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Integritati et merĭto bis Intelligenzblätter (Bd. 6, Sp. 880 bis 881)
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Artikelverweis Integritati et merĭto (lat.), »für Rechtschaffenheit und Verdienst«, Wahlspruch des österreichischen Meyers Leopoldsordens (s. d.).
 
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Integritätsgefühl der Amputierten, s. Meyers Exzentrische Empfindungen.
 
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Integŭmentum (lat.), Decke, Hülle; Eihülle, s. Meyers Samenanlage; i. commune, die äußere Haut.
 
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Intellékt (lat.), soviel wie Meyers Verstand (s. d.).
 
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Intellektualismus (lat., Intellektualphilosophie), in der Logik diejenige Ansicht, nach der das wahre Wesen der Dinge nicht durch sinnliche Wahrnehmung oder überhaupt durch Anschauung, sondern nur durch die reinen in der Natur des Geistes wurzelnden (angebornen) Begriffe erkannt werden kann (Gegensatz der Sensualismus, s. d.). In der Psychologie und Metaphysik die Betonung der Vorstellungstätigkeit, überhaupt des logischen Elements als des ursprünglichern gegenüber dem Wollen (Gegensatz der Voluntarismus, s. d.). In der Ethik Lehre, daß die Grundgesetze der Sittlichkeit in der Vernunft wurzeln, also außer jeder Beziehung zum Gemüts- und Triebleben stehen.
 
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Intellektuell (lat., intellektual), auf das Wissen, die Erkenntnis bezüglich, z. B. intellektuelle Bildung, zum Unterschied von moralischer Bildung des Willens und ästhetischer des Gefühls. Dann aus dem Verstand oder der Vernunft stammend, z. B. intellektuelle Erkenntnisse im Gegensatz zu sinnlichen Wahrnehmungen. Endlich heißt i. auch soviel wie aus

[Bd. 6, Sp. 881]


einer unmittelbaren geistigen Anschauung der Wahrheit, ohne vermittelnde Reflexion, entsprungen. Diese intellektuelle Anschauung, auch als produktive Einbildungskraft bezeichnet, war von je eine Lieblingsidee mystischer Philosophen und Theosophen (Plotinos, Böhme, Schelling, Baader u. a.).
 
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Intellektueller Urheber, im allgemeinen Sinn derjenige, der eine Handlung ausgedacht und vorbereitet, die Ausführung aber einem andern überlassen hat; im Strafrecht soviel wie Meyers Anstifter (s. d.).
 
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Intellektuelle Urkundenfälschung, s. Meyers Urkundenverbrechen.
 
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Intelligént (lat.), verständig, einsichtig, erfahren.
 
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Intelligénz (lat.), Verständnis, Einsicht, Erkenntnis, besonders eine solche, die von der sinnlichen Wahrnehmung nicht unmittelbar abhängig oder auf sie beschränkt ist, also die verständige und vernünftige Erkenntnis; dann das Vermögen, eine solche Erkenntnis sich zu erwerben; endlich ein mit diesem Vermögen begabtes Wesen, also der Mensch im Gegensatz zum Tier.
 
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Intelligenzblätter heißen im 18. und vielfach noch im 19. Jahrh. die anfangs meist wöchentlich, später öfter und sogar täglich erscheinenden örtlichen Annoncenblätter. Während die politischen Zeitungen in Deutschland in der Regel keine gewerblichen Inserate (außer Bücheranzeigen) enthielten, sondern sich auf den politischen Nachrichtendienst beschränkten, meist sogar örtliche und binnenländische Angelegenheiten nicht besprachen und nur Nachrichten aus weiter Ferne brachten, deckten die I. das wirtschaftliche und örtliche Nachrichtenbedürfnis, brachten neben den Annoncen die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Posten, die Marktpreise der Lebensmittel, bez. die behördlichen Taxen dafür, land- und hauswirtschaftliche belehrende Artikel, Verhaltungsmaßregeln bei Epidemien etc., Unterhaltendes, sogar »gelehrte Sachen« und lokale Mitteilungen und stellen somit den Vorläufer des örtlichen und des Annoncenteils der modernen Zeitung dar. Unter den Begriff »Zeitung« fallen die I. im 18. Jahrh. nicht; der Nachdruck liegt auf dem zweiten Wortbestandteil, der in dem modernen Tageblatt noch fortlebt, da vielfach die I. den Titel »Wochenblatt« (Krefeld) oder »Tageblatt« (so 1807 das seit 1763 bestehende »Leipziger Intelligenzblatt«) angenommen haben. Der Titel lautet bisweilen auch »Intelligenzzettel« (Duisburg 1727), »Intelligenznachrichten« (Dillenburg, Köln), »Frage- und Anzeigezettel« (Dresden, Breslau) oder »Frage- und Anzeigenachrichten« (Würzburg). Das Intelligenzblatt ist anfangs nur ein Mittel, um den in einem Adreßbureau einlaufenden Angeboten und Nachfragen, die dort öffentlich ausgelegt wurden, eine möglichst große Verbreitung zu verschaffen, und deswegen heißt die Redaktion noch spät: Adreßkontor, Frage- und Nachrichtsamt, Intelligenzamt, Intelligenzbureau, Intelligenzhaus oder Intelligenzkontor. In Paris gab es ein solches Adreßbureau seit 1630, und seit 1633 gab dieses ein Annoncenblatt heraus. In Deutschland schlug der erste von der kursächsischen Regierung in Dresden und Leipzig 1718 gemachte Versuch fehl; das erste deutsche Intelligenzblatt erschien seit 1722 in Frankfurt a. M. In Preußen wurde 1727 das ganze Annoncenblattwesen verstaatlicht und blieb es bis 1850. In andern Städten entstanden I. 1728 in Basel, 1729 in Mannheim, 1730 in Dresden, 1734 in Weimar, 1737 in Breslau, 1745 in Braunschweig, 1756 in Karlsruhe, 1768 in Göttingen etc. Auch gegenwärtig ist der Name für örtliche Anzeigeblätter noch nicht völlig außer Gebrauch, er lebt z. B. noch in Berlin, Frankfurt a. M., Suhl, Stendal, Danzig, Rheinbach, Bergheim (Rheinprovinz), Arnstadt und in Bern. Vgl. Salomon, Geschichte des deutschen Zeitungswesens (Oldenb. 190002, 2 Bde.); Munzinger, Die Entwickelung des Inseratenwesens in den deutschen Zeitungen (Heidelb. 1902).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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