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Jurjewez-Powolskij bis Jus (Bd. 6, Sp. 391 bis 392)
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Artikelverweis Jurjewez-Powolskij, Kreisstadt im russ. Gouv. Kostroma, an der Wolga, mit 14 Kirchen, einer Bank, Sägemühle, Flachsspinnerei und (1897) 4778 Einw. Im Kreis J. besteht eine ansehnliche Fabrik- und Hausindustrie.
 
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Jurjew-Polskij, Kreisstadt im russ. Gouv. Wladimir, an der Kolotscha und einem Zweig der Eisen bahn Moskau-Jaroslaw-Archangel, hat 7 Kirchen, 2 Klöster, mehrere Baumwollwebereien und (1897) 7271 Einw., ist Mittelpunkt des Kornhandels im Gouvernement. Im Kreis J. wird Leinwandfabrikation betrieben.
 
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Jurjewskaja, Katharina Michailowna, Fürstin, geborne Prinzessin Dolgorukowa, geb. 1846, war die Geliebte des russischen Kaisers Alexander II. (s. d., S. 299), der sich nach dem Tode seiner ersten Gemahlin, Marie, 31. Juli 1880 mit ihr vermählte. Sie gebar dem Zaren einen Sohn, Prinzen Georg Jurjewski (geb. 1873), der in der russischen Marine dient, und zwei Töchter. Seit 1881 lebte sie im Ausland und veröffentlichte unter dem Pseudonym Victor Laferté: »Alexandre II. Détails inédits sur sa vie intime et sa mort« (Genf 1882).
 
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Juror (engl., spr. dschū-), Mitglied einer Meyers Jury (s. d.).
 
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Jurte (russ.), zeltartige, gewöhnlich mit Filz bekleidete und gedeckte Behausung der nomadischen Völker in Sibirien und China. Es ist eine für den Winter aus schräg stehenden Balken ausgeführte, von außen mit Lehm und Rasen belegte größere Hütte mit ebenem Dach, in der unaufhörlich Feuer unterhalten wird, während an den Seiten ringsherum Sitze laufen, die auch als Schlafstellen dienen. Die Sommerjurten sind nur aus Pfählen errichtet, kegelförmig, an der Spitze mit einer Öffnung zum Abzug des Rauches.
 
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Jurten, Berg, s. Meyers Jorat.
 
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Juruá, Fluß in Brasilien, entsteht an der Ostgrenze Perus, unter 8°30' südl. Br. in den Anden Conomamas, nimmt rechts den Tarahuaca auf und mündet nach 1500 km langem, ungemein gewundenem Lauf durch unendliche Urwälder unter 2°30' südl. Br. rechts in den Amazonenstrom.
 
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Jürük (»Wanderer«), Nomadenvolk in Kleinasien, das in Zelten aus dunkler Ziegenwolle lebt. Seine Hauptbeschäftigung ist Viehzucht (Dromedare, Schafe, Ziegen) und Anfertigung von Teppichen, Matten und Flechtwerk, seine Hauptnahrung besteht in Milch und Käse. Ackerbau wird wenig getrieben, dagegen eifrig gejagt. Die Tracht besteht in kurzer, brauner Filzjacke, breitem Ledergürtel, in dem Waffen stecken, dunkeln kurzen Filzhosen und im Winter Wollstrümpfen. Sie sind Mohammedaner, haben Koran, Beschneidung, Imams, Hadschis etc., feiern aber weder Ramasan noch Bairam, und ihre sittsamen, fleißigen Frauen gehen unverschleiert. Den Militärdienst scheuen sie; von den Türken werden sie mißachtet, und Heiraten zwischen beiden Völkern finden nicht statt. Sie haben sich auch eine alte Sprache bewahrt, die geheim gehalten wird. Von Gestalt mittelgroß, lang- und hochköpfig und entschieden brünett, sind sie durchaus verschieden von den turkmenischen Nomaden des östlichen Kleinasien, die von den Türken gleichfalls als J. bezeichnet werden. Nach F. v. Luschan stammen sie aus Indien oder einem seiner nordwestlichen Nachbarländer und sind nahe Verwandte der Zigeuner. Bemerkenswert ist der Brauch, die Schädel durch Binden künstlich umzugestalten.
 
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Jury (engl., spr. dschūrĭ; franz., spr. schüri), die Gesamtheit der Geschwornen, Meyers Schwurgericht (s. d.); dann auch die Ausschüsse von Sachverständigen als Preisrichter, z. B. bei Industrieausstellungen. J. de medietate linguae, die in England bei Beteiligung eines Ausländers bis 1870 vorgeschriebene Zusammensetzung der Geschwornenbank je zur Hälfte aus Angehörigen seiner Nation und aus Engländern.

[Bd. 6, Sp. 392]



 
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Jus (franz., spr. schǖ), Bratensauce aus dem beim Braten herausdringenden Fleischsaft und dem zugesetzten Fett, wird oft durch Zusatz von Fleischbrühe verlängert; auch braune Bouillon, die durch Schmoren von zerschnittenem Rindfleisch mit Speck oder Rindstalg, Zwiebel scheiben, Wurzelwerk und Wasser bereitet wird und zu Saucen oder zur Herstellung brauner Suppe dient.
 
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Jus (lat., »Recht«), im objektiven Sinne der Inbegriff von Regeln, die, auf äußern Satzungen der Völker beruhend, die Lebensverhältnisse der Menschen untereinander in einer durch den Richter erzwingbaren Weise normieren (norma agendi); im subjektiven Sinne die durch ein Rechtsgesetz begründete Befugnis, in irgend einer Weise auf die Außenwelt einzuwirken (facultas agendi). Vgl. Jura (S. 381).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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