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Ingelfingen bis Ingenieur (Bd. 6, Sp. 829 bis 830)
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Artikelverweis Ingelfingen, Stadt im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Künzelsau, am Kocher, 216 m ü. M., hat eine evang. Kirche, das Stammschloß des Fürsten von Hohenlohe-Öhringen, ein altes Schloß, Schloßruine (Lichteneck), Lateinschule, Weingärtnergesellschaft, Goldwarenfabrik, Fabrikation von Keltern und Kellereieinrichtungen, ein Elektrizitätswerk, Dampfmolkerei, Gerberei, Weinbau und (1900) 1061 Einw. Die Stadt wird als Luft- und Traubenkurort besucht und ist Hauptort einer fürstlich Hohenloheschen Standesherrschaft. I. fiel 1287 an die Grafen von Hohenlohe und erhielt 1302 Stadtrechte. Es ist Geburtsort des Theologen David Chyträus.
 
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Ingelheim (Ober- und Nieder-I.), zwei Flecken in der hess. Provinz Rheinhessen, Kreis Bingen, nahe beieinander, unfern des Rheins, Knotenpunkt der preußisch-hessischen Staatsbahnlinie Mainz-Koblenz und der Eisenbahn Frei Weinheim-Jugenheim-Partenheim. Ober-I., an der Selz, mit Mauern umgeben, ehemals Reichsstadt, hat eine romanische evang. Kirche mit vielen Denkmälern, eine kath. Kirche, Synagoge, Reste einer alten Burg, Amtsgericht, vorzüglichen Weinbau (Rotwein) und (1900) 3402 meist evang. Einwohner. Nieder-I. hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Ruinen eines alten Palastes, ebenfalls Weinbau sowie Papier-, Zement- und Malzfabrikation, eine chemische Fabrik, Ziegelbrennerei und (1900) 3435 Einw. Der Ort ist der Sage nach Geburtsort Karls d. Gr., der hier 768774 eine durch seltene Pracht ausgezeichnete Pfalzerbaute. Das Gebäude war mit 100 Marmorsäulen, Skulpturen und Mosaikzieraten aus Italien, meist Geschenken des Papstes Hadrian I., geschmückt und wiederholt der Schauplatz von Reichsversammlungen. Friedrich I. ließ den Palast wiederherstellen; Karl IV. bewohnte ihn zuletzt und verpfändete ihn dann an Kurpfalz. Im Kriege des Pfalzgrafen Friedrich des Siegreichen gegen den Erzbischof Adolf von Mainz (1462) ward das Gebäude von den Mainzern in Brand gesteckt. Die Stätte des ehemaligen Palastes heißt bei den Einwohnern noch heute der »Saal«. Von den Säulen sind einzelne nach Paris gekommen; eine befindet sich im Museum zu Wiesbaden, eine andre am Brunnen auf dem Schillerplatz zu Mainz. Vgl. Loersch, Der Ingelheimer Oberhof (Bonn 1885); Clemen, Der karolingische Kaiserpalast zu I. (»Westdeutsche Zeitschrift«, Bd. 9, Trier 1890).
 
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Ingelmünster, Flecken in der belg. Provinz Westflandern, Arrond. Roeselare, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie I.-Anseghem und der flandrischen Bahnen Brügge-Courtrai und I.-Thielt, mit einem Schloß, Leinweberei, Fabrikation von Teppichen und Spitzen und (1902) 6716 Einw. Hier 10. Mai 1794 Treffen zwischen den Franzosen und den vereinigten Engländern und Hannoveranern.
 
