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Inglefield bis Ingots (Bd. 6, Sp. 833 bis 834)
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Artikelverweis Inglefield (spr. ingl'fīld), Sir Edward Augustus, brit. Admiral und Polarforscher, geb. 27. März 1820 in Cheltenham, gest. 5. Sept. 1894 in Queensgate bei London, trat 1834 in die Marine ein und beteiligte sich mit drei Fahrten an der Franklinsuche. Auf der ersten drang er 1852 mit dem von Lady Franklin ausgerüsteten Dampfer Isabel im Smithsund bis 79° nördl. Br. vor, wo er ein offenes Polarmeer zu erblicken glaubte; auf der zweiten fuhr er zur Rettung Meyers Belchers (s. d.) mit dem Dampfer Phönix durch die Barrowstraße in den Wellingtonkanal und erhielt hier Kunde von der Entdeckung der Nordwestpassage durch Mc Clure; auf der dritten brachte er mit dem Phönix einen Teil der Mannschaften Belchers nach der Heimat zurück. I. wurde 1853 Kapitän, 1875 Vizeadmiral, 1879 Admiral und nahm 1885 seinen Abschied. Er schrieb unter anderm: »A summer's search for Sir John Franklin« (Lond. 1853).
 
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Inglēse (ital.), Engländer.
 
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Inglis, 1) Sir Robert Harry, brit. Politiker, geb. 12. Jan. 1786, gest. 5. Mai 1855, studierte in Oxford und ward 1818 Rechtsanwalt, praktizierte aber als solcher nicht. 1824 ins Unterhaus gewählt, trat er 1829 Peel, der wegen seines Meinungswechsels in Sachen der Katholikenemanzipation sein Mandat für die Universität Oxford niedergelegt hatte, entgegen und siegte mit starker Majorität. Seitdem Vertreter der Universität, galt er als Führer der hochkirchlichen Partei im Unterhaus und kämpfte hartnäckig, aber vergeblich gegen alle Neuerungen auf staatlichem und kirchlichem Gebiet. 1847 war er Präsident der Britischen Association, und 1850 ward er der Nachfolger Walter Scotts in dem Ehrenamt eines Professors der Altertümer an der königlichen Akademie der Künste. Im Januar 1854 legte er sein Parlamentsmandat nieder.
   2) Henry David, engl. Schriftsteller, geb. 1795 in Edinburg, gest. 20. März 1835 in London, widmete sich anfangs dem Geschäftsleben, dann der Belletristik, reiste, schrieb unter dem Pseudonym Derwent Conway die »Tales of the Ardennes« (1825 u. ö.) und, als diese günstig aufgenommen wurden, die weitern Reisewerke: »Journey through Norway, Sweden and Denmark« (1826, 4. Aufl. 1837), »Solitary walks through many lands« (1828, 3. Ausg. 1843), »Tour through Switzerland, the South of France and the Pyrenees« (1830, 2 Bde.; neue Ausg. 1840), »Spain in 1830«, wohl sein bestes Werk (1831, 2 Bde.; 2. Aufl. 1839), »The Tyrol, with a glance at Bavaria« (1833, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1833), »Ireland in 1834« (1834, 2 Bde.; 5. Aufl. 1838) und »The Channel islands« (1835, 2 Bde.; neue Ausg. 1840), sämtlich ausgezeichnet durch elegante und korrekte Darstellung. Geringeres Glück machte sein Roman »The new Gil Blas«. Sein letztes Werk war: »Rambles in the footsteps of Don Quixote« (1837).
   3) John Eardley Wilmot, brit. General, geb. 15. Nov. 1814 in Neuschottland, gest. 27. Sept. 1862, trat 1833 in die englische Infanterie und zeichnete

[Bd. 6, Sp. 834]


sich in den indischen Feldzügen von 1848 und 1849 aus. 1855 wurde er Oberst und befehligte 1857 das 32. Regiment in Lakhnau, der Hauptstadt von Audh, als der Aufstand der Sipahi ausbrach. Nachdem der General Sir Henry Lawrence 2. Juli tödlich verwundet war, übernahm I. den Oberbefehl über die in Lakhnau eingeschlossenen Europäer und schlug vier Angriffe des weit überlegenen Feindes ab. Nach 87tägiger Belagerung im September durch Outram und Havelock entsetzt, vereinigte er sich im November mit der Hauptmacht unter Colin Campbell, machte die Schlacht bei Khanpur 28. Nov. mit und blieb sodann als Kommandant dieser Stadt zurück. Zum Generalmajor ernannt, brachte I. im Februar 1858 den Insurgenten des Gwaliorkontingents bei Kalpi eine entscheidende Niederlage bei. Bald darauf wurde er Oberbefehlshaber der englischen Truppen auf den Ionischen Inseln. 1892 veröffentlichte seine Gattin ihr Tagebuch aus Indien: »Siege of Lucknow«.
 
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Ingluvĭes (lat.), der Kropf.
 
