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Jungfernwachs bis Jungfrauen, elftausend (Bd. 6, Sp. 370 bis 372)
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Artikelverweis Jungfernwachs, soviel wie weißes Wachs.
 
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Jungfernwein, s. Quinaria.
 
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Jungfernzeugung, s. Meyers Parthenogenesis.
 
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Jungfernzins, s. Meyers Jus primae noctis.
 
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Jungfrau, s. Meyers Jungfrauschaft und Meyers Alter.
 
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Jungfrau (Virgo), 1) das sechste Zeichen des Tierkreises (Μ); 2) großes Sternbild des nördlichen Himmels, enthält einen Stern erster Größe (α), Spica oder die Kornähre, außerdem mehrere Sterne dritter Größe, von denen der nördlichste (ε) Vindemiatrix genannt wird; vgl. Textbeilage zu Artikel und Karte »Fixsterne«. In den Anfang dieses Sternbildes fällt der Herbstpunkt. Nach Hesiods Erzählung ist das Sternbild Dike, die Tochter des Zeus (vgl. Asträa), nach andern Demeter.
 
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Jungfrau, ein pyramidal geformter, von Gletschern rings umgürteter, mit blendend weißem Firn bedeckter Bergkoloß der Finsteraarhorngruppe im Berner Oberland. Der Berg fällt gegen N. sehr steil ab in das enge Trümletental (der Wengernalp gegenüber), nach O. und S. ebenfalls steil zum Jungfraufirn und Rothtalgletscher; der nordwestliche Fuß, Schwarzer Mönch oder Stellifluh (2654 m), ruht im Lauterbrunnental. Der Berg (4166 m) besteht aus kristallinen Gesteinen des Aaremassivs mit 25 keilförmig eingefalteten Sedimenten der nördlichen sedimentären Randzone, wodurch ausdrucksvolle, vorgelagerte Bergstufen, wie Silberhorn (3705 m) und Schneehorn (3415 m), erzeugt werden, die den gesamten architektonischen Eindruck noch wesentlich heben. Der Anblick des Berges ist daher von N. her (Interlaken) am schönsten und großartigsten, während die gegen O. und S. gekehrte Seite nur wenig Effekt macht. Die J. ist der am frühesten von den Berner Alpen bekannt gewordene Berg und wurde zuerst 3. Aug. 1811 von den Gebrüdern Rudolf und Hieronymus Meyer von Aarau sowie 3. Sept. 1812 von Gottlieb Meyer erstiegen. Spätere Expeditionen durch Agassiz, Desor, Forbes, Gottlieb Studer u. a. fallen in die 1840er Jahre. Die Besteigung geschieht jetzt meist vom Hotel Jungfrau am Äggischhorn aus, über den großen Aletschgletscher (s. die Spezialkarte dieses Gletschers auf Tafel Meyers »Gletscher I«) hinaus. Der größere Teil des Weges ist mehr ermüdend als gefährlich, dagegen die letzte Partie über den Rothtalsattel außerordentlich schwierig. Die Eisform des Gipfels ändert fast mit jedem Jahr ihre Gestalt; meist jedoch bildet er ein kleines, von grobkörnigem Schnee bedecktes Dreieck, zu dem ein nur 1830 cm breiter, auf beiden Seiten in glatten Eiswänden steil abfallender Kamm von etwa 20 Schritt Länge und mit einer Steigung von 6070° führt. Vgl. G. Studer, Über Eis und Schnee, Bd. 1 (2. Aufl., Bern 1896; die Geschichte der Besteigungen enthaltend); Wundt, Die J. und das Berner Oberland (Prachtwerk, Berl. 1897). Ein Relief der J. (1: 2500) fertigte X. Imfeld (für die Pariser Weltausstellung 1900). Über die Jungfraubahn s. d.
 
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Jungfrau, eiserne, s. Meyers Jungfer.
 
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Jungfraubahn, elektrisch betriebene Zahnradbahn von der Scheitelstation »Wengern-Scheideck« der (mit Dampf betriebenen) Zahnradbahn Lauterbrunnen-Grindelwald ausgehend, zur Erschließung einer Reihe großartiger Aussichtspunkte der aus Eiger, Mönch und Jungfrau bestehenden Hochgebirgsgruppe im vielbesuchten Berner Oberlande. Nach erfolgreicher Schöpfung verschiedener Zahnrad- und Seilbahnen bis über 2000 m Meereshöhe (s. Meyers Bergbahnen) durch Schweizer Ingenieure lag der Gedanke nahe, auch die Jungfrau (Gipfelhöhe 4166 m) durch eine Bergbahn zugänglich zu machen. So hatten bereits um 1890 zwei Entwürfe zu direkter Ersteigung der gewaltigen Höhe unmittelbar von der etwa auf 800 m liegenden Talsohle bei Lauterbrunnen aus

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bestimmtere Gestalt gewonnen, beide auf ganze Länge als Tunnel im Innern der Felsmasse gedacht. Der eine (von Trautweiler) wollte das Ziel durch Seilbetrieb in mehreren Abteilungen (da ein Seil zu lang würde) erreichen. Nach dem andern Entwurf (von Locher, dem Erbauer der Pilatusbahn) sollte das Fahrzeug als geschlossener Zylinder das ganze Tunnelrohr mit nahezu luftdichtem Anschluß ausfüllen und durch mäßigen Luftüberdruck an der untern Seite gehoben, bez. durch Nachlassen des Luftdrucks herabgelassen werden. Nachdem jedoch inzwischen die Zahnradbahn Lauterbrunnen-Scheideck (2064 m) Grindelwald erbaut und 1893 eröffnet worden war, erschien es zweifellos richtiger, von dem schon erreichten hohen Punkt auszugehen, und zugleich sicherer, auch diese neue Bahn als Zahnradbahn mit dafür üblicher Steigung (250 auf Tausend) auszuführen. So ergab sich zugleich die sehr vorteilhafte Möglichkeit, unterwegs eine Reihe von höchst anziehenden Aussichtspunkten durch Aussprengen von Felsengalerien zu erschließen, die der Bahn schon lange vor der vollen Durchführung Einnahme zuführen, ja vielleicht für sich allein schon, selbst ohne Erreichung des Gipfels, den Bau zu lohnen geeignet sein könnten, wenn sie den unmittelbaren Einblick in jene, bisher nur wenigen kühnen Bergsteigern zugängliche, große Gebirgswelt erschließen, wie sie zumal auf der Südostseite der bezeichneten Gebirgsriesengruppen verborgen liegt. Die Konzession zu einer solchen Bahn wurde von Guyer-Zeller, damals Direktor der Schweizerischen Nordostbahn, erworben, der jedoch als Nichttechniker die Schwierigkeiten und Kosten des Unternehmens unterschätzte. Die triangulatorischen und photogrammetrischen Aufnahmen des meist aus steilen, unzugänglichen Felswänden bestehenden Geländes sind von Koppe (Braunschweig) begründet worden. Die Ausgestaltung und Ausführung des Entwurfs wurde in den ersten Jahren (189698) von dem Schweizer Ingenieur Strub geleitet. Die Linie beginnt von Scheideck aus mit einer etwa 2 km langen offenen Strecke bis zur Station »Eigergletscher« auf 2223 m Meereshöhe; dieser Teil ist im Sommer 1898 begonnen und 19. Sept. 1898 eröffnet worden. Etwa 200 m weiter tritt die Linie als Tunnel in das Gebirge ein und zieht sich in nicht großer Entfernung von der Außenwand mit der gleichmäßigen Steigung 1: 4 erst an der nördlichen, dann an der südlichen Seite des von SW. nach NO. streichenden Gebirgstockes entlang (Fig. 1 u. 2: Lageplan und Längenprofil). Der Weiterbau des Tunnels ist und wird nur langsam betrieben, da die Geldmittel nicht leicht zu beschaffen sind. Bisher sind nur die erste Tunnelstation, »Rotstock«, bei 2,85 km und die zweite, »Eigerwand«, bei 4,3 km, diese auf 2868 m im Februar 1904, eröffnet worden. Eine dritte Tunnelstation, »Eismeer«, ist bei 5,6 km etwa auf 3162 m, eine vierte, »Jungfraujoch«, bei 9,6 km auf 3396 m in Aussicht genommen. Zwischen den letzten beiden ist eine flachere Steigung (67 auf Tausend) vorgesehen. Der Gipfel der Jungfrau soll schließlich durch einen senkrechten Auszug von noch etwa 66 m Höhe erreicht werden. Es ist jedoch an dem Entwurf wie auch an dem Personal seit Beginn des Baues schon vielfach geändert worden und dürften auch weitere Änderungen kaum ausbleiben. Vorläufig wird nur beabsichtigt, bis zur Station »Eismeer« zu bauen. Der Oberbau der Bahn hat 1 m Spurweite (die Wengernalpbahn 80 cm). Die Zahnstange ist von Strub als selbständige, sehr hohe Breitfußschiene gebildet worden, aus deren Kopf die Zahnlücken ausgefräst

