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Jungfrau, nackte bis Jungĭus (Bd. 6, Sp. 372 bis 373)
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Artikelverweis Jungfrau, nackte, s. Meyers Galanthus.
 
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Jungfrauschaft, der geschlechtliche Zustand eines weiblichen Wesens vor Vollzug des Beischlafs (Jungfrau). Als Kennzeichen der J. gelten: volle, derbe und dicht aneinander schließende große (äußere) und rosig gefärbte, von den großen ganz bedeckte kleine (innere) Schamlippen, ein unverletztes Scheidenhäutchen (Hymen, s. d.), eine enge, mit vielen Runzeln versehene Mutterscheide, eine feste, gerundete, glatte Beschaffenheit des Gebärmuttermundes ohne Risse, Einschnitte und Kerben, ein straffes Schambändchen, Derbheit und Festigkeit der Brüste, endlich Schmerz und Blutung beim ersten Beischlaf. Alle diese Merkmale geben aber, namentlich wenn man bei der Beurteilung nur auf einzelnes angewiesen ist, über das Vorhandensein oder Fehlen der J. keine positive Gewißheit. Die Frage nach dem Vorhandensein oder Fehlen der J. ist oft vor Gericht von großer Bedeutung, vor allem bei der Beweisaufnahme über stattgehabten gesetzwidrigen Beischlaf. Die Beschaffenheit des Hymens ist dabei das wichtigste, freilich nicht ganz sichere Zeichen, da sowohl trotz ausgeübtem Beischlaf das Hymen unverletzt sein kann, als auch zahlreiche Varietäten und Bildungsanomalien dieses Organs vorkommen und zur Täuschung führen können. Bei sehr unentwickelten Individuen und bei Kindern bleibt sehr häufig das Hymen auch bei Ausübung des Geschlechtsverkehrs unzerstört, da die Enge aller Teile eine Zerstörung des verborgen liegenden Häutchens erschwert. Nicht selten wird es auch ohne Beischlaf durch unzüchtige Handlungen (Attentate, Onanie) verletzt; manchmal absichtlich zum Zweck falscher Anschuldigung wegen Notzucht. Unsicherer sind anderweitige Veränderungen der weiblichen Geschlechtsteile bei Beurteilung der J.; hierher gehört die weitere und glattere Beschaffenheit der Scheide nach häufigerer Ausübung des Beischlafs gegenüber der engen und runzligen Scheide bei Jungfrauen, und das mehr oder weniger ausgeprägte Vorhandensein der oben angegebenen Merkmale der J. Vorhandensein von Syphilis und Tripper an den weiblichen Geschlechtsteilen spricht gegen J., jedoch nicht absolut, da beide Krankheiten, wenn auch sehr selten, ohne Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Ganz sicher kann Vorhandensein der J. nach einer Geburt ausgeschlossen werden, da durch den Geburtsakt Einrisse mit nachfolgenden narbigen Einkerbungen am Muttermund der Gebärmutter und völlige Zerstörung des Hymens bis auf geringe Reste hervorgebracht werden.
 
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Jungfrau von Orléans, s. Meyers Jeanne d'Arc.
 
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Junggrammatiker, eine Gruppe von Indogermanisten, die in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrh., im Gegensatz zu ältern Sprachforschern, darauf drangen, daß die Forschungsmethode in höherm

[Bd. 6, Sp. 373]


Maß, als bis dahin der Fall gewesen war, auf die sprachgeschichtliche Prinzipienlehre, die das Wesen und die Wirksamkeit der in aller Sprachentwickelung sich gleichbleibenden Kräfte darzustellen hat, gegründet werde. Vgl. H. Paul, Prinzipien der Sprachgeschichte (3. Aufl., Halle 1898); K. Brugmann, Zum heutigen Stand der Sprachwissenschaft (Straßb. 1885); B. Delbrück, Die neueste Sprachforschung (Leipz. 1885); H. Schuchardt, Über die Lautgesetze. Gegen die J. (das. 1885).
 
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Jungh., bei Pflanzennamen Abkürzung für F. W. Meyers Junghuhn (s. d.).
 
