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Instructeur bis Insūbrer (Bd. 6, Sp. 876 bis 878)
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Artikelverweis Instructeur (franz., spr. ängstrūktör), s. Meyers Instruktor.
 
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Instruction morale et civique in französischen Schulen, s. Meyers Bürgerkunde.
 
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Instruieren (lat.), belehren, unterweisen; Anweisungen, Vorschriften, Verhaltungsregeln geben.
 
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Instruktion (lat.), Belehrung, Anweisung, Verhaltungsvorschrift; Verhandlung des Rechtsanwalts mit dem Klienten, um sich die nötige Kenntnis von der Sachlage zu verschaffen; auch die Leitung eines Prozesses durch den dazu bestellten Richter. Im Militärwesen frühere Bezeichnung des Dienstunterrichts; auch die Vorschriften über Truppenausbildung etc. hießen früher I., wie jetzt meist noch in Österreich.
 
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Instruktor (lat.), Unterrichter, Lehrer, namentlich vom Einzelunterricht oder von der Anweisung zu bestimmten Berufsgeschäften gebraucht. S. Meyers Hauslehrer. Im militärischen Sprachgebrauch für Lehr- oder Exerziermeister (franz. Instructeur, Capitaineinstructeur).
 
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Instrument (lat., ital. stromento), Werkzeug, insbes. zur Ausübung der Tonkunst (Musikinstrumente, s. d.) oder zu wissenschaftlichen Beobachtungen und Untersuchungen, in welch letzterer Beziehung man chirurgische, mathematische, physikalische, astronomische (s. Meyers Astronomische Instrumente) etc. Instrumente unterscheidet. Eine »Zeitschrift für Instrumentenkunde«, Organ der physikalisch-technischen Reichsanstalt, erscheint seit 1881 in Berlin. Vgl. Marpmann, Illustrierte Fachlexika der gesamten Apparaten-, Instrumenten- und Maschinenkunde (Leipz. 1901 ff.). In der Rechtswissenschaft heißt I. die Urkunde über ein Rechtsgeschäft, z. B. ein Friedensvertrag, eine Vollmacht, ein Hypothekeninstrument, ein Pachtvertrag; Instrumentszeugen (Solennitätszeugen), die als Urkundspersonen, z. B. bei Aufnahme eines notariellen Aktes, zugezogenen Zeugen.
 
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Instrumentălis (lat.), s. Meyers Kasus.
 
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Instrumentālmusik, im Gegensatze zur Meyers Vokalmusik (s. d.) die durch Instrumente ausgeführte Musik. Da man die von Instrumenten begleitete Vokalmusik zur Vokalmusik zu rechnen pflegt, so hat das Wort I. die vulgäre Bedeutung von Musik erhalten, die nur von Instrumenten ausgeführt wird, bei der also Gesang völlig ausgeschlossen ist. Je nachdem eine I. nur von einem oder wenigen oder aber einem starken Ensemble von Instrumenten auszuführen ist, sind die technischen Bedingungen und ästhetischen Wirkungen sehr verschieden und ergeben abweichende Behandlungen der Setzweise (Stilarten). Seit der Entwickelung e[ner wirklichen selbständigen I. (s. Meyers Musik, Meyers Geschichte IV) sind die Instrumente, die eine selbständige solistische Literatur erhalten haben, vor allem die Laute (15.18. Jahrh.), Orgel, Klavier und die Streichinstrumente, besonders Gambe (17.18. Jahrh.) und Violine. Die ältesten Formen dieser solistischen Literatur sind Tanzstücke verschiedensten Charakters, ursprünglich für Gesang oder Instrumente, bald aber rein instrumental gedachte, die sich allmählich ihrer Bestimmung mehr und mehr entfremdeten und zu Charakterstücken schärfster Physiognomie wurden (Paduanen, Gaillarden, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Gigues, Bourréen, Rigaudons, Gavotten, Louren, Menuette etc.) und daneben die zum Tanz in keiner Beziehung stehenden Vorspiele (Präambeln, Intraden und Tokkaten) und die als instrumentale Nachbildungen des Vokalsatzes anzusehenden imitierenden Instrumentalsätze (Ricercari, Fantasien, Capricci). Schon die Komponisten der Wende des 16.17. Jahrh. schrieben aus diesen Elementen zusammengesetzte zyklische Werke, die Italiener ihre Kanzonen oder Sonaten, in denen sie eine große Zahl Teile wechselnder Taktart und wechselnden Tempos ohne Pausen direkt zusammenfügten, die Deutschen ihre Tanzsuiten oder Partiten (schon seit 1611 [Peurl, Schein]), Ketten von mehrteiligen Tänzen, denen sie seit 1650 gern eine Symphonie oder Sonate als Einleitungssatz vorausschickten. Solche Werke schrieb man sowohl für einzelne Instrumente mit Generalbaß als für ein Ensemble von Blas- oder Streichinstrumenten

