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Kalcīt bis Kaledjik (Bd. 6, Sp. 451 bis 453)
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Artikelverweis Kalcīt, Mineral, soviel wie Kalkspat.
 
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Kalckreuth, 1) Friedrich Adolf, Graf von, preuß. Feldmarschall, geb. 21. Febr. 1737 in Sotterhausen bei Sangerhausen, gest. 10. Juni 1818, trat 1752 in das preußische Regiment Gardedukorps, wurde 1758 Adjutant des Prinzen Heinrich, aber von ihm 1766 wegen des Verdachts engerer Beziehungen zu seiner Gemahlin entlassen. Nach dem Siege bei Freiberg 29. Okt. 1762 Major geworden, machte er als Oberst den Bayrischen Erbfolgekrieg, als Generalmajor die holländische Expedition mit, ward, seit 1786 Graf, 1787 Generalleutnant. Im Kriege mit Frankreich in der Champagne 1792, bei der Belagerung von Mainz 1793 sowie 1793 und 1794 bei Kaiserslautern ausgezeichnet, ward er Ende 1795 Oberbefehlshaber der Truppen in Pommern und 1806 Gouverneur von Thorn und Danzig. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt, an der er als Befehlshaber der Reservedivision nicht teilnahm (er ward beschuldigt, aus Eifersucht gegen die andern Generale, die er auch scharf zu

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kritisieren pflegte, mit Absicht zu spät gekommen zu sein), bewerkstelligte er als Oberkommandeur der geschlagenen Armee deren Rückzug. Das seit dem März 1807 von den Franzosen belagerte Danzig mußte er 26. Mai unter den ehrenvollsten Bedingungen übergeben. Zum Feldmarschall ernannt, schloß er 25. Juni 1807 in Tilsit den Waffenstillstand mit Berthier ab sowie 12. Juli die höchst ungünstige Konvention über die Ausführung des Friedens und wurde im Januar 1810 Gouverneur von Berlin. Die »Dictées du feldmaréchal K.« gab sein Sohn Friedrich, Graf v. K. (geb. 15. März 1790, gest. 15. Dez. 1873), heraus (Par. 1844), der sich auch als Verfasser von »Dramatischen Dichtungen« (Leipz. 1824, 2 Bde.) bekannt gemacht hat.
   2) Stanislaus, Graf von, Maler, geb. 25. Dez. 1820 zu Kozmin in Posen, gest. 26. Nov. 1894 in München, absolvierte das Gymnasium in Polnisch-Lissa, trat dann in das 1. Garderegiment, ging aber 1845 zur Kunst über und widmete sich von 184647 der Landschaftsmalerei auf der Düsseldorfer Akademie bei J. W. Schirmer, verließ sie 1849 und lebte zwei Jahre in Köln, dann in Düsseldorf. Vom König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Professor ernannt, ward er 1859 nach Weimar zur Gründung einer Kunstschule berufen, die 1860 eröffnet wurde. Er wurde Direktor, legte aber im Januar 1876 sein Amt nieder, siedelte nach Kreuznach über und lebte seit 1883 in München. Seine Reisen in der Schweiz, den Pyrenäen und Italien gaben ihm den Stoff zu den meisten seiner sehr zahlreichen Gebirgslandschaften idealen Charakters, die sich durch großartige Formauffassung und Beleuchtung auszeichnen. Eine beträchtliche Anzahl davon ist im Besitz fürstlicher Personen. Die Berliner Nationalgalerie besitzt eine Ansicht des Lac de Gaube in den Pyrenäen (1855), das Canigaital in den Ostpyrenäen (1856) und den Rosenlauigletscher in der Schweiz (1878).
   3) Leopold, Graf von, Maler, Sohn des vorigen, geb. 15. Mai 1855 in Düsseldorf, bildete sich 1875 bis 1878 auf der Kunstschule in Weimar, wo er sich anfangs an Schauß, später an A. Struys anschloß, dessen scharf ausgesprochener Naturalismus seiner eignen Neigung mehr zusagte, setzte dann eine Zeitlang seine Studien auf der Kunstakademie zu München in der von Benczur geleiteten Zeichenklasse fort, gründete aber bald ein eignes Atelier. Schon damals schöpfte er die Motive zu seinen Bildern meist aus dem Volksleben der untern Klassen, das er aber nur von seiner trüben Seite, bei beschwerlicher Arbeit, in Not und Elend, erfaßte. Während eines Studienaufenthalts in Dachau entstand eins seiner ersten Bilder dieser Art: der Leichenzug. 1885 machte er seine erste Studienreise nach Holland, der später noch mehrere folgten, und in demselben Jahre wurde er als Professor an die Kunstschule in Weimar berufen, wo er unter anderm nach einem holländischen Motiv das Bild: Kann nicht mehr mit (ein alter Seemann am Hafen, der wehmütig einem davonsegelnden Schiffe nachblickt) malte. 1890 legte er seine Professur nieder und lebte bis 1895 auf dem Gute Höckricht in Schlesien, wo er sich mit dem Landleben und dem Landvolk innig vertraut machte. Dort entstanden unter andern die Bilder: die Ährenleserinnen (1894, im Museum zu Stuttgart), das Alter (in der Dresdener Galerie)und der Erntezug (Dekoration eines Wandschirms). 1895 wurde er als Lehrer an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen. Von seinen hier gemalten Bildern, in denen er ebenfalls nur die Mühseligkeiten des ländlichen Lebens in naturalistischer Darstellungsweise schilderte, sind die bekanntesten: Regenbogen (in der Neuen Pinakothek zu München), die Fahrt ins Leben und das Triptychon: Unser Leben währet 70 Jahre. In Radierungen und Lithographien hat K. ähnliche Gegenstände behandelt. 1899 folgte er einem Ruf als Lehrer an die Kunstschule in Stuttgart, wo er sich auch als Bildnismaler betätigt hat. Vgl. A. Ph. W. v. Kalckreuth, Geschichte der Herren, Freiherren und Grafen von K. (Potsd. 1904, 2 Bde.).
 
