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Kanker bis Kanne (Bd. 6, Sp. 562 bis 563)
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Artikelverweis Kanker (Weberknecht, Schneider, Schuster, Geist, Tod, Phalangium L., Opilio Herbst), Gattung aus der Ordnung der Gliederspinnen und der Familie der Afterspinnen, Tiere mit sehr langen, dünnen Beinen, die leicht abbrechen und sich dann noch lange zuckend bewegen. Der Leib ist länglich eiförmig, und auf einem Höcker des Kopfbruststückes steht ein einziges Augenpaar. Die Gattung enthält über 30 Arten, die sich an Mauern, Baumstämmen etc. aufhalten und von Insekten und Spinnen leben, die sie besonders nachts erbeuten. Sehr häufig ist bei uns O. parietinus Herbst (Wandkanker), der auf Fichten die Schildlaus Chermes coccinea massenhaft vertilgt.

[Bd. 6, Sp. 563]



 
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Kankhurahanf, s. Ramie.
 
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Kankrīnischer Vers (Versus cancrinus), s. Palindrom.
 
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Kankroīd (v. lat. cancer, Krebs), der als flache, meist geschwürige Geschwulst auftretende Krebs der äußern Haut (s. Meyers Krebs).
 
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Kanna (Mehrz. Kannor), früheres Hohlmaß für trockne und flüssige Waren in Schweden u. Finnland (finnisch Kannu) zu 2 Stop von 4 Qvarter = 0,1 Kubikfot oder 2,617 Lit. Kannland hieß bis Ende 1862 in Schweden eine Fläche von 1000 QFot = 88,15 qm.
 
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Kannä, s. Meyers Cannä.
 
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Kannabinazeen (Cannaboideae, Hanfartige), dikotyle Pflanzengruppe, jetzt eine Unterfamilie der Morazeen bildend und nur aus zwei Gattungen, nämlich Cannabis (Hanf) u. Humulus (Hopfen), bestehend. Sie unterscheiden sich von den nächstverwandten Gruppen durch ihre freien Nebenblätter, die hängenden, gekrümmten Ovula und trocknen Schließfrüchte.
 
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Kannanur, indische Stadt, s. Meyers Kananor.
 
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Kannazeen, monokotyle Familie aus der Ordnung der Scitamineen, Stauden mit großen, fiedernervigen Blättern und asymmetrischen, oft lebhaft gefärbten Blüten von merkwürdigem Bau. Letztere haben einen dreigliederigen Kelch, drei mehr oder weniger verwachsene Blumenblätter, die eine wechselnde Zahl (15) von korollinisch gefärbten, unter sich und mit der Kronenröhre teilweise verwachsenen Blättchen (Staminodien) einschließen; eins derselben trägt an seinem Rand eine einfächerige Anthere, ein andres, dem ersten schräg gegenüberstehendes, das sogen. Labellum, rollt sich in der offenen Blüte rückwärts ein oder hat eine kapuzenförmige Gestalt; der Griffel ist blattartig verbreitert oder zylindrisch, der unterständige Fruchtknoten hat drei Fächer und entwickelt sich zu einer warzigen Kapsel; die Samen enthalten Endosperm und Perisperm und einen geraden Keimling. Die ca. 60 Arten der Familie gehören sämtlich zur Gattung Canna, von der mehrere im tropischen und subtropischen Amerika heimische Arten wegen des stärkemehlhaltigen Rhizoms und als Zierpflanzen kultiviert werden. Die als Cannophyllites Bgt. und Scitaminophyllum Mass. beschriebenen fossilen Reste sind sehr zweifelhaft.
 
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Kanne, ein bauchiges Gefäß mit engem Halse, schnabel- oder röhrenförmigem Ausguß und Henkel, das schon im Altertum bekannt war (griech. prochoos. oinochoe, s. Tafel Meyers »Vasen«, Fig. 9 u. 10). Die Kannen des Altertums waren meist aus Ton, Erz (s. Tafel Meyers »Bronzekunst I«, Fig. 2), Silber oder Gold, erst in späterer römischer Zeit aus Glas gefertigt. Im Mittelalter waren Ton und Metall die vorwiegenden Stoffe. In der Renaissancezeit war die K. ein beliebtes Tafel- und Prunkgeschirr. Neben den meist mit Deckeln versehenen Steinzeugkannen (s. die nebenstehende Abbildung) für den gewöhnlichen Gebrauch wurden solche aus Gold, aus vergoldetem Silber, aus Bronze (s. Tafel Meyers »Bronzekunst III«, Fig. 2), aus mit Silber und Bronze montiertem Kristall etc. gefertigt. Vgl. auch Krug und Tafel Meyers »Russische Kultur II«, Fig. 11.
 
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Kanne, früheres deutsches Maß für Flüssigkeiten: in Bayern als Maßkanne oder Maaß = 1,069 Lit.; in Sachsen die Dresdener K. zu 2 Töpfchen oder Nösel = 0,9356 L., seit 1851 auch Buttergewicht = 1 kg; in Weimar die Ohmmaß oder K. für Öl = 0,996 L.; in Oldenburg die auch für Getreide dienende Bierkanne = 1,425 und die Weinkanne = 1,369 L.; in Riga zu 2 neuen Stoof = 2,55 L. Zeitweise durfte man auch im Deutschen Reich das Liter als K. bezeichnen.

 

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