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Insimulation bis Insolént (Bd. 6, Sp. 870 bis 871)
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Artikelverweis Insimulation (lat.), Verdächtigung, Anschuldigung; insimulieren, verdächtigen.
 
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Insinnant (lat.), sich an- oder einschmeichelnd; vgl. Insinuieren.
 
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Insinuation (lat.), Einschmeichelung, Einflüsterung; in der Rechtssprache soviel wie Meyers Zustellung (s. d.). Insinuationsdokument, Ein- oder Behändigungsschein; Insinuationsmandatar, der von einer auswärtigen Partei zur Empfangnahme von amtlichen Zustellungen aufgestellte Bevollmächtigte.
 
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Insinuieren (lat.), jemand etwas auf eine seine Art beibringen, es ihm »stecken«; auch soviel wie gerichtlich zustellen (vgl. Insinuation); sichi., sich einschmeicheln, sich in jemandes Gunst einschleichen.
 
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Insipīd (lat.), unschmackhaft; fade, albern.
 
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In situ (lat.), in bestimmter (richtiger, ursprünglicher) Lage.
 
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Inskribieren (lat.), einschreiben.
 
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Inskription (lat.), Einzeichnung, Inschrift; auch soviel wie Immatrikulation; Namenseintragung; daher auch die auf den Namen des Gläubigers lantende Eintragung in das Meyers Staatsschuldbuch (s. d.).
 
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Insolation (lat.), die Bestrahlung eines Körpers (besonders der Erde) durch die Sonne. Zur Messung der durch I. bewirkten Erwärmung benutzt man verschiedene Apparate, Meyers Aktinometer (s. d.): eine mit Wasser gefüllte und mit Thermometer versehene Hohlscheibe (Pyrheliometer von Pouillet), ein geschwärztes Thermometer (Pouillet, Soret, Violle, Crova), eine Thermosäule (Desains, Crova, Frölich), die Crova zu einem selbstregistrierenden Apparat eingerichtet hat, und endlich das Bolometer (s. d.), bei dem die Vergrößerung des elektrischen Leitungswiderstandes eines bestrahlten Leiters gemessen wird. Mit diesen Apparaten bestimmt man die Anzahl von Wärmeeinheiten oder Kalorien, die 1 qcm an der obern Grenze unsrer Atmosphäre in 1 Minute durch die senkrecht auf sie fallenden Sonnenstrahlen empfängt (Solarkonstante oder Sonnenkonstante), und ermittelt, den wievielsten Teil dieser Wärmeeinheiten die Atmosphäre absorbiert und der wievielste Teil die Erdoberfläche erwärmt. Die bei den Beobachtungen noch zu bestimmende Zeit der I. erfolgt meistens durch den Meyers Sonnenscheinautographen (s. d.). Die Solarkonstante ist eine der wichtigsten astronomischen und meteorologischen Konstanten, indem sie uns über die Natur der Sonne wie über die Wärmewirkungen auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre Auskunft gibt, indes können die Beobachtungen zur Bestimmung ihres Wertes noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. Die kalorische Intensität der Sonnenstrahlung besitzt eine tägliche und jährliche Periode. In der täglichen Periode schwankt die I. fortwährend, selbst an klaren Tagen, und wächst im Sommer von Sonnenaufgang bis zwischen 101/2 und 111/2 Uhr, sinkt darauf unter vielfachen Schwankungen bis zur Zeit der größten Tageswärme, steigt dann bis etwa 4 Uhr, ohne das Maximum des Vormittags zu erreichen, und nimmt endlich zuerst langsam, dann aber rascher bis zum Sonnenuntergang ab. Die fortwährenden, unregelmäßigen Oszillationen, die vormittags geringer sind als am Nachmittag, stehen dabei in einem auffallenden Gegensatz zu der scheinbaren Gleichmäßigkeit des Sonnenlichts; die Ursache sind jedenfalls Kondensationsvorgänge (leichte Nebel) in größern Höhen, die von unten unsichtbar sind und z. T. durch die tagsüber aufsteigenden Luftströme veranlaßt werden. Die I. nimmt ab mit der Zunahme der absoluten Feuchtigkeit. An Herbsttagen nimmt die Amplitüde der I. ab, und die beiden Maxima nähern sich der Mittagszeit; im Winter nimmt die Amplitüde noch weiter ab, und die Maxima zeigen das Bestreben, sich um Mittag zu einem Maximum zu vereinigen. Im jährlichen Gange machen sich zwei Maxima und zwei Minima geltend. Das Hauptmaximum tritt immer im Frühjahr, das Hauptminimum um Winters Anfang ein, während sich ein sekundäres Minimum im Sommer und ein sekundäres Maximum im Herbst bemerkbar macht. Die Zahl

[Bd. 6, Sp. 871]


der Kalorien, die 1 qcm der Erdoberfläche am Äquator im Lauf eines Jahres wirklich erhält, beläuft sich durchschnittlich auf 481,750 und würde genügen, um eine Wasserschicht von 8,2 m Tiefe zu verdampfen oder eine Eisschicht von 65,7 m Dicke zu schmelzen; die der ganzen Erde in einem Jahre zugeführte Wärmemenge könnte eine Eisschicht von 53,8 m schmelzen. Die Solarkonstante oder die Anzahl von Kalorien, die eine Fläche von 1 qcm in einer Minute bei senkrecht auf sie fallenden Sonnenstrahlen an der obern Grenze unsrer Atmosphäre erhält, liegt zwischen 2 und 3. Von der gesamten I., welche die äußere Begrenzung der Atmosphäre erhält, gelangt nur ein kleiner Teil auf die Erdoberfläche, während der größere Rest von der Atmosphäre verschluckt wird; dabei kommt einerseits die Sonnenhöhe und der Zustand der Atmosphäre in Frage, anderseits erfahren die einzelnen Strahlengattungen der Sonnenstrahlung je nach der Wellenlänge eine verschiedene (selektive) Absorption. Vgl. Langley, Researches on solar heat and its absorption by the earth's atmosphere (Washingt. 1884) und Annals of the Astrophysical Observatory, Bd. 1 (das. 1900); Chwolson, Über den gegenwärtigen Zustand der Aktinometrie (Petersb. 1892); Ångström, Intensité de la radiation solaire (Upsala 1900). Die I. übt eine bedeutende geologische Wirkung aus. Durch starke einseitige Erwärmung der Gesteine bilden sich in ihnen Sprünge und kann ihr allmähliches Zerfallen (Verwitterung) veranlaßt werden. Die I. spielt besonders in den regenlosen Wüsten eine große Rolle (vgl. Wüste). In der Medizin ist I. gleichbedeutend mit Sonnenbad (apricatio. s. Meyers Bad, S. 240) und Meyers Sonnenstich (s. d.).
 
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Insolationsfieber, s. Meyers Denguefieber.
 
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Insolént (lat., franz.), ungebührlich, unverschämt, frech; Insolénz, Frechheit, Unverschämtheit.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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