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Innere Kolonisation bis Innervation (Bd. 6, Sp. 845 bis 847)
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Artikelverweis Innere Kolonisation, die Bezeichnung der Maßnahmen, durch die in den europäischen Kulturstaaten anbaufähiges, aber nicht genügend besiedeltes Land mit bäuerlichen Wirten besetzt oder bei übermäßigem Vorherrschen des Großgrundbesitzes dieser zwecks Herstellung einer günstigern Besitzverteilung zerschlagen und in kleinere und mittlere bäuerliche Besitzungen zerlegt wird. In frühern Zeiten (s. Meyers Germanisieren) wurde besonders angestrebt, noch nicht bebaute oder durch langjährige Kriege verödete Ländereien durch Ansetzung von Gemeinden für die Kultur zu gewinnen. So rief in dem damals menschenarmen Preußen 1635 der Große Kurfürst 15,000 französische Protestanten ins Land; so siedelte 1732 Friedrich Wilhelm I. in Ostpreußen 17,000 Salzburger an; Friedrich d. Gr. besetzte zahlreiche Kolonien mit schweizerischen, pfälzischen und andern Einwanderern; während seiner Regierungszeit sind nicht weniger als 300,000 Personen in dieser Weise in Preußen angesiedelt worden. Unter dem Einfluß der Malthusschen Bevölkerungstheorie und den individualistischen Doktrinen traten mit Beginn des 19. Jahrh. die Bestrebungen für i. K. zurück und die Kunst, zu kolonisieren, betätigte sich in Deutschland, abgesehen vom nordwestlichen Moorgebiete (s. unten), nur gelegentlich. Erst in neuerer Zeit hat man durch umfassende Kolonisation den mittlern und kleinen Grundbesitz vornehmlich in denjenigen Gebietsteilen zu mehren gesucht, wo die Ausbreitung großer Landgüter die Entwickelung des ländlichen Mittelstandes gehemmt oder räumlich beschränkt hat. Man machte in Preußen die Wahrnehmung, daß trotz der großen Bodenflächen, die einer intensivern Kultur gewonnen und zahlreichen bäuerlichen Familien ausreichende Nahrung gewähren konnten, die Ab- und Auswanderung aus den landwirtschaftlichen Distrikten des Ostens, der Mitte und des Südens des preußischen Staates einen außerordentlichen Umfang annahm. So verloren diese Gebiete durch Abwanderung in die gewerbreichen Distrikte des Westens 188590 nicht weniger als 873,000 Köpfe. Während letztere eine wachsende Reservearmee ansammelten, gebrach es den östlichen Ackerbaudistrikten an Arbeitskräften und standen Tausende von ländlichen Arbeiterwohnungen leer. Ebenso hat der Wunsch, ein Stück Land zu Eigentum zu erwerben, in derselben Periode und aus den nämlichen Distrikten 330,000 Menschen, und zwar gerade die tüchtigsten Kräfte der Landarbeiterschaft, dem Vaterland entzogen und über das Meer geführt. Mit der Erkenntnis der Ursachen, des Umfanges und der schädlichen Wirkungen solcher Zustände begannen die Versuche durch Verbesserung der Grundbesitzverteilung, vornehmlich in den ostelbischen Gebieten die Entvölkerung zu beseitigen und einen lebensfähigen Stand kleiner und mittlerer bäuerlicher Wirte zu schaffen. Zu diesem Ende versuchten schon früh einige Gutsbesitzer, ihre Arbeiter in kleine Unternehmer im Wege der Verleihung von kleinen Eigentumsparzellen umzuwandeln und dadurch seßhaft zu machen, auch legten sie in Westpreußen und Pommern zur Besserung der eignen Vermögensverhältnisse unter Einschränkung des großwirtschaftlichen Betriebes Parzellenkolonien an. Auch die preußische Regierung hatte in den 1830er und 40er, zuletzt in den 70er Jahren namentlich in Neuvorpommern auf parzellierten Domänen eine Anzahl von Bauerndörfern angelegt. Alle diese Versuche hatten aber infolge von mancherlei Mißgriffen keine oder nur sehr geringe Erfolge aufzuweisen. Arbeiterstellen können nur dann zur Verbesserung der sozialen Zustände beitragen, wenn sie sich in beschränkter, der Arbeitsnachfrage angepaßter Zahl an bäuerliche Gemeinden anschließen. Von der Errichtung von Häuslerstellen ist man in Preußen ganz zurückgekommen, die Ursache für das Mißlingen bäuerlicher Ansiedelungen fand man in dem unrichtigen Bemessen des dem Einzelnen zugewiesenen Landes. In Erkenntnis und unter Vermeidung dieser Mißgriffe begann man in neuester Zeit andre Wege einzuschlagen. Es geschah dies durch Gesetz vom 26. April 1886, das deutsche Ansiedelungen in Posen und Westpreußen befördern sollte (s. Meyers Ansiedelung) und durch Gesetz vom 7. Juli 1891, betreffend die Förderung der Errichtung von Meyers Rentengütern (s. d.).
   Für die Inangriffnahme einer innern Kolonisation im Osten sind neben den wirtschaftlichen und sozialpolitischen auch deutschnationale Gesichtspunkte bestimmend gewesen. Es ist nachgewiesen, daß durch den Wegzug deutscher Arbeiter, denen die niedrigere Lebenshaltung des polnischen Proletariats eine unüberwindliche Konkurrenz schafft, insonderheit die Provinzen Posen und Westpreußen mehr und mehr dem Polentum verfallen. Dies zu verhindern und das Deutschtum durch Heranziehung tüchtiger Kräfte zu stärken und zu mehren, ist die nationale Seite der Kolonisation in den Ostprovinzen, die von der Ansiedelungskommission bei der Auswahl der Ansiedler auch immer scharf im Auge behalten wurde.
   Neben der Ansiedelungskommission sind indes auch die Generalkommissionen (s. d. und Ablösung, S. 44) tätig gewesen. Aber während jene nur Deutsche als Kolonisten ansetzte, hat die Generalkommission zu Bromberg mit staatlichem Kredit auch zahlreiche polnische und andre nichtdeutsche Ansiedler unterstützt; dagegen hat die Generalkommission in Frankfurt a. O. solche nur in beschränktem Maße zugelassen. Auf polnischer Seite hat man den Bestrebungen, das Anwachsen des Polentums zu verhindern, durch die Gründung von Landerwerbsgenossenschaften entgegenzutreten gesucht. Doch wurden diese Versuche erst lebensfähig durch das Rentengütergesetz vom 7. Juli 1891, das die Behörden ermächtigt, mittlern und kleinern Landwirten zum Ankauf von Grund und Boden und zur ersten Einrichtung Darlehn zu gewähren. Von dieser Vergünstigung machten die Polen ausgiebigen Gebrauch, doch scheinen ihre Kolonien trotzdem nicht zu gedeihen.
   In Mecklenburg-Schwerin, wo nach dem Dreißigjährigen Kriege viele Bauernhufen wüst lagen,

