Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kaiserkanal bis Kaisermünzen (Bd. 6, Sp. 436 bis 437)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kaiserkanal, 1) (K. von Aragonien, Canal imperial de Aragon) span. Schiffahrtskanal, dem Laufe des Ebro auf seinem rechten Ufer von Tudela bis San Antonio unterhalb Saragossa folgend, wurde unter Kaiser Karl V. begonnen, ist 88 km lang, 18 m breit und 2,5 m tief; er ist neuerdings 40 km weit bis Quinto verlängert, dient aber weniger der Schifffahrt als zur Bewässerung. 2) (Großer Kanal, chines. Yünho) größter Kanal Chinas, wahrscheinlich unter den Mongolenkaisern im 13. Jahrh. fertiggestellt. Er durchzieht die Große Ebene (s. Meyers China, S. 35) fast in ihrer ganzen Ausdehnung von Norden nach Süden, unter Benutzung vieler natürlicher Wasserstraßen im Mündungsgebiet des Hwangho, durch die Provinzen Tschili, Schantung, Kiangsu bis Tschekiang; Endpunkte sind Tiëntsin im N., Hangtschoufu im S., doch reicht er eigentlich nördlich bis Tungtschou, dem Hafen von Peking. Die wichtigsten Plätze am K. sind außerdem in Schantung: Tötschou, Tungtschangfu, Tsiningfu; in Kiangsu: Hwainganfu, Tschönnkiangfu am Yangtsekiang, Sutschoufu. Die Gesamtlänge des Kaiserkanals wird auf 3630 Li (rund 1100 km) angegeben. Er ist sehr vernachlässigt, aber noch für den Binnenhandel wichtig. Vgl. Stenz, Der K. (in den »Beiträgen zur Kolonialpolitik«, Bd. 5, Berl. 190304).
 
Artikelverweis 
Kaiserkrone, römisch-deutsche, neue deutsche und österreichische, s. Meyers Krone, auch die Textbeilage zur Tafel Meyers »Deutscher Reichsadler und Kaiserwappen« (im 4. Bd.).
 
Artikelverweis 
Kaiserkrone, Pflanzengattung, s. Fritillaria.
 
Artikelverweis 
Kaiserkultus. Die Vergötterung der Herrscher kam zu den Griechen wie zu den Römern aus dem Orient. Schon Alexander d. Gr. wurde bei Lebzeiten und nach seinem Tode göttlich verehrt, unter seinen Nachfolgern besonders die Ptolemäer und die Seleukiden. In Rom wurde zuerst Cäsar nach seinem Tode durch Senatsbeschluß als Gott (divus Julius) erklärt. Divus war seitdem technischer Ausdruck für die auf Senatsbeschluß nach ihrem Ableben konsekrierten Kaiser, denen z. T. auch ihre Gattinnen (divae) und Angehörigen zugesellt wurden. Erfolgte die Konsekration gleich nach dem Tode, so war Symbol der Apotheose ein vom Scheiterhaufen auffliegender Adler; auf Münzen ist Abzeichen der divi die Strahlenkrone. Während von den ersten elf Kaisern nur vier konsekriert wurden (Augustus, Claudius, Vespasian, Titus), erscheinen seit Nero die Kaiser fast sämtlich in der Reihe der divi imperatores, die im staatlichen Kult neben den alten Staatsgöttern einen hervorragenden Platz bis Konstantin d. Gr. einnahmen, nach dem der Titel divus zwar fortbesteht, aber ohne alle sakrale Bedeutung. Göttliche Verehrung des lebenden Kaisers fand vielfach in den Provinzen,

[Bd. 6, Sp. 437]


Munizipien und durch Private statt; im Staatskult zwar direkt nur die des Genius Augusti, doch indirekt auch durch Verbindung seiner Person mit andern Kulten, durch Verehrung der Personifikationen seiner Tugenden (z. B. Virtus, Clementia, Justitia, Pietas Augusta) u. a. Den staatlichen Kaiserkult versahen vier Kollegien (sodalitates). Über den Munizipalkult s. Meyers Augustales. Vgl. Beurlier, Le culte impérial, son histoire et son organisation (Par. 1891).
 
Artikelverweis 
Kaiserliche Hoheit, s. Meyers Hoheit.
 
Artikelverweis 
Kaiserlicher Rat, Behörde im Reichsland Elsaß-Lothringen. Er besteht aus zehn durch kaiserliche Verordnung ernannten Mitgliedern des Ministeriums unter Vorsitz eines besondern Präsidenten. Er entscheidet über Beschwerden gegen Entscheidungen der Bezirksräte in streitigen Sachen und in einer Anzahl andrer einzelner Fälle. Eine Erweiterung seiner Zuständigkeit kann durch den Kaiser erfolgen (Elsaß-Lothringisches Landesgesetz vom 13. Juni 1898). An der Entscheidung müssen mindestens fünf Mitglieder, einschließlich des Vorsitzenden, Anteil nehmen. Der Titel k. R. wurde auch im alten Deutschen Reich und wird in Österreich als Auszeichnung verliehen.
 
Artikelverweis 
Kaiserliche Städte, soviel wie Reichsstädte.
 
Artikelverweis 
Kaiserling (Kaiserschwamm), s. Meyers Agaricus, S. 162.
 
Artikelverweis 
Kaisermanöver, in Deutschland alljährlich vor dem Kaiser mit zwei oder mehr Armeekorps abgehaltene Manöver. Einberufungen aus dem Beurlaubtenstand ergänzen die Truppenteile und dienen zur Formierung besonderer Truppenkörper. Alljährlich erscheinen Berichte über die K.
 
Artikelverweis 
Kaisermehl, das aus den innern Teilen des Getreidekorns erhaltene Mehl; s. Mühlen.
 
Artikelverweis 
Kaisermünzen nennt man vorzugsweise die unter den römischen Kaisern (Augusti) geprägten Münzen. Man läßt sie mit Julius Cäsar beginnen, dem ersten Römer, der das Recht erhielt, sein Bild auf die Münzen zu setzen (s. Tafel Meyers »Münzen II«, Fig. 1). Seinem Beispiel folgten die Triumvirn Antonius (Tafel II, Fig. 4), Oktavian und Lepidus; Brutus, der Mörder Cäsars, als Prokonsul von Mazedonien, Sextus Pompejus und des Antonius Bruder und Sohn. Die eigentliche Reihe der K. beginnt erst mit Augustus, der um 16 v. Chr. die Münzprägung in Gold und Silber für sich in Anspruch nahm und dem Senat die Prägung der Kupfermünzen überließ, die ihm erst von Aurelian (270276 n. Chr.) entzogen wurde. Das Gepräge dieser Münzen enthält meist den Kopf des Kaisers oder eines Prinzen (Caesar, später nobilissimus Caesar) oder einer kaiserlichen Frau (Augusta, später und selten nobilissima femina) und verschiedene, oft figurenreiche Darstellungen auf der Rückseite. Die häufigsten Münzsorten sind der Aureus (auch Golddenar genannt, Tafel II, Fig. 5, 7, 9, 12 und 14), der Silberdenar und die vom Senat geprägten Kupfermünzen von verschiedener Größe. Seltener sind große Medaillons in Gold, Silber und Kupfer, die jedoch keinen Münzwert besaßen, sondern nur als Schaumünzen galten, und Silberquinare. Alle Wertbestimmungen der Kupfermünzen sind zweifelhaft. Die Silbermünze, zuerst rein ausgeprägt, verschlechterte sich allmählich. Aber erst Konstantin und seine Nachfolger machte den Münzwirren ein Ende. Diokletian stellte den reinen Silberdenar wieder her. An die Münzen der römischen, mit Romulus Augustus endenden Kaiser schließen sich die der byzantinischen Kaiser an. Der Kunstwert der K. ist oft sehr bedeutend, namentlich der aus der ersten Zeit und der Bronzemedaillons Hadrians und der Antonine. Seit Konstantin d. Gr. sind Köpfe und Figuren flach, roh und geistlos. Historisch sind die K. sehr wichtig, besonders durch ihre Angaben der Konsulate und Tribunate der Kaiser (letztere unsern Jahreszahlen entsprechend), die aber seit Gallienus ungenau sind und allmählich ganz aufhören. Auch viele interessante Darstellungen von Gebäuden, Aufzügen, militärischen Exerzitien, Trachten etc. verdanken wir den K. Vgl. Eckhel, Doctrina numorum veterum, Bd. 68 (Wien 179698); Cohen, Description historique des monnaies frappées sous l'empire (2. Aufl., Par. 188086, 6 Bde.); Imhoof-Blumer, Porträtköpfe auf römischen Münzen (2. Ausg., Leipz. 1892).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer