Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kapornsche Heide bis Kappbaum (Bd. 6, Sp. 601 bis 602)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kapornsche Heide, s. Meyers Fischhausen.
 
Artikelverweis 
Kapos (spr. káposch), Fluß in Ungarn, der südlich vom Plattensee, im Somogyer Komitat bei Kis-Korpád entspringt, dann, in nordöstlicher Richtung das Komitat Tolna durchschneidend, in den 1820 zur Entsumpfung der Gegend errichteten Kapos- oder Zichykanal mündet und nach Aufnahme des westlich entspringenden Koppány von Simontornya gegen Süden fließt, bis er bei Agárd sich mit dem Siófluß vereinigt und durch den Siókanal in den Sárviz- oder Palatinalkanal (zur Donau) mündet.
 
Artikelverweis 
Kaposi (spr. káposchi), Moritz, Mediziner, geb. 23. Okt. 1837 zu Kaposvár in Ungarn, gest. 6. März 1902 in Wien, studierte 185661 in Wien, habilitierte sich daselbst 1866 als Privatdozent für Dermatologie und Syphilis, war 186671 Sekundärarzt und Assistent an der Hebraschen Klinik, wurde 1875 außerordentlicher Professor und 1879 Vorsteher der Klinik für Hautkrankheiten. K. lieferte Untersuchungen über einzelne Hautkrankheiten, namentlich über den Lupus, über Frambösie, das Rhinosklerom, das Keloïd und Xanthoma, über Zoster etc., und schrieb: »Die Syphilis der Schleimhaut der Mund-, Nasen- und Rachenhöhle« (Stuttg. 1866); »Die Syphilis der Haut und der angrenzenden Schleimhäute« (Wien 187275); »Lehrbuch der Hautkrankheiten«, Bd. 2 (in Virchows »Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie«, Stuttg. 1876, der 1. Band ist von Hebra), »Pathologie und Therapie der Hautkrankheiten« (Wien 1880, 5. Aufl. 1899); »Pathologie und Therapie der Syphilis« (Stuttg. 1891) und gab einen »Handatlas der Hautkrankheiten« (Wien 18981900, 3 Tle.) heraus.
 
Artikelverweis 
Kaposvár (spr. káposchwār), Stadt mit geordnetem Magistrat und Sitz des ungar. Komitats Somogy, am Kapos, Knotenpunkt an der Bahnlinie Budapest-Agram-Fiume, mit Schloßruine, Kathedrale im romanischen Stil, Nonnenkloster, großer Infanteriekaserne, bedeutenden Pferdemärkten, Dampfmühlen, Zuckerfabrik, Ziegeleien, Wein- und Tabakbau, Gerichtshof, Finanzdirektion, Obergymnasium, Taubstummeninstitut und 18,218 magyarischen (meist römisch-kath.) Einwohnern.
 
Artikelverweis 
Káposztafalu, s. Meyers Kapsdorf.
 
Artikelverweis 
Káposztás-Megyer (spr. kāpoßtāsch-médjer), Pußta mit Villenkolonie im ungar. Komitat Pest, nordöstlich von Budapest; hier befinden sich königliche Stallungen und die Meute für die Hofjagden, ferner das große Wasserwerk für Budapest.
 
Artikelverweis 
Kapp (Mehrzahl Kappar), früher in Schweden und Finnland ein Hohlmaß zu 1/36 Korntonne oder 13/4 Kannor = 4,58 Lit., sowie ein Feldmaß = 154,27 qm. In Livland hatte eine Tonnstelle 35 und eine Loofstelle 25 Kappen zu 1600 QFuß oder 148,64 qm.
 
