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Kaiserslautern bis Kaiser Wilhelm-Bibliothek (Bd. 6, Sp. 439 bis 440)
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Artikelverweis Kaiserslautern (Lautern), Bezirksstadt in der bayr. Rheinpfalz, an der Waldlauter, 236 m ü. M., hat 3 evang. Kirchen (darunter die Stiftskirche mit dem Unionsdenkmal), 2 kath. Kirchen (darunter die neue Marienkirche), eine Methodistenkirche, Synagoge, eine große Fruchthalle mit imposantem Festsaal, ein Bronzestandbild Bismarcks und (1900) 48,310 Einw., darunter 17,693 Katholiken und 741 Juden. Die Industrie ist bedeutend. K. besitzt eine Kammgarnspinnerei mit 119,000 Spindeln und 1650 Arbeitern, eine Baumwollspinnerei und-Weberei (Lampertsmühle) mit 1200, ein Eisenwerk für Heiz- und Brückenanlagen mit 620 Arbeitern, ein Eisen- und Stahlwerk, eine Nähmaschinenfabrik mit 1200 und eine Nähmaschinen- und Fahrradfabrik mit 700 Arbeitern, Fabrikation von Möbeln, Holzwaren, Maschinen, Schuhschäften, Schuhen, Zigarren, künstlichem Dünger, Kesseln, Beleuchtungskörpern, Verbandstoffen, Kassenschränken, Geschäftsbüchern, Metallkränzen und Blechblumen etc.; ferner eine Eisenbahnwerkstätte, Glockengießerei, Bierbrauerei, ein Elektrizitätswerk, Sandsteinbrüche, Sägewerke und Ziegelbrennerei. Den Handel unterstützen ein Bezirksgremium, eine Reichsbanknebenstelle, eine Filiale der Bayrischen Notenbank, der Rheinischen Kreditbank, der Pfälzer Bank und andre Bankinstitute. Mit drei Bahnhöfen ist die Stadt Knotenpunkt der Linien Neunkirchen-Worms, K.-Enkenbach und K.-Lauterecken der Pfälzischen Eisenbahn. An Unterrichts- und andern öffentlichen Anstalten befinden sich dort: ein Gymnasium, eine Kreisrealschule mit mechanischer Lehrwerkstätte, Industrieschule, Ackerbauschule, Baugewerkschule mit Gewerbemuseum, ein Schullehrerseminar mit Präparandenanstalt, ein reichdotiertes Hospital und ein Landeszuchthaus. Von Behörden haben in K. ihren Sitz: ein Landgericht, ein Hauptzollamt und 3 Forstämter; die städtischen Behörden zählen 27 Mitglieder. Zum Landgerichtsbezirk K. gehören die 9 Amtsgerichte zu K., Kirchheimbolanden, Kusel, Lauterecken, Obermoschel, Otterberg, Rockenhausen, Winnweiler und Wolfstein. Schon in karolingischer Zeit war K. ein Königshof. Seinen Namen empfing es, nachdem Kaiser Friedrich I. 1152 daselbst ein Schloß gebaut. Bereits 1252 erscheint K. als Reichsstadt und erhielt 1276 von Rudolf von Habsburg dieselben Rechte wie Speyer, verlor jedoch 1357 die Reichsunmittelbarkeit und kam, zunächst als Pfand, an die Pfalz. 1621 ward K. von den Spaniern, 1631 von den Schweden und 1635 von den Kaiserlichen erobert. Am 24. Juni 1713 nahmen es im Spanischen Erbfolgekrieg die Franzosen unter Dillon, wobei das Schloß Barbarossas (an der Stelle des jetzigen Zuchthauses) zerstört wurde. In der Schlacht 29. und 30. Nov. 1793 wurden die Franzosen unter Hoche von den Preußen unter dem Herzog von Braunschweig zurückgeschlagen; ebenso siegten diese unter Möllendorf 23. Mai und unter Hohenlohe-Ingelfingen 20. Sept. 1794. Im J. 1849 war K. der Mittelpunkt des pfälzischen Aufstandes. Vgl. Lehmann, Urkundliche Geschichte von K. (Kaisersl. 1853); Jost, Geschichte der Stadt K. (das. 1886); »Pirmasens und K., eine Erinnerung an das Jahr 1793« (Heft 16 der »Kriegsgeschichtlichen Einzelheiten«, Berl. 1894).
 
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Kaisersreuth, Stadt, s. Meyers Gmünd 1).
 
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Kaiserstandarte, s. Textbeilage zur Tafel Meyers »Deutsche Flaggen« 3) (Bd. 4).
 
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Kaiserstiel, s. Meyers Dachstuhl, S. 410.
 
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Kaiserstuhl, der Thronsessel des deutschen Kaisers Heinrich III., den dieser in der Pfalz zu Goslar benutzte. 1811 mit den Kunstschätzen des abgebrochenen Doms in Goslar versteigert, kam er später in den Besitz des Prinzen Karl von Preußen, nach dessen Tod (1883) er im Saal des Kaiserhauses in Goslar aufgestellt wurde. Rücken- und Seitenlehnen sind aus Bronzeguß, der Sitz von Sandstein (s. Abbildung). Am 21. März 1871 diente er Kaiser Wilhelm I. als Thronsessel bei der Eröffnung des ersten deutschen Reichstags.
 
