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Ingenieure, Verein deutscher bis Ingenieurwissenschaft (Bd. 6, Sp. 831 bis 832)
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Artikelverweis Ingenieure, Verein deutscher, bezweckt ein inniges Zusammenwirken der geistigen Kräfte deutscher Technik zum Wohle der vaterländischen Industrie. 1856 als ein deutscher Verein gegründet, hat er gegenwärtig eine Mitgliederzahl von fast 19,000 erreicht, und mit seinen 45 Bezirksvereinen erstreckt er sich über das ganze Deutsche Reich. Sitz und Geschäftsstelle hat der Verein in Berlin, wo er ein eignes Haus besitzt; sein Vermögen beträgt über 1 Mill. Mk., und die von ihm ins Leben gerufene Hilfskasse für deutsche Ingenieure hat ein Vermögen von rund 120,000 Mk. An der Spitze des Vereins steht ein Vorstand von fünf Personen, die Geschäfte führt der Vereinsdirektor. Weitere Organe sind der Vorstandsrat, der aus den Mitgliedern des Vorstandes und den Vertretern der Bezirksvereine besteht, und die Hauptversammlung, eine jährliche Wanderversammlung. Die bedeutendste Unternehmung des Vereins ist die »Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure«, die wöchentlich einmal erscheint und auf dem von ihr bearbeiteten Gebiete des Maschineningenieurwesens, einschließlich Elektrotechnik und Schiffbau, eine erste Stelle in der gesamten technischen Literatur einnimmt. Ihre Auflage im I. 1904 betrug 21,000. Außerdem ist der Verein unausgesetzt mit der Bearbeitung technischer Fragen im Dienste der Allgemeinheit beschäftigt. Das deutsche Patentgesetz ist unter seiner wesentlichen Mitwirkung zustande gekommen; bei der Organisation des technischen Unterrichts in Hochschulen, Mittelschulen und niedern Fachschulen sind seine Vorschläge von maßgebendem Einfluß gewesen. Bei der Dampfkesselgesetzgebung ist er nicht minder tätig gewesen als bei der Begründung der zahlreichen Dampfkessel-Überwachungsvereine, zu denen seine Bezirksvereine die Anregung gegeben haben. Für zahlreiche Vorkommnisse des technischen Lebens hat er feste Regeln und Vorschriften geschaffen: für die Gebührenberechnung von Ingenieurarbeiten, für die Lieferung von Eisenkonstruktionen, für Leistungsversuche an Dampfkesseln und Dampfmaschinen, für Muffen- und Flanschenröhren u. a. Nicht minder beachtenswert sind seine Bemühungen, durch Preisaufgaben, durch technisch-wissenschaftliche Versuche und durch die Herausgabe von Schriftwerken die Technik zu fördern. Zu letztern gehört das Technolexikon, das unter Leitung von Jansen bis 1908 vollendet sein soll, und die Geschichte der Dampfmaschine von Matschoß, deren Abschluß 1906 erwartet wird.
 
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Ingenieurgeographen (Geniegeographen), frühere Bezeichnung der jetzt Trigonometer, Topographen und Kartographen genannten Beamten der Landesaufnahme im Großen Generalstab. Vgl. Guide.
 
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Ingenieurinspektion, Behörde für das Festungswesen, der eine Anzahl Festungen unterstehen, vgl. Ingenieurkorps. Bayern hat eine Inspektion des Ingenieurkorps und der Festungen, der auch Pioniere und Verkehrstruppen unterstehen.
 
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Ingenieurkomitee (Geniekomitee), Militärbehörde zur Beratung besonderer Angelegenheiten des Ingenieur- und Pionierwesens; vgl. Ingenieurkorps und Festungsbauschule. In Österreich ist die Geniesektion die zweite Abteilung des technischen Militärkomitees.
 
