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Kapillār bis Kapitaï (Bd. 6, Sp. 586 bis 589)
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Artikelverweis Kapillār (lat.), in der Weise von Haaren, haarfein, auf Haare bezüglich.
 
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Kapillardepression, s. Meyers Barometer, S. 391.
 
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Kapillarelektrometer, Apparat zur Messung von elektrischen Potentialdifferenzen oder elektromotorischen Kräften, beruht auf der Tatsache, daß an der Berührungsfläche zwischen Quecksilber und verdünnter Schwefelsäure eine beträchtliche Oberflächenspannung vorhanden ist, die noch zunimmt, falls man das Quecksilber mit dem negativen, die Schwefelsäure mit dem positiven Pol einer Elektrizitätsquelle von weniger als 0,95 Volt elektromotorischer Kraft in Verbindung bringt, da sie nämlich, solange diese Verbindung nicht hergestellt ist, vermindert wird durch die elektrostatische Abstoßung der infolge der Lösungstension (s. Meyers Elektrolyse) an der Quecksilberoberfläche sich

[Bd. 6, Sp. 587]


ansammelnden positiven sowie auch der in der Schwefelsäure sich anhäufenden negativen Ionen, welcher Abstoßung die bei Stromzuführung auftretende Wasserstoffpolarisation (Anhäufung entgegengesetzt elektrischer Ionen) entgegenwirkt. Völlige Kompensation wird bei 0,95 Volt erreicht; dann ist also die Oberflächenspannung und folglich die Depression des Quecksilbers in einer Kapillarröhre am größten. Bei Anwendung höherer Spannungen wird sie aus gleichem Grunde wieder kleiner. Das K. von Lippmann besteht aus einem 1 m hohen, 7 mm weiten, vertikalen Glasrohr, das unten in ein 10 mm langes, nach oben umgebogenes Kapillarrohr ausgezogen ist; letzteres taucht in ein oben offenes Glasgefäß, das verdünnte Schwefelsäure und darunter Quecksilber enthält. Jenes Glasrohr, das ebenfalls mit Quecksilber gefüllt ist, kommuniziert durch einen Kautschukschlauch mit einem offenen Quecksilbermanometer. Das Quecksilber im Rohre und das im untern Teile des Gefäßes stehen durch eingeschmolzene Drähte je mit einer Klemmschraube in Verbindung. Vor jedem Versuch verbindet man diese Klemmschrauben leitend miteinander, um die Potentialdifferenz auf Null zu bringen, treibt durch Druck mittels einer Schraube, die auf eine Erweiterung des Kautschukschlauches wirkt, etwas Quecksilber aus der Kapillare und richtet, nachdem der Atmosphärendruck wiederhergestellt ist, ein horizontales Mikroskop auf die Quecksilberkuppe am Ende der Kapillare. Verbindet man nun die Klemmen mit den beiden Leitern, deren Potentialunterschied gemessen werden soll, z. B. mit den Polen eines Daniell-Elements, und zwar das Quecksilber in dem Rohre mit dem Leiter niedrigern Potentials (mit dem negativen Pole des Daniell-Elements), so wächst die Oberflächenspannung der Quecksilberkuppe, das Quecksilber geht deshalb in das Rohr zurück, und es muß der Druck erhöht werden, um die ursprüngliche Lage der Quecksilberkuppe wiederherzustellen. Da die elektromotorische Kraft eines Daniell-Elements eine am Manometer abzulesende Drucksteigerung bis zu 260 mm Quecksilber hervorbringen kann, so können sehr kleine Potentialunterschiede noch genau gemessen werden. Bis etwa 0,8 Daniell ist die zur Kompensation notwendige Drucksteigerung der zu messenden Potentialdifferenz nahezu proportional.
 