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Ingman, Santeri, finn. Romanschriftsteller, geb. 9. Juni 1866 in Sodankylä (Lappland) als Sohn eines Pfarrers, studierte besonders finnische Geschichte, promovierte 1894 und wurde Mitredakteur der jetzt verbotenen jungfinnischen Tageszeitung »Päivälehti« und Vorsitzender der Arbeiterdelegation. Seine gutmütig humorvollen und dabei scharf beobachtenden Novellen aus dem Alltagsleben (»Im Zwielicht«, »In der Reservekaserne«) haben ihn sehr populär gemacht. »Juho Vesainen« (1894) und »Anna Flemming« (1900) sind die ersten historischen Romane in finnischer Sprache.
 
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Ingo (urgerman. Ingwas), einer der drei Söhne des Gottes Meyers Mannus (s. d.).
 
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Ingoda, Fluß in der Landschaft Daurien der sibir. Provinz Transbaikalien, entspringt am Nordabhang des Tschokondo (s. Meyers Jablonoi), fließt bei Tschita vorüber und vereinigt sich oberhalb Nertschinsk mit dem Onon zur Schilka.
 
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Ingoldsby, Thomas, Pseudonym, s. Meyers Barham.
 
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Ingolf-Expedition, 1879 u. 189596, s. Meyers Maritime wissenschaftliche Expeditionen.
 
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Ingolstadt, unmittelbare Stadt und Festung im bayr. Regbez. Oberbayern, liegt links an der Donau, 368 m ü. M. Die Hauptgebäude sind das alte und das sogen. neue Schloß, letzteres am Ausfluß der einen Teil der Stadt durchfließenden Schutter in die Donau (beide ehemals Residenzen der Herzoge von Bayern-J.), das 1555 gestiftete ehemalige Jesuitenkollegium (von dem nur noch der östliche Flügel vorhanden ist), das Gebäude der ehemaligen Universität, das Zeughaus, Rathaus, Theater etc. Von den kirchlichen Gebäuden (eine evangelische und 7 kath. Kirchen) ist nur bemerkenswert die große gotische, 1425 gegründete Frauenkirche, in der zwei bayrische Herzoge, Stephan und Ludwig der Höckerige, ruhen und noch mehrere interessante Grabmäler (Eck etc.) sich befinden. I. hat ein Denkmal des Kaisers Ludwig des Bayern. Die Universität, 1472 von Herzog Ludwig dem Reichen gestiftet, war bald ein Hauptsitz jesuitischer Theologie und zählte gegen Ende des 16. Jahrh. 4000 Studenten. 1800 wurde sie nach Landshut und 1826 nach München verlegt. Reuchlin, Aventin, Celtes, Locher, Rhegius und andre namhafte Männer gehörten zu ihren Lehrern (vgl. Prantl, Geschichte der Ludwig Maximilians-Universität etc., Münch. 1872; Bauch, Die Anfänge des Humanismus in I., das. 1901). Die Zahl der Einwohner belief sich 1900 mit der Garnison (2 Regimenter Infanterie Nr. 10 und 13, ein Bataillon Fußartillerie Nr. 1, ein Pionierbataillon Nr. 1 und eine Kompagnie Train Nr. 3) auf 22,207 Seelen, davon 3152 Evangelische und 99 Juden. Do´ Industrie beschränkt sich auf Geschützgießerei, Pulver- u. Munitionsfabrikation. Sonst sind noch zu nennen: eine Seifen- und eine Bürstenfabrik, Eisengießerei und Bierbrauerei. Für den Eisenbahnverkehr ist die Stadt Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Bamberg-Hof, Neuoffingen-J., Regensburg-Augsburg und I.-Riedenburg. Dem Verkehr in der Stadt dient eine Pferdebahn. I. hat ein Gymnasium, Realschule, Waisenhaus, Klöster der Franziskaner und Franziskanerinnen und ist Sitz des Stabes der 11. Infanteriebrigade, eines Amtsgerichts, eines Bezirksamts und einer Eisenbahnbetriebsdirektion. I. existierte schon um 806 n. Chr. Es war bereits Stadt, als es 1255 bei der Landesteilung an Oberbayern kam. Von 13921445 war es die Residenz der Herzoge von Bayern-I., fiel dann an Bayern-Landshut und 1503 an Bayern-München. 1539 erhielt die Stadt Festungswerke, die schon 1546 gegen den Schmalkaldischen Bund mit Glück erprobt wurden. Gustav Adolf belagerte 1632 J. vergeblich, während Tilly drinnen an seiner Fußwunde lag und starb. Die Österreicher besetzten die Festung zweimal (1703 und 1742), und Moreau ließ sie 1800 schleifen. 182848 wurden die Festungswerke durch König Ludwig I. wiederhergestellt und I. dadurch in eine Festung ersten Ranges umgewandelt, die freilich von dem Augenblick an, wo Germersheim als Rheinbrückenkopf zu einem bayrischen Waffenplatz erster Ordnung gemacht werden sollte, sehr an Bedeutung verlieren würde. Vgl. Gerstner, Geschichte der Stadt I. (Münch. 1853); Kleemann, Geschichte der Festung I. bis 1815 (das. 1883).
 
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Ingots (engl., spr. inggöts), (Gold-, Silber-) Barren, Zaine; früher insbes. die durch den Bessemerprozeß erhaltenen Stahlblöcke.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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