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das Land aber trotzdem unter Auswanderung zu leiden hatte, schuf man seit 1853 in den zum großherzoglichen Domanium gehörigen Dorfschaften bis 1800 etwa 4000 Büdnereien, die aber, weil die Besitzgrößen nicht richtig bemessen waren, nicht recht gedeihen wollten. Dagegen hat sich die seit 1846 auf Domanialland begonnene Begründung von Händlerstellen (bis 1899: 8959) sehr gut bewährt und einen Stamm gutsituierter Arbeiter entstehen lassen. Ein nach langjährigen Verhandlungen zustande gekommenes Gesetz vom 28. Mai 1898, das nach dem Muster des preußischen Rentengütergesetzes die Gründung von bäuerlichen Ansiedelungen auf ritterschaftlichem Gebiet anregen wollte, hat bisher fast keine Anwendung gefunden.
   Rein wirtschaftlichen Zwecken danken die Fehn- und Moorkolonien ihre Entstehung. Man folgte hier dem Beispiel des benachbarten Holland (s. unten). Die erste Fehnkolonie wurde 1630 von dem Grafen Landsberg-Velen bei der Papenborg (der heutigen Stadt Papenburg) angelegt. In neuerer Zeit gründete man solche Kolonien in Ostfriesland und 1856 in Oldenburg (Augustfehn im Lengener Moor). Sie zählen jetzt 17,000 Einw., die 10,000 Hektar unter Kultur haben und deren Torf-, Küsten- und Seeschiffe etwa 17,000 Reg.-Ton. Raumgehalt besitzen. Die Hauptkanäle haben eine Länge von 197, die Nebenkanäle von 60,5 km. Dazu kommen noch die kleinen oldenburgischen Kolonien Peters-, Elisabeth-, Barger-, Friedrichsfehn u. a. Moorkolonien wurden an der untern Weser und ihrem Nebenfluß Wümme mit Hamme, an der Oste, in Ostfriesland, Oldenburg, im jetzigen Regierungsbezirk Osnabrück schon seit 1720 und bis in die neueste Zeit angelegt. Jetzt gibt es mehr als 250 derselben mit 55,000 Hektar und 60,000 Einw. Doch bleibt hier noch viel zu tun, da allein in der Provinz Hannover 560,000 Hektar solchen Landes der Kultur zu gewinnen sind. S. Meyers Moorkolonien.
   In England, wo der Grund und Boden fast ausschließlich in den Händen weniger Großgrundbesitzer ist und die Auswanderung zum großen Teil in dem sich auch hier mehr und mehr geltend machenden Wunsch, auf der eignen Scholle zu wohnen, wurzelt, wurden 1887 und 1890 Allotment Acts erlassen, wonach die County-Councils (Kreisausschüsse) Land erwerben können, auch durch Enteignung, um dasselbe in Parzellen von 1 Acre (0,4 Hektar) an Tagelöhnern. a. gegen geringe Pacht zu überlassen. Schon weiter geht die Small Holding Act von 1892, wonach die County-Councils Grundeigentum erwerben können, aber ohne Zwang, um dasselbe in Parzellen von 150 Acres (0,420 Hektar) unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. Jedoch sind die Erfolge des Gesetzes bisher minimal gewesen. Die ganze Veranstaltung ist angeblich durch das Gesetz 1894, betreffend die Schaffung von Tarish Councils, hinfällig geworden. In Rußland wurde 18. Mai 1882 der Bauernbank die Aufgabe gestellt, durch Kreditgewährung Bauerngemeinden oder auch einzelnen Bauern den Ankauf von Land zu ermöglichen, 1889 auch durch Gesetz die Besiedelung der sibirischen Domänen erleichtert, durch Gesetze von 1888 und 1895 die Wirksamkeit der Bauernbank auf ganz Rußland, außer Finnland, ausgedehnt. In Italien hat der ausgedehnte Latifundienbesitz die größten sozialen Mißstände hervorgerufen, aber erst nach den jüngsten Aufständen in Sizilien hat sich einer der bedeutendsten Großgrundbesitzer entschlossen, seine Güter zur Ansiedelung zahlreicher kleiner Bauernfamilien zu zerschlagen. In den Niederlanden wurden bereits um 1600 Fehnkolonien in den dortigen Mooren, anfangs von Privaten und Gesellschaften, teilweise mit reichlicher Staatsunterstützung, dann auch von der Stadt Groningen angelegt. Jetzt bestehen elf solcher Kolonien mit trefflichem Acker-, Wiesen- und Weideland. In neuester Zeit gründete man die Landbaukolonien Fredericksoord, Wilhelmsoord und Wilhelmina-Oord, die den Zweck haben, Arbeiterfamilien fest anzusiedeln. Vgl. die Literatur bei Art. »Germanisieren«; ferner Behaim-Schwarzbach, Hohenzollernsche Kolonisationen (Leipz. 1874); »Schriften des Vereins für Sozialpolitik«, Bd. 32 (Aufsätze von Schmoller, Theil, Rimpler und Sombart, das. 1886) und Bd. 56: Sering, Die i. K. im östlichen Deutschland (das. 1893), und Artikel »Kolonisation« (innere) im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 5 (2. Aufl., Jena 1900); Hugenberg, J. K. im Nordwesten Deutschlands (Straßb. 1891).
 