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Kapillaren (Kapillar- oder Haargefäße, Vasa capillaria), äußerst seine Röhrchen (Haarröhrchen), im engern Sinne bei den Tieren seine Röhrchen voll Luft (sogen. Tracheenkapillaren) oder Flüssigkeit, speziell bei den Wirbeltieren die feinsten Enden der Arterien und Venen sowie der Lymphgefäße. Die Blutkapillaren sind sehr dünne Röhrchen, oft von so geringer Weite, daß ein rotes Blutkörperchen gerade noch hindurchschlüpfen kann (s. Tafel Meyers »Eingeweide III«, Fig. 3 und 4). Sie sind im ganzen Körper verbreitet (außer in Knorpel, Oberhaut, Nägel und Haaren) und bilden ein dichtes Netz, zwischen das die zu ernährenden Gewebe eingeschaltet sind. Unter dem Mikroskop erscheinen sie als zarte, helle Röhrchen, deren Zellen nicht immer erkennbar sind. Während die Arterien und Venen als zuleitende und ableitende Röhren für das Blut dienen, haben die K. insofern große Bedeutung, als sie die eigentliche Ernährung vermitteln, indem sie die gelösten Bestandteile des Blutes durch Diffusion an die Gewebe abgeben und andre Stoffe dafür aus den letztern aufnehmen. So wird das arterielle Blut, während es durch die K. strömt, in venöses Blut umgewandelt; es bewegt sich übrigens in ihnen in ununterbrochenem Strom, jedoch mit etwas wechselnder Geschwindigkeit. Über die venösen K. in der Leber s. d. Die Lymphkapillaren beginnen, wie es scheint, mit äußerst seinen, nur mikroskopisch sichtbaren Spalten im Bindegewebe, in denen sich die Gewebsflüssigkeit oder Lymphe ansammelt, um in die Lymphkapillaren zu gelangen (s. Meyers Lymphgefäße).
 
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Kapillargefäßgeschwulst, s. Meyers Feuermal.
 
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Kapillarimetrische Methode, s. Spiritus.
 
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Kapillarität (lat., Haarröhrchenwirkung), die Erscheinung, daß in engen Röhren (Haarröhrchen), die man in eine Flüssigkeit taucht, diese höher oder tiefer steht als außerhalb. Die Erscheinung erklärt sich aus der molekularen Anziehung zwischen den Flüssigkeitsteilchen unter sich (Kohäsion) und zwischen den Teilchen der Flüssigkeit und der festen Wand (Adhäsion). Die Molekularkraft, mit der zwei Teilchen auseinander wirken, nimmt mit der Entfernung sehr rasch ab und wird schon in sehr geringem Abstand unmerklich. Denkt man sich um ein Teilchen mit diesem Abstand als Radius eine kleine Kugel beschrieben, so umschließt diese Kugel, die Wirkungssphäre, alle Teilchen, die auf das im Mittelpunkt gelegene Teilchen noch einwirken. Liegt dieses Teilchen im Innern der Flüssigkeit, so heben sich die Wirkungen von je zwei in bezug auf den Mittelpunkt symmetrisch liegenden Teilchen gegenseitig auf, und das betrachtete Teilchen erleidet von den Molekularkräften gar keine Einwirkung. Liegt das Teilchen dagegen an der ebenen Oberfläche der Flüssigkeit, so ist nur die eine Hälfte der Wirkungssphäre von wirksamen Teilchen erfüllt, deren Anziehungskräfte sich zu einer Mittelkraft zusammensetzen, die senkrecht zur Oberfläche nach dem Innern der Flüssigkeit gerichtet ist. Eine solche, wenn auch kleinere, nach innen gerichtete Mittelkraft wirkt auch noch auf jedes Teilchen, das um weniger als den Halbmesser der Wirkungssphäre von der Oberfläche absteht. Die der Oberfläche nahen Teilchen sind daher bis zu einer Tiefe gleich dem Radius der Wirkungssphäre einem zur Oberfläche senkrechten, nach einwärts gerichteten Druck, dem Kohäsionsdruck (Binnendruck), unterworfen, der Tausende Kilogramm pro Quadratzentimeter beträgt, und bilden gleichsam eine über die Oberfläche gespannte dünne, elastische Haut, die wie eine gespannte Kautschukmembran bestrebt ist, ihre Oberfläche zu verkleinern. Aus diesem Bestreben der Molekularkräfte, die Oberfläche zu verkleinern (der Oberflächenspannung), entspringt bei gekrümmten Oberflächen ein stets nach der hohlen Seite der Krümmung, also bei konvexer Oberfläche nach dem Innern der Flüssigkeit, bei konkaver nach außen gerichteter Druck. Die Oberflächenspannung kann man leicht an einer Seifenblase beobachten, die man am Ende eines Glasrohres erzeugt hat; unter dem Druck, den die flüssige Hülle nach innen ausübt, strömt die Luft aus dem offenen Ende des Rohres so kräftig aus, daß durch den Luftstrom eine Kerzenflamme ausgeblasen wird; die Seifenblase wirkt wie ein elastischer Sack. Dabei verkleinert sich die Blase mehr und mehr, sie behält dagegen ihre Größe bei, wenn man die Mündung des Röhrchens zuhält, weil alsdann der Druck der im Innern zusammengepreßten Luft der Oberflächenspannung das Gleichgewicht hält.
   Wasser, auf eine reine Glasplatte gebracht, zerfließt auf ihr und benetzt sie, Quecksilber dagegen benetzt die Glasplatte nicht, sondern bildet auf ihr abgerundete Tropfen, und ebenso verhält sich Wasser auf einer fettigen unbenetzbaren Fläche. Im erstern Fall

