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Ingenuĭtät bis Inghirāmi (Bd. 6, Sp. 832 bis 833)
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Artikelverweis Ingenuĭtät (lat.), ursprünglich der Stand eines Freigebornen, angeborne Freiheit; dann soviel wie Aufrichtigkeit, Freimütigkeit, Unbefangenheit.
 
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Ingenūus, Statthalter Pannoniens, der erste der sogen. Dreißig Tyrannen, wurde nach glücklichen Waffentaten an der Donau 258 n. Chr. von den illyrischen Legionen zum Kaiser ausgerufen; bald darauf von dem Kaiser Gallienus bei Mursa (Eszek) geschlagen, fand er auf der Flucht seinen Tod (260).
 
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Inger (Schleim-, Blind-, Wurmfisch, Bauchkiemer, Myxine L), Gattung der Rundmäuler, aalähnliche, aber flossenlose Tiere, mit acht Bärteln um den rundlichen Mund, zwei kammförmigen Zahnreihen an der Zunge, einem etwas gekrümmten Knorpelzahn am Gaumen und verkümmerten Augen. Die Kiemenöffnungen münden unter der Haut in einen gemeinsamen, nach außen durch ein Loch sich öffnenden Schlauch, der Schwanz hat einen wenig entwickelten Flossensaum. Die Eier sind groß mit Hornschalen und sadigen Anhängen. Der I. (M. glutinosa L., Gastrobranchus glutinosus Bloch), 20 cm lang, bläulichweiß, lebt in den höhern Breiten der Meere der nördlichen und südlichen Halbkugel, auch in der Nordsee, besonders in größern Tiefen auf schlammigem Grunde, bohrt sich in Muskeln und Eingeweide verschiedener Fische ein und frißt sie bis auf Haut und Knochen auf.
 
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Inger, Karl, Abenteurer, vormals Honvedleutnant, trat zum Islam über, versuchte 1898 in die Dienste des Mahdi zu gehen, gelangte jedoch nur bis Suakin, trat dann in Beziehungen zum »tollen« Mullah (Mohammed Abdullah ibn Sulaiman) vom Somalland, das er gern unter österreichisches Protektorat gebracht hätte, und nennt sich seitdem Emir Soliman Inger Abdullah.
 
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Ingerénz (lat.), Einmischung.
 
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Ingermanland, ehemalige schwed. Provinz, jetzt ein Teil des russischen Gouv. St. Petersburg, begreift den Strich Landes zwischen dem Ladogasee, der Newa, dem Finnischen Meerbusen, der Narowa und dem Pskowschen und Nowgorodschen Gouvernement. Von der ursprünglichen Bevölkerung, einem finnischen, den Kareliern verwandten Stamm, der nach dem Fluß Inger oder Ishora Ingern (Ingrier) oder Ishoren genannt wird, sind nur noch etwa 17,000 (überwiegend Lutheraner) übrig. Der Name I. kam erst auf, als

[Bd. 6, Sp. 833]


das Land 1617 von Rußland, zu dem es schon seit dem 13. Jahrh. gehört hatte, an Schweden abgetreten wurde. Peter d. Gr. eroberte das Land 1702 wieder; im Frieden von 1721 wurde es abermals russisch und 1783 mit dem Gouvernement St. Petersburg vereinigt.
 
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Ingern, s. Meyers Ingermanland.
 
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Ingersheim, Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Rappoltsweiler, Kanton Kaysersberg, am Fuß der Vogesen, an der Fecht und mit Station I.-Niedermorschweier an der Eisenbahnlinie Kolmar-Schnierlach, hat eine kath. Kirche, Synagoge, Spinnerei, Spindelröhrchenfabrikation, Weinbau und (1900) 2663 Einw. I. wird schon im 8. Jahrh. erwähnt.
 
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Ingersoll, Stadt in Kanada, Provinz Ontario, Grafschaft Oxford, in fruchtbarer Gegend, an der Themse und der Great Western-Bahn, mit Maschinenbau, Korn-, Holz-, Käse- und Butterversand und (1901) 4573 Einw.
 
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Ingésta (lat.), die in den Körper »eingeführten« Stoffe, besonders Speisen und Getränke, auch Luft; Ingestion, der Akt der Einführung derselben.
 
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Inghirāmi, toskan. Patrizierfamilie aus Volterra, von der folgende Glieder hervorzuheben sind:
   1) Tommaso, geb. 1470 in Volterra, gest. 6. Sept. 1516 in Rom, kam 1483 nach Rom und war ausgezeichnet als lateinischer Redner und Dichter sowie als Schauspieler in antiken lateinischen Dramen. Er erhielt vom Kaiser Maximilian I. die Dichterkrone und den Titel eines Comes palatinus. Von seinen Schriften sind nur sieben Reden erhalten.
   2) Francesco, ital. Archäolog, geb. 1772 in Volterra, gest. 17. Mai 1846 in Florenz, besuchte seit 1785 die Kriegsschule in Neapel, wurde später Bibliothekar in Florenz und gründete daselbst die Poligrafia Fiesolana zum Druck seiner Werke, die beinahe alle historisch-archäologischen Inhalts sind und einen staunenswerten Fleiß bekunden. Als die hauptsächlichsten sind zu nennen: »Monumenti etruschi« (Florenz 182027, 10 Bde.); »Galleria Omerica« (das. 1831 bis 1838, 3 Bde., mit 390 Kupfern); »Pitture dei vasi fittili« (das. 183137, 4 Bde., mit 400 Kupfern); »Museo etrusco chiusino« (das. 1833, 4 Bde., mit 216 Kupfern); »Lettere di etrusca erudizione« (das. 183839) und die unvollendet gebliebene »Storia della Toscana« (das. 184145).
   3) Giovanni, Astronom, Bruder des vorigen, geb. 16. April 1779 in Volterra, gest. 15. Aug. 1851 als Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte in Florenz. Er veröffentlichte »Effemeridi dell' occultazione delle piccole stelle sotto la luna« (Flor. 1809-) 10); »Effemiridi di Venere e Giove all' uso de' naviganti, pel meridiano di Parigi« (182124), die »Tavole astronomiche universali portatili« (Flor. 1811), und »Carta geometrica della Toscana« (1: 200000, das. 1830). Er beteiligte sich auch an der Bearbeitung der Berliner »Akademischen Sternkarten«.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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