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Intendánt bis Intensīvum (Bd. 6, Sp. 881 bis 882)
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Artikelverweis Intendánt (lat., »Aufseher, Verwalter«), Leiter eines öffentlichen Instituts, namentlich als Hofcharge Titel der Vorsteher von Hoftheatern, fürstlichen Gärten, Schlössern etc. Jetzt heißt auch bei einigen städtischen Theatern der Leiter I. Nur höhern Rang bei gleicher Stellung hat ein Generalintendant. In Frankreich war früher I. Titel der jetzigen Präfekten (vgl. Tocqueville, L'ancien régime et la Révolution, Par. 1856 u. ö.; deutsch, Leipz. 1857 u. 1867; Boyer, Les intendants de l'ancien régime, Par. 1868; Hanotaux, Origines de l'institution des intendants des provinces, das. 1884). Im Heerwesen ist I. der Vorstand einer Intendantur (s. den folgenden Artikel).
 
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Intendantūr, in Verwaltungssachen dem Kriegsministerium, in militärischen Angelegenheiten den betreffenden Truppenkommandeuren unterstellte Behörden zur Bearbeitung des Heereshaushaltes. Deutschland hat Korps- und Divisionsintendanturen. An der Spitze der erstern steht je ein Korpsintendant, dem Intendanturräte,-Assessoren und -Referendare, für den Sekretariatsdienst Sekretäre, Sekretariatsassistenten und Sekretariatsapplikanten unterstehen. Die Korpsintendantur hat 5 (manchmal 6) Abteilungen: Kassen-, Naturalverpflegungs-, Bekleidungs-, Garnisonverwaltungs- und Lazarettabteilung. Im Felde sind dem Generalintendanten die Armeeintendanten der gesondert operierenden Armeen, diesen die Korps- (früher Feld-) und Etappenintendanten mit den ihnen untergebenen Intendanturbehörden unterstellt. Vgl. Siekmann, Taschenkalender für Beamte der Militärverwaltung (Berl., jährlich); v. François, Feldverpflegungsdienst bei den höhern Kommandobehörden (das. 1904). In Österreich hat jedes Korps seine Intendanz, Frankreich hat seine Intendance militaire, in England entspricht unsrer I. ungefähr die Zivilabteilung des War office unter dem Financiel Secretary, in Rußland die Feldverwaltung der Militärtransporte. Vgl. Requisition und Proviant.
 
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Intendánz (Intendantur, lat.), Oberaufsicht, Verwaltung, Amt eines Intendanten (s. d.).
 
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Intendanzkurs und Verpflegsverwalterkurs dienen in Österreich zur Ausbildung von Offizieren etc. zu Intendanturbeamten.

[Bd. 6, Sp. 882]



 
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Intendieren (lat.), beabsichtigen.
 
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Intension (lat.), »Anspannung«, Verstärkung der innern Kraft, also die erhöhte innere Wirksamkeit im Gegensatz zur Extension oder Ausdehnung, die zu ihr oft in umgekehrtem Verhältnis steht.
 
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Intensität (lat.), die Stärke einer Wirkung, wirksame Kraft, z. B. des Lichtes, der Wärme, der Elektrizität etc., auch bei geistigen Dingen.
 
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Intensitätsfaktor, s. Energetik.
 
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Intensīv (lat., intensivisch), stark, innerlich, der innerlichen Kraft nach, innerlich wirkend, Gegensatz von extensiv (s. d.); daher intensive Größe, eine Größe, die Inhalt oder innere Kraft besitzt, im Gegensatz zur räumlich ausgedehnten oder extensiven Größe. Im volkswirtschaftlichen Sinn ist i. ein relativer Begriff, der im Gegensatz zu extensiv die Verwendung einer größern Menge von Kapital und Arbeit (oder eines von beiden: kapital-, arbeitsintensiv) auf Ausbeutung eines gegebenen Wirtschaftsgebiets (Grundstück, Eisenbahnlinie etc.) bedeutet. Zweck des Mehraufwandes ist die Erzielung eines größern Ertrags. Man kann darum auch denjenigen Betrieb den intensivern nennen, der unter sonst gleichen Umständen einen größern Ertrag ergibt. Der englische Eisenbahnbetrieb z. B. ist ein kapital-intensiverer als der deutsche, während wieder der amerikanische im allgemeinen extensiver ist als der letztere. Bei starkem Verkehr, hohem Bodenpreis und Arbeitslohn sucht man in England durch Anwendung solider und teurer Konstruktionen und Anstalten bei Bau und Betrieb an Arbeit und Areal zu sparen; in Amerika ist man dagegen bei hohem Zinsfuß und geringer Frequenz bestrebt, möglichste Wohlfeilheit zu erzielen. Die Forstwirtschaft wird intensiver durch Anbau wertvollerer Holzarten, größere Pflege (Durchforstungen) und sorgsamere Ernte. In der Landwirtschaft ist z. B. die Dreifelderwirtschaft mit Brache extensiver als diejenige ohne Brache oder als die Fruchtwechselwirtschaft mit alljährlicher Bestellung des ganzen anbaufähigen Landes etc. (vgl. Landwirtschaftliche Betriebssysteme und Landwirtschaftliche Betriebserfordernisse). Der intensivste Betrieb ist nicht gerade immer der vorteilhafteste. Im allgemeinen läßt sich zwar der Rohertrag durch vermehrte Kapital- und Arbeitsverwendung steigern, aber jeweilig bei gegebenen Hilfsmitteln nicht über eine gewisse Grenze hinaus, dann wird er trotz des Mehraufwandes sinken (Lagerung des Getreides bei zu starker Düngung, Verringerung des Frucht- und Holzertrags bei zu dichtem Stand wegen gegenseitiger Verkümmerung der Pflanzen etc.). Mit dem Ertrag nimmt aber auch der Aufwand zu und zwar so, daß, während der Rohertrag noch steigt, der Reinertrag schon zu sinken beginnen kann. Solange noch jeder weitere Mehraufwand von dem hierdurch erzielten Mehrertrag überwogen wird, ist der Übergang zu intensiverm Betrieb gerechtfertigt. Sobald aber der letzte Mehraufwand durch den letzten Mehrertrag verschluckt wird, ist der Punkt gegeben, bei dem der größte Reinertrag erzeugt wird und weitere Steigerung der Intensität unvorteilhaft werden würde. Sinken der Preise, Zunahme der Kosten nötigen zu extensiverm Betrieb, Erhöhung der Preise, Minderung der Kosten machen den intensivern rentabler. Aus diesem Grund ist die landwirtschaftliche Kultur in vorgeschrittenen Ländern mit dichter Bevölkerung und hochentwickelter Industrie eine sehr intensive, extensiv dagegen da, wo die bessern Hilfsmittel des Bodenbaues von außen bezogen werden müssen und verhältnismäßig teuer sind, während die Produktenpreise nicht sehr hoch stehen (fast alle Ackerbauländer, in denen der Gewerbebetrieb von geringer Bedeutung ist). Auf besserm Boden (Ebene, gute Beschaffenheit des Erdreichs etc.) kann intensiver gewirtschaftet werden als auf schlechterm (starke Neigung, Magerkeit etc.). Die Gesetze der Intensität hat vorzüglich v. Meyers Thünen (s. d.) in seinem Werk »Der isolierte Staat« klargelegt.
 
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Intensīvlampe, s. Meyers Elektrisches Licht, S. 650.
 
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Intensīvum (lat.), ein Zeitwort, das die Intensität einer Handlung oder eines Zustandes ausdrückt; s. Meyers Verbum.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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