Artikelverweis 
Kapp, 1) Christian, philosoph. Schriftsteller, geb. 1790 in Bayreuth, gest. 31. Dez. 1874 in Heidelberg, war 182236 außerordentlicher Professor der Philosophie in Erlangen, seit 1839 Honorar-, 1840 bis 1844 ordentlicher Professor der Philosophie in Heidelberg. Er hat als Jünger Hegels »in sich alle bedeutenden philosophischen Anschauungen der alten u. neuen Zeit vereinigt«. In den Schriften: »Christus und die Weltgeschichte« (Heidelb. 1823, anonym), »Über den Ursprung der Menschen und Völker« (Nürnb. 1829) und in dem anonym erschienenen Pamphlet »Schelling und die Offenbarung« (Leipz. 1843) bewährte er sich als ebenso scharfsinniger wie erbarmungsloser Gegner. Vgl. L. Feuerbach, Dr. Christian K. und seine literarischen Leistungen (anonym, Mannh. 1839); »Briefwechsel zwischen L. Feuerbach und Chr. K.«, 18321848 (das. 1876).
   2) Ernst, Geograph, geb. 15. Okt. 1808 in Ludwigstadt (Oberfranken), gest. 30. Jan. 1896 in Düsseldorf, studierte Philologie und wurde Gymnasiallehrer in Minden, mußte aber 1848 seine Stellung aufgeben u. ließ sich in Texas nieder. In den 1860er Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und nahm seinen Wohnsitz in Düsseldorf. Er schrieb: »Vergleichende allgemeine Erdkunde« (Braunschw. 1845, 2 Bde.; 2. Aufl. 1868) und »Grundlinien einer Philosophie der Technik« (das. 1877).
   3) Friedrich, Geschichtschreiber und Politiker, geb. 13. April 1824 in Hamm, gest. 27. Okt. 1884 in Berlin, studierte 184245 die Rechte, ward Referendar, nahm aber 1848 seinen Abschied und beteiligte sich am Septemberaufstand in Frankfurt a. M., flüchtete 1849 nach Paris, wurde Erzieher im Hause von A. Herzen und folgte diesem nach Genf. Ende 1849 wanderte er nach New York aus, wo er sich, als Advokat 185070 praktizierend, auch politisch im Sinne der republikanischen Partei betätigte. Im Mai 1870 nach Deutschland zurückgekehrt, ward er bald in den Reichstag und in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, in denen er zur nationalliberalen Partei, später zu den Sezessionisten und zuletzt zur neuen Deutschen freisinnigen Partei gehörte. Er schrieb: »Leben des amerikanischen Generals Friedr. Wilh. v. Steuben« (Berl. 1858); »Geschichte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten von Amerika« (Hamb. 1861); »Leben des amerikanischen Generals Johann Kalb« (Stuttg. 1862); »Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika« (das. 1864, 2. Aufl. 1874); »Geschichte der deutschen Einwanderung in Amerika« (Leipz. 1868, Bd. 1); »Friedrich d. Gr. und die Vereinigten Staaten von Amerika« (das. 1871); »Aus und über Amerika. Tatsachen und Erlebnisse« (das. 1876, 2 Bde.); »Justus Erich Bollmann. Ein Lebensbild aus zwei Weltteilen« (das. 1880); »Die Deutschen im Staat New York während des 18. Jahrhunderts« (New York 1884). Von der im Auftrag des Börsenvereins der deutschen Buchhändler verfaßten »Geschichte des deutschen Buchhandels« erschien nur der 1. Band (Leipz. 1886). Vgl. G. v. Bunsen, Friedrich K. (Gedächtnisrede, Berl. 1885).
   4) Gisbert, Elektrotechniker, geb. 2. Sept. 1852 in Mauer bei Wien, studierte am Polytechnikum in Zürich, arbeitete dann als Ingenieur in Augsburg, Wien, Pola und London, wurde daselbst 1882 Direktor der Fabrik von Crompton u. Komp. und lebte seit 1885 als Ingenieur in London. 1894 wurde er Generalsekretär des Verbandes deutscher Elektrotechniker und liest an der Technischen Hochschule in Charlottenburg über Dynamobau. Er schrieb: »Electric transmission of energy« (Lond. 1886, 4. Aufl. 1894; deutsch, 3. Aufl., Berl. 1899); »Dynamos, alternators, and transformers« (Lond. 1893; deutsch, Berl. 1894); »Dynamomaschinen für Gleich- und Wechselstrom« (4. Aufl., Berl. 1904); »Transformatoren für Wechselstrom und Drehstrom« (2. Aufl., das. 1900); »Elektromechanische Konstruktionen« (2. Aufl., das. 1902); »Normalien, Vorschriften und Leitsätze des Verbandes deutscher Elektrotechniker« (das. 1904), auch redigiert er die »Elektrotechnische Zeitschrift«.
 
Artikelverweis 
Kappadokĭen (altpers. Katpa-tuka, d. h. Land der Tucha), im Altertum eine Landschaft Kleinasiens, umfaßte zur Zeit der Perserherrschaft das Gebiet vom

[Bd. 6, Sp. 602]