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Ingelow (spr. inndschelō), Jean, engl. Dichterin, geb. 1820 in Boston (Lincolnshire), gest. 20. Juli 1897 in London, trat 1850 mit »A rhyming chronicle of incidents and feeling« auf, dem Erzählungen: »Tales of Orris« (1860), und ein oft aufgelegter

[Bd. 6, Sp. 830]


Band Gedichte: »Round of days« (1863) folgten. Seitdem hat sie in Vers und Prosa viel für Zeitschriften geschrieben und weiter selbständig veröffentlicht die Dichtungen: »Home thoughts and home scenes« (1865), »A story of doom, and other poems« (1867), »Mopsa the fairy« (1867, 5. Aufl. 1891) und »Little wonder-horn« (1872); ferner die Romane: »Off the skelligs« (1873, 4 Bde.), »Fated to be free« (1875), »Sarah de Berenger« (1880), »Don John« (1881) u. a. Ein dritter Band Gedichte erschien 1885, eine Sammlung ihrer »Lyrical and other poems« 1886, »Poetical works« 1898. Sie konnte mit ihren spätern Gedichten zwar nicht mehr den großen Erfolg ihrer ersten erreichen, blieb aber zeitlebens beliebt, besonders durch ihre Seedichtungen. Vgl. »Some recollections of Jean I. and her early friends« (Lond. 1901).
 
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Ingemann, Bernhard Severin, dän. Dichter, geb. 28. Mai 1789 in Thorkildstrup (Falster), gest. 24. Febr. 1862 in Sorö, studierte in Kopenhagen, wurde 1822 Lektor und war 184349 Direktor der Akademie in Sorö. Seine ersten Werke: »Gedichte« (181112, 2 Bde.), »Proene«, mit der lyrisch-erotischen Novelle »Varners poetische Wanderungen« (1813), das Märchengedicht »Die schwarzen Ritter« (1814) und eine Reihe dramatischer Werke, von denen »Masaniello« und »Blanca« (1815) den größten Erfolg im Publikum, wenn auch nicht bei der Kritik erzielten, sind alle den deutschen Romantikern nachempfunden; sie atmen verschrobene Sentimentalität und phantastische Unwahrheit. Erquicklich sind nur die durch Hoffmann angeregten »Märchen und Erzählungen« (1819), die später noch um mehrere Bände erweitert wurden. Das Ergebnis einer Reise nach Südeuropa (181819) war Ingemanns Gedichtsammlung »Die Reiseleier« (1820, 2 Bde.; neue Ausg. 1845). Seit 1822 in Sorö verheiratet, näherte sich der Dichter allmählich dem wirklichen Leben, das er in mild humanem Geist auffaßte. Die Ergebnisse sind die berühmten historischen Romane aus der dänischen Geschichte des Mittelalters: »Valdemar der Große und seine Mannen« (1824) in Versen; »Valdemar Sejer« (1826); »Erik Menveds Kindheit« (1828); »König Erich und die Vogelfreien« (1833); »Prinz Otto von Dänemark« (1835); das romantisch-historische Gedicht »Königin Margrete« (1836) und der Romanzenzyklus »Holger Danske« (1837). Im Gegensatz zu seinem Vorbild, Walter Scott, hat I. die historische Treue gänzlich seiner dichterischen Phantasie geopfert. Die patriotische Wärme und die liebenswürdige Naivetät dieser Romane hat sie aber zu Volksbüchern gemacht, die das Nationalgefühl mächtig entfacht haben. Literarisch beurteilt liegt Ingemanns Größe in seinen geistlichen Gesängen: »Höjmessepsalmer« (1825) und« »Morgen-og Aftensange« (1839), in denen sich kindliche Frömmigkeit mit idyllischem Naturgefühl zu hoher poetischer Wirkung verbindet. Seine liebenswürdigsten Eigenschaften zeigt I. auch in dem Gegenwartsroman »Die Dorfkinder« (1852) und in der religiösen Dichtung »Gedanken in Briefen von einem Verstorbenen« (1855). Die meisten der genannten Werke erleben noch fortwährend neue Auflagen und wurden auch ins Deutsche übersetzt. Seine »Samlede Skrifter« erschienen in vier Abteilungen: I: dramatische Werke (1843, 6 Bde.; 2. Aufl. 1853), II: historische Dichtungen und Romane (184751, 12 Bde.), III: Märchen und Erzählungen (184764, 13 Bde.), IV: Romanzen und Gedichte (184564, 9 Bde.). Nach Ingemanns Tode gab Galskjöt dessen Selbstbiographie »Min Levnetsbog« (1862) und »Tilbageblik paa mit Liv og min Forfattervirksomhed« (1863) heraus. Sein Briefwechsel mit Grundtvig erschien 1881. Vgl. Nörregaard, B. S. Ingemanns Digterstilling og Digterværd (Kopenh. 1886); Schwanenflügel, Ingemanns Liv og Digtning (das. 1886); R. Petersen, Mindeskrift over B. S I. (das. 1889).
 