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Ingenieurkorps (Geniekorps), die Gesamtheit der Ingenieuroffiziere, die außerhalb des Truppenverbandes in Festungen, bei Behörden oder Militärschulen Dienst tun. Den Offizierersatz des I. liefern die Pionierbataillone. An der Spitze des I. steht der Generalinspekteur des Ingenieur- u. Pionierkorps u. der Festungen. Ihm unterstehen: 4 Ingenieur-mit 9 Festungsinspektionen (vgl. Deutschland, S. 793), das Meyers Ingenieurkomitee (s. d.), die Meyers Festungsbauschule (s. d.), die vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule und 3 Pionierinspektionen: I. mit dem Garde-, 2., 5., 6., 17., 1. und 18. Pionierbataillon (letztere beiden unter dem Kommando der Pioniere 1. Armeekorps), II. mit dem 13. (württembergischen), 14., 21., 15. und 19. Pionierbataillon (letztere beiden unter dem Kommando der Pioniere 15. Armeekorps) sowie dem 16. und 20. (unter Kommando der Pioniere 16. Armeekorps), III. mit dem 3., 4., 7., 8., 9., 10. und 11. Pionierbataillon. Unter den Ingenieurinspekteuren stehen die Festungsinspektionen (1., 2. unter der 1., 3., 4., 9. unter der 2., 5., 8. unter der 3., 6., 7 unter der 4.) und Fortifikationsbehörden in den Festungen. Außerdem sind Ingenieuroffiziere zum Kriegsministerium, dem Generalstab, zu Studienkommissionen, als Lehrer der Kriegsakademie, der Artillerie- und Ingenieurschule, der Hauptkadettenanstalt und der Kriegsschulen kommandiert. Vgl. Pioniere und Ingenieurwesen.
 
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Ingenieurlaboratorien, Institute an Technischen Hochschulen, die zunächst den Lehrern Gelegenheit zu Forschungsarbeit und zur Beantwortung wichtiger Fragen der Technik auf dem Wege des Experiments geben sollten, dann aber zu einem Lehrmittel für Studierende entwickelt wurden, durch das sie befähigt werden sollen, Versuche auf dem Gebiete der Technik mit Erfolg anzustellen. In den I. wird den Studierenden Gelegenheit geboten, Dampfmaschinen, Gasmaschinen, Elektromaschinen, Pumpen, Werkzeugmaschinen etc. im Betriebe kennen zu lernen und deren Verhalten in bezug auf Bewegung, Kraftentfaltung, Widerstandsfähigkeit, Arbeitsleistung etc. zu prüfen. Das erste Ingenieurlaboratorium wurde in München 1868 mit der neuen Technischen Hochschule für beide Zwecke errichtet, das vollkommenste, mit allen Mitteln der Neuzeit ausgestattete Ingenieurlaboratorium befindet sich in Dresden. Die größern I. sind in mehrere Abteilungen gegliedert, z. B. in eine kalorische, eine hydraulische und eine allgemeine und die erste mit Anlagen von Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Gasmotoren und Heißluftmaschinen, die zweite mit Druckwassermaschinen und die dritte mit Wasserförderungsmaschinen (Pumpen aller Art, Injektoren etc.), Luftförderungsmaschinen (Ventilatoren, Gebläsen etc.), Druckluftmaschinen, Kältemaschinen, entsprechenden andern Arbeitsmaschinen, sodann mit Kraftübertragungsanlagen (mit Dampf, Druckwasser, Druckluft- und elektrischem Strom) und mit besondern Meßgeräten zum Justieren, Eichen, Vergleichen, Kontrollieren etc. auszustatten. Daß den Studierenden außer den mechanischen Arbeiten auch chemische (Rauchgasanalysen, Brennmaterialuntersuchungen) zugewiesen werden, ist selbstverständlich. Vgl. Josse in den »Mitteilungen aus dem Maschinen-Laboratorium der königlich Technischen Hochschule zu Berlin«, Heft 1 (Münch. 1899); Haußner, Ingenieur-Laboratorien (Wien 1903).

[Bd. 6, Sp. 832]



 
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Ingenieuroffizier vom Platz, in deutschen Festungen Leiter des Festungsbauwesens und Vorstand der »Fortifikation«, der für diesen Zweck dort bestehenden Festungsverwaltungsbehörde; er gehört zum Festungsstab und ist bei der Verteidigung Organ des Kommandanten. In Österreich heißt dieser Offizier Geniedirektor.
 
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Ingenieurpark (Ingenieurbelagerungspark), s. Meyers Belagerungspark.
 
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Ingenieurschulen, Lehranstalten zur Ausbildung von Ingenieuroffizieren. Karl VI. gründete bereits 1716 I. in Brüssel und Wien, beide jetzt technische Militärfachkurse genannt, 1742 wurden in Dresden, 1750 in Mézières, 1789 in Potsdam I. gegründet, aber nach und nach überall mit den Artillerieschulen vereinigt. Die vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin (Charlottenburg) dient der Ausbildung von Ingenieur- und Artillerieoffizieren. Vgl. Artillerieschule und Ingenieurwesen.
 