[Bd. 6, Sp. 877]


oder für beide, damit die Grundsteine nicht nur unsrer Kammermusik, sondern auch unsrer Orchestermusik legend. Die instrumentalen Einleitungen (Symphonien) und Zwischenspiele (Ritornelli) der Opern (seit 1600) brachten kaum die I. wesentlich vorwärts, blieben vielmehr zunächst flüchtig und inhaltlos; dagegen wirkte die Ausbildung der ebenfalls um 1600 aufkommenden vokalen Concerti ecclesiastici (Viadana) mit begleitendem Continuo (Generalbaß) befruchtend auf die I., da die Komponisten bald genug nach Art der konzertierenden Gesangsstimmen konzertierende Instrumente (besonders Violinen) einführten; so entstand die zwei- oder mehrstimmige Sonata concertata (später Sonata da chiesa genannt im Unterschied von der aus Tanzstücken zusammengestellten Sonata da camera). Zu besonderer Bedeutung gelangte die durch Lully eingeführte Form des Opernvorspiels, die französische Meyers Ouvertüre (s. d.) in Verbindung mit einer Tanzsuite, die besonders in Deutschland etwa um 16801760 den Grundstock der wirklichen Orchestermusik bildete und erst allmählich durch das Solokonzert, Concerto grosso und die leichter geartete italienische Symphonie verdrängt wurde, indem letztere von ihr kräftigere Elemente und ausgeführtere thematische Arbeit annahm. Inzwischen war der Orgel- und Klaviersatz, logisch fortgebildet durch Frescobaldi, Froberger, Pachelbel, Buxtehude u. a., der Lautensatz durch Reusner, Gaultier, Mouton, Lesage u. a. zur wirklichen Klassizität des Geschmacks verfeinert worden und hatte direkt in den leichten graziösen Klavierstil der Franzosen (d'Anglebert, Couperin) übergeführt. So stand es, als J. S. Bach und G. Fr. Händel auftraten und mit ihrem gewaltigen Genie alle diese Strahlen vereinigten zu Werken von vorher kaum geahnter Größe und Wirkung. Die nächste Folgezeit brachte aber noch eine durchgreifende Umgestaltung der I. durch Beseitigung des Continuo aus der Kammer- und Orchestermusik, durch Zurückdrängung der Tanzstücke aus den zyklischen Werken zugunsten freier gearteter Sätze und durch die Einführung des Tonartenkontrastes für die getrennten Teile mehrsätziger Werke und des Themenkontrastes (2. Thema) und der Durchführung innerhalb der einzelnen Sätze sowie durch die Emanzipierung der Bläser aus ihrer bloß verstärkenden Rolle zu selbständiger Entfaltung ihrer Mittel. Diese Umgestaltung fiel der durch Johann Stamitz eingeleiteten Epoche Haydn-Mozart-Beethoven zu, nach der eine Weiterentwickelung der I. nur noch in der an Weber anknüpfenden bewußten Ausnutzung der Klangfarben für tonmalerische Zwecke konstatiert werden kann (Programmusik). Vgl. Wasielewski, Geschichte der I. im 16. Jahrhundert (Berl. 1878) und Die Violine im 17. Jahrhundert und die Anfänge der I. (Bonn 1874); Nef, Zur Geschichte der deutschen I. in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts (Leipz. 1902); Brenet (Marie Bobillier), Histoire de la symphonie à orchestre (Par. 1882) und Les concertsen France sous l'ancien régime (das. 1900); Torchi, La musica istrumentale in Italia nel secoli XVI, XVII e XVllI (Turin 1901); Riemann, Die Symphonien der pfalzbayerischen Schule (Leipz. 1902).
 
