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In solūtum datio bis Inspiration (Bd. 6, Sp. 871)
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Artikelverweis In solūtum datio (lat.), soviel wie Meyers Annahme an Zahlungs Statt (s. d.).
 
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Insolvént (lat.), zahlungsunfähig; Insolvénz, Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners (s. Meyers Konkurs).
 
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Insozĭabel (lat.), ungesellig, unvereinbar.
 
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In spe (lat.), »in der Hoffnung«, zukünftig.
 
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In specĭe (lat.), insonderheit; im einzelnen; auch soviel wie in klingender Münze.
 
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Inspekteur (franz., spr. -tör), höchster Vorgesetzter einer Meyers Inspektion (s. d.).
 
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Inspektion (lat.), eigentlich soviel wie Besichtigung, Untersuchung, z. B. inspectio legalis, gerichtliche Untersuchung, namentlich eines Leichnams (s. Meyers Leichenschau); inspectio ocularis, Okularinspektion, richterlicher Augenschein, ein Beweismittel, das im strafrechtlichen Verfahren wie in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten anwendbar ist (s. Meyers Augenschein). Meist aber versteht man unter I. die Aussicht, Beaufsichtigung seitens staatlicher Behörden, die dann auch Inspektionen heißen, über Leistungen, die besondere technische Kenntnisse und Fertigkeiten erfordern, wie im Schul-, Forst-, Bauwesen u. dgl.
 
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Inspektion, Militärbehörde, die für den Zustand und die Ausbildung bestimmter Truppengattungen oder die zweckmäßige Organisation und Leitung bestimmter Dienstzweige verantwortlich ist und dementsprechend von Zeit zu Zeit Inspizierungen vornimmt. An der Spitze der Inspektionen stehen Inspekteure. In der deutschen Armee bestehen fünf Armeeinspektionen, deren jede mehrere Armeekorps umfaßt. Außerdem gibt es in Preußen se eine I. der Jäger und Schützen, der Feldartillerie, der technischen Institute der Infanterie und eine der Artillerie, je eine Artilleriedepot- und Traindepotinspektion. Ferner je eine I. der Verkehrstruppen, der Infanterie-, der Kriegsschulen, eine Landwehrinspektion Berlin, eine Remonteinspektion, eine I. des Militärveterinärwesens und eine I. der militärischen Strafanstalten. Die Kavallerie umfaßt 4, die Fußartillerie 2 Inspektionen, das Ingenieur- und Pionierkorps 4 Ingenieur-mit 9 Festungsinspektionen und 3 Pionierinspektionen. In Sachsen: I. der Infanterieschulen, der Militärreitanstalt, der militärischen Strafanstalten, Remonteinspektion; in Bayern: I. der Kavallerie, des Ingenieurkorps und der Festungen, der technischen Institute, der Militärbildungsanstalten, der Unteroffizierschule, der militärischen Strafanstalten und die Remonteinspektion. Bei der Marine bestehen 2 Marineinspektionen, je eine I. des Bildungswesens der Marine, des Torpedowesens, der Marineartillerie, der Marineinfanterie und die Marinedepotinspektion (s. Meyers Deutschland, S. 7951.). Für den innern Dienst werden nach dem Ermessen des Kompagniechefs die Infanteriekompagnien in 23 Inspektionen eingeteilt und jede derselben einem Leutnant (Inspektionsoffizier, Inspektionsführer) unterstellt. Österreich hat unter anderm einen Inspektor der Festungsartillerie als Hilfsorgan des Reichskriegsministeriums. Vgl. Generalinspektion.
 
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Inspektor (lat.), Aufseher, Aufsichtsbeamter, Wart; insbes. in der Landwirtschaft; Inspektorat, Amt und Wohnung eines Inspektors (s. Meyers Ökonomieinspektor).
 
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Inspersion (lat.), Ein- oder Bestreuung.
 
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Inspiration (lat.), Einatmung (im Gegensatz zu Exspiration, Ausatmung; s. Meyers Atmung, S. 53). In der Dogmatik bezeichnet man mit I. sowohl die übernatürliche Mitteilung von seiten Gottes an die Menschen durch den »Anhauch« seines Geistes als den eben hierdurch herbeigeführten gottbegeisterten Zustand des Menschen, also eine Art Seitenstück zum heidnischen Meyers Enthusiasmus (s. d.). Im Anschluß hieran heißt 2. Tim. 3,16 die Heilige Schrift Alten Testaments »gottgehaucht« (theopneustos), welches Wort die Vulgata durch inspiratus (daher das Substantivum inspiratio) übersetzt. Nachdem die Juden ihre heiligen Schriften gesammelt und mit dem Ansehen einer göttlichen Norm umgeben hatten, war es natürlich, auf dieselben auch den dem Altertum überhaupt geläufigen Begriff der I. zu übertragen, ja sogar die alexandrinisch-griechische Version des Alten Testaments (Septuaginta) unter die gleiche dogmatische Beleuchtung zu stellen. Gerade die alexandrinischen Juden hatten den Begriff der I. am strengsten ausgebildet, und ihnen schlossen sich wie die neutestamentlichen, so auch schon die ältesten kirchlichen Schriftsteller an, welche die Verfasser der biblischen Schriften mit einem musikalischen Instrument verglichen, das die von dem eigentlichen Künstler, dem Heiligen Geist, gewollten Töne hervorbringe. Nur einzelne Kirchenlehrer, wie Theodor von Mopsuestia, nahmen wenigstens verschiedene Abstufungen der einstweilen auch auf das Neue Testament ausgedehnten I. an. Auch Luther gestattet sich gelegentlich freiere Äußerungen über die I. einzelner biblischer Bücher. Dagegen ward von der lutherischen und reformierten Orthodoxie in der Polemik gegen die römische Kirche sowie gegen die Sozinianer und Arminianer die I. als unmittelbare Meyers Erleuchtung (s. d.)

[Bd. 6, Sp. 872]


gefaßt und auf eine Höhe getrieben, auf welcher der gesamte Inhalt, jedes Wort, zuletzt auch die hebräische Punktation, als vom Heiligen Geist eingegeben erschien. Die heiligen Schriftsteller waren demnach nichts weiter als »Notarien« des ihnen diktierenden Geistes. Je mehr sich freilich ein wissenschaftliches Verständnis der Bibel Bahn brach, desto weniger konnte der Begriff einer I., sofern er einen übernatürlichen Ursprung der biblischen Literatur aussagte, noch aufrecht erhalten werden, und so gilt heute wenigstens die eigentliche Wortinspiration fast allgemein als aufgegeben. Vgl. auf protestantischer Seite: v. Nathusius, Die I. der heiligen Schrift und die historische Kritik (Stuttg. 1895); Heine, Über die Zuverlässigkeit der heiligen Schrift (Essen 1896); Gennrich, Der Kampf um die Schrift in der deutsch-evangelischen Kirche des 19. Jahrhunderts (Berl. 1898); auf katholischer Seite: Leos XIII. Rundschreiben, Providentissimus Deus' vom 18. Nov. 1893; Leitner, Die prophetische I. (Freib. 1896); Chauvin, Die I. der heiligen Schrift nach der Lehre der Tradition und der Enzyklika, Providentissimus Deus' (deutsch von Pletl, Regensb. 1899); Hummelauer, Exegetisches zur Inspirationsfrage (Freiburg 1904).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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