[Bd. 6, Sp. 588]


ist die Adhäsion des Wassers zum Glas stärker als die Kohäsion der Wasserteilchen unter sich, während im zweiten Fall die Kohäsion des Quecksilbers seine Adhäsion zum Glas übertrifft. Auf ein der Wand anliegendes Flüssigkeitsteilchen wirken also außer der Schwerkraft noch einerseits die Adhäsion mit einer zur Wand senkrechten Kraft und anderseits die Kohäsion mit einer in die Flüssigkeit einwärts gerichteten Kraft. In dem betrachteten Punkt kann die Flüssigkeit nur im Gleichgewicht sein, wenn sich ihre Oberfläche daselbst senkrecht zur Mittelkraft aus diesen Kräften gestellt hat. Der Winkel, den alsdann die Flüssigkeitsoberfläche mit der Wandfläche bildet, heißt der Randwinkel; da seine Größe nur von dem Verhältnis der wirkenden Kräfte abhängt, so ist er bei gleichbleibender Beschaffenheit von Flüssigkeit und Gefäßwand unveränderlich. An benetzter Wand ist der Randwinkel Null. Je nachdem die Mittelkraft aus Adhäsion und Kohäsion nach auswärts in die Gefäßwand hinein oder nach einwärts in die Flüssigkeit hinein gerichtet ist, muß die Flüssigkeit am Rande höher oder tiefer stehen als in der Mitte; ersteres findet statt, wenn die Gefäßwand von der Flüssigkeit benetzt, letzteres, wenn sie nicht benetzt wird. Da sich die Wirkung der Gefäßwand nur auf eine sehr geringe Entfernung erstreckt, so bleibt in einem weiten Gefäß die Oberfläche in der Mitte eben und wagerecht, weil sie sich hier zu Schwerkraft und Kohäsionsdruck senkrecht stellt. In einer engen Röhre dagegen, wo die Wirkung der Wand sich bis zur Mitte oder darüber hinaus geltend macht, muß die Flüssigkeitsoberfläche im Falle der Benetzung die Form einer vertieften Schale, bei Nichtbenetzung die einer gewölbten Kuppe annehmen, oder einen nach oben konkaven, bez. konvexen Meniskus bilden. Die Krümmung der Flüssigkeitsoberfläche bedingt aber einen nach der konkaven Seite der Krümmung, also in einem benetzten Röhrchen nach oben gerichteten Druck, weshalb die Flüssigkeit so weit gehoben wird, bis der hydrostatische Druck der gehobenen Säule dem nach oben wirkenden Kapillardruck das Gleichgewicht hält; ebenso muß in einem nicht benetzten Röhrchen die nach unten gerichtete Spannung der gewölbten Kuppe die Flüssigkeitssäule unter das äußere Niveau hinabdrängen (Kapillarelevation und Kapillardepression). Die kapillare Hebung oder Senkung ist dem Durchmesser des Röhrchens umgekehrt proportional. Die Steighöhe in benetzten Röhren ist nicht von dem Material der Röhren, sondern nur von der Natur der Flüssigkeit abhängig; in einer Röhre von 1 mm Durchmesser erreicht Wasser 30, Schwefelsäure 17, Alkohol 12, Äther 10 mm Höhe. Bezeichnet man die Steighöhe mit h, den Radius der Röhre mit r, mit s das spezifische Gewicht der Flüssigkeit, so ist das Gewicht der gehobenen Flüssigkeit πr2hs. Nennt man ferner a den Zug der Oberflächenspannung auf der Strecke 1, so daß der gesamte Zug am Rande der Flüssigkeitsoberfläche = zπr. a wird, so muß sein: πr2hs = zπra, also hs = 2a/r, wo die für die Flüssigkeit charakteristische Größe a, die Kapillaritätskonstante, wenn h, r und s gemessen worden sind, aus der vorstehenden Gleichung berechnet werden kann. Man findet soz. B. die Kapillaritätskonstanten für Wasser 7,5, Olivenöl 3,5, Petroleum 2,6, Alkohol 2,5, Äther 1,8, Quecksilber 49,0. Diese Zahlen geben in Milligrammen den Zug an, den die Oberflächenschicht auf 1 mm Länge ausübt. Denkt man sich mit W. Thomson (1870) über der Flüssigkeit gesättigten Dampf befindlich statt Luft, so ist die Dampfsäule über der Oberfläche im Kapillarrohr um die Steighöhe kürzer als die außerhalb, somit ihr Druck kleiner. Da Gleichgewicht besteht, folgt also, daß die Dampftension an der konkaven Oberfläche im Kapillarrohr kleiner sein muß als an der ebenen Oberfläche außerhalb. Ebenso findet sich für konvexe Oberflächen die Dampftension größer. Kleine Tropfen verdampfen deshalb in der Nähe von größern, die auf deren Kosten wachsen.