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Instrumentation (Instrumentierung), die Verwendung der Instrumente in Werken der Instrumentalmusik, insbes. der Orchestermusik (daher auch »Orchestration«). Für die I. sind zunächst natürliche Tonlage und Umfang der einzelnen Instrumente, dann aber ihr Klangcharakter maßgebend. Den Grundstock des modernen Orchesters bilden die Streichinstrumente; ihnen stehen ergänzend (verstärkend) oder kontrastierend gegenüber die schärfer charakterisierten und in ihren Mitteln beschränktern Blasinstrumente, die sich wieder in die beweglichern und gefangreichern Holz- und die schwerfälligen, aber klanggewaltigen Blechinstrumente scheiden. Endlich kommen dazu noch die nur dem Rhythmus und der Schallverstärkung dienenden Schlaginstrumente. Die Kunst der I. besteht in der zielbewußten Ausbeutung der Eigenart der einzelnen Instrumente, die etwa seit dem Anfang des 17. Jahrh. sich allmählich entwickelt hat, zuerst in der Oper (Monteverdi, Lully, Scarlatti, Gluck) und dem Oratorium (Händel, Bach), seit Haydn und Mozart aber auch in der Symphonie. Die älteste Instrumentalmusik (vor 1600) wurde nach Belieben der Dirigenten an die Instrumente verteilt (nach der Tonlage), kannte also eine eigentliche I. noch nicht. Während bei den Klassikern die I. in der Hauptsache nur eine natürlich angemessene, schlichte ist, haben die Meister seit Weber und Mendelssohn sie mehr und mehr zu einer speziell charakteristischen umgewandelt, ganz besonders die Programmkomponisten (Berlioz, Liszt, R. Strauß) und die neuern Opernkomponisten. Die Instrumentationslehre behandelt Tonumfang und Eigenart, technische Behandlung und zweckmäßige Kombination der Instrumente. Gute Anleitungen finden sich in den Kompositionslehren von Marx (Bd. 4) und Lobe (Bd. 2); als spezielle Instrumentationslehren vgl. Berlioz, Traité d'instrumentation (Par. 1844; deutsch von Dörffel, Leipz. 1864, von Weingartner, das. 1904); Gevaert, Nouveau traité d'instrumentation (Par. 1885; deutsch von Riemann, Leipz. 1887) und Cours méthodique d'orchestration (1. Teil, Par. 1890); E. Prout, Elementarlehrbuch der I. (deutsche Ausg., 3. Aufl., Leipz. 1904) und The orchestra (Lond. 18991900, 2 Tle.); Jadassohn, Lehrbuch der I. (Leipz. 1889); Riemann, Katechismus der Musikinstrumente (3. Aufl., das. 1904); R. Hofmann, Praktische Instrumentationslehre (2. Aufl., das. 1901, 7 Tle.); Widor, Technique de l'orchestre moderne (Par. 1905; deutsch von Riemann, Leipz. 1905); zur Geschichte: Lavoix, Histoire de l'instrumentation (Par. 1878). Vgl. Orchester.
 
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Insubordination (lat.), Ungehorsam gegen den Vorgesetzten, namentlich Verletzung der Pflichten der militärischen Unterordnung. Während bei Zivilbeamten die Hintansetzung des dem Vorgesetzten schuldigen Gehorsams meist als Disziplinarsache und nur ausnahmsweise als ein kriminell strafbares Vergehen behandelt wird, zieht bei Militärpersonen und ebenso in der Marine jede I. ein Strafverfahren nach sich. Das Militärstrafgesetzbuch für das Deutsche Reich bestraft schon die Verletzung der dem Vorgesetzten schuldigen Achtung im Dienst oder in Beziehung auf eine Diensthandlung mit Arrest und droht für den eigentlichen Ungehorsam und die Auflehnung gegen Vorgesetzte die schwersten Strafen, ja sogar, wenn der Gehorsam gegen einen vor dem Feind erteilten Befehl ausdrücklich verweigert oder vor dem Feind eine Tätlichkeit gegen einen Vorgesetzten begangen wird, die Todesstrafe an; diese Bestimmungen finden auch auf die Marine Anwendung. Aber auch auf Kauffahrteischiffen wird die I. streng geahndet, und der Schiffer (Kapitän) ist nach der deutschen Seemannsordnung befugt, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Sicherung der Regelmäßigkeit des Dienstes sowie bei einer Widersetzlichkeit oder bei beharrlichem Ungehorsam alle Mittel zur Anwendung zu bringen, die erforderlich

[Bd. 6, Sp. 878]


sind, um seinen Befehlen Gehorsam zu verschaffen. Vgl. Deutsche Seemannsordnung, § 91; Militärstrafgesetzbuch für das Deutsche Reich, § 89 bis 113.
 
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Insūbrer (Insubres), mächtiges gallisches Volk in Gallia transpadana, das zuerst von allen gallischen Völkern über die Alpen gekommen war und nach Besiegung der Etrusker 396 v. Chr. den westlichen Teil von Oberitalien in Besitz genommen hatte. Ihre Hauptstadt war Mediolanium (Mailand). Sie wurden 222 v. Chr. von den Römern nach tapferm Widerstand besiegt und durch die Gründung von Cremona und Placentia (Piacenza) in Schach gehalten, erhoben sich aber 218 beim Beginn des zweiten Punischen Krieges und wurden erst 191 dauernd unterworfen. S. Karte beim Artikel »Italia«.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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