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Ingenieurwesen (militärisch) bezeichnet das technische Gebiet, auf dem eine Spezialwaffe des Heeres tätig ist; früher meist, jetzt mitunter ist der Ausdruck »Genie« gebräuchlich. Schon seit alter Zeit wurde zu den bautechnischen Arbeiten auch das Belagerungswesen (Poliorketik) hierhin gerechnet, und technische Truppen hatten schon die Römer, fabri aerarii (Sappeure) und fabri lignarii (Zimmerleute). Sie bauten Kriegsmaschinen, Brücken etc. und waren einem dem Feldherrn zugeteilten Generalinspektor untergeordnet. Bis in das 16. Jahrh. war dann der Ingenieurdienst von dem der Artillerie nicht getrennt, in Spanien und Italien findet sich bei diesem Zusammenwirken zuerst die Bezeichnung ingenieros. In Deutschland hatte der Artillerieoberst Schanzbauern für Schanzen-, Wege- und Brückenbau zu stellen, die unter Schanz- und Brückenmeistern einem Schanzbauerhauptmann unterstanden. Ein Meyers Ingenieurkorps (s. d.) wurde zuerst 1603 von Sully gebildet. Er und später Vauban sorgten für dessen treffliche Ausbildung. Dem Zeitgebrauch entsprechend, bildete das I. anfangs wie die Meyers Büchsenmeister (s. d.) eine Zunft. Die Kriegsbaumeister, im Solde der Fürsten oder Städte, waren meist Bürger, die ihre Kunst in jedem Lande möglichst hoch zu verwerten suchten. Gustav Adolf bildete ein Korps von Feld- und Festungsingenieuren, das er mit dem Generalstab vereinigte, dessen Dienst im Feld in andern Heeren vielfach auch von Ingenieuren versehen wurde, wie Lager abstecken etc. An technischen Truppen errichteten Österreich Anfang des 17. Jahrh. Genie-, Frankreich 1679, Brandenburg 1690 Mineurtruppen. Ein Geniekorps wurde 1640 in Österreich gebildet, in Preußen faßte 1728 Friedrich Wilhelm I. seine Ingenieur- (Genie-)offiziere in einem Korps unter Walrawe, der sich als Festungsbaumeister einen Namen machte, zusammen; in Sachsen entstand ein Ingenieurkorps unter August II. Die große Bedeutung, welche die Militärtechnik nach dem Kriege 1870/71 gewonnen, nötigte im I. zu einer Teilung der Arbeit und führte zunächst zu einer Trennung des Pionier-von dem Festungsbauwesen, die fortgesetzte Ausdehnung des Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschifferwesens nötigte zu starker Vermehrung dieser technischen Truppen, die, in Deutschland unter dem Namen Verkehrstruppen zusammengefaßt, von dem I. abgetrennt wurden. In der Leitung des Festungskrieges zeigten die Kriegserfahrungen, daß derselbe durch einen besondern Festungsgeneralstab besser als früher vorbereitet werden müsse. Die Bildung eines solchen wurde zunächst von dem Ingenieurkorps in Anspruch genommen, und jetzt wird auch die Bildung eines Ingenieurstabes vorgeschlagen, dem jedoch Offiziere aller Waffen zugeführt werden sollen, die einen bezüglichen Kursus an der Kriegsakademie durchzumachen haben, während die Pionieroffiziere fortan die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule nur ein Jahr besuchen werden. Für die Ausbildung in der Technik wurde 1903 die Militärtechnische Hochschule in Charlottenburg gegründet. Auch in andern Heeren hat man begonnen, die technischen Truppen zu vermehren und das I. umzugestalten, jedoch in verschiedener Weise (vgl. die Abschnitte über Heerwesen bei den einzelnen Staaten). Die zu dem I. in Beziehung stehenden Bildungsanstalten sind beim Heerwesen der einzelnen Staaten ausgeführt und in Einzelartikeln (s. Meyers Ingenieurschulen) behandelt.
 
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Ingenieurwissenschaft, s. Meyers Bauwissenschaft.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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