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Kapellton bis Kapetinger (Bd. 6, Sp. 585 bis 586)
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Artikelverweis Kapellton, s. Meyers Kammerton.
 
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Kápēlos (griech., Mehrzahl: Kap el oi), »Krämer«, im alten Griechenland verächtliche Bezeichnung für die Sophisten, die von ihren Schülern Bezahlung in Geld annahmen.
 
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Kaper, in Handelshäfen Angestellte von Kaufleuten, die einkommenden Schiffen entgegenfahren, um Geschäfte einzuleiten.
 
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Kaperei, ein Unternehmen von Privatpersonen unter der Autorität einer kriegführenden Macht, das darauf gerichtet ist, mittels besonders dazu ausgerüsteter Schiffe den feindlichen Seehandel zu schädigen und dem erlaubten Seehandelsbetrieb Neutraler entgegenzutreten. Die Schiffe, Kaper (corsaires, privateers, armateurs) genannt, werden zu den Seestreitkräften des betreffenden Landes gerechnet, das den Kaperbrief (lettre de marque, commission de guerre, engl. commission) ausgestellt hat. Ein Kaperbrief soll nur einer bestimmten Person und nur den Staatsangehörigen der kriegführenden Parteien erteilt werden. K. ohne Ermächtigung der kriegführenden Staaten wird als Seeraub (Piraterie) betrachtet, das gleiche gilt, wenn K. nach Ablauf oder Zurückziehung des Kaperbriefes oder nach Beendigung des Krieges noch weiter betrieben wird, wenn die Kaper mit ihrer Beute sich vor kein Prisengericht stellen, wenn sie von beiden kriegführenden Parteien Kaperbriefe annehmen, wenn der Heimatsstaat des Kapers K. verbietet, wenn der Kaperbrief von einem Prätenden ausgestellt ist, wenn die Kriegsgebräuche nicht beachtet, insbes. unter falscher Flagge gesegelt wird, wenn Kaperei im Flußgebiet des feindlichen Landes betrieben wird. Solange sich jedoch die Kaper an die Kriegsgesetze und Kriegsgebräuche halten und die in den Kaperbriefen enthaltenen Weisungen befolgen, werden sie als Teile der feindlichen Kriegsmacht betrachtet

[Bd. 6, Sp. 586]


und genießen den Schutz des Kriegsrechts. Mit Recht wurde seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. die Abschaffung der K. ernstlich angestrebt, zu einem greifbaren Ergebnis führte jedoch erst der Friedenskongreß von 1856, indem im Anschluß an denselben von den Bevollmächtigten der Kongreßmächte in dem ersten Satze der Pariser Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 der kurze und bündige Grundsatz aufgestellt wurde: Die Kaperei ist und bleibt abgeschafft. Dieser Deklaration sind später (mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Spanien und Mexiko) sämtliche Kulturstaaten beigetreten, trotzdem haben aber auch im nordamerikanisch-spanischen Kriege die beiden kriegführenden Mächte auf die Ausstellung von Kaperbriefen verzichtet. Vgl. La Mache, La guerre de course dans le passé, dans le présent et dans l'avenir (Par. 1901); Perels, Das internationale öffentliche Seerecht der Gegenwart, S. 177 ff. (2. Aufl., Berl. 1903).
 
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Kaperkreuzer, s. Meyers Kreuzer.
 
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Kapern (Kappern), s. Capparis; unechte K., s. Tropaeolum.
 
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Kapernāum (Kapharnaum, »Dorf des Nahum«), bedeutende Stadt in Galiläa, im Stammgebiet Naphtali, nicht weit vom Einfluß des Jordans in den See Genezareth, beim heutigen Tell Hum. Die Stadt hatte eine Synagoge, in der Jesus öfters lehrte, wie er sich denn überhaupt in der letzten Zeit seines Lebens regelmäßig zu K. aufhielt, daher die Stadt »seine Stadt« heißt. Da die Einwohner von K. das Essen seines Fleisches (Joh. 6,52) in grobsinnlicher Weise verstanden haben sollen, so ward denen, die das heilige Abendmahl wie eine andre gewöhnliche Speise nahmen, kapernaïtische Lehre und kapernaïtisches Essen schuld gegeben.
 
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Kapernstrauch, s. Capparis.
 
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Kapernsträucher, s. Meyers Kapparidazeen.
 
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Kapetan, erblicher Grundherr in Bosnien.
 
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Kapetinger (Capétiens), die von Hugo Capet abstammenden Könige der dritten französischen Dynastie (9871328), 14 an der Zahl. Den Namen Capet leitet man von Cappetus, »Mönchskapuze«, ab, indem die beiden Hugo, Vater und Sohn, obschon Herzoge von Francien, auch Laienäbte von St.-Martin-de-Tours waren. Die Familie der K. ist übrigens deutscher Abstammung. Witichin, ein gemeinfreier Sachse, war unter Karl d. Gr. aus seiner Heimat vertrieben worden und hatte sich im Westfrankenreich angesiedelt. Sein Sohn Robert der Tapfere hatte sich in dem Heer König Karls des Kahlen so ausgezeichnet, daß er von diesem die Grafschaft Touraine, dann die Markgrafschaft Anjou und endlich das Herzogtum Francien oder Ile-de-France zu Lehen erhielt (vgl. v. Kalckstein, Robert der Tapfere, Berl. 1871). Roberts des Tapfern Söhne waren Odo, der 888 König von Frankreich wurde und 898 starb, und Robert, der Gegenkönig Karls III. (gest. 923). Der Sohn Roberts war dann Hugo d. Gr. (s. Meyers Hugo 1 sowie Hugo Capet). Die kapetingischen Könige sind der Reihe nach folgende: Hugo (987996), Robert I. (9961031), Heinrich I. (103160), Philipp I. (10601108), Ludwig VI. (110837), Ludwig VII. (113780), Philipp II. Augustus (11801223), Ludwig VIII. (122326), Ludwig IX., der Heilige (122670), Philipp III. (127085), Philipp IV. (12851314), Ludwig X. (131416), Philipp V. (131622) und Karl IV. (132228), mit dem die Dynastie der K. in gerader Linie erlosch. Die Regierung ging zuerst auf die Valois, 1498 auf die Orléans und Angoulême, 1589 auf die Bourbonen, alles kapetingische Seitenlinien, über. Vgl. v. Kalckstein, Geschichte des französischen Königtums unter den ersten Kapetingern (Leipz. 1877, Bd. 1); Luchaire, Histoire des institutions monarchiques de la France sous les premiers Capétiens (2. Aufl., Par. 1891, 2 Bde.).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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