Artikelverweis 
Innere Mission, christliche, namentlich evangelische Vereinstätigkeit, die neben Linderung der äußern Not zugleich Befestigung oder Wiedererweckung des christlichen und kirchlichen Sinnes in gefährdeten oder bereits entfremdeten Gliedern der Gemeinde erstrebt. Was die i. M. bezweckt, ist auch in frühern Jahrhunderten unter mancherlei Formen geübt oder angestrebt worden (vgl. Uhlhorn, Die christliche Liebestätigkeit, Stuttg. 188284, Bd. 1 und 2), erschien jedoch fast ausschließlich als Aufgabe des geistlichen Amtes oder als freiwillige Leistung sogen. Orden, d. h. vom weltlichen Berufsleben gesonderter eigner Genossenschaften. In der rationalistisch-gemeinnützigen Zeit von 17501820 geschah viel Gutes an Armen und Verlassenen, aber weniger in kirchlichem Sinn als im Geist allgemeiner Philanthropie. Die Notwendigkeit vermehrter kirchlicher Fürsorge für Arme und Verkommene drängte sich in Deutschland den christlich angeregten Kreisen auf, die nach den Befreiungskriegen in größern Städten und gewerbreichen Gegenden einer verarmten und gleichzeitig der Kirche entfremdeten Bevölkerung gegenüberstanden. Anregende Vorbilder boten namentlich England und Schottland dar. Doch entwickelte sich die Sache in Deutschland eigenartig aus örtlichem Bedürfnis. Die Begründung von Meyers Rettungshäusern (s. d.) für die verwahrloste Jugend durch Joh. Falk in Weimar (1813) und die Brüder Grafen v. d. Recke-Volmerstein in Overdyck und Düsselthal (1816) sowie die Stiftung der Bildungsanstalt für Armenschullehrer in Beuggen (1820) bei Basel durch Ch. H. Zeller waren die ersten denkwürdigen Schritte auf dieser Bahn. Im gleichen Sinn eröffnete 1833 J. H. Wichern, von der frommen und gemeinnützigen Amalie Sieveking angeregt, das Meyers Rauhe Haus (s. d.) bei Hamburg und Th. Fliedner 1836 die erste evangelische Diakonissenanstalt in Kaiserswerth am Rhein. Den zusammenfassenden Namen der »innern Mission«, durch den derartige Bestrebungen in Parallele mit der äußern oder Heiden- und Judenmission (s. Mission) gesetzt wurden, gab ihnen zuerst im Anschluß an den Göttinger Theologen Fr. Meyers Lücke (s. d.) Wichern. Einen mächtigen Gönner fand die i. M. seit 1840 an König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, und neuen Aufschwung erhielt sie durch die Erfahrungen des unruhigen Jahres 1848, die auf dem ersten Kirchentag zu Wittenberg 1849 zur Begründung des Deutschen Zentralvereins für i. M. führten, der 1903 seinen 32. Kongreß in Braunschweig abhielt. Außer den schon erwähnten Rettungshäusern für verwahrloste