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Kalckstein, ostpreuß. Adelsfamilie, deren Glieder im 17. Jahrh. an der Spitze der ständischen Opposition gegen die brandenburgische Herrschaft standen. Generalleutnant Albrecht v. K. auf Knauten verweigerte dem Großen Kurfürsten die Huldigung als souveränem Herzog. Sein Sohn Christian Ludwig widerstrebte noch, als sich die Stände 1663 schon gefügt hatten, obwohl seit 1655 Oberst und Hauptmann von Oletzko. 1660 wegen Amtsmißbrauchs abgesetzt, ging er nach Polen und hetzte zum Einfall in Preußen, kehrte nach dem Tode seines Vaters (1667) nach Preußen zurück, ward, von seinen eignen Geschwistern 1668 des Hochverrats und der schlimmsten Sittlichkeitsverbrechen angeklagt, zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, jedoch zu einer Geldstrafe begnadigt, floh 1670 nach Polen, trat zum Katholizismus über und suchte beim König Hilfe gegen den Kurfürsten. Da alle Gesuche um seine Auslieferung erfolglos blieben, schritt der Kurfürst zu einem Gewaltstreich. Sein Resident v. Brandt in Warschau lockte K. in sein Haus, ließ ihn knebeln und in Decken rollen und über die Grenze bringen (im Dezember 1670). K. ward 9. Jan. 1672 zum Tode verurteilt und 8. Nov. d. J. in Memel enthauptet. Vgl. Paczkowski, Der Große Kurfürst und Chr. Ludw. von K. (Dissertation, 1889); v. Mülverstedt, Des Geschlechts von K. Herkunft und Heimat (Magdeb. 1904).
 
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Kaldarĭum, s. Meyers Gewächshäuser.
 
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Kaldaunen, s. Meyers Gekröse.
 
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Kaldaunenkapelle, Begräbniskapelle für die von der anderswo bestatteten Leiche getrennten Eingeweide von Fürsten und Prälaten.
 
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Kalden (Kalentin), Heinrich von, Reichshofmarschall, aus einem schwäb. Dienstmannengeschlecht stammend, das bei der rotenburgischen Linie der Hohenstaufen das Amt eines Marschalls bekleidete, war seinem Vater Heinrich von Pappenheim in dieser Würde bei Kaiser Friedrich I. gefolgt; den Namen K. führte er von der Stammburg Kalentin (K.) bei Donauwörth. Als Staatsmann wie als Feldherr ausgezeichnet, begleitete er Friedrich I. auf dem dritten Kreuzzug, befehligte auf dem Feldzug Heinrichs VI. nach Unteritalien einen Teil des Heeres, schlug 1197 die sizilisch-normannischen Scharen bei Catania, erstürmte Syrakus und ging mit einem kaiserlichen Heer nach Syrien, um das Heilige Land für Heinrich VI. in Besitz zu nehmen. Nach des Kaisers Tod nach Deutschland zurückgekehrt, schloß er sich Philipp von Schwaben an, den er im Kampf gegen Otto von Braunschweig eifrigst unterstützte, und rächte dessen Tod an dem Mörder Otto von Wittelsbach, den er tötete, und dessen abgehauenen Kopf er in die Donau warf. Er begleitete 1209 Otto IV., dessen Vermählung mit Philipps Tochter Beatrix er eifrig betrieb, nach Italien, diente auch noch Friedrich II. und starb nach 1214. Das Marschallamt blieb der Familie Pappenheim. Vgl. Klohß, Untersuchungen über Heinrich v. K., staufischen Marschall, und die ältesten Pappenheimer (Berl. 1902).

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Kaldenkirchen, Stadt im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Kempen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Kempen-Venlo und Viersen-K. sowie der Kleinbahn K.-Brüggen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Hauptzollamt, bedeutende Schokoladen- und Zigarrenfabrikation, Fabriken für Herstellung von Zichorie und Holzschuhen, mechanische Weberei, Färberei, Steinhauerei, Dampfziegeleien, Speditionsgeschäfte und (1900) 3812 meist kath. Einwohner.
 
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Kalé (Kaleh, türk.), Burg, Schloß, kommt in zusammengesetzten Ortsnamen oft vor (vgl. Kalaa).
 
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Kalebasse (Kalabasse), s. Meyers Crescentia; auch der Flaschenkürbis (s. Meyers Kürbis) oder ein aus diesem verfertigtes Gefäß.
 
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Kaledjik, Hauptort eines 140 Dörfer umfassenden Kaza im Sandschak Angora des asiatisch-türkischen Wilajets Angora, an einem kleinen, linken Zuflusse des Kisil Irmak (Halys), 52 km ostnordöstlich von Angora, am Nordfuß eines Trachytkegels gelegen, der die Reste einer antiken Burg trägt; hat 6800 meist türkische Einwohner, 8 Moscheen, eine armenische Kirche, eine armenische u. 2 türkische Schulen. Chaussee nach Angora. Auf dem Gipfel des 12 km westlich von K. gelegenen Kyrkkyz Dagh bringen die Umwohner in trocknen Zeiten Opfer dar, um Regen zu erbitten.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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