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Kannä bis Kännelkohle (Bd. 6, Sp. 563 bis 564)
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Artikelverweis Kannä, s. Meyers Cannä.
 
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Kannabinazeen (Cannaboideae, Hanfartige), dikotyle Pflanzengruppe, jetzt eine Unterfamilie der Morazeen bildend und nur aus zwei Gattungen, nämlich Cannabis (Hanf) u. Humulus (Hopfen), bestehend. Sie unterscheiden sich von den nächstverwandten Gruppen durch ihre freien Nebenblätter, die hängenden, gekrümmten Ovula und trocknen Schließfrüchte.
 
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Kannanur, indische Stadt, s. Meyers Kananor.
 
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Kannazeen, monokotyle Familie aus der Ordnung der Scitamineen, Stauden mit großen, fiedernervigen Blättern und asymmetrischen, oft lebhaft gefärbten Blüten von merkwürdigem Bau. Letztere haben einen dreigliederigen Kelch, drei mehr oder weniger verwachsene Blumenblätter, die eine wechselnde Zahl (15) von korollinisch gefärbten, unter sich und mit der Kronenröhre teilweise verwachsenen Blättchen (Staminodien) einschließen; eins derselben trägt an seinem Rand eine einfächerige Anthere, ein andres, dem ersten schräg gegenüberstehendes, das sogen. Labellum, rollt sich in der offenen Blüte rückwärts ein oder hat eine kapuzenförmige Gestalt; der Griffel ist blattartig verbreitert oder zylindrisch, der unterständige Fruchtknoten hat drei Fächer und entwickelt sich zu einer warzigen Kapsel; die Samen enthalten Endosperm und Perisperm und einen geraden Keimling. Die ca. 60 Arten der Familie gehören sämtlich zur Gattung Canna, von der mehrere im tropischen und subtropischen Amerika heimische Arten wegen des stärkemehlhaltigen Rhizoms und als Zierpflanzen kultiviert werden. Die als Cannophyllites Bgt. und Scitaminophyllum Mass. beschriebenen fossilen Reste sind sehr zweifelhaft.
 
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Kanne, ein bauchiges Gefäß mit engem Halse, schnabel- oder röhrenförmigem Ausguß und Henkel, das schon im Altertum bekannt war (griech. prochoos. oinochoe, s. Tafel Meyers »Vasen«, Fig. 9 u. 10). Die Kannen des Altertums waren meist aus Ton, Erz (s. Tafel Meyers »Bronzekunst I«, Fig. 2), Silber oder Gold, erst in späterer römischer Zeit aus Glas gefertigt. Im Mittelalter waren Ton und Metall die vorwiegenden Stoffe. In der Renaissancezeit war die K. ein beliebtes Tafel- und Prunkgeschirr. Neben den meist mit Deckeln versehenen Steinzeugkannen (s. die nebenstehende Abbildung) für den gewöhnlichen Gebrauch wurden solche aus Gold, aus vergoldetem Silber, aus Bronze (s. Tafel Meyers »Bronzekunst III«, Fig. 2), aus mit Silber und Bronze montiertem Kristall etc. gefertigt. Vgl. auch Krug und Tafel Meyers »Russische Kultur II«, Fig. 11.
 
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Kanne, früheres deutsches Maß für Flüssigkeiten: in Bayern als Maßkanne oder Maaß = 1,069 Lit.; in Sachsen die Dresdener K. zu 2 Töpfchen oder Nösel = 0,9356 L., seit 1851 auch Buttergewicht = 1 kg; in Weimar die Ohmmaß oder K. für Öl = 0,996 L.; in Oldenburg die auch für Getreide dienende Bierkanne = 1,425 und die Weinkanne = 1,369 L.; in Riga zu 2 neuen Stoof = 2,55 L. Zeitweise durfte man auch im Deutschen Reich das Liter als K. bezeichnen.
 
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Kannefaß, s. Meyers Kanevas.
 
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Kannegießer, nach Holbergs Lustspiel »Der politische K.« Bezeichnung eines über Politik schwatzenden Spießbürgers, Bierbankpolitiker.
 
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Kannegießer, Karl Ludwig, verdienter Übersetzer, geb. 9. Mai 1781 zu Wendemark in der Altmark, gest. 14. Sept. 1861 in Berlin, studierte in Halle Philologie, wurde 1814 Rektor am Gymnasium in Prenzlau, 1822 Direktor des Friedrichsgymnasiums in Breslau und lebte später als Privatgelehrter in Berlin. Als Dichter sowohl in seinen »Gedichten« (Bresl. 1824) als in seinen Dramen (»Schauspiele für die Jugend«, Berl. 184449, 12 Bdchn.) u. a. ohne höhere Bedeutung, erwarb er sich durch zahlreiche poetische Übersetzungen aus dem Italienischen, Provenzalischen, Englischen, Lateinischen etc. wohlverdienten Ruf. Wir nennen davon: »Beaumonts und Fletchers dramatische Werke« (Berl. 1808, 2 Bde.); Dantes »Göttliche Komödie« (Leipz. 180921; 5. Aufl., das. 1873) und »Lyrische Gedichte« (mit Witte, das. 1827; 2. Aufl. 1842); »Leopardis Gesänge« (das. 1837); »Heliand« (Berl. 1847) und »Gedichte der Troubadours« (Tübing. 1852, 2. Aufl. 1855).
 
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Kannelieren (franz., von canne, »Rohr«), den Schaft einer Säule oder eines Pilasters lotrecht mit rillenförmigen Vertiefungen (Kannelüren) versehen, deren 2024 um eine Säule, 79 auf einem Pilaster angebracht werden, und die ihnen ein schlankeres Aussehen geben. Nur bei der dorischen Ordnung stoßen die Kannelüren scharf zusammen (Fig. 1). Sie werden gewöhnlich aus einem gleichseitigen Dreieck konstruiert und laufen oben am Kapitell in einen Bogen, unten am Abschluß des Schaftes aber frei aus. Bei der ionischen und korinthischen Säule sind sie durch eine schmale Fläche (Steg, Fig. 2) getrennt, die 1/3-1/4

[Bd. 6, Sp. 564]


des Durchmessers der Kannelüre breit ist. Bei Säulen mit Füßen schließen sie sich über dem Fuß und unter dem Kapitell gewöhnlich nach einem ihrer Wölbung gleichen Bogen. Die Kannelüre findet sich schon an den frühesten griechischen Tempeln und ging später auf den römischen und den Renaissancestil über, in denen sie mit mehreren Abänderungen, z. B. mit eingelegten runden Stäbchen und mit spiralförmig um den Schaft geführten Windungen, vorkommt.
 
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Kännelkohle, s. Meyers Steinkohle.

 

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