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Kaliban bis Kalidünger (Bd. 6, Sp. 462 bis 463)
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Artikelverweis Kaliban, s. Meyers Caliban.
 
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Kalīber (altspan. calibo, Modell, Maß), wahrscheinlich aus Arabien nach Spanien, dann über Frankreich (calibre) nach Deutschland gekommen, Bezeichnung für den Durchmesser der Seele bei Feuerwaffen und den der Geschosse. Bei gezogenen Geschützen mißt man das K. zwischen den Feldern, bei Geschossen den größten Durchmesser. Instrument hierfür ist der Kalibermaßstab (1540 von Hartmann in Nürnberg erfunden), ein Stangenzirkel, bestehend aus einem Lineal (Nickelstahl) mit Einteilung, das an einem Ende einen festen Fuß hat, während ein andrer, mit Nonius, verschiebbar ist. Dies Kalibrieren findet beim Messen kleiner Durchmesser durch Leeren, stahlharte Stahlplatten mit Löchern von bestimmter Abmessung, statt, z. B. für Patronenhülsen auf der Kalibriermaschine. Das K. wird meist in Metermaß bestimmt, für Geschütze kommt noch das Zollmaß oder das Geschoßgewicht (England, Rußland, Nordamerika) in Anwendung. Auch für die Lange der Seele, der Geschosse, des Dralls dient K. als Maßeinheit. Bei erstern beiden ist die Bezeichnung L/35, bez. L/4 (35 oder 4 K. lang) gebräuchlich. Eine Dralllänge von x K. bedeutet, daß das Geschoß auf x K. Länge eine Umdrehung macht.
 
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Kalibermäßige Kugeln, s. Meyers Paßkugeln.
 
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Kaliberwalzen, s. Meyers Walzwerk.
 
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Kaliblau, s. Meyers Berlinerblau.
 
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Kalibleiglas (schweres Kristallglas), s. Meyers Glas, S. 886.
 
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Kalibrieren, s. Kaliber und Meyers Graduieren.
 
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Kalibriermaschine, s. Kaliber.
 
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Kâlidâsa, der berühmteste ind. Dichter. Seine Lebenszeit ist nicht genau bekannt; die früher gangbare Annahme, er habe in der Mitte des 1. Jahrh. v. Chr. am Hofe des Königs Bikramâditja gelebt, ist unhaltbar. Neuerdings setzt man seine Zeit wie überhaupt die Blütezeit der indischen Kunstdichtung ins 6. Jahrh. n. Chr. (M. Müller, »Indien in seiner weltgeschichtlichen Bedeutung«, Leipz. 1884, S. 245 ff.; L. v. Schröder, »Indiens Literatur u. Kultur«, das. 1887, S. 607 ff.; Huth, »Über die Zeit des K.«, Berl. 1890), wogegen Kielhorn (»Nachrichten der Göttingischen Gesellschaft der Wissenschaften«, 1890, S. 251 ff.) und Bühler (»Die indischen Inschriften und das Alter der indischen Kunstpoesie«, Wien 1890, besonders S. 67 ff.) K. vor das Jahr 472 n. Chr. hinaufrücken möchten; vgl. auch Oldenberg, »Die Literatur des alten Indien«, S. 215 ff. (Stuttg. 1903). Von Dramen gehören ihm zu: 1) »Çakuntalâ«, das bekannteste indische Drama. Inhalt: König Duhschanta vermählt sich mit Çakuntalâ, der Pflegetochter des frommen Einsiedlers Kanva, erkennt sie aber, als sie an seinen Hof kommt, infolge eines Fluches nicht wieder. Die Verzweifelnde wird ins Reich der Genien entrückt, das Auffinden eines verlornen Erkennungsringes aber führt die Vereinigung der Gatten herbei. Das Stück ist in mehreren Rezensionen überliefert, am wichtigsten die sogen. Dêvanâgarî- und die etwas breitere Bengali-Rezension; die letztere ist nach Pischel (»De Kâlidâsae Çâkuntali recensionibus«, Bresl. 1870) die ältere. Ausgabe der erstern von Böhtlingk mit Prosaübersetzung (Bonn 184142), der bengalischen von Pischel (2. Aufl., Kiel 1886). Übersetzungen von E. Meier (Stuttg. 1852, Hildburghausen 1867), Fr. Rückert (»Aus Fr. Rückerts Nachlaß«, Leipz. 1867, besonders 1885), E. Lobedanz (8. Aufl., das. 1891), L. Fritze (Chemn. 1877) u. a. Bearbeitungen für die deutsche Bühne, lieferten A. v. Wolzogen (Schwer. 1869) u. a. 2) »Vikramorvaçî« behandelt die Liebesschicksale des Königs Purûravas und der Nymphe Urvaçî in etwas opernhafter Weise; herausgegeben von Lenz (mit lat. Übersetzung, Berl. 1833) und Shankar Pandit (2. Aufl., Bombay 1889), in einer südindischen, gekürzten Rezension von Pischel (Oktoberbericht der Berliner Akademie, 1875); übersetzt von Lobedanz (3. Aufl., Leipz. 1884), Fritze (das. 1881) u. a. 3) »Mâlavikâgnimitra«, ein höfisches Liebesintrigenstück, an poetischem Wert den beiden vorhergehenden bedeutend nach stehend; herausgegeben von Tullberg (Bonn 1840), Shankar Pandit (2. Aufl., Bombay 1889); übersetzt von A. Weber (Berl. 1856) und L. Fritze (Leipz. 1882). Außerdem rühren von K. her die epischen Gedichte: »Kumârasambhava« (»Die Geburt des Kriegsgottes«), doch sind nur die ersten sieben oder acht (von 17) Büchern echt (hrsg. und übersetzt von Stenzler, Berlin-Lond. 1838; auch Bombay 1871 u. ö.; engl. von Griffith, 2. Aufl., Lond. 1879), und »Ragnuvaṃça« (hrsg. und übersetzt von Stenzler, Lond. 1832, hrsg. von Shankar Pandit, Bombay 186974, 3 Bde., mit engl. Übersetzung von Nandargikar, 3. Ausg., Puna 1897; deutsch von Schack in »Orient und Occident«, Bd. 3, Stuttg. 1890). Vgl. H. Jacobi, Die Epen Kâlidâsas (in den »Verhandlungen des fünften Orientalistenkongresses«,