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Kinder wie den Diakonissenhäusern für Armen-, Krankenpflege und den Kleinkinderschulen umfaßt die i. M. noch Vereine und Anstalten für einzeln stehende Jünglinge und Mädchen (Jünglingsvereine, Mägdeherbergen, Herbergen zur Heimat, Marthastifter), Gefängnisvereine, besonders für entlassene Sträflinge, Arbeiterkolonien zur Rettung arbeitsscheuer Herumtreiber, Magdalenenhäuser zur Rettung gesunkener Frauen etc. In großen Städten, wie Berlin, Hamburg, Breslau, sucht man neuerdings alle derartigen Bestrebungen in Gestalt sogen. Stadtmissionen einheitlich zu ordnen. Auch haben in vielen größern Städten die Vereine für i. M. eigne Häuser für ihre Versammlungen etc. erbaut (evangelische Vereinshäuser, meist mit Herbergen zur Heimat [gegen 300 in Deutschland] verbunden; vgl. Herberge). Vielfach berührt die i. M. sich mit allgemeinen staatlichen und sozialen Interessen, vorzüglich auf dem Gebiete des Armenwesens (Arbeiterkolonien, s. d., Verpflegstationen für landstreichende Bettler etc.) und des Gefängniswesens, wie denn Wichern, der tatkräftigste Vertreter der innern Mission in Norddeutschland, seit 1852 in ein amtliches Verhältnis zum preußischen Gefängniswesen trat und 1858 als vortragender Rat in das Ministerium des Innern wie in den Oberkirchenrat zu Berlin berufen ward. Mit der sonstigen, nicht erklärt kirchlichen Vereinstätigkeit wie auch mit dem adligen Meyers Johanniterorden (s. d.) u. a. ist die i. M. häufig in Arbeitsgemeinschaft getreten und hat durch diese mannigfachen Berührungen allmählich viel von dem engherzig pietistischen Anstrich verloren, der ihr oft mit unbilliger Einseitigkeit, aber nicht immer unverdient, vorgeworfen worden ist. Im letzten Jahrzehnt brachte die lebhaftere Beschäftigung mit der sogen. sozialen oder Arbeiterfrage (s. d.) der innern Mission neuen Aufschwung und erhöhte Beachtung in weitern Kreisen, aber auch mancherlei Kontroversen unter ihren Freunden und Förderern, die auf den evangelisch-sozialen Kongressen (namentlich 1894 in Frankfurt a. M.) u. a. lebhaften Ausdruck fanden. Auf katholischer Seite herrscht ebenfalls reger Eifer für die Aufgaben der innern Mission, die dort, meist unter dem Namen der christlichen Charitas, mit Aufwendung großartiger Mittel von Vinzentiusvereinen, Bonifatiusvereinen u. dgl. betrieben wird. Nur mischt sich dort, der katholischen Grundrichtung entsprechend, leicht propagandistische Absicht in die übrigens durch rege Opferwilligkeit ausgezeichnete hilfreiche Liebe. Vgl. »Fünfzig Jahre innere Mission« (Bericht des Zentralausschusses, Berl. 1898); Busch, Die i. M. in Deutschland (Gotha 1877); Schäfer, Die i. M. in Deutschland (mit andern, Hamb. 187883, 6 Bde.), Leitfaden der innern Mission (4. Aufl., das. 1903), Praktisches Christentum. Vorträge aus der innern Mission (Gütersl. 188896, 3 Bde.) und Die i. M. in der Schule (5. Aufl., das. 1900); E. Schneider, Die i. M. in Deutschland (Braunschw. 1888, 2 Tle.); Uhlhorn, Die christliche Liebestätigkeit, Bd. 3 (Stuttg. 1890); die betreffenden Teile in Zimmers »Handbibliothek der praktischen Theologie« (Gotha 1891 f.); Wurster, Die Lehre von der innern Mission (Berl. 1894); Wichern, Gesammelte Schriften, Bd. 3 (Hamb. 1902); A. Jentsch, Wege und Ziele der innern Mission (Leipz. 1901); Evers, Die Berliner Stadtmission (Berl. 1902); »Bibliothek für i. M.« (Leipz. 1890 ff.); »Monatsschrift für i. M.« (hrsg. von Busch, Gütersl. 1880 ff.). Organ des Zentralvereins sind die von Wichern begründeten »Fliegenden Blätter des Rauhen Hauses« (Hamb., seit 1843).
 