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sind (Fig. 3). Der Kopf ist zugleich (wie die Fahrschienen der Seilbahn zum Stanserhorn, s. Meyers Bergbahnen, S. 661) nach unten schlank unterschnitten, so daß er mit sicherm Erfolge von Bremszangen der Fahrzeuge umfaßt wird, die auch im gelösten Zustand ein Umkippen der Fahrzeuge ausschließen. Die elektrische Energie zum Betriebe der Bahn wie auch zur Ausführung des Baues (elektrische Bohrmaschinen) wird unten bei Lauterbrunnen aus der Lütschine gewonnen mittels eines Druckrohrs von 1,8 m Durchmesser und vorläufig zwei Turbinen von je 500 Pferdestärken, während eine Wasserkraft von 2130 Pferdestärken zur Verfügung steht. Die Elektrizität wird mit 7000 Volt durch drei harte Kupferdrähte von 7,5 mm Durchmesser zu den Arbeitsstellen geleitet und durch Transformatoren auf 500 Volt ermäßigt. Die Züge bestehen aus einer vom Zuge lösbaren Lokomotive mit 12 Ton. Gewicht, einem für gewöhnlich damit verbundenen Wagen und einem Anhänger Außer der erwähnten Schienen-Zangenbremse wirkt eine Handbremse auf Bremsscheiben der Zahnradachsen und eine selbsttätige elektrische Bremse an der Dynamowelle durch Unterbrechung des Stroms, sobald die Geschwindigkeit ein bestimmtes Maß überschreitet. Eine Vorstellung von der Anordnung der unterirdischen Stationen im Felsen mit Aufenthaltsräumen und Ausguckbalkons an der Felswand, die vielleicht 1000 m tief abstürzt, geben die Figuren 4 und 5 durch Darstellung des Grundrisses und eines Querschnittes. Die innern Felswände sind mit Holz verkleidet. Für Beleuchtung und Erwärmung steht Elektrizität zur Verfügung. Val. Guyer-Zeller, Das Projekt der J. (Zür. 1896); »Schweizerische Bauzeitung«, Bd. 28, S. 83; ebenda S. 26, 54, 87; Bd. 29, S. 97; Bd. 30, S. 18; Bd. 41, S. 12; Strub, Bergbahnen der Schweiz bis 1900. II: Reine Zahnradbahnen (Wiesb. 1902); S. Herzog, Die J. (Zür. 1904).
 
Artikelverweis 
Jungfrauenadler, auch Adlerweibchen, in der Heraldik soviel wie Harpyie. S. Artikel »Harpyien« mit Abbildung.
 
Artikelverweis 
Jungfrauen, elftausend, s. Ursula.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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