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Kampen, Nicolas Godfried van bis Kampf der Teile im Organismus (Bd. 6, Sp. 522 bis 523)
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Artikelverweis Kampen, Nicolas Godfried van, niederländ. Geschichtschreiber, geb. 15. Mai 1776 in Haarlem, gest. 15. März 1839, ward in Deutschland erzogen und erlernte den Buchhandel; 1816 wurde er Lehrer der deutschen Sprache in Leiden und 1829 Professor der niederländischen Sprache, Literatur und Geschichte am Athenäum zu Amsterdam. Seine Hauptwerke sind: »Geschiedenis van de fransche heerschappij in Europa« (Leiden 181523, 8 Bde.), »Geschiedenis der letterenen wetenschappen in de Nederlanden« (Haag 182126, 3 Bde.) und die »Geschichte der Niederlande« (Hamb. 183133, 2 Bde.).
 
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Kamperduin (spr. -deun, schlechthin Kamp), Dorf in der niederländ. Provinz Nordholland, an den Dünen der Westküste, zwischen Alkmar und Helder, bekannt durch die große Seeschlacht vom 11. Okt. 1797, in welcher der englische Vizeadmiral Duncan über die französisch-holländische Flotte unter de Winter siegte, und nach der er den Titel »Viscount of Camperdown« erhielt.
 
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Kampers, Franz, deutscher Geschichtsforscher, geb. 16. Okt. 1868 zu Ösede in Hannover, studierte seit 1890 in Münster und München Geschichte und beschäftigte sich, von seinem Lehrer Grauert dazu angeregt, besonders mit der deutschen Kaisersage des Mittelalters. Seit 1894 Mitredakteur des »Historischen Jahrbuches« der Görres-Gesellschaft sowie Assistent, seit 1900 Sekretär an der Hof- und Staatsbibliothek in München, ward K. 1902 als außerordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Breslau berufen und 1903 zum ordentlichen Professor ernannt. Er schrieb: »Die tiburtinische Sibylle des Mittelalters« (Münchener Dissertation, 1894); »Kaiserprophetien und Kaisersagen im Mittelalter« (Münch. 1895; 2. Aufl. 1896 u. d. T. »Die deutsche Kaiseridee in Prophetie und Sage«); »Mittelalterliche Sagen vom Paradiese und vom Holze des Kreuzes Christi« (Köln 1897); »Die Lehninsche Weissagung über das Haus Hohenzollern« (Münst. 1897); »Alexander der Große und die Idee des Weltimperiums in Prophetie und Sage« (Freiburg 1901). Seit 1901 ist K. Mitherausgeber der »Weltgeschichte in Karakterbildern«.
 
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Kamper See, Strandsee an der pommerschen Ostseeküste, auf der Grenze der Regierungsbezirke Stettin und Köslin, ist 4 km lang und 3 km breit, nimmt den Kreiherbach auf, steht nach W. hin bei Kamp mit der Rega in Verbindung und mündet bei Kolberger Deep in die Ostsee.
 
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Kampeschebai (Campechebai), s. Meyers Campeche.
 
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Kampeschehanf, s. Meyers Agavefaser.
 
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Kampescheholz (Campecheholz, Blauholz, Blutholz, Logwood), das von Haematoxylon Campechianum (s. Tafel Meyers »Farbpflanzen«, Fig. 5) stammende Kernholz, das seinen Namen von der Campechebai in Mexiko hat, aus der es zuerst ausgeführt wurde. Es kommt in großen, von Rinde und Splint befreiten Stücken in den Handel, ist auf der stark gefurchten Außenseite violett- bis blauschwarz, auf frischer Schnittfläche im Innern dunkel gelbbraun, sehr hart, spez. Gew. 0,9131,057, nimmt schöne Politur an, schmeckt süßlich, adstringierend, färbt den Speichel rot und riecht der Veilchenwurzel ähnlich. Es wird hauptsächlich in der Färberei, aber auch als Möbelholz, zu Parketten und in der Kunsttischlerei, arzneilich gegen Durchfall benutzt. Die beste Handelssorte ist die von der Westküste Yukatans aus der Campechebai (spanisches Blauholz), von wo aber die Zufuhren bereits bedeutend zurückgegangen sind, dann folgt die aus Honduras (englisches Blauholz); Jamaika, Martinique und Guadeloupe liefern das schwächste und am wenigsten geschätzte, Domingo besseres K. Das unveränderte Holz enthält Hämatoxylin (s. d.), das in feuchter Luft bei Gegenwart von Ammoniak in dunkelrotes Hämateïn übergeht. Das Färbevermögen des Kampescheholzes nimmt daher sehr bedeutend zu, wenn man es geraspelt und befeuchtet in dünner Schicht 68 Wochen liegen läßt und öfters umschaufelt. Man benutzt in der Färberei direkt den mit Wasser bereiteten Auszug oder ein Extrakt, das dunkel schwarzbraune, glänzende Stücke bildet. die sich bei völliger Trockenheit leicht zerstoßen lassen. Man färbt mit K. Baumwolle, Wolle, Seide und Leder meist in Verbindung mit andern Farbstoffen. Es gibt mit Tonerdebeizen ziemlich intensive grauviolette Farben, mit Kupfersalzen Blau, mit Eisenbeize Schwarz oder Grau, mit Chromoxyd nach vorhergegangener Oxydation mit Chromsäure Schwarz. Mit Ausnahme der letztern sind aber diese Nuancen sehr unbeständig und werden durch Licht, Seife, Alkalien und Säuren zerstört. Mit chromsaurem Kali gibt eine Abkochung eine gute und sehr billige schwarze Tinte.
 