[Bd. 6, Sp. 463]


Berl. 1882). Ferner das lyrische Gedicht »Meghadûta« (»Wolkenbote«), eine Botschaft, die ein verbannter Else seiner fernen Geliebten durch eine Wolke zuschickt, und die Beschreibung des Weges, den die Wolke zu nehmen hat; herausgegeben von Gildemeister (Bonn 1841), Stenzler (Bresl. 1874) u. a.; deutsch von M. Müller (Königsb. 1847), L. Fritze (Chemn. 1879) u. a., italienisch in schöner Ausstattung von Flechia (Flor. 1897). Endlich ist dem K. mit Wahrscheinlichkeit zuzuschreiben der »itusaṃhâra«, d. h. »Kreis der Jahreszeiten«, eine höchst poetische Schilderung der sechs indischen Jahreszeiten, herausgegeben von Jones (Kalkutta 1792) und mit Übersetzung von Bohlen (Leipz. 1840).
 
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Kalide, Theodor, Bildhauer, geb. 8. Febr. 1801 in Königshütte, gest. 26. Aug. 1863 in Gleiwitz, bildete sich in Berlin bei Schadow und Rauch und schuf unter des letztern Leitung den Löwen auf dem Grabmonument des General Scharnhorst auf dem Invalidenkirchhof in Berlin. Sein erstes selbständiges Werk, der Knabe mit dem Schwan, im Auftrag Friedrich Wilhelms III. in Bronze für den Charlottenburger Schloßgarten ausgeführt, dann in Zinkguß häufig als Brunnenfigur wiederholt, hatte bereits großen Erfolg. Von einer Reise nach Italien 1846 nach Berlin zurückgekehrt, modellierte er für Königshütte die 1853 dort aufgestellte Statue des Ministers v. Reden in Bergmannstracht. Sein Hauptwerk ist eine berauschte Bacchantin auf dem Panther, ein Werk von kühner Bewegung und lebensvollem Schwung, das auch durch vortreffliche Marmortechnik ausgezeichnet ist (Berliner Nationalgalerie). Seiner spätern Zeit gehören an die Gruppe eines Knaben mit dem Bock und eine Madonna mit dem Kind.
 
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Kalidünger, s. Meyers Dünger und Düngung, S. 279.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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