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Ingena, Stadt, s. Meyers Avranches.
 
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Ingenbohl, Gemeinde im schweizer. Kanton Schwyz, an der Muota, nordöstlich von Brunnen, mit einer neuen kath. Kirche, berühmtem Kloster der Theodosianerinnen und Mutterhaus zur Heranbildung von Schwestern der Kranken- und Waisenpflege, hat Obst- und Gemüsebau, Fremdenindustrie und (1900) 3045 meist kath. Einwohner.
 
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In genĕre (lat., v. genus, Geschlecht), soviel wie generell, im allgemeinen; Gegensatz: in specie.
 
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Ingeneriert (lat.), mit der Zeugung oder Geburt eingepflanzt, anerschaffen, angeboren.
 
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Ingenicŭlus, Sternbild, s. Hercules.
 
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Ingenieur (franz., v. lat. ingenium, Kriegsmaschine), der Verwalter, Werkmeister der Kriegsmaschinen und Geschütze, später Kriegsbaumeister und Offizier des Ingenieur- oder Pionierkorps. Im nichtmilitärischen Sinne versteht man unter I. den auf einer Technischen Hochschule ausgebildeten Techniker, der auf dem Gebiete der Ingenieurwissenschaften (Bauingenieur, s. d.), des Maschinen- und Schiffbaues (Maschineningenieur, s. d.), des Hüttenwesens und der Elektrotechnik tätig ist. Nach Ablegung der Diplomprüfung haben die Ingenieure das Recht, sich Diplomingenieur (s. Meyers Diplomprüfung) zu nennen. Diese Ingenieure sind teils Beamte, teils selbständige Unternehmer (Zivilingenieure, s. d.). Bei großen Betrieben steht unter einem Oberingenieur eine Anzahl von Sektions-, Abteilungs-, Bezirksingenieuren. In Holland trennten sich gegen Ende des 16. Jahrh. die Hydraulik-Architekten von den Architekten im engern Sinne, den Hochbauern; in England entwickelte sich der Ingenieurstand zu Anfang des 19. Jahrh. aus der Berufsklasse des Wasserbautechnikers und des Bergmannes. Gegenwärtig versteht man in England wie auch in Amerika unter I. einen Lokomotivführer, Werkführer etc., während der wissenschaftlich gebildete selbständige Techniker Civil Engineer (abgekürzt C. E.) heißt. In Frankreich wurde das erste Ingenieurkorps für Straßen- und Brückenbau 1720 und 1747 in Paris von Peronet die Zivilingenieurschule gegründet, aus der 1795 die Ecole des ponts et chaussées hervorging, deren Zöglinge die Ecole polytechnique absolviert haben und allein den Titel eines I. des ponts et chaussées führen. Man unterscheidet den I. ordinaire, den I. en chef und den Inspecteur général. In den Vereinigten Staaten stehen den militärisch erzogenen United States Engineers die Civil Engineers gegenüber, die bei ältern Fachgenossen, in den Instituten des Staates oder an Universitäten, die eine Fakultät für Civil Engineering besitzen, ausgebildet sind. Sie gliedern sich in Statical, Mechanical und Mining Engineers. In Österreich besteht eine Berufskategorie, deren Angehörige den gesetzlich geschützten Titel eines diplomierten Zivilingenieurs führen. Auch die niedern Stellen der Staatsbautechniker heißen offiziell Ingenieurassistenten, Ingenieure und Oberingenieure. Über die Verhältnisse in Deutschland s. Meyers Bauingenieur und Meyers Zivilingenieure. Verein deutscher Ingenieure, s. unten (S. 831).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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