercidōna, bei den italischen Völkern eine der drei Gottheiten, die Wöchnerin und Kind gegen den Waldgott Silvanus schützten; vgl. Pilumnus.
 
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Inter-Colonial Time, die Einheitszeit des östlichen Teiles von Britisch-Nordamerika, Neubraunschweig, Neuschottland, Prince Edward Island; dieselbe ist 4 Stunden geringer als die Greenwicher Zeit.
 
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Interdikt (lat., »Untersagung«), im katholischen Kirchenrecht soviel wie Verbot gottesdienstlicher Handlungen. Ein solches wurde in frühern Zeiten öfters in Ansehung eines bestimmten Bezirks erlassen (interdictum locale); nach dem Umfang des letztern, und je nachdem dadurch ein ganzes Land, eine Provinz, eine Stadt oder nur eine einzelne Kirche betroffen wurden, unterschied man zwischen Interdictum generale und particulare. Nach einem derartigen Verbot durfte im Mittelalter kein Gottesdienst gehalten, durften mit Ausnahme des Bußsakraments und der Wegzehrung an reumütig Sterbende keine Sakramente gespendet und kein christliches Begräbnis gewährt werden. Dieses I. war in den Händen der Päpste eine furchtbare Waffe gegen die weltlichen Fürsten in einer Zeit, in der das Interesse an der Kirche und ihren Instituten noch das ganze Leben beherrschte, so daß das Volk eine Sistierung des Gottesdienstes und der ganzen darauf bezüglichen Verhältnisse selten lange zu ertragen vermochte. Gegenwärtig ist das I., das übrigens schon seit dem 12. Jahrh. vielfach gemildert wurde, außer Gebrauch. Dagegen wird es als sogen. Interdictio ingressus in ecclesiam heutzusage noch gegen einzelne Geistliche zur Anwendung gebracht, indem es den dadurch betroffenen Geistlichen an der Vornahme gottesdienstlicher Handlungen in der Kirche verhindert. Im römischen Recht

[Bd. 6, Sp. 883]


ist Interdictum soviel wie Verbot, besonders aber ein vom Prätor auf Antrag einer Partei an eine andre erlassener gebietender oder verbietender Befehl. Der Interdiktenprozeß war eine durch Raschheit ausgezeichnete Form des römischen Zivilprozesses.
 
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Interdiktion (lat.), Untersagung, unter der Herrschaft des französischen Rechts Bezeichnung für Meyers Entmündigung (s. d.); interdizieren, untersagen, verbieten; entmündigen.
 
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Interessant (franz.), Meyers Interesse (s. d.) erregend; ganz allgemein und zunächst, was aus dem Kreis des Gewöhnlichen heraustritt, dadurch überrascht und anzieht, nicht selten mit dem Nebenbegriff von pikant.
 
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Interesse (lat.), der »Anteil«, den man an etwas nimmt; der Wert und die Bedeutung, die einer Sache beigelegt werden, oder die sie für uns hat. Je nach dem Bildungsgrad des einzelnen, nach seiner individuellen Anschauungsweise und Veranlagung ist der Interessenkreis der Menschen ein verschiedener. Eine Sache ist für den einen von I. (interessant), die es für den andern durchaus nicht ist. Mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Gegenstände, denen sich das I. zuwendet, unterscheidet man ferner zwischen höhern und niedern Interessen, spricht man von wissenschaftlichem, künstlerischem, sittlichem, religiösem I. etc., unterscheidet man zwischen geistigen und materiellen Interessen, stellt man dem Gesamtinteresse die Sonderinteressen, dem allgemeinen I. das Standes- und das Geschäftsinteresse, dem öffentlichen das Privatinteresse gegenüber. Je höher die sittliche und intellektuelle Bildung eines einzelnen ist, desto mehr wird er von geistigen Interessen erfüllt sein. Überwuchern die materiellen Interessen die letztern, herrscht das Geschäfts- und namentlich das Erwerbsinteresse in einseitiger Weise vor, so bezeichnet man den Betreffenden als interessiert. In der Rechtswissenschaft versteht man unter I. namentlich den erlittenen Schaden, »id quod interest«, d. h. den Unterschied zwischen der Vermögenslage einer Person vor und nach einem schädigenden Ereignis, der namentlich dann in Betracht kommt, wenn eine geschuldete Sache nicht rechtzeitig, nicht vertragsmäßig, nicht vollständig oder gar nicht geliefert, eine sonstige geschuldete Leistung nicht oder nicht gehörig verrichtet oder eine Sache beschädigt oder zugrunde gerichtet wurde. Die Rechtsgrundsätze über das I. sind daher namentlich für die Lehre vom Meyers Schadenersatz (s. d.) von Wichtigkeit. Dabei ist aber zu beachten, daß bei der Feststellung des Gesamtinteresses das sogen. Affektionsinteresse, d. h. der Wert nach dem individuellen Geschmack oder Gefühl, nur dann in Betracht kommt, wenn das Gesetz dies ausdrücklich zuläßt, wie bei der richterlichen Bemessung, bez. Herabsetzung einer Vertragsstrafe (§ 343 des Bürgerlichen Gesetzbuches), oder wenn das Affektionsinteresse in einem objektivern Verkehrswert zum Ausdruck kommt, wie bei Autogrammen, Reliquien etc.
 
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Interessen, im gewöhnlichen Leben Bezeichnung für die Zinsen eines Kapitals; daher Interessenrechnung. soviel wie Meyers Zinsrechnung (s. d.).
 
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Interessenharmonie, die Übereinstimmung zwischen dem Wohlergehen der einzelnen und demjenigen der Gesamtheit. Während Vertreter der englischen Schule der Nationalökonomie (Ricardo, Malthus) die wirtschaftlichen Zustände pessimistisch auffaßten und von Gesetzen sprachen, nach denen das Elend der Welt unausrottbar sei, haben, nachdem schon früher der Physiokrat Gournay u. a. die Ansicht ausgesprochen hatten, das vernünftige Interesse des einzelnen sei immer im Einklang mit dem allgemeinen, besonders Carey und Bastiat die I. zum Kernpunkt ihrer Lehren gemacht. Nach Bastiat besteht eine I. zwischen Moral und Volkswirtschaft; der einzelne fördert durch sein tugendhaftes Verhalten zugleich sein wirtschaftliches Interesse und das der Gesamtheit. Zwischen den richtig verstandenen Gesetzen der Moral und der Wirtschaftslehre findet kein Widerspruch statt. Es besteht aber auch ferner I. zwischen den einzelnen wirtschaftlichen Klassen, zwischen Grundbesitz, Handel und Industrie, zwischen Arbeitern und Arbeitgebern. Zins und Gewinn wachsen nicht auf Kosten des Arbeitslohnes, sondern zugleich mit dem letztern. Als Bedingung einer vollständigen I. nennt Bastiat die Freiheit des wirtschaftlichen Verkehrs, während sie nach Carey nicht ohne Mitwirkung des Staates zu verwirklichen ist. In Wirklichkeit kann die I. nur als ein Ideal betrachtet werden, das bei keiner gesellschaftlichen Verfassungsform vollständig zu erreichen ist.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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