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Inkriminieren bis Inlandeis (Bd. 6, Sp. 842 bis 844)
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Artikelverweis Inkriminieren (neulat.), eines Verbrechens beschuldigen; Inkrimination, Anschuldigung.
 
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Inkrustation (lat.), das krustenartige Überziehen, Überrinden eines Körpers mit einer mineralischen Kruste; die Form des inkrustierten Körpers bleibt, wenn die bedeckende Rinde nicht zu dick wird, oft deutlich sichtbar (vgl. Petrefakten und Pseudomorphosen).

[Bd. 6, Sp. 843]


Das krustenbildende Material ist sehr verschiedenartig: Opal, Chalcedon, Gips, Schwefel, Schwefelmetalle, Eisenoxyd etc., besonders häufig aber Kalkspat und Aragonit; vgl. Sinter und Quelle. In der Kunst die Bekleidung von Gegenständen aus minderwertigen Stoffen mit edlern Materialien (seinen Marmorsorten, Glas, Elfenbein, Perlmutter, Schildpatt, Glasflüssen, Metallen etc.) zur Hervorbringung farbiger Wirkungen. In der Baukunst insbes. die namentlich in Italien geübte Bekleidung von Wandflächen oder ganzen Fassaden mit verschiedenfarbigen Marmorplatten.
 
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Inkrustātstein (Zementstein), eine Steinmasse, zu deren Herstellung zerkleinerte Bruchstücke des nachzuahmenden Gesteins mit einem Bindemittel aus einem feingemahlenen Mineral und einem in Wasser löslichen Salz (Geheimnis der Erfinder) gemischt werden. Der I. wird als Putz auf Mauerwerk gebracht oder in Formen zu Werk- u. Ornamentstücken gepreßt.
 
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Inkubation (lat., griech. Enkoimêsis), das Schlafen an heiligen Stätten (besonders des Äskulap, Apollon, Serapis), um im Traum Rat und besonders Heilung von der Gottheit zu erhalten. Voran gingen mancherlei Reinigungen und Zeremonien, der Bittsteller schlief meist auf dem Fell eines frischgeschlachteten Opfertieres. Die Geheilten hingen gewöhnlich einen Bericht über die Heilung in den Heiligtümern auf (Votivtafeln, deren z. B. viele im Asklepieion zu Epidauros und im Amphiareion zu Oropos gefunden worden sind). Auch die christliche Kirche hat die I. übernommen und durch das ganze Mittelalter geübt, indem an die Stelle der Götter Heilige traten, wie der heil. Michael, die Ärzteheiligen Kosmas und Damian, die heil. Thekla. Vgl. Welcker, Kleine Schriften, Bd. 3, S. 92 ff.; Ritter v. Rittershain, Der medizinische Wunderglaube und die I. im Altertum (Berl. 1878); Deubner, De incubatione (Leipz. 1900).
   In der Zoologie heißt I. die Bebrütung des Eies oder die Zeit der Entwickelung des Keimes im Ei. In der Medizin die Zeit zwischen erfolgter Ansteckung und dem Ausbruch einer Krankheit. Im Stadium der I. weist durchaus nichts darauf hin, daß eine Krankheit im Anzug sei, daher dieses Stadium auch dasjenige der Latenz, des Verborgenseins, genannt wird. Die Zeit der I. schwankt bei den verschiedenen Krankheiten, was sich zwanglos durch die verschiedene Intensität der den einzelnen Krankheiten eigentümlichen Krankheitsgifte und bei der einzelnen Krankheit durch die bei der ersten Ansteckung bald größere, bald kleinere Menge des aufgenommenen Giftstoffes (bez. der in den Organismus eingedrungenen pathogenen Bakterien) erklärt. Die I. dauert z. B. bei der Cholera einige Stunden bis höchstens 3 Tage, bei den Pocken etwa 1214, bei den Masern 814, bei Scharlach 47, bei Röteln 1420 und bei der Hundswut 40 bis 60 Tage (Pasteur). Vgl. Infektionskrankheiten und Mykosen.
 
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Inkŭbus (auch Incŭbo, lat., »Auflieger«, griech. Ephialtes), Name des Faunus oder Silvanus, weil man glaubte, daß er Frauen nachts im Schlaf beschleiche; dann auch ein Alpdrücken (s. Meyers Alp) verursachender Dämon; im mittelalterlichen Volksglauben auch ein mit einer Hexe buhlender böser Geist.
 
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Inkulpat (neulat.), früher übliche Bezeichnung für den Angeschuldigten, Angeklagten im Untersuchungsprozeß; inkulpieren, anschuldigen, bezichtigen; Inkulpation, An- oder Beschuldigung.
 
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Inkumbénz (neulat.), Obliegenheit, Schuldigkeit.
 