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Innere Sekretion, die Bildung und Ausscheidung spezifischer Stoffe durch Drüsen, die sie nicht wie bei der gewöhnlichen Absonderung durch einen Ausführungsgang nach außen oder in eine Körperhöhle entleeren, sondern an das Blut oder die Lymphe abgeben. Besonders bemerklich macht sich diese Form der Absonderung bei solchen Drüsen, die gar keinen Ausführungsgang besitzen, wie z. B. die Schilddrüse und die Nebennieren. Ihre Sekretionstätigkeit wird hauptsächlich aus den Krankheitserscheinungen erschlossen, die nach Fortnahme dieser Organe auftreten, und aus den Folgen, von denen die Einspritzung eines Extraktes der Drüsen begleitet ist. Den genannten Drüsen schreibt man auf Grund solcher Erfahrungen die innere Absonderung von Stoffen zu, die für gewisse Funktionen des Organismus (Leistungen des Nervensystems, Blutlauf) notwendig sind. Im Jodothyrin (Thyreoglobulin) der Schilddrüse, im Adrenalin der Nebennieren glaubt man solche Stoffe isoliert zu haben. Auch die Milz und die Hypophysis scheinen eine i. S. zu besitzen. Besonders wichtig ist die der Bauchspeicheldrüse, die außerdem auch eine äußere Sekretion (Bildung des Pankreassaftes) hat. Auf das Fehlen des Produkts ihrer innern Sekretion bezieht man das Auftreten einer schweren Stoffwechselstörung, des Diabetes, bei Erkrankung oder experimenteller Fortnahme dieser Drüse. Auch den Drüsen des Geschlechtsapparates (Hoden, Eierstock), schreiben viele eine innere Sekretion zu.
 