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Junghans, Sophie, Schriftstellerin, geb. 3. Dez. 1845 in Kassel als Tochter des kurfürstlichen Hofrats Justus J., erhielt eine reiche Bildung, die durch einen mehrjährigen Aufenthalt in Berlin, England, Italien vertieft und erweitert wurde, verheiratete sich 1877 mit Joseph Schuhmann, Professor am Technischen Institut in Rom, lebte aber seit 1878 wieder in Kassel und Wiesbaden, gegenwärtig in Gotha. Nachdem sie bereits einen Band »Gedichte« (Kassel 1869) sowie die Novellensammlungen: »Verflossene Stunden« (Leipz. 1871) und »Freudvoll und leidvoll« (Jena 1873, 2 Bde.) veröffentlicht hatte, begründete sie mit den durch Energie des Stils und der Charakteristik ausgezeichneten Romanen: »Käthe, Geschichte eines modernen Mädchens« (Leipz. 1876, 2 Bde.) und »Hans Eckberg«, eine Sittenschilderung aus dem Dreißigjährigen Kriege (das. 1878, 2 Bde.), ihren Ruf. Später folgten: »Orsanna und andre Erzählungen« (1880, 2 Bde.), »Die Erbin wider Willen« (1881), »Die Schwiegertochter« (1882), »Hella Jasmund und andre Erzählungen« (1883), »Neue Novellen« (1883), »Unter der Ehrenpforte«, Novellen (1891), »Lore Fay« (1897) und eine Reihe von Romanen: »Die Gäste der Madame Santines« (1884, 2 Bde.); »Helldunkel« (1885, 2 Bde.); »Die Amerikanerin« (1886); »Spiegelungen« (1887, u Bde.); »Der Bergrat« (1888, 4 Bde.); »Ein Rätsel« (1889, 2 Bde.); »Zwei Brüder« (1889, 3 Bde.); »Eine Versuchung« (1890); »Zu rechter Zeit« (1893, 3 Bde.); »Schwertlilie« (1893); »Die Brautschau« (1892); »Geschieden« (1895, 2 Bde.); »Um das Glück« (1896, 2 Bde.); »Ein Kaufmann« (1898); »Gehen oder Bleiben« (1899); »Junge Leiden« (1900); »Hymen« (1902).
 
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Jungholz, im Bezirk Reutte in Tirol gelegene Gemeinde (1890: 204 Einw.), deren Flurgemarkung rings von bayrischem Gebiet umschlossen, deshalb durch Vertrag vom 3. Mai 1868 dem bayrischen Zollsystem angeschlossen und demzufolge in die Zollgrenze des Deutschen Reiches mit hineingezogen ist.
 
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Junghuhn, Franz Wilhelm, Naturforscher, geb. 26. Okt. 1812 in Mansfeld, gest. 20. April 1864 in Lembang bei Bandong in den Preanger Regentschaften (Java), studierte in Halle und Berlin Medizin, Botanik und Geologie und trat dann als Kompagniechirurg in die preußische Armee. Infolge eines Duells zu 20jähriger Gefangenschaft verurteilt, entfloh er nach 20monatiger Hast auf Ehrenbreitstein nach Algier, wo er in der Fremdenlegion eine Anstellung als Sanitätsoffizier erhielt. In einem Gefecht verwundet, nahm er seinen Abschied und schiffte sich 1835 als Gesundheitsoffizier nach Batavia ein. Von hier aus bereiste er verschiedene Teile Javas. 1840 nach Padang auf Sumatra versetzt, erforschte er die Länder der Batta und führte dann eine topographische Aufnahme eines großen Teiles Javas und 184648 eine geologische Untersuchung der Insel aus. 184955 war er auf Urlaub in Holland und wurde dann Direktor der Chinakultur auf Java. Er schrieb: »Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart« (holländ., Amsterd. 185054, 4 Bde.; deutsch von Haßkarl, Leipz. 1854, 3 Bde.), das Hauptwerk über die Naturverhältnisse jenes Tropenlandes, dazu 11 Landschaftsansichten von Java (Leipz. 1853) und eine »Kaart van het eiland Java« (Amsterd. 1855). Die Beschreibung und Abbildungen der zahlreichen von J. aufgefundenen fossilen Tiere haben Herklots, die der fossilen Pflanzen Göppert, die Bearbeitung von Junghuhns Herbarium Miquel, de Briefe, Bentham Molkenboer, Haßkarl u. a. unter dem Titel: »Plantae Junghuhnianae« (Leiden 1851) unternommen. Ferner schrieb er: »Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java«, herausgegeben von Nees v. Esenbeck (Magdeb. 1845); »Die Battaländer auf Sumatra« (Berl. 1847; holländ., Leiden 1847, 2 Bde.); »Rückreise von Java nach Europa« (deutsch von Haßkarl, Leipz. 1852); »Licht- und Schattenbilder aus den Binnenlanden von Java« (holländ., Leiden 1854; 4. Aufl., Amsterd. 1866). Vgl. Kroon, Levensschets van Fr. W. J. (Amsterd. 1864).
 
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Jungieren (lat.), verbinden, vereinigen.
 
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Jungingen, Name zweier Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen: 1) Konrad von J. (Konrad III.), ward 30. Nov. 1393 zum Hochmeister erwählt, vertrieb die Vitalienbrüder 1398 von Gotland, erwarb 1402 die Neumark und hielt den Frieden mit Polen und Litauen aufrecht. Den Staat verwaltete er vortrefflich, schützte und förderte den Handel und gab wohltätige Gesetze. Er starb 30. März 1407.
   2) Ulrich von, Bruder des vorigen, ward unter dessen Herrschaft Ordensmarschall und 26. Juni 1407 sein Nachfolger als Hochmeister. Er führte eine wohlwollende, segensreiche Regierung, erklärte wegen der Aufreizungen Witolts von Litauen 1409 an Polen und Litauen den Krieg, befehligte das Ordensheer in der Schlacht bei Tannenberg (15. Juli 1410), unterlag und fiel.
 
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Jungĭus, s. Meyers Jung 1).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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