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Juragewässerkorrektion bis Jurburg (Bd. 6, Sp. 387 bis 388)
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Artikelverweis Juragewässerkorrektion, die von der schweizerischen Eidgenossenschaft und den Kantonen Bern, Solothurn, Freiburg, Neuenburg und Waadt durchgeführte Entsumpfung der zwischen dem Neuenburger, Bieler und Murtner See, der Broye, Zihl (Thièle) und Aare ausgebreiteten Ebene des Bern er Seelandes. Noch zur Römerzeit ein fruchtbares Gebiet, muß das Gelände, wahrscheinlich durch die Wirkung des von der Emme in die Aare vorgeschobenen Schuttkegels, versumpft, vielleicht eine Zeitlang zum förmlichen See geworden sein. Das Übel hat seine Ursache sowohl in der Aare, namentlich in deren Zuflüssen Saane und Sense, als in den eigentlichen »Juragewässern«. Erstere, die als Rinnsale eines bedeutenden Berggebiets direkt, ohne sich in Seebecken zu läutern, in das Flachland hinausstürzen, veranlaßten von Aarberg abwärts umfangreiche Überschwemmungen, so daß infolge der Geschiebeablagerung ein sehr unregelmäßiges, für die Anwohner

[Bd. 6, Sp. 388]


immer gefährlicher werdendes Flußbett sich bildete. Anderseits führten die Juraflüsse Orbe und Broye bei Hochwasser dem Neuenburger und Murtensee viel mehr Wasser zu, als die Abflüsse, die untere Broye und die mittlere Zihl, zu fassen vermochten; ebensowenig reichte der Abfluß des Bieler Sees, die untere Zihl, für die Wassermasse aus. Die Hochwasser der Flüsse bedrohten über 2000 Hektar Land mit Verheerung, und die Wasserstände der Seen veranlaßten die Versumpfung von gegen 16,000 Hektar. Die Anstrengungen, das Übel zu beseitigen, datieren von 1670 an; doch abgesehen von dem 2,2 km langen Kanal, durch den 1824 die Suze in den Bieler See geleitet wurde, blieb es bei Projekten. Erst 1842 trat La Nicca, Oberingenieur des Kantons Graubünden, mit dem Plan hervor, nach Erfahrungen am Thuner- und Walensee durch einen Kanal Aarberg-Hagneck die Aare in den Bieler See zu führen, dem vereinigten Abfluß Aare-Zihl einen neuen und erweiterten Kanal bis Büren zu geben und im Sinne früherer Vorschläge auch die untere Broye und die mittlere Zihl zu korrigieren. Eine Vermessung des Inundationsgebiets (1847) ergab ein Areal von 24,488,6 Hektar beteiligten oder zu gewinnenden Bodens. Erst 1867 begann der Bund die Korrektion nach La Niccas Plan, der jedoch dahin abgeändert war, daß, um allzu große Schwankungen im Wasserstande des Bieler Sees zu vermeiden, von Aarberg aus nur die normale Aare in den Bieler See geleitet, bei Hochwassern jedoch der Überschuß im alten Aarebett direkt weitergeführt werde. Zu den Kosten des gesamten Unternehmens, die auf 14 Mill. Frank für die Entsumpfungsarbeiten, 1 Mill. für Hafen- und Uferbauten geschätzt wurden, trug der Bund ein Drittel bei. Die Unterhaltung der hergestellten Arbeiten fällt den Kantonen zu. Die Arbeiten an dem 8,9 km langen Aare-Zihlkanal Nidau-Meienried (bei Büren), im Dezember 1868 begonnen, waren bis 1883 im wesentlichen vollendet; die Fortsetzung von Meienried nach Büren (2,8 km lang) wurde erst 1882 in Angriff genommen Wegen verzögerter Expropriation begann die Ausführung des Aarberg-Hagneck-Kanals erst im April 1874, ebenso die obere Korrektion, während die Korrektion der Strecke Solothurn-Attisholz sich noch länger verzögert hat. Nach Vollendung des großen Einschnittes bei Hagneck war die Kanallinie Aarberg-Hagneck bis 1879 offen gelegt und ist in den folgenden Jahren noch vertieft worden; die Korrektion der Broye und Zihl sowie die Entsumpfung des Seelandes, für die Schneider sich bleibende Verdienste erworben, hat die drei Seespiegel auf folgende Mittelstände gesenkt: Murtensee von 434 auf 433 m. Neuenburger See von 433,7 auf 432,7, Bieler See von 432,5 auf 432 m. Im ganzen wurden 31,6 qkm neues Land gewonnen. Vgl. Schneider, Das Seeland der Westschweiz und die Korrektionen seiner Gewässer (Bern 1881), und die Jahresberichte der J. (Biel 1868 ff.).
 
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Jurāken, Volksstamm, s. Samojeden.
 
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Juramentum (lat.), Eid; j. obedientiae, der Eid, vermöge dessen sich der katholische Geistliche gegenüber den Kirchenobern zum Gehorsam verpflichtet. j. editionis, Editionseid (s. Meyers Edition); j. in litem. Meyers Schätzungseid (s. d.); j. manifestationis, Manifestationseid (s. Meyers Offenbarungseid); j. calumniae, Kalumnieneid (s. Meyers Gefährdeeid); j. necessarium, notwendiger. j. purgatorium, Reinigungs-, j. promissorium, promissorischer Eid (s. Meyers Eid, S. 432).
 
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Jurançonwein (spr. schürangßóng-), s. Meyers Pau.
 
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Jura noscit (novit) curia (lat., »Das Gericht kennt die Rechte«), Rechtssprichwort, das besagt, daß ein Gericht die Rechtssatzungen, die in einem Prozeß anzuwenden sind, kennen müsse, und daß es daher nicht Sache der Partei sei, diese nachzuweisen; ein Grundsatz, von dem man jedoch bei ausländischem Recht und bei lokalem Gewohnheitsrecht (Statuten) eine Ausnahme zuläßt. Beides kann Gegenstand einer Beweisauflage und einer Beweisführung sein. Vgl. § 293 der Deutschen Zivilprozeßordnung.
 
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Jurāre in verba magistri (lat.), »auf des Meisters Worte schwören«, Zitat aus Horaz' »Episteln«, I, 1,14; danach in Goethes »Faust« I (Schülerszene).
 
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Juraschek, Franz von, österreich. Statistiker, geb. 25. Febr. 1849 zu Arad in Ungarn, habilitierte sich 1875 in Graz, wurde 1881 außerordentlicher Professor für Statistik und Staatsrecht in Czernowitz, 1883 in Innsbruck, 1885 daselbst ordentlicher Professor und ging 1887 unter Beibehaltung seines bisherigen Charakters als Regierungsrat der k. k. statistischen Zentralkommission nach Wien, wo er auch an der Universität Statistik, an der Kriegsschule Staats- und Völkerrecht vorträgt. Seit 1884 gibt er jährlich die Neubearbeitungen von Hübners »Geographischstatistischen Tabellen aller Länder der Erde« (Frankf. a. M.) heraus, übernahm nach Neumann-Spallarts Tod die Herausgabe von dessen »Übersichten der Weltwirtschaft« (Berl. 1890 ff., zuletzt 1905) und besorgte mit andern eine Neubearbeitung von Brachellis »Die Staaten Europas, statistische Darstellung« (als 5. Auflage, Brünn 1903 ff.). Jurascheks übrige Arbeiten liegen meist auf dem Gebiete des Staatsrechts und der Statistik Österreichs; in Buchform erschien: »Personal- und Realunion« (Berl. 1878).
 
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Jura singulōrum (lat.), Sonderrechte der einzelnen Glieder einer Körperschaft oder Vereinigung. Im alten Deutschen Reiche verstand man (Westfälisches Friedensinstrument, Art. 5, Nr. 19) darunter jene Rechte, ubi status tanquam unum corpus considerari nequeunt (wo die Reichsstände nicht als Ein Körper betrachtet werden können), d. h. jene, die der Zuständigkeit des Reiches und daher den Mehrheitsbeschlüssen des Reichstags entzogen waren. Auch das Recht des frühern Deutschen Bundes kannte den nämlichen Begriff und Ausdruck. Man hat auch für das Recht des neuen Deutschen Reiches den Ausdruck j. s. in der Wissenschaft verwertet. Im deutschen Staatsrecht versteht man unter j. 8. gegenwärtig die sogen. Meyers Reservatrechte (s. d.).
 
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Jurasystem, soviel wie Meyers Juraformation (s. d.).
 
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Jurāten (lat.), Geschworne; Juration, Beeidigung; juratorisch, eidlich.
 
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Jurburg, Stadt im russ. Gouv. Kowno, am Niemen (Memel), an der preußischen Grenze, mit einem Zollamt erster Klasse und (1897) 4250 Einw. Der Wert der Ausfuhr betrug 1900: 6,3 Mill. Rubel, der der Einfuhr nur 260,745 Rubel.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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