   Befettete Nähnadeln schwimmen auf Wasser, da sie die Oberflächenhaut herunterdrücken, so daß die Oberflächenspannung schräg nach oben wirkt und sie hebt. Ein Aräometer mit Scheibe oben am Stil kann untergetaucht durch die Spannung der gehobenen Oberflächenhaut, die den Rand der Scheibe schräg nach unten zieht, am Aufsteigen gehindert werden (Kapillarschwimmer). Ein Heber aus Kapillarrohr (Kapillarheber) füllt sich von selbst, ebenso ein als Heber benutzter Docht. Aus gleichem Grunde können Salzlösungen enthaltende Gefäße durch die Heberwirkung effloreszierender Salzkrusten von selbst auslaufen. Beim Ausfluß von Flüssigkeiten, ebenso bei Erschütterung ebener Flüssigkeitsoberflächen entstehen durch Wirkung der Oberflächenspannung Wellen und Schwingungen, wie bei einer elastischen Membran (Kapillarwellen), aus deren Größe z. B. bei verflüssigten Gasen der Wert der Oberflächenspannung ermittelt werden kann. Ein Tropfen einer Flüssigkeit, der auf einer andern schwimmt (Fettaugen bei der Suppe), wird an jedem Randpunkte von drei Oberflächenspannungen beeinflußt und nimmt infolge der Wirkung dieser Kräfte und der Schwere im allgemeinen Linsenform an. Beim Auftropfen von Öl auf sehr reines, völlig fettfreies Wasser und in andern Fällen ist Gleichgewicht nicht möglich, da die Oberflächenspannung des Wassers weitaus überwiegt und rapide Ausbreitung des Öltropfens bis zu kaum mehr meßbarer Dicke von ca. 100 Millionstel mm veranlaßt, worauf infolge von Lösung, Oxydation etc. Zerfallen eintritt unter Bildung eigentümlicher Figuren, der Kohäsionsfiguren, aus deren Form manchmal die Natur des Öls erkannt werden kann. Auf Quecksilber tritt der Zerfall erst bei ca. 3 Millionstel mm Dicke ein. Wird Öl auf bewegtes Wasser getropft, so wird die Bewegungsenergie zum Teil zur Erzeugung dieser Ausbreitungserscheinungen verbraucht (Wellenberuhigung durch Öl). Tropft man Alkohol auf, so findet ebenfalls Ausbreitung statt, und man kann durch beständiges Nachfließenlassen eine stationäre Strömung, Kontaktbewegung, erhalten, da sich der Alkohol während der Ausbreitung auflöst und zum Teil verdunstet. Solche Kontaktbewegungen bilden sich stets an der Oberfläche verdunstender und erkaltender Flüssigkeiten aus, da durch die Verdunstung, bez. Erkaltung Differenzen der Oberflächenspannung wie zwischen Wasser und Alkohol hervorgebracht werden. Durch Reibung wird die innere Flüssigkeit mit in Bewegung gesetzt und es bilden sich, wenn dieselbe seine Körperchen, z. B. Bronzepulver (suspendiert), enthält, merkwürdige Figuren, Emulsionsfiguren, die auch, wenn schließlich Erstarren eintritt (z. B. bei Firnis), durch die Form der auftretenden Sprünge zum Ausdruck kommen (Entstehung der Basaltsäulen). Ist die Oberflächenspannung an der Grenze zweier Flüssigkeiten = 0, so mischen sich die Flüssigkeiten in allen Verhältnissen, es tritt Diffusion ein, die Grenzfläche wird verwaschen. Läßt man in zwei übereinander