Salzsee Tatta im W. bis zum Euphrat im O. und vom Taurusgebirge im S. erst bis aus Schwarze Meer, später nur bis an den mittlern Halys (Kyzyl Irmak). Hier erhebt sich der Argäos, die größte Gipfelhöhe Kleinasiens, zu 3960 m. Das Land brachte Weizen und Wein reichlich hervor; die Stutereien waren berühmt wegen ihrer schönen, leichten Pferde, die wie bei den Perserkönigen, so später im Zirkus von Byzanz sehr geschätzt waren. Die Assyrer machten schon unter Tiglatpilesar I. (11201100) in K. Eroberungen. In der Perserzeit zerfiel es in zwei Satrapien, aus denen in der Diadochenzeit Königreiche wurden: Groß- (Cappadocia ad Taurum) und Kleinkappadokien (C. ad Pontum, das nachherige Reich Pontos). Die Bewohner des am Pontus Euxinus gelegenen Teils, mit assyrischen Kolonisten gemischt, hießen bei den Griechen Leykosyrer (»weiße Syrer«) wegen ihrer hellern Hautfarbe; die des Innern waren die eigentlichen Kappadokier, ein Volk arischer Abkunft, tapfer und mutig, aber auch verschlagen. Tiberius schlug 17 n. Chr. das eigentliche K. als Provinz zum römischen Reich (s. Karte »Römisches Weltreich«). Eine selbständige Rolle spielte K., das im übrigen die Geschicke Kleinasiens teilte, erst unter der Dynastie Dānischmend. Kurz nach 1086 eroberte Ahmed Gumuschtegin, der Sohn des Turkmenen al-Dānischmend (= Schulmeister) Tailu, von Malatia und namentlich von Siwar (griech. Sebaste) aus, Hochkappadokien und das benachbarte Kleinasien bis Kastamuni; er starb 1104, nachdem er im Sommer 1100 den Fürsten Bohemund I. von Antiochia bei der Belagerung Malatias gefangen und erst nach drei Jahren gegen 100,000 Goldstücke freigegeben hatte. Sein Sohn Mohammed Abu' l-mozaffar Malik Ghazi hatte nach anfänglicher Freundschaft mit den westlichen Seldschuken von Ikonion (s. Meyers Konia) viel von deren Sultan Kilidsch Arslan (s. d.) zu erdulden, der ihm 1106 sogar Malatia wegnahm. Aber als dieser 1107 vor Mossul gescheitert war, lebte die Dynastie Dānischmend wieder auf; im Februar 1130 gelang es Ghazi sogar, Bohemund II. von Antiochia in Kilikien entscheidend zu schlagen. Doch 1142/43 ging Malatia endgültig an die Seldschuken verloren; Jāgy Bassan (Yagupasan) Abu 'l-mozaffar, der Bruder und seit eben jener Zeit Nachfolger Mohammeds, wurde trotz seiner Verheiratung mit einer Tochter des Seldschuken Masud von Ikonion (112756) nur in einem Reste des ehemaligen Reichs anerkannt, da außerdem in Kaisarî und Siwas du'l-Nūn (Danunes), der älteste Sohn Mohammeds, herrschte (bis 1174). Dem Jagy Bassan folgten 1165 sein Sohn Abu Mohammed Dschemal Ghazi (gest. 1167) und Ibrahim (gest. 1169), der zweite Sohn Mohammeds, mit seinem Sohne Abu 'l-Kadir Ismail (ebenfalls 1169 gestorben). 1174 fiel der letzte Sproß der Dynastie Dānischmend, Ismail, der Sohn du 'l-Nūns, dem erneuten Ansturme des Seldschuken Kilidsch Arslan II. zum Opfer, und K. bildete fortan einen Teil des Sultanats Ikonion. Nur der Zwiespalt der Byzantiner und der fränkischen Kreuzfahrer hatte die rechtzeitige Zerstörung dieses vorgeschobenen Postens des Islams verhindert; von hier aus haben die osmanischen Türken Kleinasien und Konstantinopel erobert. Für die Aufhellung der Frühgeschichte Kappadokiens ist neuerdings (1901) vor allem Waldemar Belck tätig gewesen. Vgl. E. Chantre, Missionen Cappadoce, 18931894 (Par. 1898).
 
Artikelverweis 
Kapparidazeen (Kapernsträucher), dikotyle, etwa 350 Arten umfassende Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Rhöadinen, zunächst mit den Kruziferen verwandt, von denselben durch vier bis viele Staubgefäße und die ring-, schuppen- oder röhrenförmige Blütenachse verschieden, Kräuter oder Holzpflanzen mit einfachen oder gefingerten Blättern und vierzähligen Blüten. Sie sind in der tropischen und subtropischen Zone einheimisch und zeichnen sich, wie die Kreuzblütler, durch scharfe Stoffe aus, wegen deren manche in ihrem Vaterland als Heilmittel dienen. Am wichtigsten ist der Kapernstrauch (s. Capparis).
 
Artikelverweis 
Kappbaum, soviel wie Holm.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer