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Kaimeni bis Kainzenbad (Bd. 6, Sp. 430 bis 431)
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Artikelverweis Kaimeni, Inseln, s. Meyers Santorin.
 
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Kain (hebr., wahrscheinlich »Erwerb«, »der Hervorgebrachte« 1. Mos. 4,1), erstgeborner Sohn Adams, trieb Ackerbau, tötete seinen Bruder Abel, weil nur dessen Opfer Gott wohlgefiel, und mußte seitdem, durch ein Zeichen (Kainszeichen, 1. Mos. 4,15) gegen Blutrache geschützt, unstet umherirren, bis er sich zuletzt im Lande Nod niederließ, wo er ein hohes Alter erreichte. Im Gegensatz zu Abel ist K. im Verein mit seinen Nachkommen der Begründer des seßhaften Lebens und weltlicher Kultur. Neuere Forscher finden in dem biblischen Bericht über K. zwei Sagengestalten zu einer vereinigt, den Brudermörder, der das palästinische Kulturland verläßt, und den Städtebauer, den Stammvater der Kainiten (1. Mos. 4,1724), deren ersten Vertretern bereits wichtige Erfindungen zugeschrieben werden. Kains Gattin wird in der Sage Save genannt. Nach ihm nannten sich die Kainiten, eine gnostische Schwärmersekte des 2. Jahrh. n. Chr. Wie die Tat Kains, als des ersten Mörders, durch den der Tod in die Welt kam, ein Lieblingsgegenstand der ältern (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst VII«, Fig. 2) wie der neuern Kunst wurde, so hat auch die Dichtung das poetische Motiv der biblischen Erzählung erfaßt und in mannigfacher Weise gestaltet. Schon in dem frühesten Drama der neuern Zeit, im altfranzösischen »Adam« (12. Jahrh.), wird Kains Verbrechen mit breiter Ausführlichkeit dargestellt. Im allgemeinen ist die Darstellung Kains bei den ältern Dichtern, so namentlich in den biblischen und Schuldramen des 16. und 17. Jahrh., naiv; bei den spätern, besonders seit Byrons Tragödie »Cain«, u. eigentümlicher Weise reflektiert. Eine charakteristische Probe der letztern Auffassung ist Kastropps Epopöe »K.« (Stuttg. 1880).
 
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Kainīt, Mineral, besteht aus Chlorkalium und schwefelsaurer Magnesia KCl+MgSO4+3H2O, kristallisiert monoklin, ist durchscheinend, Härte 2,5, spez. Gew. 2,1, findet sich meist derb in feinkörnigen, farblosen, gelblichgrauen und dunkel fleischroten Massen, oft selbständige, mächtige Lager bildend, in den Abraumsalzen von Staßfurt, in vielen andern norddeutschen Salzlagern und bei Kalusz. K. wird in großen Mengen gewonnen (vgl. Kalisalze, S. 472) und auf Kalisalze, Düngesalze etc. verarbeitet.
 
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Kainīten, s. Meyers Kain.
 
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Kainogenĕsis (griech., Cänogenesis, Entwickelungsabänderung). Das »biogenetische Grundgesetz« (s. Meyers Entwickelungsgeschichte) erleidet in zahlreichen Fällen Einschränkungen, indem im Entwickelungsgange Stadien auftreten, die nicht rein phylogenetisch erklärbar sind, sondern sich auf besondere Verhältnisse und Erlebnisse der Vorfahren beziehen. Haeckel sprach hier mit einem ohne Not viel angefochtenen Ausdrucke von »Fälschungen« der regelmäßigen nachbildlichen (palingenetischen) Wiederholung (Rekapitulation), wofür man jetzt K. setzt. Die Ursachen solcher Abänderungen können sehr mannigfache sein, z. T. direkt mechanische (metrothene K.), wenn z. B. Tiere, statt sich vom Keim ab frei zu entwickeln, längere Zeit innerhalb fester Eierschalen oder in Embryonalhüllen verharren und, statt die

[Bd. 6, Sp. 431]


Nahrung selbst zu suchen, längere Zeit von einem mitgebrachten Dotter zehren etc. Andre Abänderungen entstehen dadurch, daß die Entwickelungsenergie bestimmter Organe und Organteile bei den verschiedenen Tiergruppen verschieden ist, so daß deren Entwickelung als verlangsamt oder beschleunigt gegenüber dem normalen Verlauf erscheint.
 
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Kainozoïsch, soviel wie Känozoisch.
 
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Kainsdorf (Cainsdorf), Dorf in der sächs. Kreish. und Amtsh. Zwickau, an der Zwickauer Mulde, der Staatsbahnlinie Werdau-Aue und einer elektrischen Straßenbahn nach Zwickau und Wilkau, hat eine evang. Kirche im gotischen Stil, Lutherdenkmal, das größte Eisenwerk Sachsens (Königin Maria-Hütte mit 2000 Arbeitern, Gießerei, Martinhütte, Walzwerk, Maschinenfabrik, Brückenbau und Schamotteziegelei), Bierbrauerei, Mälzerei und (1900) 4215 Einw.
 
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Kainsk, Bezirk im russisch-sibir. Gouv. Tomsk, einen großen Teil der Steppe Meyers Baraba (s. d.) umfassend, 82,167 qkm groß, wovon 5328 qkm Seen, mit (1897) 186,561 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt, am Tom und an der Sibirischen Eisenbahn, hat zwei Messen und (1897) 5858 Einw., die Ackerbau, Viehzucht, Branntweinbrennerei und Gerberei betreiben.
 
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Kainszeichen, nach einigen Bibelerklärern ein Merkmal am Körper Kains, das ihn, von Gott geschützt, unverletzlich machte; nach andern ein äußeres Wahrzeichen, das ihn unbeachtet entkommen ließ. Noch andre Forscher, die Kain als Stammvater der Keniten bezeichnen, denken an Körperverstümmelung und Tätowierung, die seine Zugehörigkeit zu dem gottverehrenden Stamm bekunden sollten.
 
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Kainz, Joseph, Schauspieler, geb. 2. Jan. 1858 in Wieselburg (Ungarn), besuchte das Realgymnasium in Wien und betrat schon 1873 die Bühne auf einem Privattheater daselbst Er bildete sich vornehmlich für das Fach der jugendlichen Heldenliebhaber und Charakterdarsteller aus und war in dieser Eigenschaft von 187576 zu Marburg in Steiermark, dann bis 1877 am Stadttheater in Leipzig, darauf am Hoftheater in Meiningen und 188083 am Hoftheater in München tätig, wo er zu dem König Ludwig II. in ein freundschaftliches Verhältnis trat, über das er später biographische Mitteilungen veröffentlicht hat. 1883 trat er in den Verband des Deutschen Theaters in Berlin, dem er, nach kurzer Tätigkeit an andern Berliner Bühnen, bis 1899 angehörte. Dann ging er als Mitglied des Burgtheaters nach Wien. Seine Hauptrollen sind: Don Carlos, Romeo, Prinz von Homburg, Ferdinand (»Kabale und Liebe«), Fiesco, Demetrius, König in Fuldas »Talisman«, Hamlet, Molières »Misanthrop«, König in Grillparzers »Jüdin von Toledo« und der Glockengießer in Hauptmanns »Versunkener Glocke«. Ein durchaus realistisches Talent, wirkt er am stärksten, wo er elementare Leidenschaftlichkeit entfalten kann; doch fehlt es ihm an künstlerisch ausgeglichener Abrundung seiner Gebilde. Er war mit der Schriftstellerin Sara Hutzler (geb. 1853 in St. Louis, gest. 24. Juni 1893 in Berlin) vermählt, die sich durch Skizzen und Novellen aus Amerika (»Junge Herzen«, »Kleine Menschen«, »Nora«) und die Romane »Im Bann der Liebe« (Berl. 1889), »Zwei Frauen« (das. 1893) bekannt gemacht hat. Vgl. Gregori, Joseph K. (2. Aufl., Berl. 1905).
 
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Kainzenbad, s. Meyers Partenkirchen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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