[Bd. 6, Sp. 589]


geschichtete Flüssigkeiten dieser Art einen Tropfen einer dritten schwereren Flüssigkeit fallen, die mit der obern nicht mischbar ist, wohl aber mit der untern, so tritt beim Auftreffen auf die Grenze eine Art Explosion des Tropfens ein, da an der Kontaktstelle der nach innen gerichtete Druck, soweit er durch die Oberflächenspannung von der Grenze des Tropfens bedingt ist, verschwindet, also der Inhalt des Tropfens an dieser Stelle herausgedrückt wird. Hierdurch können bei zähen Flüssigkeiten oder sehr weichen festen Körpern (fließenden Kristallen) eigentümliche wurst- und zopfförmige Gebilde entstehen, die Myelinformen, die zuerst von Virchow bei in Wasser austretendem Nervenmark beobachtet wurden. Ist der Tropfen leichter als die untere Flüssigkeit, so schwebt er an der Grenze und ist dann nur halbbegrenzt. Am Rande finden dabei infolge der Oberflächenspannung lebhafte Kontaktbewegungen statt, die zur Ablösung kleiner Tröpfchen führen (Emulsionsbildung). Auch feste Körper besitzen Oberflächenspannung und sehr weiche Kristalle, z. B. von ölsaurem Ammoniak, werden dadurch in ihrer Form beeinträchtigt, indem sich Ecken und Kanten abrunden, eventuell die Gestalt wurst- oder eiförmig wird, falls sie frei in einer spezifisch gleichschweren Flüssigkeit schweben, in welchem Falle Flüssigkeiten (z. B. Öl, flüssige Kristalle) vollkommene Kugelform annehmen. Ebenso wie freischwebende Flüssigkeitstropfen (und Kristalltropfen) fließen solche fließende Kristalle, wenn sie in Berührung kommen, zu einheitlichen Individuen zusammen. Vgl. A. Beer, Einleitung in die mathematische Theorie der Elastizität und K. (Leipz. 1869); Boys, Seifenblasen. Vorlesungen über K. (deutsch von G. Meyer, das. 1893); O. Lehmann, Molekularphysik (das. 188889, 2 Bde.) und Flüssige Kristalle (das. 1904).
 
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Kapillaritätskonstante, s. Meyers Kapillarität, S. 588.
 
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Kapillārlicht, elektrisches, nach Schott die Lichterscheinung, die beim Durchschlagen eines elektrischen Funkens durch eine enge Kapillare auftritt. Zu seiner Erzeugung dienen Kapillaren von wenigen Hundertstel Millimeter Durchmesser und etwa 6 cm Länge, die in Rohren von etwa 1 mm Durchmesser auslaufen, in die Aluminiumelektroden gesteckt werden. Beim Durchschlagen der Funken eines Induktors von 25 cm Funkenlänge erstrahlen die Kapillaren bei gewöhnlichem Atmosphärendruck in einem intensiven kontinuierlichen Lichte, das unter Berücksichtigung der Fläche die Helligkeit des Bogenlichts übertrifft. Bei andauernder Benutzung erwärmt sich die Kapillare, und unter Nachlassen der Helligkeit geht die Entladung durch die Glaswand vor sich, so daß man, um längeres Licht zu erzeugen, die Kapillaren mit einem Wasserbad umgeben muß. Das Spektrum des Kapillarlichts zeigt über einem kontinuierlichen Spektrum hellere Linien in Rot, Gelb, Grün und Blau nebst hierzu quer gelagerten schwarzen Linien, die von dicht nebeneinander liegenden Erweiterungen der Kapillare herrühren. Die Natur der Elektroden sowie der Glassubstanz ist ebenso wie eine Steigerung des Druckes ohne Einfluß auf das Licht.
 
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Kapiolani-Orden, königlich hawaïscher Orden, gestiftet vom König Kalakaua 30. Aug. 1880 zu Ehren Kapiolanis der Großen als Verdienstorden in sieben Klassen: Großkreuze, Großoffiziere erster und zweiter Klasse, Kommandeure, Offiziere, Ritter und zwei Medaillen. Die Dekoration ist ein vierarmiges, achtspitziges, rot emailliertes Goldkreuz, das zwischen den Armen goldene Königskronen zeigt. Auf dem roten Mittelschild befindet sich der Buchstabe K in Gold, umschlossen von einem weiß emaillierten Ringe mit dem Worte: »Kulia«. Auf dem obern Arme des Kreuzes ist ein kleines Medaillon mit dem Bilde der Königin. Im Avers steht beim Großkreuzstern auf dem Ringe »Kulia i Kanuu«, bei den andern Graden nur »Kulia«. Der achtstrahlige Silberstein trägt das beschriebene Kreuz. Das gelbe Band hat drei schmale rote Streifen und roten Rand. S. Tafel Meyers »Orden III«, Fig. 7.
 
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Kapitaï, Landschaft in Westafrika, s. Meyers Koba.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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