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Ingolf-Expedition bis Ingrĭer (Bd. 6, Sp. 834 bis 835)
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Artikelverweis Ingolf-Expedition, 1879 u. 189596, s. Meyers Maritime wissenschaftliche Expeditionen.
 
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Ingolstadt, unmittelbare Stadt und Festung im bayr. Regbez. Oberbayern, liegt links an der Donau, 368 m ü. M. Die Hauptgebäude sind das alte und das sogen. neue Schloß, letzteres am Ausfluß der einen Teil der Stadt durchfließenden Schutter in die Donau (beide ehemals Residenzen der Herzoge von Bayern-J.), das 1555 gestiftete ehemalige Jesuitenkollegium (von dem nur noch der östliche Flügel vorhanden ist), das Gebäude der ehemaligen Universität, das Zeughaus, Rathaus, Theater etc. Von den kirchlichen Gebäuden (eine evangelische und 7 kath. Kirchen) ist nur bemerkenswert die große gotische, 1425 gegründete Frauenkirche, in der zwei bayrische Herzoge, Stephan und Ludwig der Höckerige, ruhen und noch mehrere interessante Grabmäler (Eck etc.) sich befinden. I. hat ein Denkmal des Kaisers Ludwig des Bayern. Die Universität, 1472 von Herzog Ludwig dem Reichen gestiftet, war bald ein Hauptsitz jesuitischer Theologie und zählte gegen Ende des 16. Jahrh. 4000 Studenten. 1800 wurde sie nach Landshut und 1826 nach München verlegt. Reuchlin, Aventin, Celtes, Locher, Rhegius und andre namhafte Männer gehörten zu ihren Lehrern (vgl. Prantl, Geschichte der Ludwig Maximilians-Universität etc., Münch. 1872; Bauch, Die Anfänge des Humanismus in I., das. 1901). Die Zahl der Einwohner belief sich 1900 mit der Garnison (2 Regimenter Infanterie Nr. 10 und 13, ein Bataillon Fußartillerie Nr. 1, ein Pionierbataillon Nr. 1 und eine Kompagnie Train Nr. 3) auf 22,207 Seelen, davon 3152 Evangelische und 99 Juden. Do´ Industrie beschränkt sich auf Geschützgießerei, Pulver- u. Munitionsfabrikation. Sonst sind noch zu nennen: eine Seifen- und eine Bürstenfabrik, Eisengießerei und Bierbrauerei. Für den Eisenbahnverkehr ist die Stadt Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Bamberg-Hof, Neuoffingen-J., Regensburg-Augsburg und I.-Riedenburg. Dem Verkehr in der Stadt dient eine Pferdebahn. I. hat ein Gymnasium, Realschule, Waisenhaus, Klöster der Franziskaner und Franziskanerinnen und ist Sitz des Stabes der 11. Infanteriebrigade, eines Amtsgerichts, eines Bezirksamts und einer Eisenbahnbetriebsdirektion. I. existierte schon um 806 n. Chr. Es war bereits Stadt, als es 1255 bei der Landesteilung an Oberbayern kam. Von 13921445 war es die Residenz der Herzoge von Bayern-I., fiel dann an Bayern-Landshut und 1503 an Bayern-München. 1539 erhielt die Stadt Festungswerke, die schon 1546 gegen den Schmalkaldischen Bund mit Glück erprobt wurden. Gustav Adolf belagerte 1632 J. vergeblich, während Tilly drinnen an seiner Fußwunde lag und starb. Die Österreicher besetzten die Festung zweimal (1703 und 1742), und Moreau ließ sie 1800 schleifen. 182848 wurden die Festungswerke durch König Ludwig I. wiederhergestellt und I. dadurch in eine Festung ersten Ranges umgewandelt, die freilich von dem Augenblick an, wo Germersheim als Rheinbrückenkopf zu einem bayrischen Waffenplatz erster Ordnung gemacht werden sollte, sehr an Bedeutung verlieren würde. Vgl. Gerstner, Geschichte der Stadt I. (Münch. 1853); Kleemann, Geschichte der Festung I. bis 1815 (das. 1883).
 
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Ingots (engl., spr. inggöts), (Gold-, Silber-) Barren, Zaine; früher insbes. die durch den Bessemerprozeß erhaltenen Stahlblöcke.
 
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Ingouville (spr. ängguwil'), ehemals selbständiger Ort, seit 1854 mit dem Stadtgebiet von Le Havre (s. Meyers Havre, Le) vereinigt.
 
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Ingrainfarben (engl., spr. in-grēn-), s. Meyers Farbstoffe, S. 329.
 
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Ingram, I. Kells, engl. Nationalökonom und Philolog, geb. 7. Juli 1823 in der Grafschaft Donegal (Irland), studierte in Dublin, wurde daselbst 1846 Fellow, 1852 Professor der englischen Literatur, 1866 Professor der griechischen Sprache und 1879 Bibliothekar. Er schrieb: »The present position and prospects of political economy« (1878; deutsch von H. v. Scheel, Jena 1879); »History of political economy« (Sonderdruck aus der Encyclopaedia Britannica, 1888; deutsch von Roschlau, Tübing. 1890) und »History of slavery and serfdom« (desgl., 1895; deutsch von L. Katscher, Dresd. 1895); »Outlines ot history of religion« (1900); »Human nature and morals, according to A. Comte« (1901), auch einen Band »Sonnets and other poems« (1900); außerdem viele Arbeiten über englische Literatur und griechische und lateinische Etymologie.
 
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Ingredĭens (lat., Ingredienz), Zutat, Bestandteil einer Mischung (besonders einer Arznei).
 
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Ingremĭation (neulat.), die Aufnahme in eine Körperschaft (gremium), besonders geistliche.

[Bd. 6, Sp. 835]



 
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Ingres (spr änggr'), Jean Auguste Dominique, franz. Maler, geb. 29. Aug. 1780 in Montauban, gest. 13. Jan. 1867 in Paris, kam 1796 in das Atelier Davids, wo er schon 1801 den römischen Preis errang. Er konnte jedoch erst 1806 nach Rom gehen, wo er bis 1820 blieb. Nachdem er sich noch vier Jahre in Florenz aufgehalten, kehrte er nach Paris zurück, wo er 1826 Mitglied des Instituts wurde. Ohne von der Davidschen Richtung, deren energievollster Vertreter er war, abzuweichen, hatte er in Italien seine Studien vornehmlich auf Raffael und die antiken Wand- und Vasenmalereien gerichtet, die seinen Stil beeinflußten und ihn in seiner Abneigung gegen die Farbe bestärkten. 1834 zu H. Vernets Nachfolger im Direktorium der französischen Akademie in Rom ernannt, hielt er sich hier abermals bis 1841 auf und lebte seitdem in Paris. Seine vorzüglichsten Bilder sind: Bonaparte als Erster Konsul (1804); Napoleon auf dem Thron (1806, im Invalidenhotel zu Paris); Ödipus und die Sphinx (Louvre, Hauptwerk); Vergil, dem Augustus und der Octavia die Äneide vorlesend; Pietro Aretino und Karls V. Abgesandter, mit dem Gegenstück: Pietro Aretino und Tintoretto; Don Pedro von Toledo, den Degen Heinrichs IV. küssend; eine Odaliske (1814, im Louvre); Philipp V. und der Marschall von Berwick; Heinrich IV. und seine Kinder, mit dem Gegenstück: der Tod Leonardo da Vincis; Angelika und Rüdiger (1819, im Louvre); Christus, dem Petrus die Himmelsschlüssel übergebend (im Louvre); Gelübde Ludwigs XIII. (Kathedrale in Montauban); Homers Apotheose (Deckengemälde, im Louvre); die Marter des heil. Symphorian (1834, Kathedrale in Autun); die Madonna mit der Hostie; Stratonike (Hauptwerk); Cherubini und die Muse (1842, im Louvre); die Geburt der Venus; Jesus unter den Schriftgelehrten (1853, Museum in Montauban); die Quelle, eine nackte weibliche Figur, begonnen 1814, vollendet erst 1856 (im Louvre, epochemachend für die Darstellung des Nackten in der französischen Malerei). Hierzu kommen noch 25 lebensgroße Heiligenfiguren, kolorierte Kartons für die Glasmalereien der heil. Ferdinandskapelle in Paris und der Gruftkapelle in Dreux, eine Reihe von Bildnissen, die wegen ihrer schlichten Auffassung und meisterhaften Zeichnung in neuerer Zeit zu hoher Schätzung gelangt sind (darunter Cordier, Bertin, Herr, Frau und Fräulein Rivière, sämtlich im Louvre), und eine große Bleistiftzeichnung, die Apotheose Homers (1865 nach seinem Bild, aber vielfach verändert, vollendet). I.' Werke blieben lange wenig beachtet. Während die frühern sich ganz in der pseudo-klassizistischen Richtung Davids halten, sind seine beiden spätern Hauptwerke, das Gelübde Ludwigs XIII. und die Apotheose Homers, nach Raffael gemalt. In seiner letzten Zeit wendete sich I. wieder der antikisierenden Richtung zu, und namentlich erscheint seine Stratonike als Nachahmung antiker Genremalerei. Der Zeichnung und Modellierung legte I. mehr Bedeutung bei als der Farbe (daher der scharfe Gegensatz, der bei Lebzeiten der beiden Schulhäupter zwischen den Ingristes oder »Dessinateurs« und den »Coloristes«, den Schülern und Bewunderern Delacroix', herrschte); dadurch erhalten seine Bilder etwas Trocknes; auch die Erfindung ist seine Stärke nicht. Anderseits verdienen jedoch seine sorgfältigen Studien, die Reinheit und Richtigkeit seiner Linien und Umrisse die größte Anerkennung, und I. wie einzelne seiner Schüler haben in dieser ernsten, strengen Richtung Hervorragendes geleistet. Nach ihm haben Richomme, Calamatta und Henriquel-Dupont treffliche Kupferstiche geliefert. Seine Werke sind von Reveil in Umrissen herausgegeben worden (Par. 1851). Seinen künstlerischen Nachlaß an Studien etc. vermachte I. seiner Vaterstadt Montauban, die ein eignes Ingresmuseum gegründet hat. Vgl. Blanc, I., sa vie et ses ouvrages (Par. 1870); Delaborde, I., sa vie, ses travaux, etc. (das. 1870); Momméja, I., biographie critique (das. 1903); Schmarsow in Dohmes »Kunst und Künstler des 19. Jahrhunderts« (Leipz. 1884).
 
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Ingréß (lat.), Eingang, Eintritt.
 
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Ingrĭer, s. Meyers Ingermanland.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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