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Kaiserstuhl, isoliertes vulkanisches Gebirge in Baden, in der oberrheinischen Tiefebene, bestehend aus Dolerit- und Basaltkegeln, die schöne Täler mit Äckern und Wiesen, Waldungen, Weinpflanzungen etc. umschließen. Der K. hat 37 km im Umfang und ist stark bevölkert. Auf dem höchsten Punkte, dem 559 m hohen Totenkopf oder eigentlichen K., soll Rudolf von Habsburg Gericht gehalten haben. Der Besuch des Kaiserstuhls wird durch die Kaiserstuhlbahn, die ihn auf drei Seiten umgibt, erleichtert. Von dem 194 m hohen Katharinenberg bei Endingen hat man eine schöne Aussicht. Vgl. Knop, Der K. im Breisgau, eine naturwissenschaftliche Studie (Leipz. 1892); Mündel, Der K. (Straßb. 1899).

[Bd. 6, Sp. 440]



 
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Kaiserswerth, Stadt im preuß. Regbez. und Landkreis Düsseldorf, am Rhein, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, letztere im romanischen Stil und mit einem kostbaren Schrein, in dem die Gebeine des Gründers der Stadt, des heil. Suitbertus, ruhen, eine neuerdings restaurierte Kaiserpfalzruine, eine berühmte evang. Diakonissenanstalt (1836 vom Pfarrer Fliedner gegründet, vgl. Diakonissen; Disselhoff, Das Diakonissenmutterhaus zu K. [neue Ausg. 1903]), verbunden mit Lehrerinnenseminar, Mädchenwaisenhaus, Irrenheilanstalt, Asyl und Magdalenenstift; ferner ein katholisches geistliches Emeritenhaus (ehemaliges Kapuzinerkloster), ein kath. Marienhospital, Seidenweberei, Preßspan-, Pappen- und Anilinfarbwarenfabriken, Ziegelbrennerei, Molkerei, Schifffahrt und (1900) 2538 meist kath. Einwohner. Pippin von Herstal schenkte die Insel, auf der die Stadt lag, um 710 dem Bischof Suitbert, der hier ein Benediktinerkloster errichtete. Neben dem Stift entstand die Stadt. 1062 ward der zwölfjährige König Heinrich IV. seiner Mutter, der Kaiserin Agnes, durch den Erzbischof Anno von Köln in K. geraubt. Bei der Belagerung 1214 durch den Grafen Adolf V. von Berg ward der eine Rheinarm durch einen Damm abgeschnitten, so daß K. seitdem nicht mehr auf einer Insel liegt. K. war Reichsstadt, kam aber 1293 an das Erzstift Köln, 1336 als Pfand an Jülich, 1368 an Kurpfalz, 1399 an Kleve, durch Kauf 1424 an Kurköln, von dem es 1772 durch Einlösung des Pfandes das Herzogtum Jülich erwarb. K. wurde 1689 von den Brandenburgern belagert und 1702 von den Österreichern und Preußen unter dem Prinzen von Nassau-Saarbrücken genommen und zerstört.
 
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Kaisertaler, die ehemaligen Konventions-Speziestaler, = 4,2094 Mk. der Talerwährung.
 
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Kaiserwappen, s. Tafel Meyers »Deutscher Reichsadler und Kaiserwappen« mit Textblatt (Bd. 4, zu S. 499).
 
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Kaiser Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin, 1795 unter der Bezeichnung Pepinière auf Anregung des Generalstabschirurgen, spätern Generalstabsarztes der Armee, Görcke (gest. 1822 in Sanssouci) gegründete Anstalt zur Heranbildung von Sanitätsoffizieren. Ihre Lehranstalten und Einrichtungen (unter andern Charitékrankenhaus, Anatomie, botanischer Garten) wurden nach Errichtung der Berliner Universität (1809) mit dieser verschmolzen. 1811 wurde die Anstalt durch die medizinisch-chirurgische Akademie für das Militär erweitert und erhielt 1818 die Bezeichnung medizinisch-chirurgisches Friedrich Wilhelms-Institut. Fortan bestanden beide Bildungsanstalten nebeneinander mit dem Unterschiede, daß die Studierenden der Akademie für die während des Studiums genossenen Vorteile die gleiche Zeit, die Studierenden des Instituts doppelt so lange im Heer als Ärzte zu dienen hatten. Bei Gelegenheit der Feier des 100jährigen Bestehens des Instituts wurden durch Kabinettsorder beide Anstalten 3. Dez. 1895 als K. vereinigt, die Zahl ihrer Studierenden vermehrt und die Dienstzeit für alle gleichmäßig auf das Doppelte der Studienzeit festgesetzt. Die Anstalt hat den Zweck, Ersatz für das Sanitätsoffizierkorps heranzubilden, und gewährt auf Staatskosten vollständiges Studium der Medizin an der Berliner Universität, außerdem die für den Militärsanitätsdienst speziell erforderliche Ausbildung (Kriegschirurgie, Instruktion über militärärztliche Verhältnisse, Rekrutierung, Invalidisierung, Militärhygiene, Reiten etc.) und besitzt für diese Zwecke ein eignes hygienisches, chemisches und ein physikalisches Laboratorium sowie reichhaltige (kriegschirurgische, Instrumenten-, Modell-, anatomische etc.) Sammlungen. Der Unterricht in diesen sowie die Abhaltung von Wiederholungskursen liegt kommandierten Sanitätsoffizieren ob. Nach 41/2jähriger Studienzeit werden die Studierenden als Unterärzte im Heere mit den etatmäßigen Kompetenzen angestellt, ein Teil außerdem sofort zum Charitékrankenhause kommandiert. Ausnahmebestimmungen von der Direktion (Berlin W., Friedrichstr. 140) zu beziehen. Vgl. Schickert, Die militärärztlichen Bildungsanstalten (Festschrift, Berl. 1895).
 
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Kaiser Wilhelm-Bibliothek in Posen, s. Meyers Bibliothek, S. 823.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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