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Inneres Licht (inneres Wort, Lumen s. verbum internum), s. Meyers Inspirationsgemeinden.
 
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Innere und äußere Linie in der Strategie, Lager zweier Heere, deren eins im Mittelpunkt, auf der innern Linie, das andre hingegen in getrennten Teilen um ersteres herum, auf der äußern Linie, sich befindet. Operationen auf der innern Linie haben selbst gegen an Zahl weit überlegene Gegner schon große Erfolge gehabt (Friedrich d. Gr. im Siebenjährigen Krieg). Die Voraussetzung ist jedoch, daß der Gegner den Fehler macht, seine vereinzelten Gruppen schlagen zu lassen, was durch Zurückweichen des bedrohten Teils, solange bis Hilfe kommt, vermeidbar ist.
 
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Innerleithen (spr. -lĭthen), Stadt und Badeort in Peeblesshire (Schottland), am Leithen Water, unweit seiner Mündung in die Tweed, mit Wollmanufaktur, einer Mineralquelle (St. Ronans Quelle in einer Novelle von W. Scott) und (1901) 2181 Einw.
 
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Innerösterreich, im ältern Sprachgebrauch Bezeichnung der zu Österreich gehörenden Länder Steiermark, Kärnten, Kra in und Küstenland.
 
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Inner-Rhoden, Kanton, s. Meyers Appenzell.
 
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Innerste, rechter Nebenfluß der Leine in der preuß. Provinz Hannover, entspringt auf dem Oberharz, südlich von Klausthal, durchfließt den Regierungsbezirk Hildesheim und mündet nach 75 km langem Lauf unterhalb Sarstedt. Nebenflüsse sind Nette und Lamme.
 
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Inner Temple (spr. templ), einer der Inns of Meyers Court (s. d. und Barrister).
 
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Innervation (neulat.), der Einfluß der Nerven auf die Verrichtungen der Organe des Körpers, Innervierung.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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