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Inkunabeln (v. lat. incunabula, »Wiege«, daher Wiegendrucke, auch Paläotypen, »alte Drucke«, genannt), die Erzeugnisse der Buchdruckerkunst aus ihrer ersten Zeit. Einige rechnen nur die bis zum Jahr 1500, die man auf 20,000 geschätzt hat, zu den I.; andre betrachten auch später erschienene Werke als solche, doch ist diese Annahme nur zulässig, wenn dieselben Erstlingsdrucke an den betreffenden Druckorten sind. Am meisten gesucht und als wertvolle I. geschätzt sind die frühesten Drucke aus der Zeit kurz nach der Erfindung der Buchdruckerkunst; die ersten Drucke eines Landes und einer Stadt; die Arbeiten von solchen Druckern, von denen man mit Bestimmtheit weiß, daß sie nur geringe Auflagen machten; Pergamentdrucke aus den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrh.; Werke mit besonders künstlichem und ungewöhnlichem Druck; die ersten Ausgaben (editiones principes) der griechischen und römischen Klassiker überhaupt (von denen viele den Handschriften gleich geachtet werden); die Drucke berühmter Offizinen; erste Drucke mit Holzschnitten, Kupferstichen etc. Was zunächst das Material betrifft, so druckte man anfangs viel auf Pergament, später fast ausschließlich auf Papier. Das Papier für die I. ist durchgängig stark und weiß und läßt den kräftig schwarzen Druck angenehm in die Augen springen; sein Wasserzeichen dient jetzt gelegentlich zur Feststellung der Zeit, zu der das Buch gedruckt wurde, wenn nähere Angaben diesem nicht beigedruckt sind. Das Format der ersten Bücher war Folio. Die Lettern der ältesten Drucke sind die der Mönchsschrift ähnlichen gotischen; später gewann die Schwabacher genannte Type Verbreitung, doch auch die runden römischen Lettern (Antiqua) wurden gebräuchlich und besonders in Italien die herrschenden. Das erste mit gegossenen Lettern gedruckte griechische Buch ist Laskaris' »Grammatica graeca« (Mail. 1476). Die Initialen wurden gewöhnlich nicht mit eingedruckt, sondern in andern Farben, oft in Gold und kostbar verziert, eingeschrieben oder eingezeichnet (s. Rubrikatoren). Die frühesten Drucke haben keine fortlaufenden Seitenzahlen; zuerst brauchte man Lagenbezeichnung (Quaternionen), dann kamen Blattzahlen (Folien) in Gebrauch, Seitenzahlen weit später. Dazu nahm man anfangs die römischen Zahlen; die arabischen kommen, jedoch in noch sehr unvollkommener Form, um 1470 und in der jetzigen Gestalt erst zu Ende des 15. Jahrh. vor. Titelblätter sucht man bei den ältesten I. vergebens; das erste Buch mit einem solchen soll 1485 von Jenson in Venedig gedruckt worden sein. Gewöhnlich zeigt am Ende des Buches eine Schlußschrift den Namen des Druckers sowie den Ort und die Zeit des Druckes an, oder diese Angabe fehlt auch ganz. Die Preise der I. sind außerordentlich verschieden; sie werden durch die Seltenheit des Buches, durch die Bedeutung seines Druckers, den Zustand seiner Erhaltung, seine Ausstattung und noch mancherlei Nebenumstände bestimmt. Der wissenschaftliche Wert der I. ist ein mehrfacher; sie bilden mit das Quellenmaterial zur Geschichte der Buchdruckerkunst, und durch Inhalt und Ausstattung, namentlich durch die in vielen derselben enthaltenen Illustrationen, sind sie auch für die Kulturgeschichte im allgemeinen von hoher Bedeutung, zumal die Volksliteratur aus der Periode vor und kurz nach der Erfindung des Buchdruckes fast ausschließlich nur in den I. erhalten ist, viele auch (wenigstens z. T.) verloren gegangene wichtige handschriftliche Werke zu ersetzen vermögen. Als erste Illustrationen dürfen die großen Initialen des Mainzer Psalters von Fust und Schöffer (1457) angesehen werden, Bilder als Illustrationen brachte zuerst das

[Bd. 6, Sp. 844]


1461 von Pfister in Bamberg, der zugleich Formenschneider war, gedruckte Fabelbuch von Boner. Genaue und tunlichst vollständige Verzeichnisse der I. sind enthalten in Panzers »Annales typographici ab artis inventae origine ad annum 1536« (Nürnb. 1793 bis 1803, 4 Bde.) und Maittaires »Annales typographici ab artis inventae origine ad annum 1557« (Haag 171941, 5 Bde.), zu denen M. Denis in Wien 1789 zwei Supplementbände herausgab. Von neuern Werken sind zu nennen: Serna Santanders »Dictionnaire bibliographique« (Brüssel 18051807, 3 Bde.), namentlich für niederländische und spanische I.; für französische G. Brunets »La France littéraire« (Par. 1865); für englische Johnsons »Typographia« (Lond. 1824), Blades' »Life and typography of Caxton« (2. Aufl., das. 1882) und R. Proctors »Index to the early printed books in the British Museum« (das. 1903). Vgl. auch Hain, Repertorium bibliographicum (Stuttg. 182638, 4 Bde.), das umfassendste Verzeichnis der I., das von K. Burger hierzu veröffentlichte Register (Leipz. 1891) und die von Copinger herausgegebenen Supplemente (Lond. 18951902) sowie die verschiedenen Werke zur Geschichte der Buchdruckerkunst, insbesondere: Weigel und Zestermann, Die Anfänge der Buchdruckerkunst in Bild und Schrift (Leipz. 1866); ferner: Burger, Deutsche und italienische I. in getreuen Nachbildungen (hrsg. von der Reichsdruckerei, 1892ff.); Muther, Deutsche Bücherillustration der Gotik und Frührenaissance (Münch. 188384, 2 Bde.).
 
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Inkurābel (neulat.), unheilbar.
 
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Inland, das Gegenteil von Meyers Ausland (s. d.), im staatsrechtlichen Sinn das ganze jeweilige Gebiet eines Staatswesens, im strafrechtlichen Sinn dasjenige Gebiet, das dem jeweils fraglichen Gesetz als Geltungsbereich zugedacht und zugewiesen worden ist.
 
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Inlandeis, s. Meyers Polareis.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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