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Kämpeviser (d. h. »Heldenlieder«), die gewöhnliche, obwohl ungenaue Bezeichnung der alten Volkslieder Dänemarks, wo diese Poesie eine überaus reiche Blüte entfaltet hat. Ihre Sammlung und Auszeichnung begann man erst im Zeitalter der Reformation, die Entstehung liegt teilweise um mehrere Jahrhunderte zurück. Die Stoffe sind z. T. echt national (mythologisch und historisch), z. T. von den südgermanischen Völkern entlehnt; mitunter finden sich Parallelen bei zahlreichen europäischen Nationen. Die große kritische Ausgabe, die Svend Grundtvig begann, wird von Axel Olrik fortgesetzt (»Danmarks gamle folkeviser«, Kopenh. 1853 ff., bis jetzt 7 Bde.). Bei den übrigen skandinavischen Völkern ist der Bestand an alten Volksliedern nicht so bedeutend: die norwegischen sammelten M. B. Landstad (Christ. 1853) und S. Bugge (das. 1858); die schwedischen E. G. Geiser und A. A. Afzelius (Stockh. 181416, 3 Bde.; neue Aufl. von R. Bergström und L. Höijer, 1880); die isländischen Sv. Grundtvig und Jon Sigurdsson (Kopenh. 185485, 2 Bde.); die färöischen V. U. Hammershaimb (das. 185155, 2 Bde.). Vgl. J. A. Lundell in Pauls »Grundriß der germanischen Philologie«, Bd. 2, Abt. 1, S. 727 ff. (Straßb. 1893), wo auch eine ausführliche Bibliographie gegeben ist.
 
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Kampf, Artur, Maler, geb. 28. Sept. 1864 in Aachen, bildete sich auf der Kunstakademie in Düsseldorf besonders bei P. Janssen und E. von Gebhardt zum Geschichtsmaler aus und machte sich zuerst auf der Berliner Kunstausstellung von 1886 durch ein realistisches Genrebild mit lebensgroßen Figuren (letzte Aussage) bekannt, welches das Verhör eines im Wirtshausstreit tödlich verwundeten Arbeiters durch einen Polizisten darstellt. Die große Kraft und Wahrheit der Charakteristik, die diesem Bilde trotz des abstoßenden Motivs hohe Anerkennung erwarben, übertrug

[Bd. 6, Sp. 523]


K. auch auf die figurenreichen Geschichtsbilder, die er in den folgenden Jahren ausführte: der Choral von Leuthen (Wandgemälde im Hause des Fabrikbesitzers Peill in Düren, wo K. auch ein allegorisches Wandbild: Wein, Weib, Gesang, ausführte), Im Dome zu Berlin in der Nacht vom 13. zum 14. März 1888 (Aufbahrung der Leiche Kaiser Wilhelms I., in der Neuen Pinakothek zu München), Bon soir, Messieurs! (Friedrich II. nach der Schlacht bei Leuthen im Schlosse zu Lissa), Einsegnung von Freiwilligen im J. 1813 (1891, in der Kunsthalle zu Karlsruhe), Zieten an der Tafel Friedrichs II. eingeschlafen, Rede Friedrichs des Großen an seine Generale nach der Schlacht bei Kunersdorf (in der Dresdener Galerie), Professor Steffens begeistert zur Volkserhebung im Jahr 1813 zu Breslau (1892, in der Berliner Nationalgalerie), Volksopfer (im städtischen Museum zu Leipzig) und 1812 (französische Soldaten auf der Heimkehr von Rußland). Nachdem K. eine Zeitlang als Assistenzlehrer des Professors Janssen an der Düsseldorfer Akademie tätig gewesen, wurde er 1898 als Vorsteher eines Meisterateliers an die Berliner Kunstakademie berufen. Noch vorher war ihm die Ausschmückung des Sitzungssaales im Kreishause zu Aachen mit den allegorischen Darstellungen der Jugend- und Altersfürsorge, der Industrie, des Ackerbaues und des Friedens übertragen worden, die er 1902 vollendete. In demselben Jahre entstanden die Gemälde: deutsche Mönche verbreiten das Christentum in Polen (für die Aula des Gymnasiums in Posen) und Friedrich der Große nach der Rückkehr aus dem Siebenjährigen Kriege in der Schloßkapelle zu Charlottenburg. K. hat auch Genrebilder aus dem Leben der Landleute, der städtischen Arbeiter und des Volkes (der Todeskuß, Martinsabend in Düsseldorf, Abschied, die Schwestern [in der Galerie Ravené in Berlin]), pikant beleuchtete Interieurs und Bildnisse in Öl und Wasserfarben gemalt, worin er sich den Bestrebungen des modernen Kolorismus anschloß. Seit 1901 ist K. Mitglied der Berliner Akademie.
 
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Kampfadler (Spizaëtos bellicosus), s. Meyers Adler, S. 111.
 
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Kampf der Teile im Organismus, s. Meyers Anpassung.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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